Kognitives Training

Mit zunehmendem Alter nimmt unsere geistige Leistungsfähigkeit ab, denn auch das Gehirn ist Alterungsprozessen unterworfen. Beschleunigt wird diese Entwicklung durch Herz-Kreislauf- und Gefäßerkrankungen, Stoffwechselstörungen und neurodegenerative Erkrankungen. Davon betroffen sind die Aufmerksamkeit, das Gedächtnis und die Intelligenz.

Wenn es um die Intelligenz geht, unterscheidet man zwischen der:

  • Fluiden Intelligenz Fähigkeit zur Lösung neuartiger Probleme sowie abstraktes Denken
  • Kristallinen Intelligenz hierunter versteht man durch Kultur und Bildung erworbenes Wissen sowie sprachliches Wissen und Verstehen

Die kristalline Intelligenz kann bis ins hohe Alter durch geistige Aktivität erhalten beziehungsweise gesteigert werden. Hingegen nimmt die fluide Intelligenz ungefähr ab dem 25. Lebensjahr kontinuierlich ab.

Weitere Veränderungen sind:

  • Die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung sinkt
  • Das Denken an sich wird langsamer
  • Die Leistungsfähigkeit des Arbeitsgedächtnisses nimmt ab
  • Das Quellengedächtnis, das den Kontext von Erinnerungen speichert, nimmt ebenfalls ab.

Während das Kurzzeitgedächtnis bis ins 80. Lebensjahrzehnt konstant bleibt, lässt das Langzeitgedächtnis ab dem mittleren Lebensalter nach.

Merkmale einer leichten kognitiven Störung sind:

  • Gedächtnisstörungen
  • Vergesslichkeit
  • Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten

Durch kognitives Training können Sie diesen Prozessen entgegentreten.
Unser Gehirn ist wie ein Muskel, den man trainieren kann. Neuroplastizität ermöglicht Lernprogramme. Durch das Training verbessert sich die Durchblutung des Gehirns sowie der Hirnstoffwechsel und dadurch letztlich die geistige Leistungsfähigkeit.

Kognitive Trainingsprogramme beziehen sich dabei auf kognitionsstützende Basisfunktionen:

  • Aufmerksamkeit
  • Merkfähigkeit und Gedächtnis (semantisches und episodisches Gedächtnis)
  • visuell-räumliche (sehende) Wahrnehmung
  • exekutive (ausführende) Funktionen

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Hirnleistungsstörungen im Alter
  • Rehabilitation von Hirnleistungsstörungen
  • Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizitstörungen und/oder Hyperaktivität (ADS/ADHS)

Als besonders effektiv haben sich Trainingsprogramme erwiesen, die eine Kombination aus kognitiven Aufgaben und feinmotorischen Anforderungen darstellen. Des Weiteren sollte das Training alltagsbezogen sein. Ungezieltes „Gehirnjogging“ sowie reines Wiederholen sind eher unwirksam.

Psychologen veröffentlichten in der Fachzeitschrift „Journal of Cognitive Enhancement“ eine Studie, die zeigen konnte, dass gezieltes Trainieren von Gedächtnisaufgaben für das Arbeitsgedächtnis sich positiv auf die Bearbeitung neuer Aufgaben auswirkt, vor allem wenn diese den Trainingsaufgaben ähnlich sind. Dieses führte dazu, dass die Trainingsgruppe nicht nur ihre Leistung in den Trainingsaufgaben verbesserten, sondern sogar in untrainierten Transferaufgaben. Die Autorin Strobach fasst zusammen „Für die untersuchten Bereiche des Arbeitsgedächtnisses und die gewählten Aufgaben konnten wir mit unserer Studie systematisch zeigen, dass sich das Trainieren von kognitiven Aufgaben positiv auf die Leistung in ähnlichen, aber auch einigen unähnlichen Aufgaben auswirkt [1].“

Geistige Fitness hängt auch von Ihrem Gesundheitsverhalten wie Rauchen, Alkoholkonsum, Ernährung, körperlicher Fitness, Körpergewicht und seelischer Ausgeglichenheit ab.

Achten Sie auf Ihre Lebensweise!
Steigern Sie die Leistungsfähigkeit für Ihre täglichen Aufgaben im Beruf und im Alltag sowie in Ihrer Freizeit.

Literatur

  1. Strobach T, Huestegge L: Evaluating the effectiveness of commercial brain game training with working-memory tasks. Journal of Cognitive Enhancement [Online Ressource; Open Access]. 2017 doi: 10.1007/s41465-017-0053-0

     
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