Bioresonanztherapie (BRT)

Die Bioresonanztherapie (BRT) (Synonyme: Bioinformationstherapie (BIT); biophysikalische Informationstherapie) ist ein Verfahren aus dem Bereich der Komplementärmedizin (Ergänzende Heilkunde), dem diagnostische und therapeutische Anwendungen zugeschrieben werden. Ein wissenschaftlich belastbarer Wirknachweis liegt bislang nicht vor; die zugrunde liegenden theoretischen Konzepte sind nicht evidenzbasiert [1-3].

Zielsetzung und Wirkungsweise

Zielsetzung: Die Bioresonanztherapie wird mit dem Ziel eingesetzt, subjektive Beschwerden zu lindern und das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern. Ein spezifischer therapeutischer Nutzen im Sinne evidenzbasierter Medizin (wissenschaftlich belegte Heilkunde) ist nicht nachgewiesen [1-3].

Wirkungsweise: Die postulierten Wirkmechanismen beruhen auf nicht evidenzbasierten Annahmen. Hierzu zählen insbesondere:

  • Annahme spezifischer elektromagnetischer Schwingungsmuster biologischer Systeme (Körperzellen)
  • Konzept einer „Störung“ dieser Schwingungen als Krankheitsursache
  • Hypothese einer therapeutischen Beeinflussung durch externe Frequenzmodulation
  • Vorstellung einer „Rückkopplung“ körpereigener Signale zur Regulation biologischer Prozesse

Für diese Konzepte besteht keine belastbare naturwissenschaftliche oder klinische Evidenz [1-3].

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Anwendung im Rahmen komplementärmedizinischer Konzepte bei unspezifischen Beschwerden:
    • Müdigkeit und Erschöpfungszustände
    • Unspezifische Schmerzsyndrome
    • Funktionelle Beschwerden ohne organisches Korrelat
    • Subjektiv empfundene Immunschwäche
    • Allgemeines Unwohlsein
  • Einsatz auf ausdrücklichen Wunsch des Patienten als ergänzende Maßnahme

Hinweis: Für keine spezifische Erkrankung (z. B. Allergien, chronische Erkrankungen oder Tumorerkrankungen) besteht ein evidenzbasierter Wirksamkeitsnachweis. Die Methode ist kein Bestandteil leitliniengerechter Diagnostik oder Therapie [1, 2].

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Keine evidenzbasiert definierten Kontraindikationen aufgrund fehlender valider Studiendaten
  • Besondere Vorsicht bei:
    • Implantierten elektronischen Geräten (z. B. Herzschrittmacher (künstlicher Taktgeber des Herzens))
    • Schweren psychiatrischen Erkrankungen (schwere seelische Erkrankungen)
    • Schwangerschaft

Vor der Bioresonanztherapie

  • Aufklärung über:
    • Fehlende wissenschaftliche Evidenz
    • Nicht validierte Wirkmechanismen
  • Sicherstellung:
    • Leitliniengerechte Diagnostik ist erfolgt.
    • Keine Verzögerung notwendiger medizinischer Therapie

Das Verfahren

Die Bioresonanztherapie wird in der Praxis mithilfe spezieller Geräte (Behandlungsgeräte) durchgeführt, die elektrische Signale des Körpers erfassen, elektronisch verarbeiten und in modifizierter Form wieder an den Patienten zurückleiten sollen. Die technische Ausgestaltung variiert je nach Hersteller und Anbieter erheblich; ein standardisiertes, validiertes Vorgehen besteht nicht [1-3].

  • Grundprinzip:
    • Erfassung elektrischer Signale über Elektroden (Kontaktflächen), die an der Hautoberfläche angebracht werden
    • Ableitung dieser Signale in ein Bioresonanzgerät
    • Elektronische Verarbeitung der Signale, z. B. durch Filterung, Modulation oder Inversion
    • Rückführung modifizierter Signale an den Patienten
  • Technische Komponenten:
    • Elektroden, z. B. Hand-, Fuß- oder Applikationselektroden
    • Geräteeinheit zur Signalverarbeitung
    • Softwarebasierte Programme zur Frequenzmodulation
  • Ablauf einer Sitzung:
    • Platzierung der Elektroden entsprechend dem vorgesehenen Behandlungsprotokoll
    • Einstellung gerätespezifischer Programme
    • Durchführung der Signalmodulation über eine definierte Zeitspanne
    • Wiederholung über mehrere Sitzungen je nach Anbieterangaben
  • Diagnostische Anwendung:
    • Interpretation elektrischer Widerstände oder Signalveränderungen als Hinweis auf funktionelle Störungen (Funktionsstörungen)
    • Ableitung individueller „Therapieprogramme“ aus diesen Messungen
    • Keine valide diagnostische Aussagekraft für allergologische oder andere klinische Fragestellungen [1, 2]
  • Bewertung:
    • Keine standardisierten Protokolle
    • Keine reproduzierbaren diagnostischen oder therapeutischen Effekte nachgewiesen [1, 2]
    • Keine validierte Korrelation zwischen gemessenen Signalen und Krankheitszuständen
    • Keine belastbare naturwissenschaftliche Grundlage der postulierten Signal- und Frequenzkonzepte [3]

Nach der Bioresonanztherapie

  • Bewertung subjektiver Veränderungen
  • Keine objektivierbaren, evidenzbasierten Verlaufsparameter etabliert

Mögliche Komplikationen

  • Keine systematisch erfassten Nebenwirkungen aufgrund fehlender Studiendaten
  • Indirekte Risiken:
    • Verzögerung evidenzbasierter Therapie
    • Fehleinschätzung von Krankheitsverläufen
    • Placeboeffekte mit möglicher Fehlinterpretation des Behandlungserfolgs

Stellenwert in der Medizin

Die Bioresonanztherapie ist kein Bestandteil evidenzbasierter Medizin und wird in leitliniengestützten diagnostischen und therapeutischen Konzepten nicht empfohlen. Insbesondere im Bereich allergologischer Fragestellungen konnte für vergleichbare bioelektrische Verfahren keine ausreichende diagnostische Validität gezeigt werden [1, 2].

Literatur

  1. Lewith GT, Kenyon JN, Broomfield J, Prescott P, Goddard J, Holgate ST. Is electrodermal testing as effective as skin prick tests for diagnosing allergies? A double blind, randomised block design study. BMJ. 2001;322(7279):131-134. https://doi.org/10.1136/bmj.322.7279.131
  2. Semizzi M, Senna G, Crivellaro M et al.: A double-blind, placebo-controlled study on the diagnostic accuracy of an electrodermal test in allergic subjects. Clin Exp Allergy. 2002;32(6):928-932. https://doi.org/10.1046/j.1365-2222.2002.01398.x
  3. Ernst E. Bioresonance, a study of pseudo-scientific language. Forsch Komplementarmed Klass Naturheilkd. 2004;11(3):171-173. https://doi.org/10.1159/000079446