Photodynamische Therapie

Bei der photodynamischen Therapie (PDT) handelt es sich um ein therapeutisches Verfahren der Onkologie, Dermatologie und Augenheilkunde, welches primär zur Behandlung von Hauttumoren und Gefäßneubildungen eingesetzt werden kann. Durch den Einsatz eines Photosensitizers, bei dem es sich um eine lichtempfindliche Substanz handelt, können bei einer Bestrahlung mit einer spezifischen Wellenlänge toxische Substanzen im Gewebe freigesetzt werden, die zur Schädigung der Neoplasie (Neubildung; Tumor) führen. Damit eine selektive Schädigung der Zielstruktur erreicht werden kann, muss sich der Photosensitizer nahezu ausschließlich in der Neubildung ablagern.

Zielsetzung und Wirkungsweise der photodynamischen Therapie (PDT)

Die photodynamische Therapie (PDT) ist ein therapeutisches Verfahren, das in den Bereichen Onkologie, Dermatologie und Augenheilkunde eingesetzt wird. Sie zielt darauf ab, Hauttumoren und Gefäßneubildungen zu behandeln. Durch die Verwendung eines Photosensitizers, einer lichtempfindlichen Substanz, wird bei Bestrahlung mit einer spezifischen Wellenlänge toxische Substanzen im Gewebe freigesetzt, die die Neoplasie (Tumor) schädigen.

Wirkungsweise

  • Ein Photosensitizer wird im Gewebe angereichert und bei Bestrahlung mit Licht einer bestimmten Wellenlänge aktiviert.
  • Dies führt zur Freisetzung toxischer Substanzen im Gewebe, die zur Schädigung der Neubildung führen.
  • Die PDT ermöglicht eine selektive Schädigung der Zielstruktur, da sich der Photosensitizer vorwiegend in der Neubildung ablagert.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

Onkologie

In der Onkologie erfolgt der Einsatz der photodynamischen Therapie bei den folgenden Tumoren hauptsächlich palliativ (ohne Heilungsansatz):

  • Harnblasentumoren
  • Mundhöhlen- und Kehlkopftumoren
  • Speiseröhrentumoren
  • Gallengangtumoren

Dermatologie/Onkologie

In der Dermatologie wird die photodynamische Therapie primär kurativ (Heilung als Behandlungsziel) bei den folgenden Krankheitsbildern eingesetzt:

  • Aktinische Keratose − hierbei handelt es sich um eine häufige Verhornungsstörung der Haut, die durch Sonnenstrahlung induziert werden kann und daher besonders im Gesichts- und Halsbereich auftritt. Die aktinische Keratose ist eine fakultative Präkanzerose (Entartungsrisiko ist kleiner als 30 %).
  • Basalzellkarzinom (BZK; Basaliom) − ein BZK ist ein potentiell maligner (bösartiger) Hauttumor, der zwar nur sehr selten metastasiert (d. h. Tochtergeschwülste bildet), jedoch das umliegende Gewebe schädigt und sogar in umgebendes Knochengewebe infiltrierend wachsen kann.
  • Sklerodermie − die Sklerodermie stellt eine Gruppe von autoimmunbedingten Bindegewebserkrankungen dar, die zu den Kollagenosen gezählt wird. In Abhängigkeit von der Verlaufsform kann ein alleiniger Befall der Haut auftreten; es besteht allerdings auch die Möglichkeit eines Befalls der inneren Organe.
  • Akne vulgaris − durch einen verstärkten Androgeneinfluss können verschiedene Akneformen ausgelöst werden, die sich teilweise mit der photodynamischen Therapie behandeln lassen.
  • Psoriasis vulgaris − hierbei handelt es sich primär um eine Hauterkrankung mit stark schuppenden Hautstellen und veränderten Nägeln. Auch weitere Organe und Gelenke können von der Psoriasis befallen sein.
  • Hyperkeratosen − die Hyperkeratose beschreibt eine verstärkte Verhornung der Haut, die sich mittels photodynamischer Therapie behandeln lässt.
  • HPV-assoziierte Warzen − humane Papillomaviren (primär die Typen 6 und 11) können die Bildung von Warzen induzieren. Durch die photodynamische Therapie ist eine effektive Behandlung möglich.

Augenheilkunde

In der Augenheilkunde stellt die photodynamische Therapie inzwischen ein Standardtherapieverfahren zur Behandlung verschiedener Krankheitsbilder dar:

  • Choroidale Neovaskularisierung − im Rahmen der feuchten Form der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) ist eine Behandlung von Gefäßneubildungen unter der Netzhaut mithilfe der photodynamischen Therapie möglich. 

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Kontraindikationen für die photodynamische Therapie sind selten. Bei gegebener Indikation sind mögliche Kontraindikationen für jeden Patienten zu beurteilen.

Das Verfahren

Das Grundprinzip der photodynamischen Therapie beruht auf Bestrahlung mit Licht einer bestimmter Wellenlänge, sodass ein im Gewebe applizierter Photosensitizer als lichtaktivierbare Substanz zusammen mit Sauerstoff aus dem Gewebe toxische Produkte freisetzen kann. Von entscheidender Bedeutung für die Effektivität der Behandlung ist die Erzeugung von reaktiven Sauerstoffspezies, die zur Elimination des Tumors beitragen. Beim eingesetzten Photosensitizer handelt es sich in der Regel um Porphyrine, da sich diese bei einer Bestrahlung mit Rotlicht mit einer Wellenlänge zwischen 630-635 nm aktivieren lassen. Somit muss die Lichtquelle auf den Photosensitizer abgestimmt werden, um den gewünschten photophysikalischen Prozess und die Freisetzung der toxischen Substanzen zu erreichen.

Falls es sich um eine photodynamische Therapie bei einer dermatologischen Indikation handelt, siehe zudem unter "Photodynamische Therapie (Dermatologie)/Das Verfahren".

Nach der Therapie

Zur Beurteilung des Behandlungserfolges und möglicher aufgetretenen Komplikationen muss eine Kontrolluntersuchung beim behandelnden Arzt erfolgen. 

Mögliche Komplikationen

Bei der photodynamischen Therapie handelt es sich um ein Verfahren, das als komplikationsarm anzusehen ist. Als Komplikationen können jedoch Hautirritationen oder lokalisierte Schmerzen, vergleichbar mit einem Sonnenbrand, auftreten. Auch Schwellungen und Farbveränderungen der Haut sind möglich. In der Regel klingen die aufgetretenen Beschwerden zeitnah ab.

Literatur

  1. Kübler A: Photodynamic therapy. Medical Laser Application. 2005. 20:37-45
  2. Fritsch C, Becker-Wegerich PM, Schulte KW, Neuse W, Lehmann P, Ruzicka T, Goer G: Photodynamische Therapie und Mamillenplastik eines großflächigen Rumpfhautbasalioms der Mamma. Hautarzt. 1996. 47:438-442
  3. A Stritt, HF Merk, LR Braathen, von Felbert V: Photodynamic therapy in the treatment of actinic keratosis. Photochem Photobiol. 2008. 84:388-398
  4. Szeimies R: Klinische Fluoreszenzdiagnostik und Photodynamische Therapie. Georg Thieme Verlag 2004
  5. Ackermann G: Photophysikalische Grundlagen zur Fluoreszenzdiagnostik von Tumoren der Haut. Dissertation. Universität Regensburg 2001