Hantavirus-Erkrankung – Symptome – Beschwerden
Folgende Symptome und Beschwerden können auf eine Hantavirus-Infektion (Ansteckung mit Hantaviren) hinweisen:
Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) (Hantavirus-Erkrankung mit Blutungsneigung und Nierenbeteiligung)
Das hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) wird klassisch in eine febrile (fieberhafte), hypotensive (durch niedrigen Blutdruck gekennzeichnete), oligurische (durch verminderte Urinausscheidung gekennzeichnete), polyurische (durch vermehrte Urinausscheidung gekennzeichnete) und rekonvaleszente (die Genesung betreffende) Phase unterteilt. Die Phasen können sich überschneiden; insbesondere bei milderen Verläufen, wie der durch das Puumala-Virus verursachten Nephropathia epidemica (milde hantavirusbedingte Nierenerkrankung), können einzelne Phasen fehlen oder nur schwach ausgeprägt sein [1, 2, 6, LL1, LL2].
Febrile Phase
Leitsymptome
Diese Leitsymptome lenken den Verdacht auf die frühe Phase einer Hantavirus-Infektion und werden oft zuerst bemerkt:
- Akut einsetzendes Fieber: Meist hohes Fieber mit Schüttelfrost; die febrile Phase dauert typischerweise etwa 3-7 Tage [1, 6, LL1, LL2].
- Lumbalgie (Kreuzschmerzen) sowie Flanken- oder Abdominalschmerzen (Bauchschmerzen): Häufig ausgeprägte Rücken-, Flanken- oder Bauchschmerzen; kolikartige und teilweise einseitige Flankenschmerzen sind insbesondere bei Nierenbeteiligung möglich [1, 6, LL1, LL3].
- Cephalgie (Kopfschmerzen): Oft intensive Kopfschmerzen, teilweise mit Nackensteifigkeit, ohne dass zwingend eine Meningitis (Hirnhautentzündung) vorliegt [1, LL1, LL3].
Hauptsymptome (primäre Symptome)
Diese Hauptsymptome prägen das klinische Bild der febrilen Phase des HFRS:
- Myalgien (Muskelschmerzen): Generalisierte Muskelschmerzen, häufig mit Betonung der Lumbal- und Oberschenkelmuskulatur [1, 6, LL2].
- Nausea (Übelkeit), Emesis (Erbrechen) und Diarrhö (Durchfall): Gastrointestinale (Magen und Darm betreffende) Beschwerden sind häufig und können zusammen mit Abdominalschmerzen das klinische Bild bestimmen [1, LL1, LL3].
- Photophobie (Lichtscheu) und Sehstörungen: Verschwommensehen, vorübergehende Myopisierung (Zunahme der Kurzsichtigkeit) und Akkommodationsstörungen (Störungen der Scharfeinstellung des Auges) sind insbesondere bei der Puumala-Virus-Infektion charakteristisch; in einer prospektiven Untersuchung hospitalisierter Patienten berichteten mehr als 70 % über okuläre Symptome (Augenbeschwerden) [3, LL2].
Begleitsymptome (sekundäre Symptome)
Diese Begleitsymptome sind weniger charakteristisch oder treten nicht bei allen Patienten auf:
- Konjunktivale Injektion (Rötung der Augenbindehaut): Gerötete Konjunktiven (Augenbindehäute), teilweise verbunden mit Photophobie und periorbitalem Ödem (Flüssigkeitseinlagerung um das Auge) [1, 3, 5, LL3].
- Gesichtsrötung: Diffuse, sonnenbrandähnliche Rötung von Gesicht, Hals und oberem Thorax (Brustkorb), insbesondere in der frühen Krankheitsphase [5, LL3].
- Petechien (punktförmige Einblutungen) an Haut und Schleimhäuten: Können ab dem dritten bis vierten Krankheitstag auftreten; beschrieben sind insbesondere Petechien am Gaumen, an den Axillen (Achselhöhlen), am Rumpf und an den Extremitäten [5].
- Schleimhautblutungen: Epistaxis (Nasenbluten), Gingivablutungen (Zahnfleischblutungen) und konjunktivale Einblutungen; Purpura (flächenhafte Hautblutungen) und Ekchymosen (größere fleckenförmige Hautblutungen) sind vor allem bei schweren Hantaan- oder Dobrava-Virus-Infektionen beschrieben. Schwere Blutungen sind bei der in Mitteleuropa dominierenden Puumala-Virus-Infektion selten [1, 5, 6, LL2].
- Rachenrötung und Husten: Mögliche, jedoch nicht wegweisende Begleiterscheinungen der frühen Krankheitsphase [1, 6].
Unspezifische Symptome
Diese unspezifischen Symptome treten bei vielen Erkrankungen auf und tragen weniger zur Diagnose bei:
- Müdigkeit, Abgeschlagenheit und allgemeines Krankheitsgefühl [1, LL1]
- Schwindel und Appetitlosigkeit [1, LL3]
Hypotensive Phase
Leitsymptome
Diese Leitsymptome weisen auf eine durch Kapillarleckage (Flüssigkeitsaustritt aus kleinsten Blutgefäßen) und Kreislaufdysregulation (Störung der Kreislaufsteuerung) bedingte Verschlechterung hin:
- Arterielle Hypotonie (niedriger Blutdruck): Blutdruckabfall mit Schwindel, Tachykardie (beschleunigter Herzschlag), Kaltschweißigkeit, verminderter peripherer Perfusion (Durchblutung der äußeren Körperbereiche) und gegebenenfalls Bewusstseinsstörung; die Phase kann wenige Stunden bis etwa zwei Tage dauern [1, 6, LL2, LL3].
- Schock (Kreislaufversagen): Bei schweren Verläufen Entwicklung eines hypovolämisch-distributiven Schocks (durch Flüssigkeitsverlust und Gefäßweitstellung bedingtes Kreislaufversagen) infolge ausgeprägter Gefäßpermeabilität (Durchlässigkeit der Blutgefäße); leichtere Puumala-Virus-Infektionen verlaufen häufig ohne klinisch abgrenzbare Schockphase [1, 2, 6, LL2].
Hauptsymptome (primäre Symptome)
Diese Hauptsymptome prägen das klinische Bild der hypotensiven Phase des HFRS:
- Hämorrhagische Manifestationen (Blutungszeichen): Zunahme von Petechien, Purpura, Schleimhautblutungen oder konjunktivalen Einblutungen, vor allem bei schweren Hantaan- und Dobrava-Virus-Infektionen [1, 5, 6, LL2].
- Kapillarlecksyndrom (Flüssigkeitsaustritt aus kleinsten Blutgefäßen): Periorbitale oder generalisierte Ödeme (am Auge oder am gesamten Körper auftretende Flüssigkeitseinlagerungen), Pleuraergüsse (Flüssigkeitsansammlungen zwischen Lunge und Brustwand) und Gewichtszunahme bei intravasalem Volumenmangel (Flüssigkeitsmangel in den Blutgefäßen) [1, 2, 6].
Begleitsymptome (sekundäre Symptome)
Diese Begleitsymptome können die Kreislaufdysfunktion begleiten:
- Ausgeprägte Schwäche, Kollapsneigung und Benommenheit [1, LL3]
- Blässe, kalte Extremitäten und verlängerte Rekapillarisierungszeit (Zeit bis zur erneuten Durchblutung nach Druck) als Zeichen einer verminderten peripheren Perfusion [1, 6]
Unspezifische Symptome
Diese unspezifischen Symptome treten bei vielen Erkrankungen auf und tragen weniger zur Diagnose bei:
- Allgemeine Erschöpfung und Abgeschlagenheit [1]
Oligurische Phase mit Nierenbeteiligung
Leitsymptome
Diese Leitsymptome lenken den Verdacht auf eine akute Nierenbeteiligung:
- Akute Nierenschädigung (plötzliche Einschränkung der Nierenfunktion): Rascher Anstieg der Retentionsparameter mit variabel ausgeprägter Einschränkung der Nierenfunktion; die Nierenbeteiligung ist das kennzeichnende Organmerkmal des HFRS [1, 2, 6, LL1-LL3].
- Oligurie bis Anurie: Deutlich verminderte oder fehlende Urinausscheidung; eine Oligurie oder Anurie tritt in etwa 30 % der HFRS-Fälle auf, während nichtoligurische Verläufe (Verläufe ohne verminderte Urinausscheidung) häufig sind [1, 6, LL2].
Hauptsymptome (primäre Symptome)
Diese Hauptsymptome und Befunde prägen das klinische Bild der oligurischen Phase:
- Flanken- und Abdominalschmerzen: Häufig anhaltende oder zunehmende Schmerzen bei interstitieller Nierenbeteiligung (Beteiligung des Nierenzwischengewebes) und Nierenödem (Flüssigkeitseinlagerung in der Niere) [1, 2, LL1].
- Proteinurie*: Häufig früh einsetzende, teilweise ausgeprägte Proteinurie; sie kann vor dem maximalen Creatininanstieg auftreten und vorübergehend nephrotische Ausmaße (sehr starken Eiweißverlust über den Urin) erreichen [1, 2, 6].
- Mikro- oder Makrohämaturie*: Ausdruck der glomerulären (die Nierenkörperchen betreffenden) und tubulointerstitiellen Nierenbeteiligung (die Nierenkanälchen und das Nierenzwischengewebe betreffende Nierenbeteiligung) [1, 2, 6].
- Ödeme und Zeichen der Volumenüberlastung (Flüssigkeitsüberlastung): Periorbitale oder periphere Ödeme, Dyspnoe (Atemnot) und gegebenenfalls pulmonale Stauung (Flüssigkeitsstauung in der Lunge) bei Oligurie und erhöhter Gefäßpermeabilität [1, 2, LL3].
Begleitsymptome (sekundäre Symptome)
Diese Begleitsymptome und Laborbefunde können auf einen schweren Verlauf hinweisen:
- Thrombozytopenie*; sie tritt bei der Mehrzahl der klinisch manifesten HFRS-Erkrankungen auf und erreicht ihr Maximum meist früh im Krankheitsverlauf [1, 2, 6, LL2]
- Leukozytose* und Hämokonzentration* als Ausdruck der systemischen Entzündungsreaktion bzw. Kapillarleckage [1, 6]
- Creatinin- und Harnstoffanstieg* sowie gegebenenfalls Hyperkaliämie*, metabolische Azidose* und Urämiesymptome (Beschwerden durch die Ansammlung harnpflichtiger Stoffe) [1, 2, 6]
- Nausea, Emesis, Pruritus (Juckreiz), Vigilanzminderung (Bewusstseinstrübung) oder Perikarditis (Herzbeutelentzündung) bei ausgeprägter Urämie (Harnvergiftung) [1, 2]
*Siehe auch Labordiagnostik
Extrarenale Manifestationen (Krankheitszeichen außerhalb der Nieren)
- Zentralnervensystem-Beteiligung (Beteiligung von Gehirn und Rückenmark): Verwirrtheit, Somnolenz (krankhafte Schläfrigkeit), Krampfanfälle, Meningoenzephalitis (Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten) oder Enzephalopathie (Funktionsstörung des Gehirns) bei schweren Verläufen; bei Puumala-Virus-Infektionen sind auch reversible neurologische Manifestationen (rückbildungsfähige Krankheitszeichen des Nervensystems) beschrieben [1, 2, 6].
- Hepatobiliäre und pankreatische Beteiligung (Beteiligung von Leber, Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse): Transaminasenerhöhungen*, Hepatomegalie (Lebervergrößerung), Cholezystitis (Gallenblasenentzündung) oder akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) können auftreten [1, 2, 6].
- Kardiale Beteiligung (Beteiligung des Herzens): Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen), Myokarditis (Herzmuskelentzündung), Perikarderguss (Flüssigkeitsansammlung im Herzbeutel) oder reversible myokardiale Dysfunktion (rückbildungsfähige Funktionsstörung des Herzmuskels) sind seltene, potenziell schwere Manifestationen [1, 2, 6].
- Pulmonale Beteiligung (Beteiligung der Lunge): Pleuraergüsse, interstitielle Infiltrate (Verschattungen im Lungenzwischengewebe), pulmonales Ödem (Flüssigkeitsansammlung in der Lunge) oder selten ein Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS; akutes Atemnotsyndrom) können auch beim HFRS auftreten [1, 2, 6, LL2].
- Endokrine Beteiligung (Beteiligung des Hormonsystems): Selten sind Hypophysenblutung (Blutung in der Hirnanhangdrüse) oder -nekrose (Absterben von Gewebe der Hirnanhangdrüse) mit partiellem oder vollständigem Hypopituitarismus (teilweiser oder vollständiger Unterfunktion der Hirnanhangdrüse) sowie eine Thyreoiditis (Schilddrüsenentzündung) beschrieben [1, 2].
Polyurische Phase
- Polyurie: Zunehmende Urinausscheidung als Zeichen der beginnenden Erholung der Nierenfunktion; bei ausgeprägter Polyurie können Dehydratation (Flüssigkeitsmangel), arterielle Hypotonie und Elektrolytverluste (Verlust von Blutsalzen) auftreten [1, 2, 6, LL2].
- Polydipsie (gesteigertes Durstgefühl): Gesteigertes Durstgefühl infolge der vermehrten Urinausscheidung [2, 6].
Rekonvaleszenzphase
- Persistierende Müdigkeit und verminderte Belastbarkeit: Die Erholung kann mehrere Wochen bis Monate dauern [1, 2, LL3].
- Fortbestehende Polyurie oder Konzentrationsstörung der Nieren (eingeschränkte Fähigkeit der Nieren zur Harnkonzentrierung): Kann während der frühen Rekonvaleszenz fortbestehen [1, 2].
Das klinische Spektrum reicht von subklinischen (ohne erkennbare Symptome verlaufenden) oder milden Verläufen bis zum schweren HFRS mit Schock, Hämorrhagien (Blutungen) und dialysepflichtiger akuter Nierenschädigung. Subklinische und nicht diagnostizierte Puumala-Virus-Infektionen sind wahrscheinlich deutlich häufiger als die gemeldeten Erkrankungen [1, 6, LL1, LL2].
Hantavirus-induziertes kardiopulmonales Syndrom (HCPS; Hantavirus Cardiopulmonary Syndrome; auch Hantavirus Pulmonary Syndrome, HPS) (Hantavirus-bedingte Herz-Lungen-Erkrankung)
Das hantavirusinduzierte kardiopulmonale Syndrom wird vor allem durch amerikanische Orthohantaviren wie das Andes-Virus und das Sin-Nombre-Virus verursacht. Es verläuft typischerweise in einer febrilen Prodromalphase (fieberhaften Vorläuferphase), einer rasch einsetzenden kardiopulmonalen Phase (Herz-Lungen-Phase) sowie einer diuretischen (durch vermehrte Harnausscheidung gekennzeichneten) und rekonvaleszenten Phase [1, 4, LL4].
Febrile Prodromalphase
Leitsymptome
Diese Leitsymptome lenken bei entsprechender Expositions- oder Reiseanamnese den Verdacht auf ein HCPS:
- Akut einsetzendes Fieber: Meist mit Schüttelfrost; die Prodromalphase dauert typischerweise etwa 3-6 Tage [1, 4, LL4].
- Myalgien: Häufig ausgeprägte Muskelschmerzen, insbesondere im Bereich der Lumbal-, Becken- und Oberschenkelmuskulatur [1, LL4].
- Ausgeprägte Müdigkeit und Schwäche: Charakteristische Allgemeinsymptome der Prodromalphase [1, LL4].
Hauptsymptome (primäre Symptome)
Diese Hauptsymptome prägen das klinische Bild der Prodromalphase des HCPS:
- Cephalgie und Schwindel: Häufig zusammen mit Schüttelfrost und allgemeinem Krankheitsgefühl [1, LL4].
- Nausea, Emesis und Diarrhö: Gastrointestinale Symptome sind häufig und können den respiratorischen Beschwerden (Atembeschwerden) mehrere Tage vorausgehen [1, 4, LL4].
- Abdominalschmerzen: Teilweise ausgeprägt und in Einzelfällen einem akuten Abdomen (plötzlich auftretenden schweren Bauchbeschwerden) ähnlich [1, LL4].
Begleitsymptome (sekundäre Symptome)
Diese Begleitsymptome sind weniger charakteristisch oder treten nicht bei allen Patienten auf:
- Petechien: Insbesondere bei Andes-Virus-Infektionen an den Axillen und Extremitäten beschrieben; sie können der respiratorischen Dekompensation (plötzlichen Verschlechterung der Atemfunktion) um 1-7 Tage vorausgehen [5].
- Konjunktivale Injektion: Möglicher früher Begleitbefund [5].
- Makulopapulöses Exanthem (fleckig-knötchenförmiger Hautausschlag): Seltene kutane Manifestation (Krankheitserscheinung der Haut) [5].
Unspezifische Symptome
Diese unspezifischen Symptome treten bei vielen Erkrankungen auf und tragen weniger zur Diagnose bei:
- Anorexie (Appetitlosigkeit) und allgemeine Abgeschlagenheit [1]
- Unproduktiver Husten in der späten Prodromalphase [1, LL4]
Kardiopulmonale Phase
Leitsymptome
Diese Leitsymptome weisen auf die lebensbedrohliche kardiopulmonale Verschlechterung hin:
- Rasch progrediente Dyspnoe (rasch fortschreitende Atemnot): Innerhalb weniger Stunden zunehmende Atemnot mit Tachypnoe (beschleunigter Atmung), Thoraxenge (Engegefühl im Brustkorb) und unproduktivem Husten [1, 4, LL4].
- Hypoxämie (Sauerstoffmangel im Blut): Abfall der arteriellen Sauerstoffsättigung mit Unruhe, Zyanose (bläuliche Verfärbung von Haut und Schleimhäuten) und gegebenenfalls Bewusstseinsstörung [1, 4, LL4].
Hauptsymptome (primäre Symptome)
Diese Hauptsymptome und Befunde prägen das klinische Bild der kardiopulmonalen Phase des HCPS:
- Nichtkardiogenes pulmonales Ödem (nicht durch Herzschwäche bedingte Flüssigkeitsansammlung in der Lunge): Folge der ausgeprägten pulmonalen Kapillarleckage; klinisch mit schwerer Tachypnoe, Hypoxämie und respiratorischer Insuffizienz (Atemversagen) [1, 4, LL4].
- Akute respiratorische Insuffizienz: Rasch zunehmender Sauerstoffbedarf bis zum Acute Respiratory Distress Syndrome (ARDS; akutes Atemnotsyndrom) [1, 4].
- Myokardiale Dysfunktion: Vermindertes Herzzeitvolumen (vom Herzen pro Minute gepumpte Blutmenge) mit Tachykardie, Hypotonie und Zeichen der Organminderperfusion (unzureichende Organdurchblutung) [1, 4].
Begleitsymptome (sekundäre Symptome)
Diese Begleitsymptome weisen auf einen schweren Verlauf oder Komplikationen hin:
- Schock: Gemischtes Schockbild infolge relativer Hypovolämie (Verminderung der zirkulierenden Blutmenge) durch Kapillarleckage und depressiver myokardialer Funktion; möglich sind arterielle Hypotonie, kalte Extremitäten, Oligurie und Bewusstseinsstörung [1, 4].
- Hämorrhagische Manifestationen: Petechien, Purpura oder Schleimhautblutungen sind insbesondere bei Andes-Virus-Infektionen möglich, stehen jedoch gegenüber der kardiopulmonalen Symptomatik meist nicht im Vordergrund [1, 5].
- Akute Nierenschädigung: Kann im Rahmen der Multiorgandysfunktion (Funktionsstörung mehrerer Organe) auftreten, ist jedoch weniger kennzeichnend als beim HFRS [1, 4].
Unspezifische Symptome
Diese unspezifischen Symptome treten bei vielen Erkrankungen auf und tragen weniger zur Diagnose bei:
- Ausgeprägte Erschöpfung, Angst und Unruhe [1, 4]
Diuretische Phase und Rekonvaleszenz
- Rasche Abnahme des pulmonalen Ödems: Bei Überleben der kritischen Phase kann sich die respiratorische und hämodynamische Situation (Atmungs- und Kreislaufsituation) innerhalb weniger Tage deutlich bessern [1, 4].
- Polyurie: Möglich während der Mobilisierung der zuvor extravasal (außerhalb der Blutgefäße) eingelagerten Flüssigkeit [4].
- Persistierende Müdigkeit und reduzierte Belastbarkeit: Können während der Rekonvaleszenz über Wochen fortbestehen [1, LL4].
Komplikationen
- Multiorgandysfunktion: Bei schweren Verläufen mit respiratorischer, kardiovaskulärer (Herz und Kreislauf betreffender), renaler (die Nieren betreffender), hepatischer (die Leber betreffender) und neurologischer Beteiligung [1, 4].
- Refraktärer Schock (nicht beherrschbares Kreislaufversagen) und Herz-Kreislauf-Stillstand: Mögliche Folgen der ausgeprägten myokardialen Dysfunktion und Kapillarleckage [1, 4].
Literatur
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- Hautala N, Kauma H, Vapalahti O et al.: Prospective study on ocular findings in acute Puumala hantavirus infection in hospitalised patients. Br J Ophthalmol. 2011;95(4):559-562. doi: 10.1136/bjo.2010.185413
- Ulloa-Morrison R, Pavez N, Parra E et al.: Critical care management of hantavirus cardiopulmonary syndrome. A narrative review. J Crit Care. 2024;84:154867. doi: 10.1016/j.jcrc.2024.154867
- Shen CZ, Adams J, Freeman EE et al.: Hantavirus for the dermatologist. J Am Acad Dermatol. 2026;S0190-9622(26)02980-4. doi: 10.1016/j.jaad.2026.06.086
- Tkachenko EA, Dzagurova T, Galieva G et al.: Clinical Manifestations of Hemorrhagic Fever with Renal Syndrome, Various Nosologic Forms and Issues of Hantavirus Infections Terminology. Viruses. 2025;17(4):578. doi: 10.3390/v17040578
Leitlinien, Referenzwerte und Protokolle
- Robert Koch-Institut (RKI): RKI-Ratgeber Hantavirus-Erkrankung. Stand: 13. November 2020. URL: https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Hantaviren.html [LL1]
- European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC): Factsheet on orthohantavirus infections. Stockholm: ECDC; Abruf: 27. August 2026. URL: https://www.ecdc.europa.eu/en/infectious-disease-topics/hantavirus-infection/factsheet-orthohantavirus-infections [LL2]
- Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Clinician Brief: Hemorrhagic Fever with Renal Syndrome. Stand: 20. Mai 2024. URL: https://www.cdc.gov/hantavirus/hcp/clinical-overview/hfrs.html [LL3]
- Centers for Disease Control and Prevention (CDC): Clinician Brief: Hantavirus Pulmonary Syndrome. Stand: 23. Mai 2024. URL: https://www.cdc.gov/hantavirus/hcp/clinical-overview/hps.html [LL4]