Restless-Legs-Syndrom – Symptome – Beschwerden

Folgende Symptome und Beschwerden können auf ein Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine; RLS) hinweisen:

Leitsymptome (führende Krankheitszeichen) [1]
Diese Leitsymptome lenken den Verdacht auf ein Restless-Legs-Syndrom (RLS) und werden oft zuerst bemerkt:

  1. Bewegungsdrang/motorische Unruhe (Bewegungsunruhe): Drang, die Beine zu bewegen, meist begleitet oder ausgelöst durch Missempfindungen (unangenehme Körperempfindungen) oder ein Unruhegefühl der Beine; Beginn oder Verschlechterung in Ruhe oder bei Inaktivität, z. B. im Liegen oder Sitzen
  2. Dysästhesien (unangenehme Missempfindungen): Unangenehme Missempfindungen, z. B. Kribbeln, Ziehen, Bohren, Brennen, Jucken, Kälte- oder Hitzegefühl, die vorwiegend in den Beinen auftreten; gelegentlich fehlen Missempfindungen, und der Bewegungsdrang steht im Vordergrund
  3. Besserung durch Bewegung: Die Symptome bessern sich durch Bewegung, z. B. Gehen oder Strecken, teilweise oder vollständig, zumindest solange die Bewegung anhält; bei sehr schweren Verläufen kann diese Besserung im Verlauf ausbleiben, sollte aber zu Erkrankungsbeginn bestanden haben.
  4. Zirkadiane Rhythmik (tageszeitlicher Rhythmus): Die Beschwerden treten ausschließlich oder vorwiegend abends und nachts auf oder verstärken sich dann; bei sehr schweren Verläufen kann diese Rhythmik im Verlauf weniger eindeutig sein, sollte aber zu Erkrankungsbeginn vorhanden gewesen sein.

Ein fünftes essenzielles Diagnosekriterium (notwendiges Erkennungsmerkmal) („Das Auftreten der obigen Merkmale darf nicht durch Symptome einer anderen medizinischen Diagnose (Feststellung einer Erkrankung) oder eines Verhaltenszustands erklärbar sein“) muss erfüllt sein und macht die Diagnose spezifischer. 

Die Beschwerden betreffen typischerweise die Beine; sie können einseitig beginnen, die Seite wechseln oder beide Beine gleichzeitig betreffen. Auch Beschwerden in anderen Körperregionen, z. B. Armen, sind möglich.

Hauptsymptome (primäre Symptome)
Diese Hauptsymptome prägen das klinische Bild eines Restless-Legs-Syndroms:

  • Insomnie (Schlaflosigkeit): Einschlaf- und Durchschlafstörungen durch abendliche oder nächtliche Symptombelastung; klinisch relevant sind die Beschwerden, wenn Schlaf, Energie, Vitalität, tägliche Aktivität, Verhalten oder Funktionalität beeinträchtigt sind
  • Periodische Beinbewegungen im Schlaf oder Wachzustand (Periodic Limb Movements in Sleep/Wakefulness; PLMS/PLMW) (regelmäßig wiederkehrende Beinbewegungen im Schlaf oder Wachzustand): Unterstützender, aber nicht obligater Befund (Untersuchungsergebnis); periodische Beinbewegungen sind altersabhängig und nicht spezifisch, daher ersetzen sie die klinische Diagnose nicht

Begleitsymptome (sekundäre Symptome)
Diese Begleitsymptome sind weniger charakteristisch und können auf Schlafstörungen, Komorbiditäten (Begleiterkrankungen), Verlaufsdynamik (Entwicklung des Krankheitsverlaufs) oder Therapiekomplikationen (Behandlungskomplikationen) hinweisen:

  • Tagesmüdigkeit: Kann durch gestörten Schlaf bedingt sein; relevante Tagesschläfrigkeit ist kein Leitsymptom des Restless-Legs-Syndroms und sollte an Schlafmangel, komorbide Schlafstörungen oder andere Differenzialdiagnosen (andere mögliche Ursachen) denken lassen
  • Leistungsverminderung und depressive Verstimmung: Einschränkungen der Tagesaktivität, Vitalität, Leistungsfähigkeit und Lebensqualität infolge anhaltender Beschwerden und Schlafstörungen
  • Zunahme der Symptomatik (Beschwerdebild): Chronisch persistierende (dauerhaft bestehende), intermittierende (zeitweise auftretende) oder sporadische Verläufe (gelegentlich auftretende Verläufe) sind möglich; eine Zunahme von Intensität, Häufigkeit oder Ausbreitung der Beschwerden kann auftreten und erfordert die Prüfung von Komorbiditäten, RLS-verstärkenden Medikamenten und Augmentation (medikamentös bedingte Symptomverschlechterung) unter dopaminerger Therapie

Ein unterstützendes Kriterium für die Diagnose RLS ist das initiale Ansprechen auf eine dopaminerge Medikation (Arzneimittel, die auf den Dopaminstoffwechsel wirken); es ist nicht obligat und ersetzt nicht die essenziellen Diagnosekriterien (siehe unter "Pharmakotherapie" (medikamentöse Behandlung)).

Die Diagnose des Restless-Legs-Syndroms wird klinisch anhand der Symptomatik und der essenziellen Diagnosekriterien gestellt; objektive Befunde sind hierfür nicht erforderlich, Differenzialdiagnosen müssen ausgeschlossen werden.

Literatur

  1. Allen RP, Picchietti DL, Garcia-Borreguero D et al.: Restless legs syndrome/Willis-Ekbom disease diagnostic criteria: updated International Restless Legs Syndrome Study Group (IRLSSG) consensus criteria: history, rationale, description, and significance. Sleep Med. 2014;15(8):860-873. doi: 10.1016/j.sleep.2014.03.025

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Restless-Legs-Syndrom (RLS) (AWMF-Register-Nr. 030-081) Stand 25.06.2022, Version 5.5, gültig bis 24.06.2027 Langfassung.