Restless-Legs-Syndrom – Folgeerkrankungen

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch das Restless-Legs-Syndrom (Syndrom der unruhigen Beine) (RLS) mitbedingt sein können:

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Angststörungen (krankhafte Angstzustände) – bei Patienten mit Restless-Legs-Syndrom gehäuft; eine aktuelle Metaanalyse zeigt signifikant stärkere Angstsymptome als bei Kontrollpersonen [1]
  • Depressive Störungen (Depressionen) – erhöhte depressive Symptomlast bzw. erhöhte Prävalenz depressiver Störungen; die Assoziation ist konsistent belegt, ein ausschließlich kausaler Zusammenhang jedoch nicht gesichert [1, LL1]
  • Insomnie (Ein- und Durchschlafstörung) – insbesondere Ein- und Durchschlafstörungen infolge des abendlichen bzw. nächtlichen Bewegungsdrangs und der Schlafunterbrechungen; eine psychophysiologische Insomnie kann auch nach suffizienter Behandlung der RLS-Symptomatik persistieren [LL1]

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Kognitive Beeinträchtigungen (Störungen der geistigen Leistungsfähigkeit) – Metaanalyse mit Defiziten insbesondere der globalen Kognition und Aufmerksamkeit; keine signifikanten Unterschiede für Gedächtnis, Exekutivfunktionen und räumliche Kognition; die Kausalität ist nicht geklärt [2]
  • Tagesmüdigkeit (Müdigkeit während des Tages) – insbesondere bei ausgeprägter nächtlicher Symptomatik und beeinträchtigter Schlafkontinuität [LL1]

Ursachen (äußere) von Morbidität und Mortalität (V01-Y84)

  • Suizid (Selbsttötung) und vorsätzliche Selbstbeschädigung (absichtliche Selbstverletzung) – in einer großen longitudinalen Kohortenstudie war ein Restless-Legs-Syndrom mit einem erhöhten Risiko für Suizid bzw. Selbstverletzung assoziiert; die Assoziation bestand auch nach Adjustierung für Depression, Insomnie und weitere Komorbiditäten [3]

Weiteres

  • Beeinträchtigung der Lebensqualität – insbesondere bei höherem RLS-Schweregrad und ausgeprägter Schlafbeeinträchtigung; eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse bestätigt eine signifikant verminderte Lebensqualität gegenüber Kontrollgruppen [4]
  • Augmentation (Verstärkung und zeitliche Vorverlagerung der Beschwerden unter dopaminerger Therapie) – zentrale Komplikation einer dopaminergen Langzeittherapie mit Vorverlagerung des Symptombeginns, Zunahme der Symptomintensität, möglicher Ausbreitung auf weitere Körperregionen und abnehmender Wirkdauer der Medikation; besonders relevant unter Levodopa sowie bei höheren Dopaminagonistendosen [5, LL1, LL2]

Prognosefaktoren

  • Hoher RLS-Schweregrad bzw. chronisch-persistierender Verlauf – mit stärkerer Beeinträchtigung von Schlaf- und Lebensqualität verbunden [4, LL1]
  • Ungünstiger Eisenstatus – Eisenmangel bzw. verminderte Eisenverfügbarkeit kann die RLS-Symptomatik verstärken; der Eisenstatus ist deshalb für Verlauf und Therapieentscheidung relevant [LL1, LL2]
  • Dopaminerge Langzeittherapie – insbesondere Levodopa sowie eine hohe bzw. die empfohlene Höchstdosis überschreitende Dopaminagonistendosis erhöhen das Risiko einer Augmentation [5, LL1, LL2]
  • RLS-verstärkende Medikamente und relevante Komorbiditäten – insbesondere chronische Niereninsuffizienz (dauerhafte Nierenschwäche), psychiatrische Erkrankungen und zusätzliche Schlafstörungen können Symptomlast und Therapiekomplexität erhöhen [LL1]
  • Ausgeprägte Schlafstörung – stärkere Insomnie und Tagesmüdigkeit gehen mit höherer funktioneller Beeinträchtigung und reduzierter Lebensqualität einher [4, LL1]

Literatur

  1. An T, Sun H, Yuan L et al.: Associations of anxiety and depression with restless leg syndrome: a systematic review and meta-analysis. Front Neurol. 2024;15:1366839. doi:10.3389/fneur.2024.1366839
  2. Wang S, Zheng X, Huang J et al.: Restless legs syndrome and cognitive function among adults: a systematic review and meta-analysis. J Neurol. 2023;270(3):1361-1370. doi:10.1007/s00415-022-11484-2
  3. Zhuang S, Na M, Winkelman JW et al.: Association of Restless Legs Syndrome With Risk of Suicide and Self-harm. JAMA Netw Open. 2019;2(8):e199966. doi:10.1001/jamanetworkopen.2019.9966
  4. Broström A, Alimoradi Z, Odzakovic E et al.: Quality of life among patients with restless legs syndrome: A systematic review and meta-analysis. J Clin Neurosci. 2024;122:80-91. doi:10.1016/j.jocn.2024.02.027
  5. Winkelman JW, Berkowski JA, DelRosso LM et al.: Treatment of restless legs syndrome and periodic limb movement disorder: an American Academy of Sleep Medicine systematic review, meta-analysis, and GRADE assessment. J Clin Sleep Med. 2025;21(1):153-199. doi:10.5664/jcsm.11392

Leitlinien, Referenzwerte und Protokolle

  1. S2k-Leitlinie: Restless-Legs-Syndrom (RLS). (Registernummer 030-081) Juni 2022; korrigierte Version 5.5 März 2026 Langfassung [LL1].
  2. Clinical Practice Guideline: Winkelman JW, Berkowski JA, DelRosso LM et al.: Treatment of restless legs syndrome and periodic limb movement disorder: an American Academy of Sleep Medicine clinical practice guideline. J Clin Sleep Med. 2025;21(1):137-152. doi:10.5664/jcsm.11390 [LL2].