Operative Therapie
Genitalprolaps

Bei ausgeprägter Deszensussymptomatik (Senkungssymptomatik) wird in der Regel eine vaginale Hysterektomie (Gebärmutterentfernung) mit vorderer und hinterer Kolporrhaphie (Scheidenraffung) und Dammplastik durchgeführt. 

Bei einer ausgeprägten Descensusproblematik, die konservativ nicht mehr beherrschbar ist, kommen unterschiedliche Operationsverfahren in Frage. Die früher häufig durchgeführte vaginale Hysterektomie (Entfernung der Gebärmutter durch die Scheide) mit vorderer und hinterer Kolporrhaphie (Scheidenplastik) und Dammplastik wird zunehmend zu Gunsten organerhaltender Verfahren weniger eingesetzt. Welche operative Intervention erfolgt hängt in erster Linie von den anatomischen Veränderungen, Beschwerden und Symptomen ab. Mit anderen Worten, es wird heute sehr individuell vorgegangen und es wird meist versucht, den Uterus (die Gebärmutter) zu erhalten, unabhängig davon, ob ein Deszensus vorliegt oder nicht, d. h. sie gesenkt ist oder nicht. Diese Individualität des operativen Vorgehens ist heute deshalb möglich, weil sich das operative Spektrum durch die Anwendung von Kunststoffbändern und Netzen erweitert hat. Mit diesen Verfahren ist man heute in der Lage die anlagebedingte Gewebeinsuffizienz (Gewebeschwäche) auszugleichen.

Liegt gleichzeitig eine Belastungsinkontinenz (früher: Stressinkontinenz) vor, wird meist zeitversetzt die Urethra (Harnröhre) mittels eines Kunststoffbandes, das spannungsfrei suburethral (unter die Harnröhre) gelegt wird, U-förmig unterpolstert. Es handelt sich dabei um das sogenannte TVT (tension-free vaginal tapes) oder TOT (Trans-Obturator-Technik)-Verfahren:

  • TVT (tension free vaginal tapes) – dabei handelt es sich um ein Kunststoffband, welches spannungsfrei über die Scheide unter die Harnröhre gelegt wird, sodass die Harnröhre bei erhöhtem intraabdominellen Druck (Bauchdruck) stabilisiert wird; es wird retropubisch (hinter dem Schambeinast) ausgeleitet.
  • TOT (Trans-Obturator-Technik) – es wird ein Kunststoffband spannungsfrei unter die Harnröhre gelegt und über die Schenkelbeugen ausgeleitet (Variante der TVT Operation)

Weitere Hinweise

  • Die Ergebnisse von Descensus-Operationen wg. Inkontinenz wurden in den ersten beiden Jahren durch Verwendung eines biologischen oder synthetischen Implantats nicht verbessert [1, 2].

Literatur

  1. Morling JR et al.: Adverse events after first, single, mesh and non-mesh surgical procedures for stress urinary incontinence and pelvic organ prolapse in Scotland, 1997–2016: a population-based cohort study. doi: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(16)32572-7
  2. Glazener CMA et al.: Mesh, graft, or standard repair for women having primary transvaginal anterior or posterior compartment prolapse surgery: two parallel-group, multicentre, randomised, controlled trials (PROSPECT). www.thelancet.com Published online December 20, 2016 http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(16)31596-3
     
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