Elastase im Stuhl

Bei der Elastase handelt es sich um ein Enzym, welches im Pankreas (Bauchspeicheldrüse) gebildet und in das Duodenum (Zwölffingerdarm) abgegeben wird. Dort übersteht es die Darmpassage unbeschadet und ist ein wichtiger Parameter für die exokrine Pankreasfunktion. Das aktive Verdauungsenzym spaltet Elastin (Strukturprotein).

Die Elastase im Stuhl (Synonym: Stuhlelastase) ist ein spezifischer Marker der Pankreasinsuffizienz.

Das Verfahren

Benötigtes Material

  • Stuhl → es sollten mindestens drei Proben genommen werden
  • Duodenalsaft (Mischsekret, das die Sekrete der Drüsen der Duodenalschleimhaut (Glandulae duodenales) sowie die aus der Leber stammende Gallenflüssigkeit und den Pankreassaft der Bauchspeicheldrüse enthält)

Vorbereitung des Patienten

  • Nicht nötig       

Störfaktoren

  • Sehr dünner bzw. flüssiger Stuhl (Verdünnungseffekt)

Normwerte

Normwerte in μg/g > 200

Indikationen

  • Verdacht auf exokrine Pankreasinsuffizienz (Bauchspeicheldrüsenfunktionsschwäche, die mit einer ungenügenden Produktion von Verdauungsenzymen einhergeht)
  • Verdacht auf akute/chronische Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
  • Verdacht auf Mukoviszidose (zystische Fibrose)
  • Verdacht auf Colitis ulcerosa – chronisch entzündliche Erkrankung der Schleimhaut des Kolons (Dickdarms) oder des Rektums (Mastdarms)
  • Unklare Bauchschmerzen bei Kindern

Interpretation

Interpretation erniedrigter Werte

  • Exokrine Pankreasinsuffizienz
  • Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)
  • Steine im Pankreas
  • Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit)
  • Mukoviszidose

Weitere Hinweise

  • Die Untersuchung Elastase im Stuhl hat für die Diagnose der exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) eine Sensitivität von ca. 95 % und erfasst gegenüber anderen Verfahren auch leichter die mittelschweren und leichten Fälle.
    Grenzwerte:
    • moderate exokrine Insuffizienz: ≤ 200 µg/g
    • schwere exokrine Insuffizienz: ≤ 100