Analvenenthrombose – Medizingerätediagnostik
Eine Medizingerätediagnostik ist in der Regel nicht erforderlich.
Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese (Krankengeschichte), körperlichen Untersuchung und gegebenenfalls Labordiagnostik – zur differentialdiagnostischen Abklärung
- Proktoskopie (Spiegelung des Analkanals) – nur erforderlich bei tief im Analkanal (Afterkanal) lokalisierten Thrombosen (Blutgerinnseln) oder klinisch (durch Untersuchung feststellbar) nicht sicherer Abgrenzung gegenüber thrombosierten Hämorrhoidalknoten (Hämorrhoidenknoten mit Blutgerinnseln), Analfissur (Afterriss), prolabiertem Gewebe (vorgefallenem Gewebe) oder anderer intraanaler Pathologie (krankhafter Veränderung im Analkanal)
- Rektoskopie (Spiegelung des Mastdarms) – nur bei unklarer anorektaler Blutung (Blutung aus After oder Mastdarm), nicht eindeutig zuordenbarem intraanalem Befund (Befund im Analkanal) oder Verdacht auf eine weiter proximal (weiter innen gelegen) gelegene rektale Blutungsquelle (Blutungsquelle im Mastdarm)
- Endoanale Sonographie (Ultraschalluntersuchung im Analkanal) oder perineale Sonographie (Ultraschalluntersuchung des Dammbereichs) – nur bei klinischem Verdacht auf Analabszess (Eiteransammlung am After), Fistelbildung (Gangbildung) oder tiefer gelegene entzündliche Raumforderung (Gewebeschwellung)
- Magnetresonanztomographie (MRT) des Beckens – nur bei Verdacht auf komplexe anorektale Fistel (krankhafter Gang im After-/Mastdarmbereich), supralevatorischen Abszess (Eiteransammlung oberhalb der Beckenbodenmuskulatur), perianale Crohn-Erkrankung (Morbus Crohn im Afterbereich) oder malignitätsverdächtige Raumforderung (krebsverdächtige Gewebeschwellung)
- Computertomographie (CT) des Beckens/Abdomens (Bauchraums) – nur bei Notfallkonstellation (Notfallsituation) mit Verdacht auf tiefe Weichteilinfektion (Infektion der tieferen Weichteile), Fournier-Gangrän (schwere bakterielle Entzündung der Genital- und Dammregion), Sepsis (Blutvergiftung) oder fehlender zeitnaher Verfügbarkeit der Magnetresonanztomographie (MRT)
Bewertung
- Die Proktoskopie ist die einzige fakultative Medizingerätediagnostik, die bei der Analvenenthrombose (Blutgerinnsel in einer Vene am Afterrand) selbst gelegentlich unmittelbar begründbar ist.
- Sonographie (Ultraschalluntersuchung), Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT) sind keine Diagnostik (Untersuchungsverfahren) der unkomplizierten Analvenenthrombose, sondern dienen ausschließlich der Abklärung wichtiger Differentialdiagnosen (anderer möglicher Erkrankungen) oder Komplikationsverdachtsmomente (Hinweise auf Komplikationen).
- Eine Koloskopie (Darmspiegelung) gehört nicht zur Medizingerätediagnostik der Analvenenthrombose; sie ist nur bei unabhängiger Indikation (medizinischem Grund), zum Beispiel nicht erklärter Blutung, Tumorverdacht (Verdacht auf eine Geschwulst), Eisenmangelanämie (Blutarmut durch Eisenmangel) oder Verdacht auf chronisch-entzündliche Darmerkrankung (dauerhaft entzündliche Darmerkrankung), gerechtfertigt.