Hepatitis C

Das Hepatitis-C-Virus (Virus, das eine Leberentzündung verursachen kann) wird vor allem parenteral (unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes, meist über Blut) übertragen.

Bis Anfang der 1990er-Jahre gab es noch keine flächendeckenden sicheren Nachweismethoden für das Virus. Deshalb kam es früher auch durch Blutübertragungen und Blutprodukte zu Hepatitis-C-Infektionen. Seit Einführung systematischer Testverfahren für Blutspenden ist eine Ansteckung durch Bluttransfusionen in Deutschland heute sehr unwahrscheinlich [1, 4].

Heute sind der intravenöse Drogenkonsum (Drogenkonsum über die Vene) und das gemeinsame Verwenden von Injektionsnadeln, Spritzen oder anderen Konsumutensilien zentrale Risikofaktoren. Gefährdet sind außerdem Personen mit medizinischen Eingriffen unter unzureichenden Hygienebedingungen, Personen mit Tätowierungen oder Piercings bei mangelnder Hygiene, medizinisches Personal nach Nadelstichverletzungen sowie Menschen mit Herkunft aus Regionen mit erhöhter Hepatitis-C-Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) [1, 4, 5].

Eine sexuelle Übertragung ist bei heterosexuellem Kontakt ohne Blutkontakt insgesamt selten. Das Risiko ist erhöht bei blutigen oder verletzenden Sexualpraktiken, gleichzeitig bestehenden sexuell übertragbaren Infektionen, HIV-Infektion, Männern mit Sex mit Männern und Chemsex (Substanzkonsum im sexuellen Kontext) [1, 4].

Eine Übertragung von der Mutter auf das Kind ist möglich, aber deutlich seltener als bei Hepatitis B. Das Risiko steigt bei hoher maternaler (mütterlicher) Viruslast, HIV-Koinfektion (gleichzeitige HIV-Infektion) und invasiven geburtshilflichen Maßnahmen [1, 4].

In Deutschland liegt die HCV-RNA-Prävalenz (Häufigkeit aktiver Hepatitis-C-Virusinfektionen) in der Allgemeinbevölkerung unter 0,5 %. Weltweit bleibt Hepatitis C jedoch eine relevante Ursache für chronische Lebererkrankungen (lang andauernde Lebererkrankungen), Leberzirrhose (Leberschrumpfung) und hepatozelluläres Karzinom (Leberzellkrebs) [1, 2, 4, 5].

Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten erster Beschwerden) liegt meist zwischen 2 und 12 Wochen, kann aber bis zu 26 Wochen betragen. Die Erkrankung ist meldepflichtig [1, 4].

Übertragungswege

  • Direkter Blut-zu-Blut-Kontakt
    • Der wichtigste Übertragungsweg ist Kontakt mit infektiösem Blut.
  • Intravenöser oder intranasaler Drogenkonsum
    • Durch gemeinsames Benutzen von Injektionsnadeln, Spritzen, Röhrchen, Löffeln, Filtern oder anderen Konsumutensilien, auch wenn kein Blut sichtbar ist.
  • Medizinische Eingriffe unter unzureichenden Hygienebedingungen
    • Insbesondere in Regionen oder Situationen ohne sichere Sterilisations- und Blutspendekontrollen.
  • Tätowierungen und Piercings
    • Bei mangelnder Hygiene oder mehrfach verwendeten Instrumenten.
  • Gemeinsames Verwenden von Rasierern, Zahnbürsten oder Nagelscheren
    • Relevant, wenn Blutkontakt möglich ist.
  • Sexuelle Übertragung
    • Insgesamt selten, aber möglich bei Blutkontakt, Schleimhautverletzungen, Analverkehr, traumatisierenden Sexualpraktiken, HIV-Infektion oder anderen sexuell übertragbaren Infektionen.
  • Übertragung von der Mutter auf das Kind
    • Möglich während Schwangerschaft oder Geburt; Stillen ist in der Regel erlaubt, solange keine blutenden Mamillen (Brustwarzen) vorliegen.
  • Berufliche Exposition
    • Zum Beispiel Nadelstichverletzung bei medizinischem Personal.

Keine relevante Ansteckungsgefahr besteht durch Händeschütteln, Umarmen, gemeinsames Essen, gemeinsames Benutzen von Geschirr, Husten, Niesen, normale soziale Kontakte oder gemeinsames Waschen von Kleidung.

Beschwerden und Symptome

Die akute Hepatitis C (frische Leberentzündung durch Hepatitis-C-Virus) verläuft häufig asymptomatisch (ohne Beschwerden) oder mit unspezifischen Beschwerden. Ein deutliches Krankheitsgefühl tritt nicht regelhaft nach wenigen Tagen auf, sondern Beschwerden entwickeln sich, wenn sie auftreten, meist erst Wochen nach der Infektion [1, 4].

Mögliche Beschwerden der akuten Hepatitis C sind:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Appetitlosigkeit
  • Abgeschlagenheit
  • Müdigkeit
  • Subfebrile Temperaturen oder Fieber
  • Gelenkschmerzen
  • Myalgien (Muskelschmerzen)
  • Oberbauchbeschwerden
  • Gelegentlich Hautausschlag

Die typischen Symptome der Gelbsucht treten eher selten auf:

  • Ikterus (Gelbsucht)
  • Stuhlentfärbung
  • Dunkelfärbung des Urins
  • Juckreiz

Viele akute Hepatitis-C-Infektionen bleiben unbemerkt. Ohne Behandlung geht ein erheblicher Anteil in eine chronische Hepatitis C über. Die früher genannte Chronifizierungsrate von 50-80 % ist als grobe historische Spanne anzusehen; aktuelle Angaben liegen meist bei etwa 55-85 %, abhängig von Alter, Geschlecht, Immunstatus, HIV-Koinfektion und weiteren Faktoren [1, 2, 4].

Bei chronischem Verlauf kann die Erkrankung über Jahre oder Jahrzehnte beschwerdearm bleiben. Langfristig sind jedoch Fibrose (Bindegewebsvermehrung der Leber), Leberzirrhose und Leberversagen möglich.

Bei Patienten mit einer durch Hepatitis C verursachten Leberzirrhose steigt das Risiko für ein hepatozelluläres Karzinom deutlich an [1, 2].

Extrahepatische Manifestationen (Krankheitszeichen außerhalb der Leber) können auftreten und sollen bei unklaren Beschwerden bedacht werden:

  • Kryoglobulinämische Vaskulitis (Gefäßentzündung durch Kälte-Eiweiße)
  • Glomerulonephritis (Nierenkörperchenentzündung)
  • Porphyria cutanea tarda (Stoffwechselerkrankung mit Hautblasenbildung)
  • Lichen planus (Knötchenflechte)
  • Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit Typ 2) als assoziierte Stoffwechselerkrankung
  • Lymphome (Lymphdrüsenkrebsformen), insbesondere B-Zell-Lymphome

Diagnostik

Die moderne Labordiagnostik der Hepatitis C beruht auf Anti-HCV als Suchtest und HCV-RNA als Nachweis einer aktuellen Infektion. Anti-HCV zeigt einen Kontakt mit dem Virus an, unterscheidet aber nicht sicher zwischen ausgeheilter und aktiver Infektion. Eine aktive Hepatitis-C-Infektion wird durch nachweisbare HCV-RNA gesichert [1-4].

Laborparameter 1. Ordnung – obligate Laboruntersuchungen

  • Anti-HCV
    • Suchtest auf Antikörper gegen das Hepatitis-C-Virus.
    • Ein positives Ergebnis bedeutet früheren oder aktuellen Kontakt mit HCV.
    • Anti-HCV kann bei frischer Infektion noch negativ sein, weil Antikörper meist erst nach mehreren Wochen nachweisbar werden.
  • HCV-RNA quantitativ
    • Nachweis einer aktuellen virämischen Infektion (Infektion mit nachweisbarem Virus im Blut).
    • Bei positivem Anti-HCV obligat zur Bestätigung einer aktiven Infektion.
    • Bei Verdacht auf frische Infektion, Immunsuppression (Unterdrückung des Immunsystems) oder Dialysepflicht auch bei negativem Anti-HCV erforderlich.
    • HCV-RNA kann bereits etwa 1-2 Wochen nach Exposition (Kontakt mit dem Erreger) nachweisbar sein.
  • Leberparameter – Alanin-Aminotransferase (ALT, GPT), Aspartat-Aminotransferase (AST, GOT), Glutamat-Dehydrogenase (GLDH), Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT, GGT), alkalische Phosphatase (AP), Bilirubin
    • ALT und AST können bei akuter oder chronischer Hepatitis C erhöht sein.
    • Normale Transaminasen schließen eine chronische HCV-Infektion nicht aus.
  • Syntheseparameter der Leber – Albumin, Quick/INR, Cholinesterase
    • Zur Beurteilung der Leberfunktion und zum Erkennen fortgeschrittener Lebererkrankung.
  • Kleines Blutbild
    • Thrombozyten [↓] können auf fortgeschrittene Fibrose/Zirrhose, portale Hypertension (Pfortaderhochdruck) oder Hypersplenismus (Milzüberfunktion) hinweisen.
  • Nierenparameter – Harnstoff, Kreatinin, ggf. Cystatin C
    • Wichtig vor antiviraler Therapie und bei Verdacht auf HCV-assoziierte Nierenbeteiligung.
  • Elektrolyte – Calcium, Chlorid, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphat
    • Basisparameter bei fortgeschrittener Lebererkrankung, Nierenfunktionsstörung oder geplanter Therapie.
  • HBV-Diagnostik – HBsAg, Anti-HBc gesamt, Anti-HBs
    • Vor antiviraler HCV-Therapie erforderlich, da unter direkt antiviral wirksamer Therapie eine HBV-Reaktivierung (Wiederaufflammen einer Hepatitis-B-Infektion) auftreten kann.
  • HIV-Test
    • Bei jeder neu diagnostizierten HCV-Infektion beziehungsweise bei Risikokonstellation.
  • HAV-Immunität und HBV-Immunität
    • Bei fehlender Immunität gegen Hepatitis A oder Hepatitis B soll eine Impfung geprüft werden.

Laborparameter 2. Ordnung – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese (Krankengeschichte), der körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • HCV-Genotypisierung
    • Heute nicht mehr bei allen Patienten zwingend erforderlich, weil pangenotypische direkt antiviral wirksame Therapien verfügbar sind.
    • Sinnvoll, wenn kein pangenotypisches Regime verwendet wird, bei komplizierter Vorbehandlung, fortgeschrittener Lebererkrankung oder speziellen Therapiefragen.
  • HCV-Core-Antigen
    • Kann in bestimmten Situationen als direkter Virusmarker verwendet werden, ersetzt die HCV-RNA jedoch nicht in allen diagnostischen und therapeutischen Fragestellungen.
  • Fibrosebeurteilung
    • Nichtinvasive Scores wie FIB-4 oder APRI.
    • Elastographie (Messung der Lebersteifigkeit) zur Einschätzung von Fibrose und Zirrhose.
    • Leberbiopsie (Gewebeentnahme aus der Leber) nur noch selten, bei unklarer Zusatzdiagnose oder wenn sich daraus therapeutische Konsequenzen ergeben.
  • Autoimmundiagnostik
    • ANA, ASMA, Anti-LKM-1, Anti-SLA/LP, Immunglobulin G (IgG) bei Verdacht auf Autoimmunhepatitis (autoimmune Leberentzündung).
  • Differentialdiagnostik anderer Virushepatitiden
    • HAV-Diagnostik – Anti-HAV-IgM bei Verdacht auf akute Hepatitis A.
    • HBV-Diagnostik – HBsAg, Anti-HBc gesamt, Anti-HBs, ggf. HBV-DNA.
    • HDV-Diagnostik – Anti-HDV und ggf. HDV-RNA bei HBsAg-positivem Befund.
    • HEV-Diagnostik – Anti-HEV-IgM, Anti-HEV-IgG, ggf. HEV-RNA bei unklarer akuter Hepatitis, Immunsuppression oder schwerem Verlauf.
    • EBV-/CMV-Diagnostik – bei mononukleoseartigem Krankheitsbild, Lymphadenopathie (Lymphknotenschwellung) oder Immunsuppression.
  • Metabolische und toxische Differentialdiagnostik
    • Transferrinsättigung, Ferritin – bei Verdacht auf Hämochromatose (Eisenspeicherkrankheit).
    • Coeruloplasmin, Gesamtkupfer, freies Kupfer, Kupfer im 24h-Urin – bei Verdacht auf Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit).
    • Alpha-1-Antitrypsin – bei Verdacht auf Alpha-1-Antitrypsin-Mangel.
    • Carbodefizientes Transferrin (CDT), Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT, GGT), mittleres korpuskuläres Volumen (MCV), Phosphatidylethanol (PEth) – bei Verdacht auf chronischen Alkoholabusus (Alkoholmissbrauch).
    • Paracetamolspiegel und toxikologisches Screening – bei Verdacht auf medikamentös-toxische Leberschädigung oder Intoxikation (Vergiftung).
  • Diagnostik extrahepatischer Manifestationen
    • Urinstatus, Albumin-Kreatinin-Ratio im Urin, Kreatinin, Cystatin C, Komplement C3/C4, Rheumafaktor, Kryoglobuline – bei Verdacht auf HCV-assoziierte Nierenbeteiligung oder kryoglobulinämische Vaskulitis.
    • Glucose, HbA1c – bei Verdacht auf Diabetes mellitus Typ 2.
  • Hepatozelluläres Karzinom
    • Alpha-Fetoprotein (AFP) – nicht als alleiniger Screeningtest geeignet; ggf. ergänzend zur bildgebenden Surveillance (bildgebenden Überwachung) bei Zirrhose oder hohem HCC-Risiko.

Interpretation wichtiger HCV-Befundkonstellationen

Anti-HCV HCV-RNA Bewertung Konsequenz
negativ negativ/nicht bestimmt Kein Hinweis auf HCV-Kontakt Bei frischer Exposition, Immunsuppression oder Dialyse HCV-RNA bestimmen beziehungsweise Verlaufskontrolle
negativ positiv Sehr frühe akute HCV-Infektion oder fehlende Antikörperbildung Aktuelle Infektion; Bestätigung und Therapieeinleitung
positiv positiv Aktuelle HCV-Infektion Therapieindikation prüfen und antivirale Therapie einleiten
positiv negativ Abgelaufene ausgeheilte Infektion, erfolgreich behandelte Infektion oder falsch-positiver Anti-HCV-Befund Keine aktuelle Virämie; bei frischer Exposition oder unklarer Situation HCV-RNA-Kontrolle

Screening auf Hepatitis C

  • Einmaliges Screening im Rahmen der Gesundheitsuntersuchung ab 35 Jahren
    • In Deutschland besteht für gesetzlich Versicherte ab 35 Jahren einmalig Anspruch auf ein Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Screening im Rahmen des Check-ups.
    • Für Hepatitis C wird initial Anti-HCV bestimmt.
    • Bei positivem Anti-HCV erfolgt aus derselben Blutprobe die Bestimmung der HCV-RNA zum Nachweis oder Ausschluss einer aktuellen Infektion.
  • Risikoadaptierte Testung unabhängig vom Check-up
    • Personen mit intravenösem oder intranasalem Drogenkonsum, aktuell oder in der Vorgeschichte.
    • Personen mit HIV-Infektion.
    • Personen mit erhöhten Transaminasen unklarer Ursache.
    • Dialysepatienten.
    • Personen nach Nadelstichverletzung oder beruflicher Exposition.
    • Personen mit Bluttransfusionen oder Organtransplantation vor Einführung moderner HCV-Testung.
    • Personen aus Regionen mit erhöhter HCV-Prävalenz.
    • Personen mit Tätowierungen, Piercings oder medizinischen Eingriffen unter unklaren Hygienebedingungen.
    • Sexualpartner von Personen mit aktueller HCV-Infektion bei möglichem Blutkontakt oder erhöhtem Sexualrisiko.
    • Kinder HCV-RNA-positiver Mütter nach altersentsprechendem Testalgorithmus.

Therapie

Die Hepatitis C ist heute in den meisten Fällen heilbar. Die Behandlung erfolgt mit direkt antiviral wirksamen Substanzen (DAA; Medikamente, die gezielt die Virusvermehrung hemmen). Diese Therapien sind interferonfrei, werden als Tabletten eingenommen und führen bei korrekt ausgewähltem Regime in der Regel bei mehr als 95 % der behandelten Patienten zur dauerhaften Viruselimination [1, 2].

Die frühere Standardtherapie mit Interferon alfa und Ribavirin ist für die meisten Patienten veraltet und wurde durch direkt antiviral wirksame Therapien ersetzt. Häufig eingesetzte pangenotypische Regime (gegen alle wichtigen HCV-Genotypen wirksame Therapien) sind zum Beispiel Sofosbuvir/Velpatasvir oder Glecaprevir/Pibrentasvir. Die konkrete Auswahl richtet sich nach Genotyp, Vorbehandlung, Leberzirrhose, Nierenfunktion, Begleitmedikation, Schwangerschaft und weiteren Faktoren [1, 2].

Eine Therapie soll grundsätzlich allen Patienten mit aktueller HCV-Infektion angeboten werden, sofern keine spezifischen Gegenanzeigen bestehen. Auch akute HCV-Infektionen können heute antiviral behandelt werden, ohne lange auf eine mögliche spontane Ausheilung zu warten [1, 2].

Der Therapieerfolg wird durch HCV-RNA-Kontrolle nach Therapieende beurteilt. Eine dauerhaft nicht nachweisbare HCV-RNA 12 Wochen nach Therapieende entspricht einer sustained virological response (SVR; dauerhafte virologische Heilung) [1, 2].

Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis C existiert derzeit nicht.

Achtung!
Eine Wiederansteckung ist auch nach ausgeheilter oder erfolgreich behandelter Infektion möglich, weil keine schützende Immunität entsteht.

Red Flags (Warnzeichen) bei Hepatitis C

  • Ikterus, dunkler Urin, entfärbter Stuhl und deutliche Transaminasenerhöhung
  • Quick/INR pathologisch, Albumin erniedrigt oder klinischer Verdacht auf akutes Leberversagen
  • Enzephalopathie (Gehirnfunktionsstörung), Somnolenz (Benommenheit), Verwirrtheit oder Blutungszeichen
  • Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen), Hypoalbuminämie (erniedrigtes Albumin), pathologischer Quick/INR oder andere Hinweise auf fortgeschrittene Fibrose/Zirrhose
  • Nachweis von HCV-RNA in der Schwangerschaft
  • HCV-RNA-positiver Befund vor oder unter Immunsuppression
  • Verdacht auf kryoglobulinämische Vaskulitis, Glomerulonephritis oder andere extrahepatische Manifestationen
  • Verdacht auf hepatozelluläres Karzinom bei fortgeschrittener Fibrose oder Zirrhose

Meldepflicht

  • Nach Infektionsschutzgesetz ist der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an akuter Virushepatitis namentlich meldepflichtig.
  • Der direkte oder indirekte Nachweis von Hepatitis-C-Virus ist meldepflichtig.

Leitlinien und maßgebliche Quellen

  1. S3-Leitlinie: Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Hepatitis-C-Virus(HCV)-Infektion. AWMF-Registernummer: 021-012. https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/021-012
  2. European Association for the Study of the Liver. EASL recommendations on treatment of hepatitis C: Final update of the series. J Hepatol. 2020;73(5):1170-1218. https://doi.org/10.1016/j.jhep.2020.08.018
  3. Centers for Disease Control and Prevention. Clinical Screening and Diagnosis for Hepatitis C. Updated January 31, 2025. https://www.cdc.gov/hepatitis-c/hcp/diagnosis-testing/index.html
  4. Robert Koch-Institut. RKI-Ratgeber: Hepatitis C. https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_HepatitisC.html
  5. Robert Koch-Institut. Epidemiologie von Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Virusinfektionen in Deutschland 2024. Epidemiologisches Bulletin 30/2025. https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2025/30_25.html
  6. Kassenärztliche Bundesvereinigung. Check-up: Screening auf Hepatitis B und C. https://www.kbv.de/praxis/patientenversorgung/praevention/check-up