Hüftnaher Oberschenkelbruch (proximale Femurfraktur) – Symptome – Beschwerden
Folgende Symptome und Beschwerden können auf eine proximale Femurfraktur (hüftgelenksnaher Oberschenkelbruch) hinweisen:
Leitsymptome
Diese Leitsymptome lenken den Verdacht auf eine proximale Femurfraktur und werden meist unmittelbar nach dem Ereignis wahrgenommen:
- Akute Schmerzen im Hüft- und Leistenbereich: Typischerweise plötzlich einsetzend nach Sturz oder Trauma, häufig ausgeprägt belastungs- und bewegungsabhängig.
Hauptsymptome (primäre Symptome)
Diese Hauptsymptome prägen das klinische Bild der proximalen Femurfraktur:
- Unfähigkeit zu stehen oder zu gehen: Belastung des betroffenen Beines ist meist nicht mehr möglich.
- Bewegungsschmerz im Hüftgelenk: Bereits geringe passive oder aktive Bewegungen sind stark schmerzhaft.
- Beinverkürzung: Besonders bei dislozierten Frakturen (verschobenen Knochenbrüchen) klinisch sichtbar.
- Außenrotation des betroffenen Beines: Typisches Zeichen bei Schenkelhals- und pertrochantären Frakturen (Knochenbruch im Bereich der großen Rollhügel des Oberschenkelknochens).
- Druckschmerz im Bereich der Hüfte: Lokal auslösbar über Leiste, Trochanterregion (Bereich der großen Knochenvorsprünge) oder proximalem Oberschenkel.
- Schwellung und Hämatom: Häufig sichtbar im Bereich von:
- Hüfte
- Oberschenkel proximal
- Leiste
Begleitsymptome (sekundäre Symptome)
Diese Begleitsymptome sind weniger spezifisch und können auf Begleitverletzungen oder Komplikationen hinweisen:
- Schmerzen im Knie oder Rücken: Übertragungsschmerz, insbesondere bei älteren Patienten möglich.
- Sensibilitätsstörungen des Beines: Selten, Hinweis auf Nervenbeteiligung.
- Zeichen des Volumenmangels: Blutdruckabfall oder Tachykardie (Herzrasen) bei größerem Blutverlust, insbesondere bei pertrochantären Frakturen.
Unspezifische Symptome
Diese Symptome sind nicht spezifisch, treten im Rahmen einer proximalen Femurfraktur jedoch häufig auf:
- Schonhaltung des betroffenen Beines: Vermeidung jeglicher Bewegung.
- Angst und Immobilität: Insbesondere bei älteren oder multimorbiden Patienten.
- Allgemeines Krankheitsgefühl: Begleitend zu Schmerz, Trauma oder Stressreaktion.
Beachte: Bei verzögerter Diagnosestellung oder inadäquater Therapie besteht ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie Femurkopfnekrose (Absterben des Hüftkopfes), Pseudarthrose (Ausbleiben der Knochenheilung), thromboembolische Ereignisse, funktionellen Verlust der Gehfähigkeit sowie eine erhöhte Mortalität, insbesondere im höheren Lebensalter.