Hüftnaher Oberschenkelbruch (proximale Femurfraktur) – Klassifikation

Die proximale Femurfraktur (hüftgelenksnaher OberschenkelKnochenbruch) kann nach dem ICD-10-GM wie folgt klassifiziert werden:

  • Fraktur des Schenkelhalses (Knochenbruch des Oberschenkelhalses) (ICD-10-GM S72.0-)
    • Nicht dislozierte Schenkelhalsfraktur (nicht verschobener Schenkelhalsbruch)
    • Dislozierte Schenkelhalsfraktur (verschobener Schenkelhalsbruch)
    • Intrakapsuläre Femurfraktur (Knochenbruch innerhalb der Gelenkkapsel)
  • Pertrochantäre Fraktur des Femurs (Knochenbruch im Bereich der großen Knochenvorsprünge des Oberschenkels) (ICD-10-GM S72.1-)
    • Stabile pertrochantäre Femurfraktur (stabiler Knochenbruch im Trochanterbereich)
    • Instabile pertrochantäre Femurfraktur (instabiler Knochenbruch im Trochanterbereich)
    • Mehrfragmentäre pertrochantäre Femurfraktur (Knochenbruch mit mehreren Knochenfragmenten im Trochanterbereich)
  • Subtrochantäre Fraktur des Femurs (Knochenbruch unterhalb der Knochenvorsprünge des Oberschenkels) (ICD-10-GM S72.2-)
    • Einfache subtrochantäre Fraktur (einfacher Knochenbruch unterhalb der Trochanter)
    • Mehrfragmentäre subtrochantäre Fraktur (mehrteiliger Knochenbruch unterhalb der Trochanter)

Klassifikation der Schenkelhalsfraktur nach Garden (Garden-Einteilung)

Typ Beschreibung des Typs
Garden I Unvollständige, valgisch eingestauchte Fraktur ohne Dislokation (unvollständiger, eingekeilter Knochenbruch ohne Verschiebung)
Garden II Vollständige Fraktur ohne Dislokation (vollständiger Knochenbruch ohne Verschiebung)
Garden III Vollständige Fraktur mit teilweiser Dislokation (vollständiger Knochenbruch mit teilweiser Verschiebung)
Garden IV Vollständig dislozierte Fraktur mit aufgehobener Gefäßversorgung des Femurkopfes (vollständig verschobener Knochenbruch mit gestörter Durchblutung des Hüftkopfes)


Klassifikation der pertrochantären Femurfraktur nach Evans/Jensen (Evans/Jensen-Einteilung)

Typ Beschreibung des Typs
Evans I Stabile, zweifragmentäre pertrochantäre Fraktur (stabiler Knochenbruch mit zwei Knochenfragmenten)
Evans II Instabile Fraktur mit posteromedialer Trümmerzone (instabiler Knochenbruch mit Zertrümmerung im hinteren inneren Bereich)
Evans III Mehrfragmentäre instabile Fraktur (instabiler Knochenbruch mit mehreren Fragmenten)
Evans IV Reverse Schrägfraktur mit hoher Instabilität (schräg verlaufender, stark instabiler Knochenbruch)


Klassifikation der proximalen Femurfraktur nach der Arbeitsgemeinschaft für Osteosynthesefragen (AO-Klassifikation, AO/OTA 31) (internationales unfallchirurgisches Klassifikationssystem)

Typ Beschreibung des Typs
31-A1 Stabile pertrochantäre Fraktur, einfache Frakturlinie (stabiler Knochenbruch mit einfacher Knochenbruchlinie)
31-A2 Instabile pertrochantäre Fraktur mit Mehrfragmentbildung (instabiler Knochenbruch mit mehreren Fragmenten)
31-A3 Reverse Schräg- oder subtrochantäre Fraktur mit hoher Instabilität (stark instabiler schräger oder unterhalb gelegener Knochenbruch)
31-B1 Subkapitale Schenkelhalsfraktur, nicht disloziert (Knochenbruch direkt unterhalb des Hüftkopfes ohne Verschiebung)
31-B2 Transzervikale Schenkelhalsfraktur (Knochenbruch durch die Mitte des Schenkelhalses)
31-B3 Subkapitale Schenkelhalsfraktur, disloziert (Knochenbruch unterhalb des Hüftkopfes mit Verschiebung)
31-C1 Femurkopffraktur ohne relevante Dislokation (Hüftkopfbruch ohne wesentliche Verschiebung)
31-C2 Femurkopffraktur mit Impression oder Fragmentierung (Hüftkopfbruch mit Eindrückung oder Zersplitterung)
31-C3 Komplexe Femurkopffraktur mit Gelenkbeteiligung (komplizierter Hüftkopfbruch mit Gelenkbeteiligung)

Literatur

  1. Garden RS. Low-angle fixation in fractures of the femoral neck (operative Stabilisierung bei Schenkelhalsbrüchen). Journal of Bone and Joint Surgery British Volume. 1961;43-B(4):647-663. doi: https://doi.org/10.1302/0301-620X.43B4.647
  2. Jensen JS. Classification of trochanteric fractures (Einteilung von Brüchen im Bereich der Rollhügel). Acta Orthopaedica Scandinavica. 1980;51(5):803-810. doi: https://doi.org/10.3109/17453678008990877
  3. Müller ME, Nazarian S, Koch P, Schatzker J. The Comprehensive Classification of Fractures of Long Bones (umfassende Klassifikation von Brüchen langer Knochen). Berlin, Heidelberg: Springer; 1990. doi: https://doi.org/10.1007/978-3-642-61261-9
  4. AO Foundation/Orthopaedic Trauma Association. Fracture and Dislocation Classification Compendium – 2018 (internationales Klassifikationssystem für Frakturen). Journal of Orthopaedic Trauma. 2018;32(Suppl 1):S1-S170. DOI: https://doi.org/10.1097/BOT.0000000000001063