Trichinen (Trichinellose) – Labordiagnostik

Laborparameter 1. Ordnung – obligate Laboruntersuchungen

  • Kleines Blutbild
  • Differentialblutbild [Eosinophilie (> 500/µl): bei > 90 % der Patienten mit symptomatischer Trichinellose bereits in der enteralen Phase nachweisbar, die 2 bis 4 Wochen nach der Infektion bei mehr als 50 % der Erkrankten zu finden]
  • CRP (C-reaktives Protein)
  • Nüchternglucose
  • Mikroskopischer Erregernachweis (Muskelbiopsie aus dem M. deltoideus (Deltamuskel), M. pectoralis (großer Brustmuskel) in der vorderen Axillarlinie oder M. biceps (Oberarmmuskel)) [sicherstes Verfahren]
  • Serologie (ELISA, IFT): IgM-/IgG-Antikörpernachweis – ab der zweiten bis dritten Krankheitswoche
  • Direkte mikroskopische Untersuchung von venösem Blut auf Wandertrichinen – in den ersten drei bis vier Wochen möglich
  • Creatinkinase (CK) – Erhöhung in der Migrationsphase

Beachte: Der direkte oder indirekte Nachweis von Trichinella spiralis (Fadenwurm) ist namentlich zu melden, soweit er auf eine akute Infektion hinweist (Infektionsschutzgesetz).

Weitere Hinweise

  • Proteinurie, seltener Hämaturie – bei Nierenbeteiligung

Laborparameter 2. Ordnung – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese (medizinische Vorgeschichte), der körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Leberparameter – Alanin-Aminotransferase (ALT, GPT), Aspartat-Aminotransferase (AST, GOT) [↑] bei Leberbeteiligung
  • Nierenparameter – Harnstoff, Kreatinin [↑] bei Nierenbeteiligung
  • Myoglobin [↑] bei ausgeprägter Muskelschädigung (Rhabdomyolyse (Auflösung von Muskelzellen))
  • Troponin T oder I [↑] bei Myokarditis (Herzmuskelentzündung)
  • Laktatdehydrogenase (LDH) [↑] als unspezifischer Hinweis auf Gewebszerfall
  • Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)
  • Elektrophorese – Erhöhung der Gamma-Globuline bei längerem Krankheitsverlauf
  • Serologie auf andere Helminthen (Wurmart) – bei unklaren serologischen Ergebnissen zur Abgrenzung gegen Differenzialdiagnosen