Prävention und Therapie tumorassoziierter Kachexie (Auszehrung)
Die tumorassoziierte Kachexie (Auszehrung) ist ein multifaktorielles Stoffwechselsyndrom bei malignen (bösartigen) Erkrankungen, das durch ungewollten Gewichtsverlust, Appetitverlust, Verlust von Muskelmasse, funktionelle Schwäche und häufig eine systemische Inflammation (Entzündungsreaktion im Körper) gekennzeichnet ist. Anders als bei einer Mangelernährung fördern tumor- und entzündungsbedingte Stoffwechselveränderungen aktiv den Abbau von Muskel- und Fettgewebe [1, 3, 4]. Die ESMO-Leitlinie beschreibt die Behandlung ausdrücklich als multimodales Konzept aus Ernährungstherapie, Bewegung, Symptomkontrolle, psychosozialer Unterstützung und – in ausgewählten Situationen – medikamentösen Maßnahmen [1].
Klinisch unterscheidet man drei Stadien [1, 3]:
- Präkachexie – häufig bestehen bereits Appetitverlust, reduzierte Nahrungsaufnahme, frühe metabolische Veränderungen oder geringe Gewichtsverluste
- Manifeste Kachexie – deutlicher Gewichtsverlust, Muskelabbau sowie Funktionsverlust kommen hinzu
- Refraktäre Kachexie – meist bei weit fortgeschrittener, therapieresistenter Tumorerkrankung mit begrenzter Lebenserwartung; Schwerpunkt von Gewichtszunahme verschiebt sich auf Symptomlinderung, Lebensqualität und Entlastung
Wissenschaftliche Grundlagen
Lange wurde die Tumorkachexie vor allem als Folge einer unzureichenden Kalorienaufnahme verstanden: Patienten essen weniger, verlieren Gewicht und werden schwächer. Die aktuelle Evidenz zeigt, dass Tumorkachexie durch das Zusammenspiel von reduzierter Nahrungsaufnahme, tumorassoziierter Inflammation, neuroendokrinen Veränderungen (Veränderungen im Zusammenspiel von Nervensystem und Hormonsystem), anaboler Resistenz (der Körper reagiert schlechter auf aufbauende Reize) und gesteigertem Abbau von Muskel- und Fettgewebe entsteht [1, 3, 4].
Medizinisch steht im Zentrum, dass proinflammatorische Zytokine (entzündungsfördernde Botenstoffe) wie IL-1 und IL-6 (Interleukin-1 und -6) sowie TNF-α (Tumornekrosefaktor-alpha) Appetit, Energieverbrauch, Muskelproteinabbau und Fettstoffwechsel beeinflussen können. Gleichzeitig können Tumorlage, Tumortherapie und Nebenwirkungen die Nahrungsaufnahme zusätzlich erschweren: Übelkeit, Schmerzen, Mukositis (Schleimhautentzündung), Dysphagie (Schluckstörung), frühe Sättigung, Geschmacksveränderungen, Obstipation (Verstopfung), Diarrhoe (Durchfall), Depression, Fatigue (Erschöpfung) und soziale Belastungen wirken häufig zusammen [1-4].
Zentrale Annahme der modernen Ernährungstherapie ist daher: Tumorkachexie ist nicht allein ein Essproblem, sondern ein systemisches Syndrom. Die Ernährungstherapie ist notwendig, aber nur dann ausreichend wirksam, wenn gleichzeitig belastende Symptome behandelt, Muskelaktivität erhalten, Entzündungs- und Tumoraktivität berücksichtigt und realistische Therapieziele definiert werden [1, 2, 4].
Zielsetzung der Ernährungstherapie
Die Ernährungstherapie soll den Verlust von Körpergewicht, Muskelmasse, Kraft und körperlicher Leistungsfähigkeit verhindern oder verlangsamen. In frühen Stadien ist das Ziel, eine Kachexie möglichst zu vermeiden oder ihr Fortschreiten zu bremsen. In manifesten Stadien stehen die Stabilisierung des Ernährungszustandes, der Erhalt der Therapiebelastbarkeit und die Verbesserung der Lebensqualität im Vordergrund. In refraktären Situationen sollen belastende Maßnahmen vermieden und Essen wieder stärker als Komfort, Genuss und soziale Teilhabe verstanden werden [1, 3].
Primäre therapeutische Zielparameter sind Gewichtsverlauf, Nahrungsaufnahme, Muskelmasse bzw. fettfreie Masse, Handkraft, körperliche Leistungsfähigkeit, ECOG-/Karnofsky-Status (ärztliche Skalen zur Einschätzung des Allgemeinzustands und der körperlichen Leistungsfähigkeit), Entzündungsparameter wie CRP (C-reaktives Protein), Albumin im klinischen Kontext, Therapieadhärenz und Verträglichkeit antineoplastischer Therapien. Wichtig ist, Albumin nicht isoliert als Ernährungsmarker zu interpretieren, da es stark durch Inflammation beeinflusst wird.
Sekundäre Ziele sind Appetitverbesserung, Symptomkontrolle, Erhalt der Selbstständigkeit, Reduktion therapiebedingter Unterbrechungen, bessere Verträglichkeit von Chemo-, Immun- oder Strahlentherapie, weniger Krankenhausaufenthalte und eine bessere Lebensqualität.
Die Leitlinienlogik lautet: frühzeitiges Screening ab Diagnosestellung → strukturierte Diagnostik bei Auffälligkeiten → individuelle Intervention nach Stadium, Tumorentität, Prognose und Therapieziel → regelmäßiges Monitoring → Anpassung an Nebenwirkungen, Komorbiditäten (Begleiterkrankungen), Refeeding-Risiko (bei stark mangelernährten Patienten, wenn nach längerer unzureichender Nahrungsaufnahme wieder mehr Energie, vor allem Kohlenhydrate, zugeführt wird) und Patientenwunsch [1, 2]. Die ESPEN-Leitlinie empfiehlt, Nahrungsaufnahme, Gewichtsverlauf und BMI (Body-Mass-Index/Körpermassen-Index) bereits ab Krebsdiagnose regelmäßig zu erfassen; bei auffälligem Screening sollen unter anderem Nahrungsaufnahme, ernährungsrelevante Symptome, Muskelmasse, körperliche Leistungsfähigkeit und systemische Inflammation beurteilt werden [2].
Kurzfristig geht es um ausreichende Energie- und Proteinzufuhr, Symptomkontrolle und Vermeidung weiterer Gewichtsverluste. Langfristig geht es um den Erhalt von Muskelmasse, Alltagsfunktion, Therapiefähigkeit und Lebensqualität.
Grundprinzipien
Zentrale Regel ist: früh beginnen, regelmäßig kontrollieren und nicht warten, bis ein ausgeprägter Gewichtsverlust eingetreten ist. Eine stabile Gewichtsentwicklung ist bei Tumorerkrankungen bereits ein relevanter Therapieerfolg. Die Ernährung sollte energie- und proteinreich, gut verträglich, flexibel und an die aktuelle Symptomlast angepasst sein [1, 2].
Die Mahlzeitenstruktur orientiert sich nicht an starren Standardempfehlungen, sondern am Bedarf des Patienten. Häufig sind 5-6 kleinere Mahlzeiten pro Tag besser umsetzbar als drei große Mahlzeiten.
Energieanreicherung durch hochwertige Öle, Nussmus, Sahne, Käse, Avocado, Eier, Trinknahrung oder medizinische orale Nahrungssupplemente kann sinnvoll sein.
Bei Appetitmangel gilt: zuerst protein- und energiereiche Komponenten essen, Getränke zwischen den Mahlzeiten einplanen und den größten Appetitzeitpunkt des Tages gezielt nutzen.
Je nach Stadium kann die Therapie stufenweise aufgebaut werden: Ernährungsberatung und Symptomkontrolle, dann Anreicherung der normalen Kost, danach orale Trinknahrung, bei unzureichender oraler Zufuhr enterale Ernährung über Sonde und in ausgewählten Fällen parenterale Ernährung (Umgehung des Magen-Darm-Trakts → Ernährung über die Vene).
Angestrebte Wirkmechanismen
Die Ernährungstherapie soll ein negatives Energie- und Proteingleichgewicht reduzieren. Ziel ist, den Körper mit ausreichend Energie, essentiellen Aminosäuren, Fettsäuren, Vitaminen, Mineralstoffen und Flüssigkeit zu versorgen, um Muskelproteinsynthese, Immunfunktion, Wundheilung und Therapietoleranz zu unterstützen [1, 2].
Pathophysiologisch plausibel ist vor allem die Kombination aus proteinreicher (eiweißreicher) Ernährung und körperlicher Aktivierung. Proteine allein können bei ausgeprägter Inflammation und anaboler Resistenz weniger wirksam sein. Widerstandsübungen oder angepasste Kraftübungen setzen jedoch anabole Reize und können helfen, Muskelkraft und Funktion zu erhalten. Deshalb werden Ernährung und Bewegung in den Leitlinien nicht als getrennte Maßnahmen verstanden, sondern als komplementäre Bausteine [1, 2, 7].
Omega-3-Fettsäuren, insbesondere Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA), werden wegen möglicher entzündungsmodulierender Effekte diskutiert. Die Evidenz ist jedoch uneinheitlich: Eine Metaanalyse aus 2022 fand keine klare Verbesserung von Körpergewicht oder fettfreier Masse, aber Hinweise auf bessere Lebensqualität und Überleben. Eine andere Metaanalyse aus 2024 bei fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom zeigte Vorteile bei Gewicht und Lebensqualität, aber keinen signifikanten Effekt auf die fettfreie Masse [5, 6]. Diese Daten sprechen für einen möglichen Zusatznutzen in ausgewählten Situationen.
Hypothetische oder nicht ausreichend belegte Mechanismen betreffen hochdosierte Mikronährstoffe, Anti-Krebs-Diäten, Fastenkonzepte, ketogene Diäten oder stark restriktive Ernährungsformen zur „Tumoraushungerung“. Für die Prävention oder Therapie der Tumorkachexie sind solche Konzepte nicht leitliniengestützt und können durch Energie- und Proteinrestriktion den Muskelverlust verschärfen.
Zielgruppen und Ausschlusskriterien
Geeignete Zielgruppen
- Erwachsene Patienten mit soliden Tumoren oder hämatologischen Neoplasien (kein fester Tumor, sondern Blut oder lymphatisches System sind betroffen) und ungewolltem Gewichtsverlust, reduzierter Nahrungsaufnahme, Appetitverlust, Sarkopenie (Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft), erhöhtem CRP oder funktioneller Verschlechterung. Besonders relevant ist das Konzept bei Pankreas- (Bauchspeicheldrüsen-), Magen-, Ösophagus- (Speiseröhren-), Lungen-, Kopf-Hals-, Kolonkarzinom (Darmkrebs) und fortgeschrittenen gynäkologischen Tumoren.
- Präkachexie: Patienten mit frühem Gewichtsverlust, Appetitmangel, Glucosestoffwechselstörung oder beginnender Inflammation profitieren besonders von frühzeitiger Intervention
- Kinder und Jugendliche: Nur in pädiatrisch-onkologischer Spezialbetreuung; Wachstumsbedarf, Entwicklung, Elternberatung und Sondenernährung müssen gesondert bewertet werden
- Schwangere mit Tumorerkrankung: Hochspezialisierte interdisziplinäre Betreuung erforderlich; fetale Versorgung, mütterlicher Ernährungsstatus und onkologische Therapie müssen gemeinsam geplant werden
- Geriatrische (ältere) Patienten: Besonders relevante Zielgruppe, da Sarkopenie, Multimorbidität, Kau-/Schluckprobleme, Polypharmazie (gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente) und soziale Faktoren häufig zusammenkommen
Eingeschränkte Eignung
- Patienten mit sehr kurzer Prognose, hoher Symptomlast oder refraktärer Kachexie profitieren meist nicht von aggressiver Ernährungstherapie; hier stehen Komfort, Symptomlinderung und Wunschkost im Vordergrund
Komorbiditäten (Begleiterkrankungen)
- Diabetes mellitus, chronische Niereninsuffizienz (Nierenschwäche), Herzinsuffizienz (Herzschwäche), Leberinsuffizienz (Leberschwäche), Malabsorption (gestörte Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm), Kurzdarmsyndrom, Aszites (Bauchwassersucht), Ödeme (Wassereinlagerungen) und Dysphagie (Schluckstörung) erfordern angepasste Zielwerte und enges Monitoring
Durchführung und Ablauf der Ernährungstherapie
Die Vorbereitung beginnt mit einem strukturierten Screening auf Mangelernährung und Kachexie. Erfasst werden aktuelles Gewicht, Gewichtsverlust über 1, 3 und 6 Monate, BMI, Nahrungsaufnahme, Appetit, gastrointestinale Symptome, Schmerz, Fatigue, Depressivität, Kau- und Schluckfähigkeit, Stuhlverhalten, Medikamente, Entzündungszeichen und körperliche Leistungsfähigkeit. Sinnvoll sind validierte Instrumente wie NRS-2002, MUST, PG-SGA oder SARC-F ergänzend zur klinischen Beurteilung [1, 2].
Typische Fehler zu Beginn sind zu spätes Handeln, zu starke Fokussierung auf gesunde, kalorienarme Kost, zu große Mahlzeiten, fehlende Behandlung von Übelkeit oder Obstipation (Verstopfung), unzureichende Proteinzufuhr, Angst vor Trinknahrung, fehlende Einbindung der Angehörigen und unrealistische Erwartungen. Patienten hören häufig gut gemeinte Ratschläge wie „Essen Sie einfach mehr“. Das ist bei Kachexie meist nicht hilfreich, weil Appetitverlust, frühe Sättigung und Entzündungsstoffwechsel nicht willentlich überwindbar sind.
Eine sinnvolle Übergangsphase besteht darin, die normale Kost zunächst gezielt anzureichern. Praktisch bedeutet das: kleinere Portionen, höhere Energiedichte, proteinreiche Zwischenmahlzeiten, Trinknahrung als Ergänzung statt als Ersatz, Lieblingsspeisen erlauben und belastende Ernährungsvorschriften reduzieren. Bei Schluckstörungen, Mukositis (Schleimhautentzündung), Stenosen (Verengungen) oder gastrointestinalen Passagestörungen (Störungen des Weitertransports von Nahrung, Flüssigkeit oder Stuhl durch den Magen-Darm-Trakt) muss die Konsistenz angepasst werden.
Als Orientierung für viele Krebspatienten gelten etwa 25-30 kcal/kg Körpergewicht pro Tag. Die Proteinzufuhr wird häufig im Bereich von etwa 1,0-1,5 g/kg Körpergewicht pro Tag angestrebt, sofern Nieren- und Leberfunktion dies zulassen [2]. Danach folgen konkrete Mahlzeitenplanung, Anreicherung, ggf. Trinknahrung, Training bzw. Bewegung und regelmäßiges Monitoring. Die Ernährung wird alle 1-4 Wochen angepasst, bei instabilen Patienten häufiger.
Im ambulanten Setting steht die kontinuierliche ernährungsmedizinische Betreuung im Vordergrund. Im stationären Setting sind zusätzlich Akutprobleme wie Dysphagie, Ileus (Darmverschluss), Infektionen, Refeeding-Risiko, schwere Elektrolytstörungen oder postoperative Situationen zu berücksichtigen. Ärztlich begleitet werden sollte die Ernährungstherapie insbesondere bei fortgeschrittenem Gewichtsverlust, schwerer Kachexie, enteraler oder parenteraler Ernährung, relevanten Komorbiditäten und komplexer Medikation.
Empfohlene Lebensmittel
- Energie- und fettreiche Lebensmittel:
- Pflanzenöle wie Oliven- und Rapsöl, Butter, Sahne, Crème fraîche, Avocado, Nüsse, Nussmus und Samen
- Sie eignen sich zur Anreicherung von Suppen, Pürees, Gemüse, Soßen, Joghurt, Quark oder Smoothies.
- Proteinreiche Lebensmittel:
- Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte wie Joghurt, Quark, Skyr und Käse, außerdem Hülsenfrüchte, Tofu und Tempeh
- Gut geeignet sind leicht verdauliche Proteinquellen wie Joghurt, weiche Eier, Fisch oder Quarkspeisen.
- Sie sind wichtig zur Erhaltung der Muskelmasse.
- Kohlenhydratreiche Lebensmittel:
- Kartoffeln, Reis, Brot, Nudeln, Haferflocken, Grieß, Polenta, Couscous und mildes Gebäck
- Sie liefern gut verfügbare Energie und lassen sich bei Bedarf mit fettreichen Komponenten kombinieren.
- Weiche und passierte Speisen:
- Suppen, Cremes, Porridge, Kartoffelpüree, Milchshakes, Smoothies, Rührei, Aufläufe bei Kau- oder Schluckproblemen
- Ergänzende Produkte:
- Hochkalorische und proteinreiche Trinknahrung, modulare Proteinpräparate oder energiehaltige Zusätze, wenn normale Kost nicht ausreicht [5, 6]
- Mikronährstoffreiche Lebensmittel:
- Gegartes Gemüse, Suppen, Kompott, Smoothies, Bananen, Beeren, mildes Obst; Rohkost nur bei guter Verträglichkeit.
- Sie liefern Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.
Nicht empfohlene bzw. einzuschränkende Lebensmittel
- Stark kalorienarme Diäten: ungeeignet, da sie Gewichts- und Muskelverlust fördern können
- Strenge Fastenkonzepte: bei bestehendem Gewichtsverlust, Appetitmangel oder Kachexierisiko nicht empfohlen
- Unkontrollierte ketogene oder extrem kohlenhydratarme Diäten: nicht leitliniengestützt zur Kachexieprävention; Risiko einer unzureichenden Energiezufuhr
- Sehr ballaststoffreiche Kost bei früher Sättigung: große Salatmengen, Rohkost, Kleie oder Hülsenfrüchte können bei manchen Patienten die notwendige Energiezufuhr verdrängen.
- Stark riechende oder fettige Speisen bei Übelkeit: individuell reduzieren; kalorienreiche Alternativen wählen
- Scharfe, saure oder harte Lebensmittel bei Mukositis: können Schmerzen verstärken
Genussmittelkonsum
Tabak (Rauchen)
- Tabakkonsum verschlechtert Appetit, Schleimhautfunktion, Wundheilung, pulmonale Belastbarkeit und onkologische Prognose.
- Bei Lungen-, Kopf-Hals-, Ösophagus- und Pankreastumoren ist Rauchstopp besonders relevant.
- Wechselwirkungen mit Medikamenten sind zu beachten, da Rauchstopp den Metabolismus einzelner Arzneistoffe verändern kann.
- Klare Empfehlung: vollständiger Rauchstopp.
Alkohol
- Bei vielen Tumorarten ist Alkohol ein Risikofaktor.
- Bei Kachexie ist Alkohol problematisch, wenn er Mahlzeiten ersetzt, Schleimhäute reizt, Übelkeit verstärkt oder mit Medikamenten interagiert.
- Bei Lebermetastasen, Leberinsuffizienz (Leberschwäche), Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung), Mukositis, starker Fatigue, Opioiden (starke Schmerzmittel), Sedativa (beruhigende bzw. schlaffördernde Medikamente) oder Sturzrisiko sollte auf Alkohol verzichtet werden.
- Wenn kein medizinischer Grund dagegenspricht, sollte Alkohol höchstens moderat konsumiert werden.
- Niedrigrisikokonsum (Erwachsene, ohne relevante Vorerkrankungen/Interaktionen):
- Frauen: maximal 10-12 g reiner Alkohol/Tag, zusätzlich mindestens 2 alkoholfreie Tage/Woche
- Männer: maximal 20-24 g reiner Alkohol/Tag, zusätzlich mindestens 2 alkoholfreie Tage/Woche
- Niedrigrisikokonsum (Erwachsene, ohne relevante Vorerkrankungen/Interaktionen):
Koffein
- Kaffee oder Tee sind erlaubt, wenn sie gut vertragen werden.
- Bei Reflux (Mageninhalt fließt zurück in die Speiseröhre), Schlafstörungen, Tachykardie (Herzrasen), Angst, Diarrhoe (Durchfall) oder Dehydratationsrisiko (Risiko, dass der Körper zu wenig Flüssigkeit hat) sollte Koffein reduziert werden.
Praktische Tipps zur Umsetzung im Alltag
Einkauf und Vorratshaltung sollten auf einfache, schnell verfügbare Energie- und Proteinquellen ausgerichtet sein. Sinnvoll sind haltbare Vorräte wie H-Milch, Milchpulver, Trinknahrung, Nussmus, Haferflocken, Suppenbasis, Tiefkühlgerichte, Eier, Käse, Joghurt, Quark, Pudding, Kartoffelpüree, Nudeln, Reis, Fischkonserven, hochwertige Öle und proteinreiche Snacks. Angehörige können unterstützen, indem sie kleine Portionen vorbereiten, Lieblingsgerichte anbieten und nicht drängen.
Bei der Zubereitung hilft das Prinzip „klein, weich, energiedicht“. Suppen können mit Sahne, Öl, Käse, Ei oder Proteinpulver angereichert werden. Kartoffelpüree wird mit Butter, Milchpulver oder Sahne energiereicher. Joghurt und Quark lassen sich mit Nussmus, Honig, Obstmus oder Haferflocken ergänzen. Smoothies sollten nicht nur aus Obst bestehen, sondern auch Eiweiß enthalten, z. B. Joghurt, Quark, Milch, Skyr oder Trinknahrung.
Im Berufs- und Familienalltag sind feste Essfenster hilfreich, aber ohne Druck. Patienten mit Appetitmangel profitieren oft von Ess-Erinnerungen, kleinen Tellern, neutralen Gerüchen, gut gelüfteten Räumen und Speisen, die nicht stark riechen. Bei Geschmacksstörungen können Kunststoffbesteck, Marinaden, Zitronennoten, Kräuter, kalte Speisen oder süß-säuerliche Komponenten helfen – sofern die Schleimhäute nicht gereizt sind.
Sozial ist wichtig: Essen darf nicht zum Konfliktthema werden. Angehörige sollten verstehen, dass Appetitverlust nicht mangelnde Disziplin ist. Hilfreich sind Formulierungen wie: „Was wäre jetzt angenehm?“ statt „Du musst mehr essen.“ In palliativen Situationen kann eine kleine akzeptierte Portion wertvoller sein als eine große, belastende Mahlzeit.
Ernährungsphysiologische Bewertung
Die Ernährungstherapie bei tumorassoziierter Kachexie muss makro- und mikronährstoffbezogen bewertet werden. Energetisch ist häufig eine Zufuhr von etwa 25-30 kcal/kg Körpergewicht pro Tag ein pragmatischer Ausgangspunkt, der je nach Aktivität, Entzündung, Fieber, Tumorlast, Gewichtsverlauf, Alter und Körperzusammensetzung angepasst werden muss [2]. Bei adipösen Patienten mit Sarkopenie darf das Körpergewicht nicht allein zur Bedarfsschätzung herangezogen werden. Hier ist die Muskelmasse besonders relevant.
Proteine sind ein Kernnährstoff, weil der Verlust von Skelettmuskelmasse klinisch entscheidend ist. Häufig werden etwa 1,0-1,5 g Protein/kg Körpergewicht pro Tag angestrebt, bei ausgeprägtem Muskelverlust und guter Nierenfunktion auch im oberen Bereich. Bei fortgeschrittener Niereninsuffizienz, Leberinsuffizienz oder metabolischer Instabilität muss die Proteinzufuhr individuell ärztlich festgelegt werden.
Fette sind wegen ihrer hohen Energiedichte sehr hilfreich. Pflanzliche Öle, Nüsse, Nussmus, Avocado und fettreiche Milchprodukte können die Energiezufuhr erhöhen, ohne das Volumen stark zu vergrößern. Omega-3-Fettsäuren können erwogen werden, insbesondere wenn sie Bestandteil einer protein- und energiereichen Trinknahrung sind. Die Evidenz ist jedoch heterogen und rechtfertigt keine überzogene Erwartung [5, 6].
Kohlenhydrate sind wichtige Energieträger. Bei Diabetes mellitus, Steroidtherapie oder tumorassoziierter Insulinresistenz muss die Kohlenhydratzufuhr nicht pauschal gestrichen, sondern sinnvoll verteilt und mit Blutzuckerkontrollen kombiniert werden. Eine zu starke Kohlenhydratrestriktion kann bei Appetitmangel die Gesamtenergiezufuhr verschlechtern.
Ballaststoffe sind individuell zu bewerten. Bei Obstipation können lösliche Ballaststoffe, ausreichende Flüssigkeit und Bewegung hilfreich sein. Bei Diarrhoe, Subileus (unvollständiger bzw. beginnender Darmverschluss), Stenosen, früher Sättigung oder ausgeprägten Blähungen kann eine ballaststoffärmere, leicht verdauliche Kost zeitweise sinnvoller sein.
Mikronährstoffe (Vitalstoffe) sollten grundsätzlich in Höhe der empfohlenen Tageszufuhr gesichert werden. Kritisch sind insbesondere Vitamin D, Folsäure, Vitamin B12, Eisen, Zink, Selen, Magnesium, Calcium und bei längerer eingeschränkter Nahrungsaufnahme auch Thiamin (Vitamin B1). Thiamin ist vor allem vor und während einer Ernährungstherapie bei schwerer Mangelernährung wichtig, um das Refeeding-Syndrom zu vermeiden. Hochdosierte Antioxidantien oder unkontrollierte Mikronährstoffgaben sind während Chemo- oder Strahlentherapie kritisch zu prüfen, da potentielle Interaktionen und unklare Effekte auf die Therapie bestehen können.
Langfristig ist die Ernährung dann ausgewogen, wenn sie Energie, Proteine, Mikronährstoffe, Flüssigkeit, Verträglichkeit und Lebensqualität miteinander verbindet.
Medizinische Risiken und mögliche Komplikationen
Ein zentrales Risiko ist das Fortschreiten der Kachexie trotz Ernährungstherapie. Das bedeutet nicht automatisch, dass die Ernährungstherapie versagt hat; vielmehr kann die Tumor- und Entzündungsaktivität stärker sein als der ernährungsmedizinisch erreichbare Effekt. Dennoch müssen Ziele und Maßnahmen regelmäßig überprüft werden [1, 3, 4].
Nährstoffmängel können durch reduzierte Aufnahme, Malabsorption, Diarrhoe, Erbrechen, Tumorlage, Operationen, Medikamente oder einseitige Ernährung entstehen. Besonders relevant sind Protein-Energie-Mangel, Vitamin-D-Mangel, Eisenmangel, Folsäure- und Vitamin-B12-Mangel, Zink-, Selen-, Magnesium- und Thiaminmangel. Bei länger bestehender Unterernährung ist vor Beginn intensiver Ernährungstherapie das Refeeding-Syndrom zu beachten: Durch erneute Kohlenhydrat- und Energiezufuhr können Phosphat, Kalium und Magnesium gefährlich abfallen. Klinisch drohen Herzrhythmusstörungen, Ödeme, Atemmuskelschwäche, neurologische Symptome und Kreislaufinstabilität.
Stoffwechselveränderungen umfassen Hyperglykämie (Überzuckerung), Insulinresistenz, Elektrolytverschiebungen, Flüssigkeitsretention und Veränderungen der Leber- oder Nierenwerte. Bei Patienten mit Diabetes mellitus oder Steroidtherapie muss die Blutzuckerkontrolle engmaschiger erfolgen. Bei Niereninsuffizienz sind Protein, Kalium, Phosphat, Natrium und Flüssigkeit individuell zu steuern.
Gastrointestinale Komplikationen sind Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe (Verstopfung), Obstipation, Reflux, frühe Sättigung, Subileus (unvollständiger Darmverschluss), Ileus (Darmverschluss), Stenosen (Verengungen), Mukositis (Schleimhautentzündung), Dysphagie (Schluckbeschwerden) und Malabsorption. Ernährungstherapie ohne konsequente Symptomkontrolle bleibt hier oft wirkungslos. Bei Kopf-Hals-Tumoren, Ösophaguskarzinomen (Speiseröhrenkrebs) oder neurologischer Beteiligung muss das Aspirationsrisiko (Verschluckungsrisiko) berücksichtigt werden.
Relevante Wechselwirkungen bestehen mit Antidiabetika (blutzuckersenkende Medikamente) und Insulin bei veränderter Nahrungsaufnahme, mit Antihypertensiva (blutdrucksenkende Medikamente) und Diuretika (entwässernde Medikamente) bei Gewichtsverlust oder Dehydratation, mit Antikoagulantien (Blutverdünner) bei stark schwankender Vitamin-K-Zufuhr oder Supplementen, mit Opioiden durch Obstipation und Sedierung sowie mit Steroiden durch Hyperglykämie, Muskelabbau und Appetitveränderungen. Auch Cannabinoide, Progestine (dem natürlichen Hormon Progesteron ähnliche Wirkstoffe) oder Kortikosteroide zur Appetitsteigerung müssen wegen Nebenwirkungen wie Sedierung, Thromboserisiko, Ödemen, Hyperglykämie oder Muskelschwäche streng indikationsbezogen eingesetzt werden [1, 3].
Kurzfristige Risiken sind Übelkeit durch zu große Portionen, Überforderung durch Trinknahrung, Refeeding-Syndrom, Aspiration, Blutzuckerentgleisungen und Flüssigkeitsverschiebungen. Langfristige Risiken sind fortschreitender Muskelverlust, Funktionsverlust, Sturzrisiko, Therapieabbrüche, Krankenhausaufenthalte und psychische Belastung von Patienten und Angehörigen.
Kontraindikationen (Gegenanzeigen)
Absolute Kontraindikationen
- Fehlender Patientenwille bzw. Ablehnung der Maßnahme
- Akuter mechanischer Ileus (Darmverschluss) ohne Entlastung oder ohne definiertes Ernährungskonzept
- Unkontrollierter Schock oder schwere hämodynamische Instabilität
- Nicht beherrschbare Aspirationsgefahr für orale oder enterale Ernährung
- Parenterale Ernährung ohne realistische Nutzenperspektive in der unmittelbaren Sterbephase
- Ernährungstherapie, die dem ausdrücklich palliativen Therapieziel widerspricht und den Patienten belastet
Relative Kontraindikationen mit Monitoringbedarf
- Schweres Refeeding-Risiko
- Schwere Dysphagie oder Aspirationsrisiko
- Schwere gastrointestinale Funktionsstörungen, Stenosen, Subileus, Kurzdarmsyndrom oder Fisteln
- Schwere Malabsorption
- Fortgeschrittene Herzinsuffizienz mit Volumenempfindlichkeit (das Herz ist deutlich geschwächt und kann zusätzliche Flüssigkeitsmengen nur schlecht verkraften)
- Fortgeschrittene Niereninsuffizienz oder Dialysepflicht
- Leberinsuffizienz mit metabolischer Instabilität
- Entgleister Diabetes mellitus oder schwere Hyperglykämie
- Ausgeprägte Ödeme oder Aszites, bei denen Gewicht als Verlaufsparameter schwer interpretierbar ist
- Hohes Thromboserisiko bei geplanter medikamentöser Appetitstimulation mit prothrombotischem Potential
Vorteile
- Stabilisierung oder Verlangsamung des Gewichtsverlustes
- Erhalt von Muskelmasse und Muskelkraft, insbesondere in Kombination mit Bewegung
- Bessere Verträglichkeit antineoplastischer Therapien
- Reduktion ernährungsbedingter Therapieunterbrechungen
- Verbesserung von Appetit, Energiegefühl und Lebensqualität
- Bessere Symptomkontrolle durch strukturierte Erfassung von Übelkeit, Obstipation, Schmerzen, Mukositis und Schluckstörungen
- Entlastung der Angehörigen durch klare Empfehlungen und weniger Essenskonflikte
- Frühzeitige Identifikation von Refeeding-Risiko, Mikronährstoffmängeln und funktionellem Abbau
Grenzen
Die Grenzen der Ernährungstherapie liegen in der Biologie der Tumorkachexie. Da sie durch Tumoraktivität, Inflammation und Stoffwechselveränderungen mitbedingt ist, kann sie nicht immer durch Kalorien- und Proteinzufuhr rückgängig gemacht werden.
- Bei ausgeprägter systemischer Inflammation ist Gewichtszunahme oft schwer erreichbar
- Muskelmasse lässt sich ohne Bewegungsreiz nur begrenzt erhalten
- Appetitmangel, frühe Sättigung und Fatigue begrenzen die praktische Umsetzbarkeit
- Trinknahrung wird nicht immer akzeptiert oder vertragen
- Enterale oder parenterale Ernährung ist nicht automatisch lebensverlängernd und kann belasten
- In refraktärer Kachexie sind aggressive Ernährungskonzepte meist nicht sinnvoll
- Hochdosierte Supplemente, Fasten, ketogene Diäten oder „Tumoraushungerung“ können schaden, wenn sie die Energie- und Proteinzufuhr verschlechtern
Wissenschaftliche Einordnung
Die Studienlage zeigt konsistent, dass Tumorkachexie prognostisch relevant ist und mit reduzierter Lebensqualität, geringerer körperlicher Leistungsfähigkeit, höherer Therapietoxizität und schlechterem Überleben assoziiert sein kann [1, 3, 4]. Die moderne Leitlinienposition ist eindeutig: Screening und Ernährungstherapie sollen frühzeitig erfolgen, aber immer im Rahmen eines multimodalen Gesamtkonzepts [1, 2].
ESMO betont die stadienspezifische Einordnung und die Kombination aus Ernährung, Bewegung, Symptomkontrolle, psychosozialer Betreuung und ggf. Pharmakotherapie [1]. ESPEN legt den Schwerpunkt auf frühes Screening, Bedarfsermittlung, Sicherung von Energie- und Proteinzufuhr, Bewegung und angemessene Eskalation bis zu enteraler oder parenteraler Ernährung bei geeigneter Indikation [2]. SEOM bestätigt die klinische Relevanz der Stadieneinteilung und hebt hervor, dass Prä-Kachexie früh erkannt werden muss, weil in diesem Stadium die Interventionschancen am größten sind [3].
Die Evidenz zu Omega-3-Fettsäuren ist differenziert zu bewerten. Sie sind plausibel und können in bestimmten Konstellationen – vor allem als Bestandteil einer hochwertigen, protein- und energiereichen Ernährung – erwogen werden [5, 6].
Fazit
Die Prävention und Therapie tumorassoziierter Kachexie muss früh beginnen und darf nicht erst bei schwerer Auszehrung eingesetzt werden. Bereits Appetitverlust, reduzierte Nahrungsaufnahme, ungewollter Gewichtsverlust, Kraftverlust oder steigende Entzündungszeichen sollten Anlass für ein strukturiertes ernährungsmedizinisches Vorgehen sein.
Medizinisch ist entscheidend: Tumorkachexie ist keine einfache Unterernährung und kein Zeichen mangelnden Willens. Sie ist ein komplexes, entzündlich-metabolisches Syndrom, das Ernährungstherapie, Bewegung, Symptomkontrolle, psychoonkologische Unterstützung und onkologische Krankheitskontrolle erfordert.
Kurzfristig stehen Energie- und Proteinsicherung, Symptomlinderung und Stabilisierung im Vordergrund. Langfristig geht es um Muskelmasse, Funktion, Therapietoleranz und Lebensqualität. In refraktären Situationen muss der Fokus klar auf Komfort, Wunschkost und Entlastung liegen. Belastende Ernährungstherapien ohne realistische Nutzenperspektive sind dann nicht angemessen.
Die leitlinienorientierte multimodale Ernährungstherapie ist nicht immer in der Lage, Kachexie vollständig aufzuhalten – aber sie ist der medizinisch sinnvollste, evidenzbasierte Weg, um Gewichtsverlust, Muskelabbau, Therapieverträglichkeit und Lebensqualität günstig zu beeinflussen.
Literatur
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