Ernährungstherapie bei Prostatakarzinom (Prostatakrebs)

Die Ernährungstherapie beim Prostatakarzinom (Prostatakrebs) umfasst evidenzbasierte ernährungsmedizinische Maßnahmen zur Unterstützung der onkologischen Therapie, zur Reduktion therapieassoziierter Nebenwirkungen sowie zur Verbesserung der langfristigen Gesundheit von Herz, Gefäßen und Stoffwechsel. Sie ist als unterstützende Maßnahme zu verstehen und ergänzt operative, medikamentöse und strahlentherapeutische Verfahren, ohne diese zu ersetzen. Ziel ist eine Ernährungsweise, die sich langfristig gut im Alltag umsetzen lässt, sicher ist und die Gesundheit fördert – sowohl im Hinblick auf die Krebserkrankung als auch auf begleitende Erkrankungen [1].

Wissenschaftliche Grundlagen

Bereits seit den 1970er‑Jahren zeigen epidemiologische Untersuchungen deutliche Unterschiede in Inzidenz (Anzahl der Neuerkrankungen) und Mortalität (Sterblichkeit) des Prostatakarzinoms zwischen westlichen Industrienationen und asiatischen Ländern. Migrantenstudien belegten, dass sich das Erkrankungsrisiko innerhalb weniger Jahre an westliche Lebens‑ und Ernährungsgewohnheiten angleicht, was einen relevanten Einfluss modifizierbarer Lebensstilfaktoren nahelegt [2].

Im Mittelpunkt aktueller Konzepte stehen metabolische und inflammatorische Mechanismen (Stoffwechsel und Entzündungsprozesse). Eine westlich geprägte Ernährung mit hoher Energiedichte, hohem Anteil gesättigter Fettsäuren und stark verarbeiteten Lebensmitteln fördert Insulinresistenz, Hyperinsulinämie und chronische niedriggradige Entzündungsprozesse. Diese Faktoren sind mit ungünstigeren Tumorverläufen sowie einer erhöhten Gesamt‑ und kardiovaskulären Mortalität assoziiert. Demgegenüber zeigen pflanzenbetonte, ballaststoffreiche Ernährungsmuster günstigere Effekte auf Insulinsensitivität, Fettstoffwechsel und Entzündungsmarker [1, 3].

Ernährung beeinflusst nicht primär den Tumor selbst, sondern das systemische Milieu, in dem Tumorerkrankungen entstehen und fortschreiten. Der Nutzen der Ernährungstherapie liegt daher vor allem in der Stabilisierung des Stoffwechsels, der Reduktion von Risiken und der Verbesserung der Gesamtprognose [1, 3].

Zielsetzung der Ernährungstherapie

Ziel der Ernährungstherapie ist es, während und nach der onkologischen Behandlung einen stabilen Ernährungs‑ und Stoffwechselstatus zu fördern und zu erhalten. Damit soll der Körper bestmöglich unterstützt werden, um Belastungen durch die Erkrankung selbst sowie durch operative, medikamentöse oder strahlentherapeutische Maßnahmen besser zu bewältigen. Gleichzeitig zielt die Ernährungstherapie darauf ab, langfristige gesundheitliche Risiken zu reduzieren, die bei Patienten mit Prostatakarzinom besonders relevant sind.

Zu den primären therapeutischen Zielparametern zählen unter anderem der BMI (Body‑Mass‑Index/Körpermassen-Index) beziehungsweise die Körperzusammensetzung, LDL‑Cholesterin, Nüchternglucose, Insulinresistenz sowie systemische Entzündungsmarker. Diese Parameter sind nicht nur Ausdruck des Ernährungs‑ und Stoffwechselzustands, sondern haben auch prognostische Bedeutung im Hinblick auf Begleiterkrankungen, insbesondere Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen.

Übergewicht (BMI ≥ 25; Adipositas) wird im Zusammenhang mit Prostatakrebs kontrovers diskutiert [9, 10]. In einer kanadischen Studie mit Männern mit neu diagnostiziertem Prostatakarzinom im Vergleich zu gleichaltrigen gesunden Männern zeigte sich, dass Männer mit leichtem Übergewicht (BMI 25,0-29,9) seltener an Prostatakrebs erkrankten als normalgewichtige Männer. Dies galt sowohl für weniger aggressive als auch für aggressivere Tumorformen [11]. Auch bei Adipositas (BMI ≥ 30) war die Erkrankungsrate insgesamt niedriger als bei Normalgewichtigen, unabhängig vom Tumorgrad [11].
Entscheidend scheint jedoch weniger das Körpergewicht an sich zu sein als die Verteilung des Körperfetts. Männer mit einer stark ausgeprägten Fettansammlung im Bauchraum (sogenannter Apfel-Typ), erkennbar an einem Taillenumfang von ≥ 102 cm oder einem erhöhten Taille‑Hüft‑Verhältnis, erkrankten häufiger an Prostatakrebs. Besonders deutlich war dieser Zusammenhang bei fortgeschrittenen Tumorstadien [11]. Nicht allein das Körpergewicht, sondern vor allem die Reduktion von Bauch‑ und Organfett ist für das Prostatakrebsrisiko und den Krankheitsverlauf relevant .

Sekundäre Ziele der Ernährungstherapie sind die Verbesserung der Lebensqualität, die Linderung beziehungsweise Vermeidung therapiebedingter Nebenwirkungen (z. B. Gewichtszunahme, Fatigue (Erschöpfung) oder Stoffwechselveränderungen) sowie die Prävention von Herz-Kreislauf-Folgeerkrankungen.

Die leitlinienbasierte Vorgehensweise folgt dem Schema Indikation → Intervention → Monitoring → Risikobewertung [1]. Kurzfristig steht die Sicherstellung einer bedarfsgerechten Energie‑ und Nährstoffzufuhr im Vordergrund, um Mangelzustände zu vermeiden. Langfristig ist das Ziel die Etablierung einer dauerhaft umsetzbaren, sicheren und gesundheitsfördernden Ernährungsweise, die sich gut in den Alltag integrieren lässt.

Grundprinzipien

Die Ernährungstherapie basiert auf einer vollwertigen, überwiegend pflanzenbetonten Ernährung mit moderatem Energiegehalt. Sie orientiert sich an allgemein anerkannten gesundheitsfördernden Ernährungsmustern und berücksichtigt zugleich die besonderen Anforderungen von Patienten mit Prostatakarzinom.

Bevorzugt werden unverarbeitete oder gering verarbeitete Lebensmittel, die reich an Ballaststoffen, ungesättigten Fettsäuren und sekundären Pflanzenstoffen sind. Diese Zusammensetzung unterstützt eine günstige Stoffwechsellage und trägt zur Reduktion entzündlicher Prozesse bei.

Eine regelmäßige Mahlzeitenstruktur wird empfohlen, um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden und den Stoffwechsel zu stabilisieren.

Nicht Bestandteil der evidenzbasierten Ernährungstherapie sind extreme Diätformen, stark restriktive Ausschlusskonzepte oder hochdosierte Supplementstrategien ohne nachgewiesenen Mangel oder klare klinische Indikation. Solche Ansätze bergen das Risiko von Nährstoffdefiziten und sind mit Blick auf Sicherheit und Langzeitumsetzbarkeit nicht empfohlen [1, 3].

Angestrebte Wirkmechanismen

Im Vordergrund steht die gezielte Beeinflussung des Stoffwechsel‑ und Entzündungsmilieus, das eine zentrale Rolle für Krankheitsverlauf und Begleiterkrankungen spielt. Eine ausgewogene, überwiegend pflanzenbetonte Ernährung kann dazu beitragen, chronische niedriggradige Entzündungsprozesse zu reduzieren, die häufig mit ungünstigen Verläufen und einer erhöhten Gesamtmortalität assoziiert sind.

Ferner zielt die Ernährungstherapie auf eine Verbesserung der Insulinsensitivität und eine Stabilisierung des Glucosestoffwechsels ab. Insulinresistenz und Hyperinsulinämie gelten als relevante Faktoren im Zusammenhang mit metabolischen Begleiterkrankungen und können indirekt auch tumorbiologische Prozesse beeinflussen. Positive Effekte auf den Lipidstoffwechsel, insbesondere eine Senkung des LDL‑Cholesterins, sind ebenfalls zu erwarten und tragen wesentlich zur Reduktion des kardiovaskulären Risikos bei [1, 3, 4].

Diese Wirkmechanismen sind pathophysiologisch plausibel und vor allem im Hinblick auf die langfristige Herz‑Kreislauf‑Gesundheit von großer Bedeutung, da Patienten mit Prostatakarzinom häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen als an der Tumorerkrankung selbst versterben. Der Nutzen der Ernährungstherapie liegt daher primär in der Verbesserung der Gesamt‑ und Begleitprognose.

Für eine gezielte antitumorale Therapie im Sinne von z. B. Progressions‑ oder Mortalitätsreduktion fehlen bislang belastbare klinische Nachweise. Einzelne Mikronährstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe zeigen jedoch in klinischen Studien Hinweise auf günstige Effekte in frühen Krankheitsstadien oder im Rahmen der unterstützenden und langfristigen Ernährungstherapie.

Zielgruppen und Ausschlusskriterien

Geeignete Zielgruppen

  • Erwachsene Patienten mit lokalisiertem Prostatakarzinom
  • Patienten unter aktiver Überwachung
  • Patienten unter Androgendeprivations-Therapie
  • Geriatrische (ältere) Patienten mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Eingeschränkte Eignung

  • Patienten mit ausgeprägter Tumorkachexie (krankheitsbedingter, ungewollter Gewichts‑ und Muskelverlust bei Krebserkrankungen, der nicht allein durch mehr Essen ausgeglichen werden kann)
  • Patienten mit fortgeschrittener Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)

Indikationsbezogene Eignung und Komorbiditäten (Begleiterkrankungen)

  • Metabolisches Syndrom – klinische Bezeichnung für die Symptomkombination Adipositas, Hypertonie (Bluthochdruck), erhöhte Nüchternglucose und Nüchterninsulin-Serumspiegels (Insulinresistenz) sowie Fettstoffwechselstörung
  • Hyperlipidämie (Fettstoffwechselstörung)
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Durchführung und Ablauf der Ernährungstherapie

Die Durchführung der Ernährungstherapie beginnt mit einer strukturierten Ernährungsanamnese, die neben dem aktuellen Ernährungsverhalten auch die Gewichtsentwicklung, die Körperzusammensetzung, relevante Laborparameter sowie die individuellen Alltags‑ und Lebensbedingungen erfasst. Dazu gehören unter anderem Essgewohnheiten, Koch‑ und Einkaufsroutinen, berufliche Belastungen, familiäre Rahmenbedingungen sowie mögliche therapiebedingte Einschränkungen wie Appetitveränderungen oder Fatigue. Diese Ausgangserhebung bildet die Grundlage für eine realistische und individuell angepasste Ernährungsempfehlung.

Zu den typischen Fehlern zu Beginn zählen überambitionierte, radikale Ernährungsumstellungen, die im Alltag kaum umsetzbar sind, sowie der unkritische Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln ohne gesicherte Indikation. Solche Ansätze führen häufig zu Frustration, mangelnder Therapietreue oder im ungünstigen Fall zu Nährstoffungleichgewichten. Bewährt hat sich stattdessen eine schrittweise Umstellung mit klaren Prioritäten, etwa durch die Reduktion stark verarbeiteter Lebensmittel, eine Erhöhung des Gemüse‑ und Ballaststoffanteils oder die Strukturierung der Mahlzeiten.

Eine Übergangsphase ist sinnvoll, um neue Essgewohnheiten nachhaltig zu etablieren. Dabei spielen mentale und organisatorische Aspekte eine zentrale Rolle. Feste Mahlzeitenzeiten, einfache und wiederholbare Rezepte, eine überschaubare Vorratshaltung sowie realistische, individuell abgestimmte Ziele erleichtern die Umsetzung erheblich. Wichtig ist, dass die Ernährungstherapie nicht als kurzfristige Maßnahme, sondern als langfristiger Prozess verstanden wird, der an wechselnde Therapiephasen und Lebenssituationen angepasst werden kann.

Die Ernährungstherapie ist grundsätzlich langfristig angelegt und geht nach einer intensiveren Einführungsphase in eine alltagstaugliche Erhaltungsphase über.

Das therapeutische Setting ist überwiegend ambulant, idealerweise in enger Zusammenarbeit zwischen ärztlicher Betreuung und qualifizierter Ernährungstherapie. Eine ärztliche Begleitung ist insbesondere bei relevanten Komorbiditäten (Begleiterkrankungen), laufender onkologischer Therapie oder auffälligen Laborparametern empfohlen, um Sicherheit, Wirksamkeit und eine evidenzbasierte Umsetzung zu gewährleisten [1].

Empfohlene Lebensmittel

Bestimmte Lebensmittel werden bevorzugt, da sie den Stoffwechsel günstig beeinflussen, entzündungshemmend wirken und das Risiko für Herz‑Kreislauf‑Begleiterkrankungen senken können.

  • Gemüse, insbesondere Kreuzblütler und Tomatenprodukte:
    • Sie liefern Ballaststoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe, die entzündungshemmend wirken und den Stoffwechsel unterstützen.
    • Tomatenprodukte enthalten Lycopin, einen sekundären Pflanzenstoff, der antioxidative Eigenschaften besitzt.
  • Obst, z. B. Beeren und Zitrusfrüchte:
    • Sie tragen durch ihren Gehalt an Antioxidantien, Vitamin C und Ballaststoffen zur Reduktion oxidativen Stresses und zur Unterstützung des Immunsystems bei.
  • Vollkornprodukte:
    • Sie verbessern durch ihren hohen Ballaststoffgehalt die Blutzuckerregulation, fördern eine stabile Insulinwirkung und unterstützen die Darmgesundheit.
  • Hülsenfrüchte:
    • Stellen pflanzliches Eiweiß (Proteine), komplexe Kohlenhydrate und Ballaststoffe bereit, fördern ein langanhaltendes Sättigungsgefühl und wirken günstig auf den Cholesterinspiegel.
  • Nüsse und Samen:
    • Sie enthalten ungesättigte Fettsäuren, pflanzliche Proteine und Mikronährstoffe (Vitalstoffe), die entzündungshemmend wirken und zur Herz‑Kreislauf‑Gesundheit beitragen.
  • Pflanzliche Öle, insbesondere Olivenöl:
    • Sie liefern einfach ungesättigte Fettsäuren und bioaktive Pflanzenstoffe, die den Fettstoffwechsel positiv beeinflussen und entzündliche Prozesse dämpfen können.
  • Fisch in moderaten Mengen:
    • Ist eine Quelle für Omega‑3‑Fettsäuren (Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA)), die mit günstigen Effekten auf Entzündungsmarker und das kardiovaskuläre Risiko assoziiert sind.

Nicht empfohlene bzw. einzuschränkende Lebensmittel

  • Rotes Fleisch – von der WHO/IARC als karzinogen eingestuft [12]:
    • Steht bei hohem Verzehr mit einem erhöhten Risiko für ungünstige Stoffwechsel‑ und Entzündungsreaktionen in Zusammenhang.
  • Verarbeitetes Fleisch:
    • Enthält häufig hohe Mengen an Salz, gesättigten Fettsäuren und Zusatzstoffen, die mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko assoziiert sind.
  • Stark verarbeitete Fertigprodukte:
    • Sind meist energiereich, nährstoffarm und fördern Gewichtszunahme sowie ungünstige Blutzucker‑ und Fettstoffwechselveränderungen.
  • Zuckerreiche Getränke:
    • Führen zu raschen Blutzuckerspitzen, begünstigen Insulinresistenz und tragen zur Gewichtszunahme bei.
  • Hohe Mengen calciumreicher Milchprodukte:
    • Werden in Studien mit einem erhöhten Prostatakarzinom‑Risiko in Verbindung gebracht; ein maßvoller Konsum wird daher empfohlen.
  • Stark gebräunte oder frittierte Lebensmittel:
    • Frittierte Tiefkühlkost sollte auf maximal einmal pro Woche begrenzt werden. Beim Frittieren können gesundheitlich problematische Stoffe entstehen, darunter Acrylamid (von der WHO/IARC als wahrscheinlich krebserregend eingestuft), heterozyklische Amine sowie reaktive Aldehyde wie Acrolein. Diese Substanzen stehen im Zusammenhang mit der Krebsentstehung, weshalb ein häufiger Verzehr nicht empfohlen wird [13].

Genussmittelkonsum

Tabak (Rauchen)

  • Erhöhte Gesamt‑ und tumorspezifische Mortalität
  • Ungünstige Interaktion mit onkologischen Therapien
  • Klare Empfehlung: vollständige Abstinenz

Alkohol

  • Evidenzlage: Pro Drink (≈ 12 g reiner Alkohol) pro Tag ist das Prostatakrebsrisiko um etwa 10 % erhöht. Ein geringer Konsum von bis zu drei Drinks pro Woche ist mit der niedrigsten Tumorrate assoziiert. Ein kompletter Verzicht war in Beobachtungsdaten mit einer um 27 % erhöhten Erkrankungsrate verbunden [7].
  • Einordnung: Alkohol ist laut Internationaler Agentur für Krebsforschung (IARC) und WHO als Karzinogen der Kategorie 1 eingestuft [8].
  • Empfehlung: Zurückhaltender, maßvoller Konsum; keine Hochdosisaufnahme; bei bestehender Medikation oder Komorbiditäten individuelle ärztliche Beratung

Koffein

  • Einschränkung bei Schlafstörungen oder Unruhe

Praktische Tipps zur Umsetzung im Alltag

Einkauf und Vorratshaltung

  • Fokus auf Grundnahrungsmittel wie frisches oder tiefgekühltes Gemüse, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, pflanzliche Öle und Nüsse, da diese vielseitig kombinierbar und langfristig lagerfähig sind.
  • Tiefkühlgemüse und ‑obst bewusst nutzen, da sie nährstoffreich, schnell verfügbar und unabhängig von Saison oder Tagesform einsetzbar sind.
  • Hülsenfrüchte aus Dose oder Glas (ohne Zuckerzusatz) bereithalten, um spontane, eiweißreiche Mahlzeiten ohne langen Kochaufwand zu ermöglichen.
  • Einkauf mit einfacher Wochenplanung, z. B. 3-4 Grundgerichte festlegen, um Überforderung und impulsive Kaufentscheidungen zu vermeiden.
  • Vermeidung hochverarbeiteter Produkte im Vorrat, da das, was verfügbar ist, meist auch gegessen wird.
Zubereitung
  • Einfache Gerichte bevorzugen, die mit wenigen Zutaten auskommen (z. B. Ofengemüse mit Hülsenfrüchten, Salate mit Fisch oder Linseneintöpfe).
  • Schonende Zubereitungsarten wie Dünsten, Dämpfen, Backen oder kurzes Anbraten wählen, um Nährstoffe zu erhalten und unnötige Fettzufuhr zu vermeiden.
  • Wiederholbare Rezepte nutzen, statt ständig Neues auszuprobieren – Routine erhöht die langfristige Umsetzung.
  • Portionen großzügig vorkochen, sodass Reste für den nächsten Tag oder das Einfrieren genutzt werden können.
  • Fett bewusst dosieren, insbesondere bei Ölen, um den Energiegehalt kontrollierbar zu halten.
Alltagstauglichkeit (Beruf, Familie, sozialer Kontext)
  • Integration als Familienkost, um Sonderessen zu vermeiden und soziale Akzeptanz zu fördern.
  • Meal‑Prep für Arbeitstage, z. B. vorbereitete Mittagessen oder Komponenten (gekochtes Getreide, Gemüse, Proteinquellen).
  • Flexible Lösungen für Tage mit wenig Energie, etwa einfache Tellergerichte oder vorbereitete Tiefkühlportionen.
  • Realistische Ziele setzen, z. B. schrittweise Veränderungen statt sofortiger Perfektion.
  • Soziale Anlässe bewusst einplanen, ohne Verbote, aber mit klarer Orientierung an den Grundprinzipien.

Ernährungsphysiologische Bewertung

Die Ernährungstherapie beim Prostatakarzinom ist bei sachgerechter Umsetzung ernährungsphysiologisch ausgewogen und langfristig gut verträglich. Ziel ist eine bedarfsgerechte Energie‑ und Nährstoffzufuhr, die den Stoffwechsel stabilisiert, Mangelzustände vermeidet und gleichzeitig Überversorgung sowie ungünstige metabolische Effekte verhindert.

Die Energiezufuhr orientiert sich am individuellen Bedarf und sollte weder dauerhaft zu niedrig noch zu hoch sein. Ziel ist eine Gewichtsstabilisierung beziehungsweise eine moderate Gewichtsentwicklung unter Vermeidung ungewollter Gewichtsverluste oder therapiebedingter Gewichtszunahme, etwa unter Androgendeprivations-Therapie.

Die Makronährstoffverteilung sollte ausgewogen gestaltet sein. Eine ausreichende, aber nicht exzessive Proteinzufuhr ist wichtig, um Muskelmasse zu erhalten und einem alters‑ oder therapiebedingten Muskelabbau entgegenzuwirken. Die Proteinzufuhr ist dabei an Alter, körperliche Aktivität und insbesondere an die Nierenfunktion anzupassen. Ein zentraler Bestandteil ist zudem eine ausreichende Ballaststoffzufuhr von mindestens 25-30 g pro Tag.

Mikronährstoffe sollten dabei leitlinienkonform primär nach Diagnostik (laborchemische Bestimmung der Blut‑ bzw. Serumspiegel) und gezielt bei nachgewiesenem Mangel oder klarer Indikation eingesetzt werden. Eine routinemäßige Hochdosis‑Supplementierung ohne Mangel ist nicht empfohlen [14]. Kritische Vitalstoffe sind:

  • Vitamin D: Supplementation bei nachgewiesenem Mangel (z. B. < 20 ng/ml 25‑OH‑Vitamin D) ist empfohlen, insbesondere zur Unterstützung der Knochen‑ und Muskelgesundheit, etwa unter Androgendeprivations‑Therapie (Hormonentzugstherapie zur Senkung des Testosteronspiegels) [15].
    Die Erhaltung ausreichend hoher Vitamin‑D‑Spiegel kann im Langzeitverlauf zusätzlich immunologische Funktionen sowie die muskuloskelettale Stabilität unterstützen.
  • Vitamin E: Ein Einsatz in Kombination mit Selen kann bei antioxidativem Defizit erwogen werden, jedoch ausschließlich bei gezielter Indikation, etwa bei erniedrigten α‑Tocopherol‑Spiegeln (< 12 µmol/l; α‑Tocopherol), chronisch‑entzündlichen Prozessen oder Malabsorptionssyndromen (Störungen der Nährstoffaufnahme im Darm) [16].
    Langfristig kann Vitamin E zur Stabilisierung der antioxidativen Kapazität beitragen, sofern eine klare Indikation besteht.
  • Selen: Eine Selensupplementation kann bei nachgewiesen niedrigen Spiegeln sinnvoll sein, insbesondere als Ergänzung zu Vitamin E bei oxidativem Stress oder entzündlichen Begleiterkrankungen [17].
    Bei chronisch niedrigem Status oder erhöhter metabolischer Belastung kann eine längerfristige, statusadaptierte Supplementation zur Unterstützung des antioxidativen Systems beitragen.
  • Zink: Zink ist für zahlreiche zelluläre Funktionen (u. a. Zellteilung, Immunfunktion, Enzymaktivität) relevant. Systematische Übersichtsarbeiten zeigen, dass Zinkspiegel bei Prostatakrebspatienten häufig niedriger sind als bei gesunden Kontrollen. Daraus ergibt sich die Empfehlung zur gezielten Substitution bei nachgewiesenem Mangel [18].
    Im Langzeitverlauf kann eine bedarfsgerechte Zinkzufuhr (vorzugsweise über die Ernährung, ggf. moderat supplementiert) zelluläre Funktionen und die epitheliale Integrität unterstützen.
  • Lycopin: Klinische Studien deuten auf eine Wachstumshemmung bei Prostatahyperplasie (gutartige Vergrößerung der Prostata) und frühen Tumorstadien hin. Dosierungen im Bereich von 10-30 mg pro Tag zeigen dabei mögliche positive Effekte [19].
    Lycopin eignet sich insbesondere als Bestandteil der diätetischen Tumornachsorge, mit plausiblen synergistischen Effekten in Kombination mit anderen Antioxidantien.
  • Isoflavone (Genistein, Daidzein): Isoflavone sind sekundäre Pflanzenstoffe mit phytoöstrogener Wirkung (pflanzliche Substanzen mit schwacher östrogenähnlicher Aktivität). In Studien zeigten sich positive Effekte auf die PSA‑Stabilisierung. Die empfohlene Tagesdosis liegt bei etwa 50-100 mg [20].
    Isoflavone können insbesondere bei Patienten unter Androgendeprivations‑Therapie unterstützend wirken, vor allem im Hinblick auf metabolische und funktionelle Parameter.
  • Curcumin: Curcumin wirkt entzündungshemmend, antiproliferativ (hemmend auf Zellvermehrung) und antiangiogenetisch (hemmend auf die Neubildung von Blutgefäßen). Insbesondere in Kombination mit anderen sekundären Pflanzenstoffen werden synergistische Effekte beschrieben. In Studien kamen Dosierungen von etwa 500-1.000 mg pro Tag, vorzugsweise in liposomaler Form (verkapselt zur verbesserten Bioverfügbarkeit), zum Einsatz [21].
    Bei entzündlich geprägtem Tumormilieu kann Curcumin im Langzeitverlauf ergänzend eingesetzt werden, wobei auf eine ausreichende Bioverfügbarkeit zu achten ist.

Insgesamt ist die Ernährungstherapie bei korrekter Umsetzung langfristig ausgewogen, sicher und alltagstauglich. Die lebensmittelbasierte Nährstoffzufuhr steht im Vordergrund; Mikronährstoff‑Supplemente sollten diagnostikgestützt, individuell und zurückhaltend eingesetzt werden [14].

Medizinische Risiken und mögliche Komplikationen

Bei evidenzbasierter und individuell angepasster Umsetzung ist die Ernährungstherapie risikoarm. Risiken entstehen vor allem bei Fehlanwendung, einseitiger Umsetzung oder fehlender fachlicher Begleitung.

  • Nährstoffmängel
    • Können auftreten bei stark einseitiger Ernährung, radikalen Ausschlussdiäten oder unkritischem Verzicht auf ganze Lebensmittelgruppen, insbesondere im Bereich Proteine, Vitamin D, Vitamin B12 oder Mineralstoffe.
  • Gewichtsverlust bei inadäquater Energiezufuhr
    • Insbesondere bei Appetitminderung, Fatigue oder fortgeschrittener Erkrankung besteht das Risiko eines ungewollten Gewichts‑ und Muskelverlustes, der die Belastbarkeit und Therapieadhärenz beeinträchtigen kann.
  • Stoffwechselveränderungen
    • Eine zu restriktive oder unausgewogene Ernährung kann Blutzucker‑ und Fettstoffwechsel negativ beeinflussen, insbesondere bei bestehenden metabolischen Begleiterkrankungen.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten
    • Stark schwankende Vitamin‑K‑Zufuhr kann bei Patienten unter Antikoagulation (Therapie mit Blutverdünnern) relevant sein. Auch Wechselwirkungen mit Antidiabetika (blutzuckersenkende Medikamente) oder Lipidsenker sind zu berücksichtigen.
  • Langfristige Risiken bei extremen Diätformen
    • Sehr kohlenhydratarme, stark fettbetonte oder einseitige Diäten sind langfristig nicht ausreichend untersucht und können zu metabolischen, gastrointestinalen oder kardiovaskulären Problemen führen [1, 6]

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Absolute Kontraindikationen

  • Keine

Relative Kontraindikationen

  • Fortgeschrittene Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)
  • Ausgeprägte Tumorkachexie
  • Komplexe Multimorbidität

Vorteile

  • Verbesserung metabolischer Parameter
  • Unterstützung der kardiovaskulären Prävention
  • Förderung der Lebensqualität
  • Gute Langzeitverträglichkeit

Grenzen

  • Keine heilende Wirkung auf den Tumor
  • Effekte einzelner Mikronährstoffe sind unterstützend und nicht primär therapeutisch
  • Abhängigkeit von langfristiger Umsetzung

Wissenschaftliche Einordnung

Internationale Fachgesellschaften empfehlen übereinstimmend eine strukturierte ernährungsmedizinische Betreuung von Krebspatienten als festen Bestandteil der onkologischen Versorgung. Insbesondere die Leitlinien der European Society for Clinical Nutrition and Metabolism (ESPEN) betonen, dass ernährungsmedizinische Maßnahmen frühzeitig, individuell angepasst und begleitend zur Tumortherapie eingesetzt werden sollten, um Mangelernährung, funktionelle Einschränkungen und therapieassoziierte Komplikationen zu vermeiden [1].

Für das Prostatakarzinom liegen inzwischen zahlreiche systematische Reviews und Metaanalysen vor, die eine pflanzenbetonte, ballaststoffreiche und entzündungsarme Ernährungsweise mit günstigen Effekten auf metabolische Parameter, Entzündungsmarker und kardiovaskuläre Endpunkte in Verbindung bringen. Diese Effekte sind insbesondere vor dem Hintergrund relevant, dass Patienten mit Prostatakarzinom häufiger an Herz‑Kreislauf‑Erkrankungen als an der Tumorerkrankung selbst versterben [3].

Die wissenschaftliche Plausibilität der Ernährungstherapie ist hoch, da die zugrunde liegenden Mechanismen – unter anderem die Beeinflussung von Insulinresistenz, Lipidstoffwechsel und chronischer Inflammation (dauerhafte Entzündungsprozesse im Körper) – gut verstanden und biologisch nachvollziehbar sind. Demgegenüber ist die Evidenz für direkte tumorspezifische Endpunkte wie Progressionsverzögerung oder Mortalitätsreduktion durch einzelne Ernährungskomponenten bislang moderat und heterogen. Entsprechend wird in Leitlinien von spezifischen „Krebsdiäten“ oder gezielten Supplementstrategien abgeraten.

Insgesamt stützt sich die Empfehlung zur Ernährungstherapie beim Prostatakarzinom weniger auf isolierte Effekte einzelner Nahrungsstoffe als auf das Gesamtkonzept einer langfristig gesundheitsfördernden Ernährung, die sowohl tumorunabhängige als auch tumorassoziierte Risiken adressiert. Dort, wo die Evidenzlage begrenzt ist, basiert die Empfehlung auf Expertenkonsens und pathophysiologischer Plausibilität [1, 3].

Fazit

Die Ernährungstherapie beim Prostatakarzinom stellt eine leitlinienkonforme, sichere und medizinisch sinnvolle Ergänzung der onkologischen Behandlung dar.

Kurzfristig trägt sie zur Stabilisierung des Ernährungs‑ und Stoffwechselstatus bei und kann therapiebedingten Nebenwirkungen entgegenwirken.
Langfristig unterstützt sie die Verbesserung der metabolischen Situation und der Herz‑Kreislauf‑Gesundheit, die für die Gesamtprognose dieser Patientengruppe von zentraler Bedeutung ist.

Im Vergleich zu restriktiven, populären oder nicht evidenzbasierten Diätformen bietet die strukturierte Ernährungstherapie den günstigsten Nutzen‑Risiko‑Kompromiss. Sie ist alltagstauglich, langfristig umsetzbar und mit einem geringen Risiko für unerwünschte Effekte verbunden, sofern sie individuell angepasst und fachlich begleitet erfolgt.

Damit sollte die Ernährungstherapie als integraler Bestandteil der ganzheitlichen Versorgung von Patienten mit Prostatakarzinom verstanden werden – nicht als alternative Maßnahme, sondern als unterstützende Säule neben der etablierten onkologischen Therapie.

Literatur

  1. Muscaritoli M, Arends J, Bachmann P, Baracos V, Barthelemy N, Bertz H et al.: ESPEN practical guideline: Clinical Nutrition in cancer. Clin Nutr. 2021 May;40(5):2898-2913. doi: 10.1016/j.clnu.2021.02.005.
  2. Gupta N, Patel HD, Taylor J et al.: Systematic review of the impact of plant‑based diets on prostate cancer incidence and outcomes. Prostate Cancer Prostatic Dis. 2022 Sep;25(3):444-452. doi: 10.1038/s41391-022-00553-2.
  3. Lin PH, Burwell AD, Giovannucci E et al.: Dietary Patterns in Prostate Cancer Prevention and Management: A Systematic Review of Prospective Cohort Studies and Randomized Clinical Trials. Eur Urol. 2025 Dec;88(6):571-588. doi: 10.1016/j.eururo.2025.07.017.
  4. Eshaghian N, Heidarzadeh‑Esfahani N, Akbari HH et al.: Fish consumption and risk of prostate cancer or its mortality: an updated systematic review and dose-response meta-analysis of prospective cohort studies. Front Nutr. 2023 Aug 1:10:1221029. doi: 10.3389/fnut.2023.1221029
  5. Kapała A, Szlendak M, Motacka E: The Anti-Cancer Activity of Lycopene: A Systematic Review of Human and Animal Studies. Nutrients. 2022 Dec 3;14(23):5152. doi: 10.3390/nu14235152.
  6. Zhao Z, Wu D, Gao S, Zhou D, Zeng X, Yao Y, Xu Y, Zeng G: The association between dairy products consumption and prostate cancer risk: a systematic review and meta-analysis. Br J Nutr. 2023 May 28;129(10):1714-1731. doi: 10.1017/S0007114522002380.
  7. Dickerman BA et al.: Alcohol intake, drinking patterns, and prostate cancer risk and mortality: a 30-year prospective cohort study of Finnish twins. Cancer Causes Control 2016 27: 1049-1058.
  8. Wood AM et al.: Risk thresholds for alcohol consumption: combined analysis of individual-participant data for 599 912 current drinkers in 83 prospective studies. Lancet. 2018 Apr 14;391(10129):1513-1523. doi: 10.1016/S0140-6736(18)30134-X.
  9. Andrew G Renehan, Margaret Tyson, Matthias Egger, Richard F Heller, Marcel Zwahlen: Body-mass index and incidence of cancer: a systematic review and meta-analysis of prospective observational studies. Lancet. 2008 Feb 16;371(9612):569-78. doi: 10.1016/S0140-6736(08)60269-X.
  10. Nair-Shalliker V et al.: Adult body size, sexual history and adolescent sexual development, may predict risk of developing prostate cancer: Results from the New South Wales Lifestyle and Evaluation of Risk Study (CLEAR). Int J Cancer. 2017 Feb 1;140(3):565-574. doi: 10.1002/ijc.30471.
  11. Boehm K et al.: Waist circumference, waist-hip ratio, body mass index, and prostate cancer risk: Results from the North-American case-control study Prostate Cancer & Environment Study. Urol Oncol. 2015 Nov;33(11):494.e1-7. doi: 10.1016/j.urolonc.2015.07.006.
  12. Bouvard V, Loomis D, Guyton KZ, Grosse Y, El Ghissassi F, Benbrahim-Tallaa L, Guha N, Mattock H, Straif K, International Agency for Research on Cancer Monograph Working Group: Carcinogenicity of consumption of red and processed meat. Lancet Oncology (2015; doi: 10.1016/S1470-2045(15)00444-1.
  13. Altwein JE: Wichtige Entwicklungen in der Urologie. Uro-News 2013; 17 (7-8): 18-19.
  14. Berger MM, Shenkin A, Schweinlin A et al.: ESPEN micronutrient guideline. Clin Nutr. 2022 Jun;41(6):1357-1424. doi: 10.1016/j.clnu.2022.02.015.
  15. Nair‑Shalliker V, Smith DP, Gebski V et al.: High-dose vitamin D supplementation and prostate cancer progression: a phase II randomised trial in localised prostate cancer cases with intermediate risk of progression (ProsD). Br J Cancer. 2026 Mar;134(5):735-745. doi: 10.1038/s41416-025-03278-w.
  16. Loh WQ, Youn J, Seow WJ: Vitamin E Intake and Risk of Prostate Cancer: A Meta‑Analysis. Nutrients. 2022 Dec 21;15(1):14. doi: 10.3390/nu15010014.
  17. Jiang J, Chen B, Tang B, Wei Q: Selenium in Prostate Cancer: Prevention, Progression, and Treatment. Pharmaceuticals (Basel). 2023 Sep 5;16(9):1250. doi: 10.3390/ph16091250.
  18. Shahrokhi Nejad S, Golzari Z, Zangiabadian M et al.: The association between zinc and prostate cancer development: A systematic review and meta‑analysis. PLoS One. 2024 Mar 20;19(3):e0299398. doi: 10.1371/journal.pone.0299398.
  19. Sharifi‑Zahabi E, Soltani S, Malekahmadi M et al.: The effect of lycopene supplement from different sources on PSA: a systematic review and meta‑analysis of randomized controlled trials. Complement Ther Med. 2022 Mar:64:102801. doi: 10.1016/j.ctim.2022.102801.
  20. Van der Eecken H, Joniau S, Berghen C, Rans K, De Meerleer G: The Use of Soy Isoflavones in the Treatment of Prostate Cancer: A Focus on the Cellular Effects. Nutrients. 2023 Nov 21;15(23):4856. doi: 10.3390/nu15234856.
  21. de Waure C, Bertola C, Baccarini G et al.: Exploring the Contribution of Curcumin to Cancer Therapy: A Systematic Review of Randomized Controlled Trials. Pharmaceutics. 2023 Apr 19;15(4):1275. doi: 10.3390/pharmaceutics15041275.