Somatopause – Körperliche Untersuchung
Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:
- Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Körpergewicht, Körpergröße, Body-Mass-Index (BMI) und Taillenumfang; des Weiteren:
- Inspektion
- Haut und Hautanhangsgebilde – Beurteilung von Hautdicke, Hauttrockenheit und Behaarungsmuster
- Körperhabitus und Fettverteilung – insbesondere Erfassung einer abdominalen bzw. viszeralen Fettakkumulation (Fetteinlagerung im Bauchraum bzw. um die inneren Organe)
- Muskulatur – Beurteilung von Muskelmasse und Muskelrelief
- Beurteilung der Muskelkraft und körperlichen Funktion – insbesondere proximale Muskelkraft (Kraft der rumpfnahen Muskulatur); bei älteren Patienten ggf. funktionelle Tests wie Aufsteh-Test bzw. Handkraftmessung
- Untersuchung des Bewegungsapparates – Gangbild, Haltung, Wirbelsäule, Gelenkbeweglichkeit; Hinweise auf Osteoporose (Knochenschwund) bzw. stattgehabte Fragilitätsfrakturen (Knochenbrüche bei geringer Belastung)
- Auskultation des Herzens
- Auskultation der Lunge
- Palpation des Abdomens (Druckschmerz?, Klopfschmerz?, Abwehrspannung?, Resistenzen?, Organomegalie (Organvergrößerung)?, Bruchpforten?)
- Orientierende endokrinologische Untersuchung (Untersuchung des Hormonsystems) – insbesondere Suche nach klinischen Hinweisen auf zusätzliche Störungen der Hypophysenachsen (hormonelle Regelkreise der Hirnanhangdrüse) bei Verdacht auf einen pathologischen Wachstumshormonmangel (krankhaften Mangel an Wachstumshormon)
- Inspektion
- Gesundheitscheck bzw. altersmedizinischer Check – insbesondere Beurteilung von Körperzusammensetzung, Muskelkraft, Mobilität und kardiometabolischen Risikofaktoren (Herz-Kreislauf- und Stoffwechselrisikofaktoren)
Die Somatopause (altersbedingter Rückgang der Wachstumshormonaktivität) bezeichnet den physiologischen altersassoziierten Rückgang der Wachstumshormonsekretion (Ausschüttung von Wachstumshormon) und der Aktivität der Wachstumshormon/IGF-1-Achse (hormoneller Regelkreis von Wachstumshormon und IGF-1). Sie ist von einem pathologischen Wachstumshormonmangel des Erwachsenen abzugrenzen. Für die Somatopause existieren keine pathognomonischen körperlichen Untersuchungsbefunde; eine Zunahme der abdominalen Fettmasse (Bauchfettmasse) sowie eine Abnahme von Muskelmasse, Muskelkraft und körperlicher Leistungsfähigkeit sind altersassoziiert und nicht spezifisch für einen Wachstumshormonmangel.
Ein klinischer Verdacht auf einen pathologischen adulten Wachstumshormonmangel ergibt sich insbesondere bei entsprechender hypothalamisch-hypophysärer Vorerkrankung (Vorerkrankung von Zwischenhirn und Hirnanhangdrüse), nach Schädelbestrahlung, Schädel-Hirn-Trauma (Kopf-Hirn-Verletzung) oder bei weiteren Hypophysenhormonausfällen (Ausfällen von Hormonen der Hirnanhangdrüse); die körperliche Untersuchung allein erlaubt keine Diagnosestellung.