Auswirkungen des Sports auf den Körper

Regelmäßige Bewegung spielt für die Erhaltung der Gesundheit eine wesentliche Rolle. Sportliche Aktivitäten beeinflussen Körpersysteme wie Atmung, Herz, Kreislauf, Immunsystem, Muskeln, Nieren, Knochen, Verdauungssystem, Gehirn sowie den Energiestoffwechsel positiv. Viel Bewegung fördert zudem die seelische Ausgeglichenheit, verhindert Gewichtszunahme und Adipositas (Fettleibigkeit) und verringert das Risiko degenerativer Erkrankungen im Alter.

Die positiven Auswirkungen von Sport betreffen alle Organsysteme:

Energieverbrauch

  • Erhöhter Grundumsatz
  • Erhöhung der maximalen Sauerstoffaufnahme
  • Beschleunigter Stoffwechsel
  • Hoher Muskelanteil im Vergleich zum Fettgewebe führt zur verbesserten körperlichen Leistungsfähigkeit

Atmungssystem (J00-J99)

  • Verbesserung der Atemeffizienz durch:
    • Maximierung der Lungenkapazität (Anstieg der Vitalkapazität)
    • Grundsätzlich langsamere Atemfrequenz

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Stärkung des Immunsystems (NK-Zellaktivierung s.u. unter Laborparameter) – Senkung der Anfälligkeit für Infektionen

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Antiatherogene Wirkung ("gegen die Entstehung einer Atherosklerose gerichtet")
  • Bessere Energiegewinnung durch vermehrte Oxidation der Fettsäuren sowie Kohlenhydrate; die Fettverbrennung erreicht ihre höchsten Werte in Abhängigkeit vom Trainingszustand (durchschnittlich bei moderaten Intensitäten um 50-60 % der maximalen Sauerstoffaufnahme)
  • Fettoxidation – Wenige längere sportliche Aktivitäten (mit mäßigem Ausdauertraining) verbrennen mehr Körperfett als mehrere kurze Übungen. Wird zudem eine Übungsstunde 15 Minuten unterbrochen, steigt die Fettoxidation (Fettverbrennung) [Wichtiger Hinweis für Patienten mit Gewichtsreduktion!] [1].

    Hinweis!
    Eine kohlenhydratreiche Ernährung hemmt die Fettoxidation, während eine kohlenhydratarme Kost diese unterstützt. Entsprechend führt eine Aufnahme von Kohlenhydraten Stunden vor der Belastung zu einem Insulinanstieg und somit zu einer um bis zu 35 % verringerten Fettverbrennung [2]. Dieser Effekt des Insulins auf die Fettverbrennung kann postprandial 6-8 Stunden anhalten.
  • Senkung des Glucosespiegels/Blutzuckerspiegels (Steigerung der Glucoseutilisation und Senkung der Insulinresistenz)

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Abnahme der Ruhepulsfrequenz – Vergrößerung des Herzmuskels
    Ausdauertraining vergrößert den rechten und den linken Ventrikel, (Krafttraining dagegen führt nur zur Vergrößerung des linken Ventrikel) und die Vergrößerung des Durchmessers der Koronargefäße führt zu einer niedrigeren Herzfrequenz
  • Bei den Ausdauersportlern nahm die diastolische Funktion zu, was zu einer Verbesserung des Herzzeitvolumens (HZV) führt, bei bei den Kraftsportlern ging sie zurück, blieb allerdings im Normbereich [4].
  • Verbesserung der Durchblutung führt zur besseren Versorgung der Organe und Muskeln mit Sauerstoff und Vitalstoffen
  • Senkung des Blutdrucks
  • Reduzierung kardiovaskulärer Risiken Anstieg von HDL-Cholesterin und Abnahme von LDL-Cholesterin

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Vermeidung von Verdauungsstörungen Anregung der Verdauungstätigkeit (Obstipation ↓)

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Muskulaturaufbau (anaboler Effekt)
  • Krafttraining stärkt das Myokard (Herzmuskel), aber nur den linken Ventrikel (Herzkammer) – Ausdauertraining dagegen vergrößert den rechten und linken Ventrikel.
  • Optimierung der intramuskulären Koordination
  • Erhöhung des Energieumsatzes im Muskel sowie der Anzahl und Größe der Mitochondrien
  • Anstieg des Myoglobingehalts in den Muskeln führt zur besseren Sauerstoffversorgung der Muskeln
  • Verhinderung von Muskelabbau
  • Positive Wirkung auf die Knochendichte sowie -bildung Vorbeugung von Osteoporose körperliche Aktivitäten im Gesundheits-, Freizeit- und Leistungssport stellen eine wesentliche Voraussetzung für die Knochengesundheit dar. Vielseitige, kraftbetonte Belastungsformen haben knochenanabole Effekte. Insbesondere weisen Kraft- und Spielsportler aufgrund knochenwirksamer Hormone hohe Knochendichtewerte auf.
  • Knochenschutz durch eine gut ausgebildete Muskulatur
  • Schutz der Gelenke durch Stärkung der Sehnen und Bänder, welche mit den Muskeln verbunden sind

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Primärprävention (Verringerung des Risikos) für:
    • Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)
    • Kolonkarzinoms (Darmkrebs)
    • Mammakarzinom (Brustkrebs)
    • Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)
    • Prostatakarzinom (Prostatakrebs)
  • Tertiärprävention (Verringerung des Rezidivrisikos) für:
    • Mammakarzinom

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Erhöhte geistige Leistungsfähigkeit – Konzentrations- und Denkvorgänge fallen leichter und werden beschleunigt
  • Dem Verlust des Scharfsinns und der Merkfähigkeit im Alter wird vorgebeugt aufgrund der besseren Gehirnversorgung mit sauerstoffreichem Blut
  • Bessere Stressbewältigung
  • Verbesserung beziehungsweise Verhinderung von depressiven Verstimmungen, Ängsten und Stress [Ausdauertraining: dreimal wöchentlich im Bereich von 50-85 % des Maximalpulses (HRmax) für zehn bis zwölf Wochen]
  • Steigerung des Selbstwertgefühls
  • Vermeidung von Schlafstörungen (Insomnie)
  • Verringerung des Risikos für Apoplex (Schlaganfall)
  • Verringerung des Risikos für Demenz wegen erhöhtem zerebralen Blutfluss beziehungsweise geringerem Auftreten von kardiovaskulären Erkrankungen

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Erhalt beziehungsweise Verbesserung der Libido und Sexualität

Laborparameter 

  • Stimulation der anabolen Steroidhormone Testosteron und DHEA und des STH-(Wachstumshormone) infolge dessen, NK-Zellaktivierung (natürliche Killerzellen).
    Anmerkung: NK-Zellen sind die wichtigste Säule der zellulären Immunabwehr
    vor allem bei Virusinfektionen und Tumorerkrankungen.
  • Absenkung von CRP und Fibrinogen der CRP-Serumspiegel ist ein Indikator für die Atherosklerose – erhöhte CRP-Werte weisen auf ein erhöhtes Risiko für Myokardinfarkt (Herzinfarkt) und Apoplex (Schlaganfall)
  • Anstieg von HDL-Cholesterin (+5-10 %) und Abnahme der Triglyceride (ca. -30 %); ein deutliche Senkung des LDL-Cholesterins, ist nur bei erhöhter sportlicher Intensität zu erzielen
  • Abnahme der Insulinresistenz beim Diabetes mellitus Typ II
    /metabolischen Syndroms
    somit bessere Verwertung der Glucose
    Senkung des Blutzuckerspiegels (Steigerung der Glucoseutilisation und Senkung der Insulinresistenz)
  • Steigerung der Endorphine (Glückshormone) im Blut führt zu vermehrten euphorischen Zuständen und seelischer Entspanntheit
  • Steigerung der Telomerase-Aktivität (Ausdauersport > Kraftsport)
    Anmerkung: Die Telomerase ist ein Enzym des Zellkerns. Nach jeder Zellteilung fehlt ein Stück der Telomere (Endstück der Chromosomen). Die Telomerase verhindert durch die Wiederherstellung der Telomere, dass die Chromosomen mit jeder Zellteilung kürzer werden.
  • Bei kardiovaskulären Risikopatienten verringert regelmäßige sportliche Aktivität die Häufigkeit und das Ausmaß der Mikroalbuminurie [1].

Um diese Ziele zu erreichen ist es wichtig, die richtige Sportdisziplin auszuwählen sowie die dazu notwendige individuelle Trainingshäufigkeit und -dauer zu kennen. Dabei hilft Ihnen der Sportlercheck:

Der Sportlercheck beinhaltet eine computergestützte Ermittlung der individuellen Gesundheitsrisiken, der Cofaktoren mit verursachenden Faktoren von vorhandenen Erkrankungen und des individuellen Vitalstoff*-Mehrbedarfs.

*Zu den Vitalstoffen gehören unter anderem Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, lebensnotwendige Aminosäuren, lebensnotwendige Fettsäuren etc.

Regelmäßige sportliche Aktivitäten dienen Ihre Leistungsfähigkeit in jeder Lebensphase.

Literatur

  1. Goto K, Ishii N, Mizuno A, Takamatsu K: Enhancement of fat metabolism by repeated bouts of merderate endurance exercise. J Appl Physio. 2007 Jun;102(6):2158-64
  2. Achten J, Jeukendrup A: The effect of pre-exercise carbohydrate feeding on the intensity that elicits maximal fat oxidation. J Sport Sci 21 (2003) 1017-1024.
  3. Pöß et al.: Bei kardiovaskulären Risikopatienten ist sportliche Aktivität invers mit der Prävalenz und dem Ausmaß von Mikroalbuminurie assoziiert: Daten des I-SEARCH Registers Abstract V909, Clin Res Cardiol 100, 2011
  4. Aaron L. Baggish, Francis Wang, Rory B. Weiner, Jason M. Elinoff, Francois Tournoux, Arthur Boland, Michael H. Picard, Adolph M. Hutter, Jr., and Malissa J. Wood: Training-specific changes in cardiac structure and function: a prospective and longitudinal assessment of competitive athletes. J Appl Physiol April 1, 2008 104:1121-1128; published ahead of print December 20, 2007, doi:10.1152/japplphysiol.01170.2007
     
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