Symptome – Beschwerden
Harnsteine (Urolithiasis)

Folgende Symptome und Beschwerden können auf eine Urolithiasis (Harnsteine) bei Erwachsenen hinweisen:

Leitsymptome einer Nierenkolik

  • Wehenartige Bauch- oder Kreuzschmerzen (bis hin zum Vernichtungsschmerz)
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Hämaturie (Blut im Urin)

Begleitsymptome (je nach Lokalisation des Steins)

  • Meteorismus (Blähbauch)
  • Bradykardie (sehr langsamer Puls < 60 Schläge/Minute)
  • Dysurie (Schmerzen beim Wasserlassen)
  • Harnabflussstörung
  • Pollakisurie (Drang zu häufigem Wasserlassen ohne vermehrte Harnausscheidung)
  • Schmerzen, die in den Hoden (Hodenschmerz)/Penis bzw. die Schamlippen ausstrahlen (Harnleitersteine)
  • Unruhe

Harnsteine bei Kindern siehe unten.

Schmerzausstrahlung in Abhängigkeit von der Steinlokalisation

Steinlokalisation
Schmerzausstrahlung
Nierenbeckenkelchsystem + obere Harnleiterdrittel Mittelbauch + Rücken
Mittlere Harnleiterdrittel Leiste + Oberschenkelinnenseite
Distales (unteres) Harnleiterdrittel Hoden bzw. Labien (Schamlippen)

Weitere Hinweise

  • Prävesikale ("vor der Blase") Steine oder Blasensteine machen typischerweise Blasenreizsymptome. Die Patienten klagen über Dysurie (erschwerte, gewollte Blasenentleerung (Miktion), die zusätzlich schmerzhaft sein kann) und Pollakisurie (Drang zu häufigem Wasserlassen).
  • Es kann aber auch vorkommen, dass ein Nieren- oder Blasenstein überhaupt keine Beschwerden, oder nur die oben beschriebenen Begleitsymptome, verursacht und zufällig bei einer Routineuntersuchung gefunden wird.

STONE-Score

Das Vorhandensein oder Nicht-Vorhandensein von Uretersteinen (Harnleitersteinen) bei Patienten mit akutem Flankenschmerzen lässt sich mit dem STONE-Score mit hoher Zuverlässigkeit vorherzusagen.
Dieser neue Score soll die Sonographie (Ultraschall) ergänzen. Eine Computertomographie kann durch das positive Score-Ergebnis (s. u.) ggf. vermieden werden.

Die folgenden Parameter werden erfasst:

  • Geschlecht
  • Schmerzbeginn
  • Nausea (Übelkeit)/Erbrechen
  • Hämaturie (Blut im Urin)
  • Hautfarbe
Parameter   Punkte
Geschlecht    
Weiblich 0   
Männlich 2
Schmerzbeginn    
> 24 h 0
   
6-24 h 1
< 6 h 3
Übelkeit    
Keine 0    
Übelkeit 1
Erbrechen 2
Hämaturie    
Nein 0   
Ja 3
Hautfarbe    
Schwarz 0   
Weiß 3
Gesamt   0-13

Die Skala reicht von 0 bis 13 Punkten, die Einteilung erfolgt in drei Gruppen:

  • 0-5 Punkte – niedriges Risiko
  • 6-9 Punkte – mittleres Risiko
  • ≥ 10 Punkte – hohes Risiko

Harnsteine bei Kindern [2]

  • Ca. ein Prozent aller Fälle einer Urolithiasis betreffen Kinder unter 18 Jahren.
  • Steinereignisse betreffen Mädchen und Jungen gleich häufig.
  • Die pathophysiologischen Vorgänge der Steinbildung entsprechen denen der Erwachsenen.
  • Genetische Ursachen und infekt-assoziierte Steinbildung sind bei Kindern häufiger als bei Erwachsenen.
  • Kinder zählen zu den Hochrisikostein-Patienten.
  • Hereditäre (genetische) Ursachen (z. B. Hyperoxalurie, Zystinurie) und angeborene anatomische Ursachen kommen häufiger vor. Deshalb sollte bei allen Kindern mit Urolithiasis eine erweiterte metabolische Diagnostik erfolgen!
  • Spontanabgänge von Harnleiter stehe ein sind bei Kindern wahrscheinlicher als bei Erwachsenen.

Folgende Symptome und Beschwerden können auf eine Urolithiasis (Harnsteine) bei Kindern hinweisen:

  • Kleinere Kinder:
    • Symptome der Gereiztheit
    • Unspezifische Bauchschmerzen in der Nabelgegend, auch mit Erbrechen
  • Ältere Kinder und Jugendliche (analog den Erwachsenen):
    • Flankenschmerzen
    • Makro-­ oder Mikrohämaturie
    Bei vielen Kindern sind die einzigen Hinweise lediglich eine Mikrohämaturie oder eine Harnwegsinfektion!

Literatur

  1. Moore CL et al.: Derivation and validation of a clinical prediction rule for uncomplicated ureteral stone – the STONE score: retrospective and prospective observational cohort studies. BMJ 2014; 348: g2191
  2. S2k-Leitlinie: Urolithiasis: Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe. (AWMF-Registernummer: 043 - 025), März 2015 Langfassung

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Urolithiasis: Diagnostik, Therapie und Metaphylaxe. (AWMF-Registernummer: 043 - 025), März 2015 Langfassung
     
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