Weitere Therapie
Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

Nachfolgend aufgeführte Empfehlungen dienen im Wesentlichen zur Unterstützung der Behandlung des Mannes bei Symptomen des unteren Harntraktes (Lower Urinary Tract Symptoms, LUTS).

Allgemeine Maßnahmen

  • Weniger sitzende Tätigkeiten und mehr körperliche Aktivität können Symptome des unteren Harntraktes (engl. lower urinary tract symptomsLUTS) möglicherweise entgegenwirken [2].
  • Bei Patienten mit LUTS hat die sitzende Position während der Miktion (Wasserlassen) einen positiven Effekt auf die maximale Harnflussrate (Qmax), die Entleerungszeit (TQ) und das Restvolumen nach der Entleerung (post void residual, PVR).
  • „Ausstreichen“ der Harnröhre nach der Miktion zur Verhinderung des Nachträufelns
  • Nikotinrestriktion (Verzicht auf Tabakkonsum)
  • Begrenzter Alkoholkonsum (max. 25 g Alkohol pro Tag)
  • Vermeiden bzw. verringern des Konsums koffeinhaltiger Getränke, um deren diuretischen ("entwässernden") Effekt zu minimieren.
  • Überprüfung der Dauermedikation wg. möglicher Auswirkung auf die vorhandene Krankheit. Dabei insbesondere Überprüfung auf miktionsassoziierte Nebenwirkungen. Ggf. Umstellung soweit möglich auf alternative Arzneimittel.
  • Behandlung einer Obstipation (Verstopfung)

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen

  • Kontrolliertes Zuwarten engl. "watchful waiting": Da die Erkrankung sich langsam entwickelt, ist bei Patienten mit lediglich geringen Beschwerden (Internationaler Prostata Symptomen-Score (IPSS) unter 8) ein kontrolliertes Zuwarten angebracht.
  • Regelmäßige, halbjährliche Kontrollen; bei Zunahme der Beschwerden vorzeitige Wiedervorstellung beim Arzt

Ernährungsmedizin

  • Ernährungsberatung auf der Grundlage einer Ernährungsanalyse
  • Ernährungsempfehlungen gemäß einem Mischköstler unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung. Das bedeutet u. a.:
    • täglich insgesamt 5 Portionen frisches Gemüse und Obst (≥ 400 g; 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst)
    • ein- bis zweimal pro Woche frischen Seefisch, d. h. fette Meeresfische (Omega-3-Fettsäuren) wie Lachs, Hering, Makrele
    • ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte)
    • Vermeidung scharfer Gewürze
    • Regulierung der Flüssigkeitszufuhr (Gesamtmenge ca. 1.500 ml / 24 Stunden); dabei Beachtung einer gleichmäßigen Verteilung über den Tag; Vermeidung übermäßiger Flüssigkeitszufuhr am Abend und vor bestimmten Aktivitäten.
      Achtung! Eine stark verminderte Flüssigkeitsrestriktion kann bei irritativen Blasenbeschwerden („Speichersymptome“) jedoch zur Zunahme der Beschwerden führen [1].
  • Auswahl geeigneter Lebensmittel auf Grundlage der Ernährungsanalyse
  • Siehe auch unter "Therapie mit Mikronährstoffen (Vitalstoffe)" – ggf. Einnahme eines geeigneten Nahrungsergänzungsmittels
  • Detaillierte Informationen zur Ernährungsmedizin erhalten Sie von uns. 

Sportmedizin

  • Ausdauertraining
  • Weniger sitzende Tätigkeiten und mehr körperliche Aktivität können Symptome des unteren Harntraktes (engl. lower urinary tract symptomsLUTS) möglicherweise entgegenwirken [2].
  • Erstellung eines Fitness- bzw. Trainingsplans mit geeigneten Sportdisziplinen auf der Grundlage eines medizinischen Checks (Gesundheitscheck bzw. Sportlercheck)
  • Detaillierte Informationen zur Sportmedizin erhalten Sie von uns.

Schulungsmaßnahmen

  • Blasentraining  (Urotraining): Das Blasentraining dient dazu die Blasenkontrolle zu verbessern und die Menge Harn, die die Blase ohne Drang oder Tröpfeln halten kann, zu erhöhen.
    Ziel ist es eine Verhaltensveränderung der Trinkgewohnheiten und des Wasserlassens herbeizuführen. Dabei versucht die Patientin dem ersten Harndrang nicht nachzugeben und die Dauer bis zum Aufsuchen der Toilette immer weiter hinauszuzögern bis wieder eine normales Miktionsverhalten eintritt. Sinnvoll ist es, dies mit einem Beckenbodentraining zu verbinden.
    Ziel ist eine Harnblasenkapazität von ca. 400 ml.
    Vor Beginn der Umstellung wird zunächst das Miktionstagebuch ausgewertet, in dem die Trinkmengen, die Miktionszeiten und die Urinmengen festgehalten sind.

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300 E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de

Falls Sie sich zu weiteren möglichen Therapiemaßnahmen informieren möchten, geben Sie in die Suche des DocMedicus Expertensystems die jeweilige Krankheit ein und klicken auf "Enter". Das Ergebnis der Suche ist u. a. eine Trefferliste zur Kategorie "Therapie".

Literatur

  1. S2e-Leitlinie: Therapie des Benignen Prostatasydroms (BPS). (AWMF-Registernummer: 043-035), November 2014 Langfassung
  2. Park HJ et al.: Sitting time, physical activity and the risk of lower urinary tract symptoms: a cohort study. BJU Int 2018, online 20. März 2018 https://doi.org/10.1111/bju.14147

Leitlinien

  1. S2e-Leitlinie: Therapie des Benignen Prostatasydroms (BPS). (AWMF-Registernummer: 043-035), November 2014 Langfassung
     
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