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Anamnese
Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

Zur Erstdiagnostik gehört zunächst die Anamnese – das heißt die ärztliche Erhebung der Krankengeschichte.

Dabei sollten die subjektiven Beschwerden mit Hilfe des IPSS (Internationaler Prostata Symptomen-Score) erfasst werden. Dieser Schnelltest umfasst sieben Fragen über eventuell auftretende Beschwerden beim Wasserlassen.

 


IPSS-Score [1] – die Fragen beziehen sich auf die letzten vier Wochen.

 

Niemals Seltener als in einem von fünf Fällen Seltener als in der Hälfte der Fälle Ungefähr in der Hälfte der Fälle In mehr als der Hälfte aller Fälle Fast immer  
Wie oft hatten Sie das Gefühl, dass Ihre Blase nach dem Wasserlassen nicht ganz entleert war? 0 1 2 3 4 5
Wie oft mussten Sie innerhalb von 2 Stunden ein zweites Mal Wasser lassen? 0 1 2 3 4 5
Wie oft mussten Sie beim Wasserlassen mehrmals aufhören und wieder neu beginnen (Harnstottern)? 0 1 2 3 4 5
Wie oft hatten Sie Schwierigkeiten, das Wasserlassen hinauszuzögern? 0 1 2 3 4 5
Wie oft hatten Sie einen schwachen Strahl beim Wasserlassen? 0 1 2 3 4 5
Wie oft mussten Sie pressen oder sich anstrengen, um mit dem Wasserlassen zu beginnen? 0 1 2 3 4 5
Wie oft sind Sie im Durchschnitt nachts aufgestanden, um Wasser zu lassen? Niemals 0 Einmal 1 Zweimal 2 Dreimal 3 Viermal 4 Fünfmal oder mehr 5

 

Bewertung IPSS

 

0-7 Punkte milde Symptomatik

7-19 Punkte mittlere Symptomatik

20-35 Punkte schwere Symptomatik.

 

Eine Indikation für eine Therapie wird im allgemeinen bei einem IPSS-Wert über 7 gesehen.

 

Von besonderer Bedeutung ist auch die digital-rektale Untersuchung, eine Tastuntersuchung, bei der die Prostata vom Enddarm aus abgetastet wird.

 

Beurteilt werden

  • Größe normalerweise kastaniengroß
  • Konsistenz normalerweise prall elastisch
  • Oberfläche normalerweise glatt
  • Eventuelle lokale Veränderungen z.B. Verhärtungen

 

 

 

Literatur

  1. Mebust WK, Bosch R, Donovan J, Okada K, O'Leary MA, Villers A, Ackermann R, Batista JE, Boyle P, Denis L, Leplege A, Sagnier P (1993)
    Symptom evaluation, quality of life and sexuality.
    In: Cockett ATK, Khoury S, Aso Y, Chatelain C, Denis L, Griffiths K, Murphy G (Hrsg) The 2nd consultation on benign prostatic hyperplasia (BPH), Paris 1993.
    Scientific Communication International Ltd., Channel Islands, S 129-149.
     
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