Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Rezidivtherapie
Prostatakarzinom

Nachfolgende Aussagen beruhen auf die aktuelle S3-Leitlinie, soweit nicht anders vermerkt.

Rezidiv, das als lokal eingegrenzt geschätzt wird 

  • Bei Patienten mit PSA-Rezidiv und günstigen prognostischen Kriterien (PSA Verdopplungszeit von > 12 Monaten, Gleason Score < 8 (ISUP <4)) ist das abwartende Verhalten eine Option. 
  • Die HIFU-Therapie (hochintensiver fokussierter Ultraschall; High-Intensity-Focused-Ultrasound, HIFU) kann zur Therapie des histologisch (feingeweblich) gesicherten isolierten Lokalrezidivs (örtliches Wiederauftreten der Krebserkrankung) nach perkutaner Strahlentherapie (Bestrahlung "von außen") eingesetzt werden.
    Der Patient soll über den experimentellen Charakter dieses Verfahrens als Salvage-Therapie ("Rettungstherapie") und über die Therapiealternativen informiert werden.

PSA-Rezidivs und der PSA-Persistenz nach radikaler Prostatektomie

  • Die perkutane Salvagestrahlentherapie (SRT) (mind. 66 Gy) sollte als Therapieoption nach radikaler Prostatektomie (operative Entfernung von Prostata mit Kapsel, den Endstücken der Samenleiter und den Samenblasen) bei PSA-Anstieg aus dem Nullbereich in der Kategorie pN0/Nx angeboten werden.
  • Die SRT soll möglichst frühzeitig beginnen (PSA vor SRT < 0,5 ng/ml).

PSA-Progression nach Strahlentherapie

  • Die Salvageprostatektomie (Entfernung der Prostata nach primärer Strahlentherapie) ist eine Therapieoption beim PSA-Rezidiv nach primärer perkutaner Strahlentherapie oder Brachytherapie (interne Strahlentherapie), wenn die PSA-Progression mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht durch eine Metastasierung bedingt ist.
  • Vor einer Salvageprostatektomie sollte eine bioptische Sicherung angestrebt werden.

PSA-Rezidiv und Progression

  • Die hormonablative Therapie (auch als ADT = Androgen Deprivation Therapy bezeichnet; Hormontherapie, die das männliche Geschlechtshormon Testosteron vorenthält) ist beim PSA-Rezidiv oder bei PSA-Progression keine Standardtherapie.
  • Zum Thema hormonablative Therapie des metastasierten Prostatakarzinom siehe unter "Medikamentöse Therapie"

Weitere Hinweise

  • Bei Patienten mit T2/T3N0-Tumoren und PSA-Rezidiv, die ein Radiotherapie (64,8 Gy; verteilt auf 36 Termine) und eine anschlie­ßende zwölfmonatige Behandlung mit Bicalutamid (nichtsteroidales und selektives Antiandrogen; 150 mg/die) erhielten, waren nach 12 Jahren noch 76,3 % der Patienten am Leben (versus 71.3 % mit alleiniger Radiotherapie). Die prostatakarzinom-spezifischen Mortalität war unter einer alleinigen Radiotherapie 13,4 %, nach einer zusätzlichen Hormontherapie waren es nur 5,8 % [1].

Literatur

  1. Shipley WU et al.: Radiation with or without Antiandrogen Therapy in Recurrent Prostate Cancer. N Engl J Med 2017; 376:417-428 February 2, 2017 doi: 10.1056/NEJMoa1607529

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Prostatakarzinom. (AWMF-Registernummer: 043 - 022OL), Mai 2021 Kurzfassung Langfassung
     
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