Glutamatdehydrogenase (GLDH)

Die Glutamatdehydrogenase (GLDH) spielt im Wesentlichen eine katabole Rolle (“Abbau von Stoffwechselprodukten“), indem diese über die Freisetzung von Ammoniak aus Glutamat die Ausscheidung von Stickstoff aus dem Organismus katalysiert. Die GLDH-Erhöhung ist ein Indikator für eine schwere Parenchymzellschädigung (Parenchym: Teil der Leber, der die Hepatozyten/Leberzellen enthält) und stellt eine Kenngröße für Lebererkrankungen mit Zellnekrose (Zelltod) dar.

GLDH ist leberspezifisch. Die Aktivität der GLDH ist in der Leber 10-fach höher als in anderen Geweben und ist dabei ausschließlich mitochondrial ("in den Mitochondrien": Kraftwerke der Zellen) lokalisiert

Das Verfahren

Benötigtes Material

  • Blutserum

Vorbereitung des Patienten

  • Nicht nötig       

Störfaktoren

  • Keine bekannt

Normwerte

Geschlecht Normwerte in U/l
(alter Referenzbereich)
Normwerte in U/l
(neuer Referenzbereich)
Weiblich < 3,0 < 5,0
Männlich < 4,0 < 7,0
1. Lebensmonat (LM) < 6,6 -
1.-6. LM < 4,3 -
7.-12. LM < 3,5 -
13.-24. LM < 2,8 -
2.-3. Lebensjahr (LJ) < 2,6 -
13.-15. LJ < 3,2 -

Indikationen

  • Beurteilung von Schwere (Nekrose) und Ausmaß einer akuten Leberparenchymschädigung
  • Differentialdiagnose der Lebererkrankungen
  • Alkoholabusus (Alkoholmissbrauch)

Interpretation

Interpretation erhöhter Werte

  • Akute Leberstauung
  • Alkoholabusus [GLDH als Marker des Alkoholentzugs]
  • Hepatitis, nekrosierend (Leberentzündung)
  • Hepatozelluläres Karzinom (HCC, Leberkrebs)
  • Intoxikationen durch volatile Anästhetika (Halothan) – Mittel, die zur Narkoseeinleitung und -führung eingesetzt werden
  • Intoxikationen (Vergiftung) durch Pilze
  • Lebermetastasen
  • Leberzirrhose (bindegewebiger Umbau der Leber, der mit Funktionseinschränkung einhergeht) [GLDH anfangs stark erhöht, später gering erhöht]
  • Steatosis hepatis (Fettleber) [GLDH gering erhöht]

Interpretation erniedrigter Werte

  • Nicht krankheitsrelevant

Weitere Hinweise

  • Die GLDH ist hauptsächlich in den Mitochondrien lokalisiert und im Wesentlichen leberspezifisch:
    • Leichte Leberschäden → γ-GT ↑
    • Mittelschwere Leberschäden → zytoplasmatische ALT (GPT) ↑ und AST (GOT) ↑
    • Schwere Leberschäden → mitochondriale GLDH ↑ und AST (GOT) ↑
  • Da GLDH ausschließlich intramitochondrial lokalisiert ist, ist dieser Parameter ein bedeutender Indikator für die Abschätzung des Leberzelluntergangs bzw. des Leberschadens.
  • Die Halbwertszeit beträgt < 18 h.
  • Zur Bestimmung der Leberfunktion sollten immer auch die Aspartat-Aminotransferase (AST, GOT), die Alanin-Aminotransferase (ALT, GPT), die Gamma-Glutamyl-Transferase (Gamma-GT), die alkalische Phosphatase (AP) und das Bilirubin gemessen werden.

     
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