1,25-Dihydroxy-Vitamin D

Bei Vitamin D (auch Calciferol genannt) handelt es sich um einen lebenswichtigen Nahrungsbestandteil. Man kann mehrere Formen des Vitamins D, vor allem das Vitamin D2 (Ergocalciferol) und D3 (Cholecalciferol), unterscheiden.

Aus der Nahrungsaufnahme kommend, wird Cholecalciferol in der Leber in 25-OH-Vitamin D (Synonyme: Calcifediol, 25-OH-D3, 25-OH-Vitamin D) umgewandelt. In der Niere wird es weiter in 1,25-Dihydroxy-Vitamin D (Synonyme: Calcitriol, 1α-25-OH-D3 ), die biologisch aktive Form des Vitamins D, umgewandelt. Endogen entsteht 1,25-Di-OH-Cholecalciferol (Vitamin D3) aus 7-Dehydroxycholesterol unter UV-Lichtwirkung (Sonnenlicht).

Die Ausgangssubstanz
für die endogene Synthese von Vitamin D3 ist das 7-Dehydrocholesterol. Dieses Provitamin wird über die Nahrung aufgenommen und im Anschluss unter dem Einfluss von UV-B-Licht (Photoisomerisierung) und gleichzeitiger Wärmeeinwirkung (Thermoisomerisierung) in das aktive Vitamin D3 umgewandelt.

Das Verfahren

Benötigtes Material

  • Blutserum

Vorbereitung des Patienten

  • Nicht nötig

Störfaktoren

  • Nicht bekannt

Normwerte

  Wert (Erwachsene)* Wert (Kinder)
Normbereich in ng/l 16-70 20-84

 

*20-29 ng/ml werden als ausreichend angesehen; optimal sind Werte über 30 ng/ml

Indikationen

  • Verdacht auf Vitamin D-Mangel

Interpretation

Interpretation erhöhter Werte

  • Alimentär (ernährungsbedingt)
    • Leichter Vitamin D-Mangel (kompensatorisch)
  • Substitution mit exogener Zufuhr von Calcitriol (z. B. Rocatrol®)
    • Nach Therapiebeginn
    • Bei Überdosierung
  • Maldigestion (Störung der Verdauung)
    • Durch chronische Darmerkrankungen
  • Erkrankungen
    • Akromegalie (Riesenwuchs)
    • Hyperparathyreoidismus, primärer (Nebenschilddrüsenüberfunktion)
    • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
    • Lymphome – vom lymphatischen System ausgehende bösartige Neubildungen
    • Rachitis (Typ 2; Vitamin D-Rezeptordefekt) – in der Kindheit auftretende Form der Knochenerweichung
    • Sarkoidose – entzündliche Systemerkrankung, die vor allem die Lunge, die Lymphknoten und die Haut betrifft
    • Tuberkulose (Schwindsucht)
  • Zustand nach Nierentransplantation
  • Substitution mit exogener Zufuhr von Calcitriol (z. B. Rocatrol®)
    • Nach Therapiebeginn
    • Bei Überdosierung
  • Erhöhter Bedarf
    • Wachstum/Kinder
    • Schwangerschaft/Stillphase
    • Ältere Frauen beziehungsweise Männer (≥ 65 Jahre)
    • Ungenügende UV-B-Exposition (Wintermonate, Menschen, die längere Zeit bettlägerig sind oder sich wenig im Freien aufhalten beziehungsweise einen Mangel an Sonnenlicht haben oder extensiv Sonnenschutzmittel verwenden)
    • Farbige Immigranten
    • Akromegalie – Vergrößerung von Händen, Füßen, Nase und Ohren nach Abschluss des Wachstums durch eine übermäßige Produktion von Wachstumshormonen

Interpretation erniedrigter Werte

  • Alimentär (ernährungsbedingt)
    • Schwerer Vitamin D-Mangel
  • Cadmiumintoxikation (Vergiftung mit Cadmium)
  • Hypercalcämie (Calciumüberschuss) durch Dihydrotachysterol (Wirkstoff aus der Gruppe der Vitamin-D-Analoga, der zur Behandlung eines Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion) und Pseudohypoparathyreoidismus eingesetzt wird)
  • Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion)
  • Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)
  • Hypophosphatämie (Phosphatmangel) (autosomal-dominate sowie X-chormosomale (= Vitamin-D-resistente Rachitis)
  • Niereninsuffizienz (Nierenschwäche)
  • Pseudo-Hypoparathyreoidismus
  • Rachitis (Typ 1; 1α-Hydroxylasemangel) – in der Kindheit auftretende Form der Knochenerweichung

Weitere Hinweise

  • Der normale Bedarf an Vitamin D liegt bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bei 20 µg/d (= 800 IE).

Achtung!
Hinweis zum Versorgungszustand (Nationale Verzehrsstudie II 2008)
100 % der Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen erreichen die empfohlene Vitamin-D-Tageszufuhr nicht.

     
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