Creatinkinase

Bei der Creatinkinase (CK) handelt es sich um ein Enzym, welches in zwei Untereinheiten des Typs M oder B gebildet wird. Somit können folgende Isoenzyme im Blut nachgewiesen werden

  • CK-BB – kommt vor allem im Gehirn oder bei fortgeschrittenen Erkrankungen vor
  • CK-MB – kommt vor allem im Herzmuskel vor; macht etwa sechs Prozent aus [siehe unter CK-MB]
  • CK-MM – kommt im Skelettmuskel vor

Des Weiteren kann man eine Makro-CK Typ 1 und Typ 2 von der CK abgrenzen. Dabei handelt es sich um eine Normvariante, die eine erhöhte Konzentration der CK vortäuschen kann.

Die Creatinkinase kommt neben der Diagnostik von Skelettmuskelerkrankungen auch in der Herzinfarkt-Diagnostik zum Einsatz.

Mit einem Anstieg der CK kann nach 3 (-4) bis 12 Stunden nach Infarktbeginn gerechnet werden.
Das Maximum liegt zwischen 12 und 24 Stunden nach Infarktbeginn.
Zu einer Normalisierung der CK kommt es nach circa 3 bis 6 Tagen. Die CK-MB (siehe dazu unter CK-MB) ist in der Regel nach 2 bis 3 Tagen wieder normal.

Das Verfahren

Benötigtes Material

  • Blutserum

Vorbereitung des Patienten

  • Nicht bekannt

Störfaktoren

  • Dunkelhäutige Personen haben höhere Werte (bis 1,5-fach erhöht)
  • Hämolyse vermeiden! Adenylatkinase aus den Erythrozyten (rote Blutkörperchen) erhöht enzymatisch gemessene CK und CK-MB.

Normwerte

  Normwert in U/l (neuer Referenzbereich) Normwerte in U/l (alter Referenzbereich)
Frauen 10-70 0-145
Männer 0-170 0-170
Kinder ≤ 370  

Indikationen

  • Verdacht auf Skelettmuskelerkrankungen
  • Verdacht auf Myokardinfarkt (Herzinfarkt)
    • Geeignet zur groben Abschätzung der Infarktgröße
    • Deckt zuverlässiger eine Reinfarkt auf als Troponin T (TnT), da CK sich schneller normalisiert (nach etwa 3 - 6 Tagen) als TnT (nach bis zu 10 Tagen)

Interpretation

Interpretation erhöhter Werte

  • Skelettmuskel bzw. -erkrankungen
    • Genetisch bedingte Myopathien (Muskelerkrankungen) wie Muskeldystrophie
    • Dermato-/Polymyositis – Erkrankungen aus dem Formenkreis der Kollagenosen (Bindegewebserkrankungen)
    • Infektiöse Myositis(Muskelentzündung)
    • Krampfanfall (wg. Muskelläsionen)
    • Muskelnekrosen
    • Muskelüberanspruchung (z. B. langes Laufen)
    • Rhabdomyolyse (Crush-Syndrom)
    • Verbrennungen (hochgradige)
    • Zustand nach intramuskulärer Injektion
  • Herzmuskel
    • Endokarditis (Herzinnenhautentzündung)
    • Koronare Herzerkrankung (KHK)
    • Myokardinfarkt (Herzinfarkt)
    • Myokarditis (Herzmuskelentzündung)
    • Perikarditis (Herzbeutelentzündung)
  • Schwangerschaft
    • Sectio (Kaiserschnitt)
    • Entbindung
      • CK abhängig von der Intensität der Wehentätigkeit und dem Muskelschaden
      • es werden Werte des 2-5-fachen der oberen Norm beobachtet
  • Weiteres
    • Alkoholintoxikation
    • Hämolyse (Auflösen von roten Blutkörperchen)
    • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
    • postoperativ

Falsch hohe Werte: Die Makro-CK kann bei schweren zerebralen Erkrankungen und bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen erhöht sein. Unter der Makro-CK versteht man CK-Varianten mit hoher Molekülmasse, die eine hohe CK-Konzentration im Serum vortäuschen.

Interpretation erniedrigter Werte

  • Nicht krankheitsrelevant

Weitere Hinweise

  • Bei Verdacht auf einen Myokardinfarkt sollten folgende Laborparameter bestimmt werden:
    • Myoglobin
    • Troponin T (TnT)
    • CK-MB (Creatinkinase-Myokardtyp)
    • CK (Creatinkinase)
    • Aspartat-Aminotransferase (AST, GOT)
    • LDH (Laktat-Dehydrogenase)
    • HBDH (Hydroxybutyrat-Dehydrogenase)
     
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