Gonorrhoe

Die Gonorrhoe ist die weltweit häufigste Geschlechtserkrankung. Sie wird auch als Tripper bezeichnet und es treten etwa 25 Millionen Infektionen jährlich auf.

Der Erreger ist ein Bakterium mit dem Namen Neisseria gonorrhoeae.

Die Ansteckung erfolgt über Intimkontakt oder Schmierinfektion. Aufgrund der relativ kurzen Inkubationszeit – Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbrechen der Erkrankung – von ein bis zehn Tagen treten recht schnell die ersten Anzeichen einer Infektion auf.

Eine Gonorrhoe hinterlässt keine lebenslange Immunität. Es ist möglich, sich mehrmals zu infizieren.

Übertragung

Ursache der Gonorrhoe ist eine Infektion mit dem Erreger Neisseria gonorrhoeae, eine Bakterienart die auch kurz als Gonokokken bezeichnet wird.
Der Erreger wird beim Geschlechtsverkehr sowie beim Anal- oder Oralverkehr übertragen.

Die Infektionswahrscheinlichkeit einer Gonorrhoe ist bei der Übertragung von Männern auf Frauen höher als umgekehrt. Das Infektionsrisiko einer Frau nach einem einzelnen ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Mann beläuft sich auf 40 bis 60 Prozent.
Eine weitere Infektionsgefahr besteht für Neugeborene infizierter Mütter unter der Geburt.


In etwa 40 % der Fälle einer Gonorrhoe liegt gleichzeitig eine Infektion mit Chlamydia trachomatis vor.

Wichtiger Hinweis!

Einen direkten Schutz vor einer Infektion bieten ausschließlich Kondome.

Symptome und Beschwerden

Genitale Gonorrhoe der Frau

Untere Gonorrhoe

  • Cervicitis (Gebärmutterhalsentzündung), verbunden mit eitrigem, übel riechendem Fluor genitalis (Scheidenausfluss)
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Bartholinitis – Entzündung der Bartholindrüsen (Glandulae vestibulares majores, "große Scheidenvorhofdrüsen")

Hinweis!

In den meisten Fällen treten bei der Gonorrhoe der Frau Symptome auf, für gewöhnlich innerhalb der ersten 10 Tage nach Infektion.

Obere Gonorrhoe

  • Endometritis (Gebärmutterschleimhautentzündung)
  • Salpingitis gonorrhoica (Eileiterentzündung)
  • Kolikartige Schmerzen
  • Hohes Fieber

Mögliche Komplikationen einer Gonorrhoe der Frau sind:

  • Perioophoritis (Entzündung des Bauchfells um den Eierstock)
  • Tuboovarialabszess – akuter Abszess von Eierstock und Eileiter
  • Chronische Adnexitis (Entzündung von Eierstock und Eileiter) – Spätfolgen: Sterilität (Unfruchtbarkeit), Tubargravidität (Eileiterschwangerschaft)
  • Stielgedrehter Ovarialtumor (Eierstocktumor)
  • Perforierte Appendicitis – Blinddarmentzündung mit Durchbruch

Eine infizierte Mutter kann die Erkrankung während der Geburt auf ihr Kind übertragen.

Um dies zu verhindern, erhalten gefährdete Neugeborene eine Vorsorge in Form der sogenannten Crédeschen Prophylaxe. Hierzu wird eine einprozentige Silbernitratlösung in beide Augen des Neugeborenen getropft. Ohne diese Prophylaxe besteht die Gefahr, dass ein infiziertes Neugeborenes erblindet.

Genitale Gonorrhoe des Mannes

  • Urethritis (Harnröhrenentzündung), verbunden mit einem „Brennen“ der Harnröhre
  • Gelb-grüner, eitriger Ausfluss
  • Urethritis posterior – Entzündung der Harnröhrenschleimhaut der hinteren Harnröhrenabschnitte
  • Fieber
  • Grippeähnliche Beschwerden
  • Gelenkschmerzen

Hinweis!
In einer zunehmenden Zahl von Fällen kann eine Gonorrhoe des Mannes auch mild beziehungsweise asymptomatisch verlaufen, das heißt nur mit geringen oder keinen Symptomen!

Mögliche Komplikationen einer Gonorrhoe des Mannes sind:

  • Epididymitis (Nebenhodenentzündung)
  • Prostatitis (Prostataentzündung)
  • Vesikulitis (Bläschendrüsenentzündung)
  • Sterilität (Unfruchtbarkeit)

Des Weiteren kann sich eine Infektion mit Gonorrhoe auch in anderen Körperregionen manifestieren.

Zu diesen relativ seltenen Manifestationen gehören:

  • Ophtalmia neonatorum bzw. Gonoblennorrhö – eitrige Bindehautentzündung bei Neugeborenen
  • Gonokokkensepsis – disseminierte – über ein Organ hinaus verbreitete Gonokokkeninfektion
  • Meningitis (Hirnhautentzündung)
  • Arthritis (Gelenkentzündung)
  • Endokarditis (Herzinnenhautentzündung)
  • Hautläsionen

Diagnostik

Um eine Infektion mit Gonorrhoe nachzuweisen, wird in der Regel ein Ausstrich benötigt. Dieser wird auf den Erreger Neisseria gonorrhoeae untersucht.
Ebenso ist es möglich, auf speziellen Nährböden eine Kultur des Erregers anzulegen und dessen Vorhandensein so nachzuweisen.

Laborparameter 1. Ordnung – obligate Laboruntersuchungen

  • Mikroskopische Untersuchungen von Proben wie Harnröhrenabstrichen, Ejakulat oder Cervix-Abstrichen (Abstriche vom Gebärmutterhals) – Nachweis von Gram-negativen Diplokokken im eitrigen Harnröhrensekret (typischerweise intrazellulär)
  • Kultureller Nachweis der Gonokokken – das bedeutet, dass die Erreger angezüchtet werden
  • Serologischer Nachweis von Antikörpern gegen Neisseria gonorrhoeae (Gonokokken) – wird durchgeführt bei Verdacht auf chronische Gonorrhoe
  • Ggf. Neisseria gonorrhoeae-DNA-Nachweis (Go-PCR)

Therapie

Die Gonorrhoe wird medikamentös behandelt. Siehe dazu unter der gleichnamigen Erkrankung.


     
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