Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Weitere Therapie
Postthrombotisches Syndrom

Allgemeine Maßnahmen

  • Viel laufen und liegen, wenig sitzen und stehen
  • Kaltes Abduschen der Beine sollte regelmäßig durchgeführt werden
  • Wärme wie Sauna, Sonnenbaden und Thermalbäder führt zur Venenerweiterung und sollte daher gemieden werden

Maßnahmen beim Ulcus cruris venosum

  • Reinigung des Ulkus
  • Kompressionsverband

Operative Therapie

  • Nur bei Versagen der konservativen Therapie! Ziel ist die Sanierung insuffizienter Venen.
  • Indikationen
    • Varikose (Krampfadern) 
    • Obstruktionen (teilweiser oder kompletter Verschluss des Lumens eines Gefäßes), z. B. Beckenvenenobstruktionen 
  • Verfahren bei Varikose: s. u. der Erkrankung "Varikose"
  • Verfahren bei Obstruktionen: endovaskuläre Rekanalisation (Wiedereröffnung eines verschlossenen Gefäßes) mit Stent-Angioplastie (Erweiterung oder Wiedereröffnung von verengten oder verschlossenen Blutgefäßen unter Einsatz von Stent (Gefäßbrücke)) sowie offene Bypasschirurgie (gefäßchirurgische Überbrückung eines verengten Blutgefäßabschnitts durch ein Umgehungsgefäß, den Bypass) der iliakalen Obstruktionen; bei den endovaskulären Verfahren werden Offenheitsraten von 73-100 % erzielt

Medizinische Hilfsmittel

  • Kompressionsstrümpfe (Goldstandard), diese gibt es in den folgenden verschiedenen Kompressionsstufen:
    • Leichte Kompression
    • Mittlere Kompression
    • Kräftige Kompression
    • Sehr kräftige Kompression
  • Kompressionsstrümpfe müssen genau angepasst werden und sollten morgens immer vor dem Aufstehen angezogen werden, wenn die Beine nicht gestaut sind.
  • Kontraindikationen (Gegenanzeigen) für Kompressionsstrümpfe:
    • Arterielle Durchblutungsstörungen der Beine
    • Dekompensierte Herzinsuffizienz (Herzschwäche mit Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) oder Luftnot (Dyspnoe), die bereits in Ruhe auftritt)
    Hinweis! Medizinische Kompressionsstrümpfe sind in der Prophylaxe eines postthrombotischen Syndroms möglicherweise nutzlos: Sie können weder TVT-Rezidive (TVT = tiefe Venenthrombose) noch Beingeschwüre (Ulcus cruris) verhindern [1].

Impfungen

Bei einem Ulcus cruris venosum sollte immer auch der Tetanus-Impfschutz überprüft werden (chronische Wunden an den Beinen sind bekannte Eintrittspforten für Tetanusbakterien)

Ernährungsmedizin

  • Ernährungsberatung auf der Grundlage einer Ernährungsanalyse
  • Ernährungsempfehlungen gemäß einem Mischköstler unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung. Das bedeutet u. a.:
    • täglich insgesamt 5 Portionen frisches Gemüse und Obst (≥ 400 g; 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst)
    • ein- bis zweimal pro Woche frischen Seefisch, d. h. fette Meeresfische (Omega-3-Fettsäuren) wie Lachs, Hering, Makrele
    • ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte, Gemüse)
  • Auswahl geeigneter Lebensmittel auf Grundlage der Ernährungsanalyse
  • Siehe auch unter "Therapie mit Mikronährstoffen (Vitalstoffe)" – ggf. Einnahme eines geeigneten Nahrungsergänzungsmittels
  • Detaillierte Informationen zur Ernährungsmedizin erhalten Sie von uns

Sportmedizin

  • Leichtes Ausdauertraining (Cardiotraining)
  • Die beste Vorbeugung vor Komplikationen ist eine Kräftigung der Beinmuskulatur. Dieses führt zur Förderung des Blutrückfluss im Venensystem und zur Prävention (Vorbeugung) von Entzündungen und Thrombosen an den Venenklappen 
  • Fußübungen helfen, eine Einschränkung der Sprunggelenksbeweglichkeit zu vermeiden
  • Erstellung eines Fitness- bzw. Trainingsplans mit geeigneten Sportdisziplinen auf der Grundlage eines medizinischen Checks (Gesundheitscheck bzw. Sportlercheck)
  • Detaillierte Informationen zur Sportmedizin erhalten Sie von uns.

Physikalische Therapie (inkl. Physiotherapie)

  • Intermittierende pneumatische Kompression (Synonyme: IPK; Apparative intermittierende Kompression; AIK) – therapeutisches Verfahren zur Kompressionsbehandlung von venösen und lymphatischen Erkrankungen
  • Manuelle Lymphdrainage (ML) – spezielle Form der Massage, die zur Behandlung von Lymphödemen eingesetzt werden kann
  • Physikalische Maßnahmen wie intermittierendes Hochlagern der Beine, Bewegung und Hydrotherapie (Wassertherapie) fördern die Abheilung.

Organisationen und Selbsthilfegruppen

  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
    Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
    Telefon: 0221-89920, Fax: 0221-8992300 E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de
  • Deutsche Gefäßliga e. V.
    Mühlenstr. 21-25 50321 Brühl
    Telefon: 0 22 32 / 74 - 412, E-Mail: info@deutsche-gefaessliga.de,  Internet: www.deutsche-gefaessliga.de

Literatur

  1. Kahn SR et al. Compression stockings to prevent post-thrombotic syndrome: a randomised placebo-controlled trial. Lancet 2013, online 6. Dezember DOI: http://dx.doi.org/10.1016/S0140-6736(13)61902-9
     
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