Zu den biogenen Aminen gehören beispielsweise
- Histamin (wichtigster Vertreter, vor allem in Käse, Wein, Fisch, geräucherten Fleischprodukten, Spinat und Tomaten – beim Verderb dieser Lebensmittel steigt deren Histamingehalt) [1, 2]
- Tyramin (steigert durch Freisetzung von Noradrenalin den Blutdruck; insbesondere in Hefe, Fisch, Wurst, Käse, Himbeeren, Sauerkraut) [1, 3]
- Serotonin (bei Migränepatienten ist Serotonin zusammen mit Tyramin häufig für Kopfschmerzanfälle verantwortlich; vor allem enthalten in Walnüssen, Ananas, Bananen und Tomaten) [1, 3]
- Phenylethylamin [1]
- Tryptamin [1]
- Cadaverin (überwiegend enthalten in Getreidekeimlingen und Sauerkraut) [1]
- Putrescin (vor allem in Getreidekeimlingen und Sauerkraut) [1]
- Feruloylputrescin (in Grapefruit) [1]
- Synephrin (zu finden in Mandarinen und Orangen) [1]
- Spermidin (in Getreidekeimlingen) [1]
- Spermin (in Getreidekeimlingen) [1]
Sowohl spezielle Erkrankungen (vor allem Funktionsstörungen der Darmschleimhaut oder der Leber mit negativer Auswirkung auf die Aminooxidase-Aktivität) als auch Arzneimittel können die Reizschwelle beeinflussen. Das erklärt, warum die Reaktionen auf aminreiche Lebensmittel unterschiedlich stark sind [3].Insbesondere können Medikamente und psychische Faktoren (beispielsweise Stress) zu Additionseffekten führen [2].
Hypersensitivität auf biogene Amine – Häufigkeit
Insbesondere weisen Patienten mit chronischer Urtikaria häufig eine Unverträglichkeit auf Histamin aufgrund eines Defekts der Diamino-Oxidase auf [5]. Untersuchungen zur Folge wurde bei 64 % der Patienten nach duodenaler Applikation von 120 mg Histamin eine chronische Urtikaria ausgelöst. Im Vergleich dazu blieb die Kontrollgruppe symptomlos [4].
Hypersensitivität auf biogene Amine – Symptome
- Chronische Urtikaria [7] – häufig mit Quaddeln und starken Juckreiz einhergehend [1, 2, 3]
- Hautrötungen [1, 3]
- Durchfall [2]
- Erbrechen [2]
- Juckreiz [2]
- Chronische Kopfschmerzen [1, 2, 3]
- Migräneanfälle [1, 3]
- Übelkeit [1, 2, 3]
- Asthma bronchiale [2]
- Atemnot [2]
Literatur
- Askar A.
Biogene Amine in Lebensmitteln und ihre Bedeutung.
Ern Umschau 29, 143-148, 1982 - Götz M.
Pseudoallergien sind Histaminintoleranzen.
Wien Med Wschr 15/146: 426-430, 1996 - Häberle M., Reimann H.-J.
Pseudo-allergische Reaktionen. S.101 - 120. In: Reimann H.-J. (Hrsg.). Nahrungsmittelallergie.
Dustri Verlag Dr. Karl Feistle, München-Deisenhofen, 1989 - Kanny G., Moneret-Vautrin D.A., Schohn H. et al
Abnormalities in histamine pharmacodynamics in chronic urticaria.
Clinical and Experimental Allergy 1993; 23: 1015-1020 - Kanny G., Grignon G., Dauca M. et al
Ultrastructural changes in the duodenal mucosa induced by ingested histamine in patients with chronic urticaria.
Allergy 1996; 51: 935-939












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