Pseudoallergie – Anamnese
Die Anamnese (Krankengeschichte) stellt einen wichtigen Baustein in der Diagnostik der Pseudoallergie (allergieähnliche Überempfindlichkeitsreaktion ohne klassische Allergie) dar.
Der Begriff „Pseudoallergie“ wird heute überwiegend durch die präzisere Bezeichnung nichtallergische Hypersensitivitätsreaktion (nicht durch eine Allergie verursachte Überempfindlichkeitsreaktion) ersetzt. Entscheidend sind die möglichst genaue Identifikation des vermuteten Auslösers, der zeitliche Zusammenhang, Art und Schweregrad der Symptome, ihre Reproduzierbarkeit, die Dosisabhängigkeit, frühere und spätere Verträglichkeit sowie mögliche Kofaktoren. Gleichzeitig müssen insbesondere allergische Hypersensitivitätsreaktionen (allergisch bedingte Überempfindlichkeitsreaktionen) und andere nichtimmunologische Unverträglichkeitsreaktionen (Unverträglichkeitsreaktionen ohne Beteiligung des Immunsystems) differentialdiagnostisch berücksichtigt werden.
Familienanamnese
- Gibt es bei Verwandten ersten Grades bekannte allergische Erkrankungen wie Nahrungsmittelallergien, Asthma bronchiale (Asthma), allergische Rhinokonjunktivitis (allergischer Schnupfen mit Augenbeteiligung) oder atopische Dermatitis (Neurodermitis)?
- Sind in der Familie rezidivierende Angioödeme (wiederkehrende tiefe Schwellungen von Haut oder Schleimhäuten) oder ungeklärte schwere systemische Überempfindlichkeitsreaktionen (schwere den ganzen Körper betreffende Überempfindlichkeitsreaktionen) bzw. Anaphylaxien (schwere allergische bzw. allergieähnliche Sofortreaktionen) aufgetreten?
Sozialanamnese
- Bestehen berufliche oder private Expositionen gegenüber Lebensmitteln, Lebensmittelzusatzstoffen, Arzneimitteln, Dämpfen oder anderen Substanzen, die in einem reproduzierbaren zeitlichen Zusammenhang mit den Beschwerden stehen?
- Treten Beschwerden im Zusammenhang mit körperlicher Belastung auf oder werden sie dadurch verstärkt?
- Bestehen psychosoziale Belastungen oder ausgeprägter Stress, die als Kofaktoren die Reaktionsschwelle beeinflussen können?
Aktuelle Anamnese/Systemanamnese (somatische und psychische Beschwerden)
- Wann genau sind die Symptome erstmals aufgetreten?
- Welcher konkrete Auslöser wird vermutet, z. B. ein bestimmtes Lebensmittel, ein Lebensmittelzusatzstoff, ein Arzneimittel oder ein Kontrastmittel?
- Welche Menge bzw. Dosis wurde aufgenommen oder verabreicht und über welchen Applikationsweg erfolgte die Exposition?
- Wie lange nach der Exposition traten die ersten Beschwerden auf?
- Haben Sie Haut- oder Schleimhautreaktionen wie Flush (anfallsartige Hautrötung), Rötungen, Quaddeln, Juckreiz oder Schwellungen bzw. Angioödeme festgestellt?
- Leiden Sie während der Reaktion unter Niesen, Rhinorrhoe (laufende Nase), verstopfter Nase, Husten, pfeifender Atmung, Engegefühl im Brustkorb oder Atemnot?*
- Treten gastrointestinale Beschwerden (Magen-Darm-Beschwerden) wie Übelkeit, Erbrechen, krampfartige Bauchschmerzen oder Diarrhö (Durchfall) auf?
- Bestehen Blähungen, Obstipation (Verstopfung) oder andere chronische gastrointestinale Beschwerden, die eher auf eine andere Nahrungsmittelunverträglichkeit bzw. gastrointestinale Erkrankung hinweisen können?
- Haben Sie Herzklopfen, Tachykardie (Herzrasen), Blutdruckabfall, ausgeprägte Schwäche, Präsynkope (Beinahe-Ohnmacht) oder Synkope (Ohnmacht) festgestellt?*
- Haben Sie Kopfschmerzen oder Schwindel in einem reproduzierbaren zeitlichen Zusammenhang mit einem bestimmten Auslöser bemerkt?
- Bestehen unspezifische Beschwerden wie Erschöpfung, Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen und treten diese reproduzierbar zusammen mit anderen Beschwerden auf?
- Sind während einer Reaktion mehrere Organsysteme gleichzeitig betroffen, z. B. Haut und Atemwege oder Haut und Kreislauf?*
- Treten die Beschwerden nach erneuter Exposition gegenüber demselben Auslöser reproduzierbar wieder auf?
- Wurde derselbe vermutete Auslöser zu anderen Zeitpunkten ohne Beschwerden vertragen?
- Besteht eine erkennbare Dosisabhängigkeit der Beschwerden?
- Treten die Beschwerden nur bei bestimmten Produkten, Herstellern, Chargen oder Zubereitungsformen auf?
- Gibt es bestimmte zeitliche oder situative Muster, z. B. Beschwerden ausschließlich nach Mahlzeiten, Arzneimitteleinnahme oder körperlicher Belastung?
- Bestanden zum Zeitpunkt der Reaktion mögliche Kofaktoren wie körperliche Anstrengung, Alkohol, akute Infektion, Fieber, Stress, Schlafmangel, Menstruation oder gleichzeitige Einnahme von NSAR?
- Gab es vergleichbare Beschwerden auch ohne Exposition gegenüber dem vermuteten Auslöser?
- Wie häufig treten die Beschwerden auf und wie lange halten sie jeweils an?
- Wie schwer waren die bisherigen Reaktionen? War eine ärztliche Notfallbehandlung oder stationäre Behandlung erforderlich?
- Welche Medikamente wurden zur Behandlung der Reaktion eingesetzt und wie schnell besserten sich die Beschwerden?
- Existieren ärztliche Befunde, Notfallberichte, Fotografien von Hautveränderungen, Allergiepässe, Produktverpackungen oder Zutatenlisten, die zur Rekonstruktion der Reaktion beitragen können?
Vegetative Anamnese inkl. Ernährungsanamnese
- Besteht ein reproduzierbarer Zusammenhang zwischen bestimmten Nahrungsmitteln bzw. Getränken und den Beschwerden?
- Welche Lebensmittel bzw. Getränke werden verdächtigt?
- Welche Menge wurde aufgenommen?
- In welcher Zubereitungsform wurde das Lebensmittel verzehrt?
- Wie groß war der zeitliche Abstand zwischen Verzehr und Symptombeginn?
- Wurde das Lebensmittel bei anderen Gelegenheiten beschwerdefrei vertragen?
- Trat die Reaktion nur bei gleichzeitigen Kofaktoren wie körperlicher Anstrengung, Alkohol, Infektion oder Einnahme von NSAR auf?
- Besteht bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit gegenüber oral aufgenommenem Histamin ein reproduzierbarer Zusammenhang mit histaminreichen bzw. durch Reifung oder Fermentation histaminhaltigen Lebensmitteln?
- z. B. gereifte Käseprodukte, fermentierte Lebensmittel, bestimmte Fischprodukte, fermentierte bzw. gepökelte Fleischwaren und alkoholische Getränke
- Zu berücksichtigen ist, dass der Histamingehalt von Lebensmitteln erheblich von Herstellung, Reifung, Verarbeitung und Lagerung abhängen kann.
- Unspezifische Beschwerden nach einzelnen histaminhaltigen Lebensmitteln allein belegen keine Histaminunverträglichkeit (vermutete Unverträglichkeit gegenüber aufgenommenem Histamin).
- Besteht ein reproduzierbarer Zusammenhang mit Lebensmitteln oder Getränken, die bestimmte Zusatzstoffe enthalten?
- Sulfite bzw. Schwefeldioxid (E 220-E 228) – insbesondere bei reproduzierbaren respiratorischen Beschwerden (Atemwegsbeschwerden) und Asthma bronchiale
- Benzoate, Farb- oder andere Zusatzstoffe – nur bei konkretem und reproduzierbarem anamnestischem Verdacht; allein ihr Vorkommen in einem Lebensmittel begründet keine kausale Zuordnung.
- Welche Lebensmittel werden trotz vermuteter Unverträglichkeit regelmäßig und beschwerdefrei vertragen?
- Wurden bereits Lebensmittel gemieden oder Eliminationsdiäten (Auslassdiäten) durchgeführt? Wenn ja, welche Lebensmittel, wie lange und mit welchem Effekt?
- Kam es durch eine Eliminationsdiät zu einer eindeutigen Besserung und bei erneuter Aufnahme des Lebensmittels reproduzierbar zu einem Wiederauftreten der Beschwerden?
- Rauchen Sie? Wenn ja, wie viele Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen pro Tag?
- Trinken Sie Alkohol? Wenn ja, welches Getränk bzw. welche Getränke, in welcher Menge und besteht ein Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und den Beschwerden?
- Nehmen Sie Drogen? Wenn ja, welche Drogen und wie häufig?
Eigenanamnese
- Vorerkrankungen:
- Bestehen allergische Erkrankungen wie Asthma bronchiale, allergische Rhinokonjunktivitis, atopische Dermatitis oder bekannte Nahrungsmittel- bzw. Arzneimittelallergien?
- Bestehen Asthma bronchiale, chronische Rhinosinusitis (chronische Entzündung der Nase und Nasennebenhöhlen) mit Nasenpolypen (gutartigen Schleimhautwucherungen in Nase oder Nebenhöhlen) oder wiederkehrende respiratorische Reaktionen nach Einnahme verschiedener NSAR?
- Besteht eine chronische spontane Urtikaria (chronische Nesselsucht ohne eindeutig erkennbaren Auslöser) oder treten unabhängig von Arzneimitteln rezidivierend Urtikaria bzw. Angioödeme auf?
- Besteht eine Mastozytose (Erkrankung mit krankhafter Vermehrung von Mastzellen) oder wiederholte ungeklärte Anaphylaxien?
- Bestehen relevante Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder ein schlecht kontrolliertes Asthma bronchiale, die bei systemischen Überempfindlichkeitsreaktionen prognostisch relevant sein können?
- Bestehen gastrointestinale Erkrankungen bzw. andere Ursachen einer Nahrungsmittelunverträglichkeit wie Zöliakie (Unverträglichkeit gegenüber Gluten mit Schädigung des Dünndarms), chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (lang andauernde entzündliche Erkrankungen des Darms), Laktoseintoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) oder Fruktosemalabsorption (gestörte Aufnahme von Fruchtzucker im Darm)?
- Wurden bereits Beschwerden nach histaminreichen Lebensmitteln vermutet? Falls ja: Waren diese bei erneuter Exposition reproduzierbar und wurden andere mögliche Ursachen abgeklärt?
- Hatten Sie operative Eingriffe, Narkosen, Infusionen oder diagnostische Untersuchungen mit Kontrastmitteln? Kam es dabei zu Überempfindlichkeitsreaktionen?
- Sind bei Ihnen Allergien bzw. bereits allergologisch abgeklärte Überempfindlichkeitsreaktionen gegen Medikamente, Lebensmittel, Insektengifte, Latex oder andere Substanzen bekannt?
- Kam es bereits zu einer Anaphylaxie oder musste wegen einer Überempfindlichkeitsreaktion Adrenalin verabreicht werden?
Auch Hilfsstoffe von Arzneimitteln können selten Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen. Die Mehrzahl der Arzneimittelüberempfindlichkeitsreaktionen wird durch Wirkstoffe verursacht; bei bestimmten Konstellationen muss jedoch auch an einen Hilfsstoff gedacht werden. Dies gilt insbesondere bei wiederholten Reaktionen auf Arzneimittel mit chemisch nicht verwandten Wirkstoffen, bei Reaktionen auf bestimmte Depotpräparate oder wenn der verdächtigte Wirkstoff in einer anderen Zubereitung vertragen wird. Zu den relevanten Hilfsstoffen können z. B. Polyethylenglykol, Methylcellulosen, Gelatine, Povidon oder Mannitol gehören. Eine Hilfsstoffreaktion kann allergisch oder nichtallergisch bedingt sein und darf nicht allein aufgrund des Vorhandenseins des Hilfsstoffs angenommen werden. Die früher verbreitete pauschale Einstufung bestimmter Arzneimittelfarbstoffe wie Tartrazin als häufige Ursache pseudoallergischer Reaktionen ist nicht gerechtfertigt.
Medikamentenanamnese
Bei jeder vermuteten Arzneimittelüberempfindlichkeit sollten möglichst genau erfasst werden:
- Handelsname und Wirkstoff des verdächtigten Arzneimittels
- Indikation, Dosis und Applikationsweg
- Beginn und Dauer der Anwendung
- Datum und Uhrzeit der letzten Einnahme bzw. Verabreichung vor Reaktionsbeginn
- Zeitintervall zwischen Arzneimittelgabe und Beginn der Reaktion
- Art, Verlauf und Schweregrad der Symptome einschließlich der betroffenen Organsysteme
- gleichzeitig eingenommene Arzneimittel sowie mögliche Kofaktoren
- Akuterkrankungen, insbesondere Infektionen, zum Zeitpunkt der Reaktion
- erforderliche Akuttherapie und Ansprechen auf die Behandlung
- frühere oder spätere Verträglichkeit desselben Arzneimittels
- Reaktionen bzw. Verträglichkeit pharmakologisch oder chemisch verwandter Arzneimittel
- bei Reaktionen auf unterschiedliche Arzneimittel: mögliche gemeinsame Hilfsstoffe
Medikamentengruppen, bei denen nichtallergische Hypersensitivitätsreaktionen auftreten können bzw. von allergischen Reaktionen und anderen unerwünschten Arzneimittelwirkungen abgegrenzt werden müssen
- Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR), insbesondere Acetylsalicylsäure und andere starke Cyclooxygenase-1-Hemmer
- Röntgenkontrastmittel
- Opioide – nichtallergische mastzellvermittelte Reaktionen (durch Mastzellen ausgelöste Reaktionen ohne klassische Allergie) sind möglich; allergische Reaktionen müssen differentialdiagnostisch abgegrenzt werden
- Vancomycin – insbesondere infusionsabhängige nicht-IgE-vermittelte Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen ohne Beteiligung von IgE-Antikörpern) sind von einer Arzneimittelallergie zu unterscheiden
- perioperativ verabreichte Arzneimittel – bei Reaktionen während einer Narkose sind sämtliche zeitnah verabreichten Wirkstoffe und Hilfsstoffe zu erfassen; der Mechanismus darf anamnestisch nicht vorschnell als nichtallergisch eingeordnet werden
Medikamente und vermutete Beeinflussung des Histaminabbaus
- Eine pauschale Liste klinisch relevanter Hemmer der Diaminoxidase (DAO) ist durch die derzeitige Evidenz nicht ausreichend abgesichert.
- Bei Verdacht auf Beschwerden im Zusammenhang mit oral aufgenommenem Histamin sollten deshalb sämtliche regelmäßig oder intermittierend eingenommene Arzneimittel sowie der zeitliche Zusammenhang zwischen Arzneimitteleinnahme, Nahrungsaufnahme, Alkoholkonsum und Beschwerden dokumentiert werden.
- Weder die Einnahme eines als möglichen DAO-Hemmer diskutierten Arzneimittels noch eine verminderte DAO-Aktivität im Serum beweisen eine Histaminunverträglichkeit.
Bei vermuteter NSAR-Hypersensitivität ist die genaue Reaktionsanamnese besonders wichtig. Nichtallergische kreuzreaktive Reaktionen (Überempfindlichkeitsreaktionen auf mehrere unterschiedliche Schmerzmittel) beruhen typischerweise auf einer Cyclooxygenase-1-Hemmung und müssen von selektiven Reaktionen auf einen einzelnen Wirkstoff abgegrenzt werden.
- NSAR-exazerbierte respiratorische Erkrankung (N-ERD) (durch bestimmte Schmerzmittel verschlimmerte Atemwegserkrankung): respiratorische Reaktionen bei Asthma bronchiale und/oder chronischer Rhinosinusitis mit Nasenpolypen
- NSAR-exazerbierte kutane Erkrankung (NECD) (durch bestimmte Schmerzmittel verschlimmerte Hauterkrankung): Exazerbation einer vorbestehenden chronischen spontanen Urtikaria durch NSAR
- NSAR-induzierte Urtikaria/Angioödem/Anaphylaxie (NIUAA) (durch bestimmte Schmerzmittel ausgelöste Nesselsucht, Schwellungen oder schwere systemische Überempfindlichkeitsreaktion): Urtikaria, Angioödem und/oder systemische Reaktion auf mindestens zwei chemisch nicht verwandte NSAR ohne zugrunde liegende chronische spontane Urtikaria
- Selektive Reaktion auf ein einzelnes NSAR (Überempfindlichkeitsreaktion auf nur ein bestimmtes Schmerzmittel): Eine Reaktion auf nur einen Wirkstoff bzw. chemisch eng verwandte Präparate bei Verträglichkeit anderer starker Cyclooxygenase-1-Hemmer spricht eher gegen eine klassische kreuzreaktive nichtallergische NSAR-Hypersensitivität und erfordert die Abklärung eines selektiven, ggf. allergischen Mechanismus.
- Nahrungsmittelabhängige Reaktionen unter Beteiligung von NSAR (durch Schmerzmittel verstärkte oder ausgelöste nahrungsmittelabhängige Reaktionen): Es ist gezielt zu erfragen, ob ein Nahrungsmittel allein vertragen wird und Beschwerden nur bei zusätzlicher NSAR-Einnahme auftreten bzw. verstärkt werden. Dies kann einer NSAR-exazerbierten oder NSAR-induzierten nahrungsmittelabhängigen Reaktion (NEFA/NIFA) entsprechen.
Bei der NSAR-Anamnese sollten insbesondere folgende Wirkstoffe berücksichtigt werden:
- Acetylsalicylsäure
- Diclofenac
- Ibuprofen
- Indometacin
- Ketoprofen
- Naproxen
- weitere nichtselektive NSAR
Umweltanamnese
- Berufliche und private Expositionen:
- Besteht ein reproduzierbarer Zusammenhang zwischen Beschwerden und bestimmten beruflichen oder privaten Expositionen?
- Besteht Kontakt zu Dämpfen, Rauch, Duftstoffen, Reinigungs- oder Desinfektionsmitteln oder anderen Irritantien, die allergieähnliche Beschwerden verursachen oder bestehende Atemwegs- bzw. Schleimhautbeschwerden verstärken können?
- Treten die Beschwerden ausschließlich oder gehäuft an bestimmten Aufenthaltsorten auf und bessern sie sich bei Expositionskarenz (Meidung des möglichen Auslösers)?
Unter „Lebensmittelzusatzstoffe“ finden Sie eine Datenbank mit den verschiedenen Stoffgruppen. Angaben zu einem möglichen allergischen oder nichtallergischen Hypersensitivitätspotenzial können zur gezielten Anamnese beitragen; das alleinige Vorhandensein eines Zusatzstoffes in einem Lebensmittel belegt jedoch keine ursächliche Beziehung zu den Beschwerden.
Hinweis!
Bei der Suche nach einem möglichen Auslöser ist insbesondere bei chronischen, wechselnden oder unklaren Beschwerden ein zeitlich begrenztes Ernährungs- und Symptomtagebuch hilfreich. Dokumentiert werden sollten Lebensmittel und Getränke einschließlich Menge und Zubereitungsform, Arzneimittel, mögliche Kofaktoren sowie Art, Intensität, Zeitpunkt und Dauer der Beschwerden. Ungezielte langfristige Eliminationsdiäten sollten vermieden werden.
* Bei akuter Atemnot, Schwellung von Zunge oder Kehlkopf, ausgeprägtem Blutdruckabfall, Bewusstseinsstörung bzw. Synkope oder rasch fortschreitenden Beschwerden mehrerer Organsysteme besteht der Verdacht auf eine schwere systemische Überempfindlichkeitsreaktion bzw. Anaphylaxie. In diesem Fall ist eine sofortige notfallmedizinische Versorgung erforderlich.
Unsere Empfehlung: Drucken Sie die Anamnese aus, markieren Sie alle mit „Ja“ beantworteten Fragen und nehmen Sie das Dokument mit zu Ihrem behandelnden Arzt.