Dreitagefieber (Exanthema subitum) – Differentialdiagnosen

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Arzneimittelexanthem (durch Arzneimittel ausgelöster Hautausschlag) – zeitlicher Zusammenhang mit neuer Medikation (Arzneimittelanwendung), insbesondere Antibiotika (Medikamente gegen bakterielle Infektionen) oder Antikonvulsiva (Medikamente gegen Krampfanfälle); meistens morbilliformes (masernähnliches) bzw. makulopapulöses Exanthem (fleckig-knötchenförmiger Hautausschlag), häufig mit Pruritus (Juckreiz); Fieber möglich

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Adenovirusinfektion (Infektion durch Adenoviren) – Fieber, Pharyngitis (Rachenentzündung), Konjunktivitis (Bindehautentzündung) und makulopapulöses Exanthem; Abgrenzung durch ausgeprägte respiratorische (die Atemwege betreffende) bzw. okuläre (das Auge betreffende) Begleitsymptome und fehlende typische Entfieberungs-Exanthem-Sequenz (Abfolge von Fieberabfall und Hautausschlag)
  • Enterovirusinfektionen (Infektionen durch Enteroviren) – fieberhaftes Exanthem, gegebenenfalls Enanthem (Schleimhautausschlag), Hand-Fuß-Mund-Krankheit oder Herpangina (schmerzhafte Bläschen im Rachenraum); häufig orale (den Mund betreffende), palmare (die Handflächen betreffende) bzw. plantare (die Fußsohlen betreffende) Läsionen (Haut- oder Schleimhautveränderungen)
  • Erythema infectiosum (Ringelröteln) – Parvovirus-B19-Infektion (Infektion durch Parvovirus B19) mit Wangenerythem (Rötung der Wangen) und girlandenförmigem Exanthem an Stamm und Extremitäten (Arme und Beine); Fieber meistens gering
  • Infektiöse Mononukleose (EBV-Infektion; Pfeiffersches Drüsenfieber) – Fieber, Lymphadenopathie (Lymphknotenschwellung) und Pharyngotonsillitis (Rachen- und Mandelentzündung); Exanthem spontan oder nach Aminopenicillinexposition (Kontakt mit bestimmten Antibiotika) möglich
  • Meningokokkensepsis (Blutvergiftung durch Meningokokken) – fieberhaftes petechiales (punktförmig eingeblutetes) oder purpurisches (flächig eingeblutetes), nicht wegdrückbares Exanthem; Notfalldifferenzialdiagnose bei reduziertem Allgemeinzustand, Meningismus (Nackensteifigkeit) oder Kreislaufinstabilität
  • Morbilli (Masern) – hohes Fieber, Husten, Schnupfen, Konjunktivitis und Koplik-Flecken (weißliche Flecken an der Mundschleimhaut); kraniokaudal (vom Kopf abwärts) ausbreitendes makulopapulöses Exanthem, häufig mit Fieberpersistenz (anhaltendem Fieber) statt Entfieberung
  • Rubella (Röteln) – kleinfleckiges Exanthem mit retroaurikulärer (hinter dem Ohr gelegener) bzw. okzipitaler (am Hinterkopf gelegener) Lymphadenopathie; häufig mildes Fieber; wegen klinischer Überlappung labordiagnostische Sicherung (Bestätigung durch Laboruntersuchungen) bei Verdacht
  • Scarlatina (Scharlach) – Streptococcus-pyogenes-Infektion (Infektion durch Streptococcus pyogenes) mit Angina (Mandelentzündung), Fieber, feinsandpapierartigem Exanthem, Himbeerzunge und späterer Schuppung
  • Varizellen (Windpocken) – juckendes vesikuläres Exanthem (bläschenförmiger Hautausschlag) in verschiedenen Entwicklungsstadien, häufig stammbetont; Fieber meistens begleitend und nicht typischerweise vor Exanthemausbruch beendet

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Kawasaki-Syndrom (entzündliche Gefäßerkrankung bei Kindern) – Fieber über mindestens fünf Tage mit polymorphem Exanthem (vielgestaltigem Hautausschlag), bilateraler (beidseitiger) nicht eitriger Konjunktivitis, Schleimhautveränderungen, Extremitätenveränderungen (Veränderungen an Armen und Beinen) oder zervikaler Lymphadenopathie (Lymphknotenschwellung am Hals); wichtige Differenzialdiagnose bei prolongiertem Fieber (verlängert anhaltendem Fieber)