Schock – Differentialdiagnosen

Im Folgenden die wichtigsten Differentialdiagnosen bzw. Ursachen eines Schocks (Kreislaufversagens):

Atmungssystem (J00-J99)

  • Lungenblutung (Blutung in der Lunge), massiv – mögliche Ursache eines hämorrhagisch-hypovolämischen Schocks (Kreislaufversagen durch Blut- und Flüssigkeitsverlust) bei relevanter Blutung in die Atemwege
  • Spannungspneumothorax (Lungenkollaps mit Überdruck im Brustkorb) – zeitkritische Ursache eines obstruktiven Schocks (Kreislaufversagen durch mechanische Behinderung des Blutflusses); insbesondere bei Dyspnoe (Atemnot), einseitig abgeschwächtem Atemgeräusch, Halsvenenstauung oder hämodynamischer Instabilität (Kreislaufinstabilität) auszuschließen

Bestimmte Zustände, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode haben (P00-P96)

  • Geburtstraumatische Leberruptur (Leberriss durch Geburtsverletzung) – seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Ursache eines neonatalen (das Neugeborene betreffenden) hämorrhagischen Schocks
  • Geburtstraumatische Milzruptur (Milzriss durch Geburtsverletzung) – seltene Ursache eines neonatalen septischen Schocks (Kreislaufversagen durch schwere Infektion)
  • Sepsis (Blutvergiftung) des Neugeborenen – wichtige Ursache eines neonatalen septischen Schocks

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Akute hämolytische Transfusionsreaktion (schwere Blutunverträglichkeitsreaktion nach Blutübertragung) – immunologisch (durch das Abwehrsystem) vermittelte schwere Transfusionsreaktion mit möglichem Schock, Hämolysezeichen (Zeichen des Zerfalls roter Blutkörperchen) und disseminierter intravasaler Gerinnung (schwere Gerinnungsstörung mit Blutgerinnseln und Blutungsneigung)
  • Disseminierte intravasale Gerinnung – Gerinnungsaktivierung mit Blutungs- und Thromboserisiko (Risiko für Blutgerinnsel); meist sekundär bei Sepsis, Trauma (Verletzung), geburtshilflicher Komplikation oder Malignom (bösartiger Tumor), kann eine Schocksituation verstärken

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Addison-Krise (akute lebensbedrohliche Nebennierenunterfunktion) beziehungsweise akute Nebennierenrindeninsuffizienz (akute Unterfunktion der Nebennierenrinde) – distributiv-hypovolämisch (durch Gefäßerweiterung und Flüssigkeitsmangel) imponierender Schock bei Cortisolmangel (Mangel an Stresshormon); besonders bei bekannter Nebenniereninsuffizienz, Steroidentzug (Absetzen von Cortisonpräparaten), Sepsis oder postoperativ (nach einer Operation) zu berücksichtigen
  • Diabetische Ketoazidose (Übersäuerung bei Diabetes) – metabolische Entgleisung (Stoffwechselentgleisung) mit schwerer Dehydratation (Austrocknung) und möglichem hypovolämischem Schock (Kreislaufversagen durch Flüssigkeitsmangel)
  • Hyperosmolares hyperglykämisches Syndrom (schwere Blutzuckerentgleisung mit Austrocknung) – schwere Dehydratation mit Hypotonie (niedrigem Blutdruck) bis hypovolämischem Schock, vor allem bei älteren Patienten mit Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Thyreotoxische Krise (lebensbedrohliche Schilddrüsenüberfunktion) – schwere Hyperthyreose-Entgleisung (Entgleisung einer Schilddrüsenüberfunktion) mit Tachyarrhythmien (schnellen Herzrhythmusstörungen), Hyperthermie (Überwärmung), Kreislaufinstabilität und möglichem Schock

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Erythrodermie (großflächige Hautrötung) beziehungsweise generalisierte exfoliative Dermatitis (ausgedehnte schuppende Hautentzündung) – großflächige Hautentzündung mit Flüssigkeitsverlust, Thermoregulationsstörung (Störung der Temperaturregulation) und Infektionsrisiko; Schock nur bei schwerem Verlauf beziehungsweise Komplikationen plausibel
  • Nekrotisierende Fasziitis (schwere gewebszerstörende Weichteilentzündung) – schwere Weichteilinfektion (Infektion von Haut, Unterhaut und Bindegewebe) mit möglichem septischem Schock; klinisch relevant bei rasch progredienten (schnell fortschreitenden) Schmerzen, Nekrosen (Gewebeuntergang), systemischer Toxizität (schwerer Allgemeinvergiftung) oder Weichteilgas (Gas im Weichteilgewebe)
  • Toxische epidermale Nekrolyse (schwere blasige Hautablösung) – großflächige epidermale Ablösung (Ablösung der Oberhaut) mit Flüssigkeitsverlust, Infektionsrisiko und möglichem Schock bei schwerem Verlauf

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Akute Aortendissektion (Einriss der Hauptschlagaderwand) – kann durch Perikardtamponade (Herzbeuteltamponade), Aortenruptur (Riss der Hauptschlagader), akute Aortenklappeninsuffizienz (akute Undichtigkeit der Aortenklappe) oder Organmalperfusion (Minderdurchblutung von Organen) zum Schock führen
  • Akute dekompensierte Herzinsuffizienz (akut verschlechterte Herzschwäche) – wichtige Ursache eines kardiogenen Schocks (Kreislaufversagen durch Herzpumpversagen), insbesondere bei schwer eingeschränkter Pumpfunktion
  • Akute hochgradige Bradyarrhythmie (stark verlangsamte Herzrhythmusstörung) – zum Beispiel höhergradiger atrioventrikulärer Block (schwere Überleitungsstörung zwischen Vorhof und Herzkammer) mit Minderperfusion (Minderdurchblutung) bis kardiogenem Schock
  • Akute Rechtsherzinsuffizienz (akute Schwäche der rechten Herzhälfte) – insbesondere bei Rechtsherzinfarkt (Herzinfarkt der rechten Herzhälfte), massiver Lungenembolie (Verschluss von Lungenarterien durch Blutgerinnsel) oder pulmonaler Hypertoniekrise (Krise bei Lungenhochdruck) als Ursache eines kardiogenen beziehungsweise obstruktiven Schocks
  • Dekompensierte Herzklappenerkrankung (entgleiste Herzklappenerkrankung) – insbesondere akute schwere Mitralinsuffizienz (Undichtigkeit der Mitralklappe), akute Aorteninsuffizienz (Undichtigkeit der Aortenklappe) oder hochgradige Aortenstenose (schwere Verengung der Aortenklappe) mit kardiogenem Schock
  • Fulminante Myokarditis (schwer verlaufende Herzmuskelentzündung) – entzündliche Myokardschädigung (Schädigung des Herzmuskels) mit akutem Pumpversagen und kardiogenem Schock
  • Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung), akut dekompensiert – dilatative (erweiternde), hypertrophe (verdickende), restriktive (versteifende) oder stressinduzierte Kardiomyopathie mit möglichem kardiogenem Schock
  • Lungenembolie, massiv – zentrale Ursache eines obstruktiven Schocks durch akute Rechtsherzbelastung (Belastung der rechten Herzhälfte)
  • Maligne Tachyarrhythmie (lebensbedrohliche schnelle Herzrhythmusstörung) – insbesondere ventrikuläre Tachykardie (schneller Herzrhythmus aus der Herzkammer) oder Kammerflimmern mit kritischer Kreislaufinstabilität
  • Myokardinfarkt (Herzinfarkt) – häufige Ursache eines kardiogenen Schocks; besonders bei großem Infarktareal (betroffenem Herzmuskelgebiet), Mehrgefäßerkrankung (Erkrankung mehrerer Herzkranzgefäße) oder mechanischen Komplikationen
  • Papillarmuskelruptur (Riss eines Herzklappen-Haltemuskels) – mechanische Infarktkomplikation (Komplikation nach Herzinfarkt) mit akuter schwerer Mitralinsuffizienz und kardiogenem Schock
  • Perikardtamponade – obstruktiver Schock durch diastolische Füllungsbehinderung (Behinderung der Herzfüllung in der Entspannungsphase) des Herzens
  • Ruptur eines Aortenaneurysmas (Riss einer Aussackung der Hauptschlagader) – hämorrhagischer Schock (Kreislaufversagen durch Blutverlust) durch massive Blutung, typischerweise abdominal (im Bauchraum) oder thorakal (im Brustkorb)
  • Vena-cava-Obstruktion (Verlegung der großen Hohlvene) beziehungsweise massive venöse Thrombose (ausgedehntes Blutgerinnsel in einer Vene) – seltene Ursache eines obstruktiven Schocks durch kritische Einschränkung des venösen Rückstroms (Rückfluss des Blutes zum Herzen)
  • Ventrikelseptumruptur (Riss der Herzscheidewand) – mechanische Infarktkomplikation mit akutem Links-Rechts-Shunt (Kurzschlussverbindung zwischen linker und rechter Herzkammer), Lungenstauung und kardiogenem Schock

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Invasive Meningokokkenerkrankung (schwere Infektion durch Meningokokken) – fulminante (rasch schwer verlaufende) Sepsis mit septischem Schock, Purpura fulminans (schwere Hautblutungen durch Gerinnungsstörung) und möglicher Nebennierenblutung
  • Schwere Malaria tropica (schwerste Form der Malaria) – bei entsprechender Reiseanamnese (Angaben zu Reisen) wichtige infektiöse Differentialdiagnose einer Schocksituation
  • Sepsis – häufige Ursache eines distributiven Schocks (Kreislaufversagen durch Gefäßerweiterung und Fehlverteilung des Blutes); Fokusdiagnostik (Suche nach dem Infektionsherd) insbesondere bezüglich Pneumonie (Lungenentzündung), intraabdomineller Infektion (Infektion im Bauchraum), Urogenitalinfektion (Infektion der Harn- und Geschlechtsorgane), Katheterinfektion, Haut-/Weichteilinfektion und Meningitis (Hirnhautentzündung) erforderlich
  • Toxic-Shock-Syndrom (toxisches Schocksyndrom) – toxinvermitteltes (durch Bakteriengifte vermitteltes) schweres Kreislauf- und Organversagen, meist durch Staphylococcus aureus oder Streptococcus pyogenes

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Akute Cholangitis (akute Gallenwegsentzündung) – bakterielle Infektion der Gallenwege mit möglicher Sepsis und septischem Schock
  • Akute schwere Pankreatitis (akute schwere Bauchspeicheldrüsenentzündung) – systemische Inflammation (Entzündung im ganzen Körper), Kapillarleck (Austritt von Flüssigkeit aus kleinsten Blutgefäßen), Hypovolämie (verminderte Blut- beziehungsweise Flüssigkeitsmenge) und infektiöse Komplikationen können zu Schock führen
  • Varizenblutung (Blutung aus Krampfadern) bei portaler Hypertension (Pfortaderhochdruck) – potenziell massive obere gastrointestinale Blutung (Blutung im oberen Magen-Darm-Trakt) mit hämorrhagischem Schock

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Akute mesenteriale Ischämie (akute Minderdurchblutung des Darms) – kann mit abdomineller Schmerzsymptomatik (Bauchschmerzen), Laktatazidose (Übersäuerung durch Milchsäure), Sepsis und Schock einhergehen
  • Gastrointestinale Blutung (Blutung im Magen-Darm-Trakt), akut und relevant – insbesondere Ulcusblutung (Blutung aus einem Geschwür) oder untere gastrointestinale Blutung als Ursache eines hämorrhagischen Schocks
  • Ileus (Darmverschluss) beziehungsweise Strangulationsileus (Darmverschluss mit Abschnürung) – Flüssigkeitsverschiebung, Erbrechen, Ischämie (Minderdurchblutung) oder Perforation (Durchbruch) können zu Schock führen
  • Perforiertes Hohlorgan (durchgebrochenes Hohlorgan) – Ursache einer Peritonitis (Bauchfellentzündung) mit möglichem septischem Schock
  • Peritonitis – intraabdominelle Infektion mit möglichem septischem Schock

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Phäochromozytomkrise (Krise bei hormonproduzierendem Nebennierentumor) – katecholaminvermittelte Krise (durch Stresshormone vermittelte Krise) mit hypertensiver Entgleisung (Blutdruckkrise), Tachyarrhythmien, Myokardischämie (Minderdurchblutung des Herzmuskels), Laktatazidose und möglichem Schock
  • Tumorblutung (Blutung aus einem Tumor) – hämorrhagischer Schock bei rupturiertem (gerissenem) oder stark blutendem Tumor, insbesondere intraabdominell oder gastrointestinal (den Magen-Darm-Trakt betreffend)

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)

  • Abruptio placentae (vorzeitige Plazentalösung) – geburtshilflicher Notfall mit Blutung, disseminierter intravasaler Gerinnung und möglichem hämorrhagischem Schock
  • Extrauteringravidität (Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter) mit Ruptur (Riss) – gynäkologischer Notfall mit intraabdomineller Blutung und hämorrhagischem Schock
  • Fruchtwasserembolie (Einschwemmung von Fruchtwasserbestandteilen in den mütterlichen Kreislauf) – peripartale Katastrophe (lebensbedrohliches Ereignis um die Geburt) mit plötzlicher Hypoxie (Sauerstoffmangel), Kreislaufkollaps, disseminierter intravasaler Gerinnung und Schock
  • HELLP-Syndrom (schwere Schwangerschaftskomplikation mit Blutzerfall, erhöhten Leberwerten und niedrigen Blutplättchen) mit Leberruptur – seltene, lebensbedrohliche Ursache eines hämorrhagischen Schocks in der Schwangerschaft
  • Postpartale Hämorrhagie (Blutung nach der Geburt) – häufige geburtshilfliche Ursache eines hämorrhagischen Schocks
  • Uterusruptur (Gebärmutterriss) – geburtshilflicher Notfall mit intraabdomineller Blutung und hämorrhagischem Schock

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Anaphylaktischer Schock (allergisches Kreislaufversagen) – distributiver Schock durch schwere systemische Sofortreaktion (schwere allergische Reaktion des ganzen Körpers); insbesondere bei plötzlicher Hypotonie, Bronchospasmus (Verkrampfung der Bronchien), Urtikaria (Nesselsucht), Angioödem (Schwellung tiefer Haut- und Schleimhautschichten) oder gastrointestinaler Symptomatik (Beschwerden des Magen-Darm-Trakts) zu berücksichtigen
  • Hämorrhagischer Schock – Schock durch akuten relevanten Blutverlust, bis zum Ausschluss als zeitkritisch zu behandeln
  • Hypovolämischer Schock, nicht hämorrhagisch – zum Beispiel durch Erbrechen, Diarrhoe (Durchfall), Verbrennungen, Pankreatitis oder ausgeprägten Flüssigkeitsmangel
  • Kardiogener Schock – Schock durch primäre kardiale Pumpfunktionsstörung (Pumpstörung des Herzens) oder mechanische kardiale Komplikation (mechanische Herzkomplikation)
  • Neurogener Schock (nervenbedingtes Kreislaufversagen) – distributiver Schock durch Ausfall der sympathischen Regulation (Steuerung des unwillkürlichen Nervensystems), insbesondere nach hoher Rückenmarkschädigung
  • Obstruktiver Schock – Schock durch mechanische Behinderung von Herzfüllung oder Auswurf, insbesondere Perikardtamponade, Spannungspneumothorax oder massive Lungenembolie
  • Septischer Schock – distributiver Schock durch Infektion mit Kreislauf- und Zellstoffwechselstörung

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Akute Pyelonephritis (akute Nierenbeckenentzündung) beziehungsweise Urosepsis (Blutvergiftung ausgehend von den Harnwegen) – urogenitaler Fokus (Herd im Bereich der Harn- und Geschlechtsorgane) einer Sepsis mit möglichem septischem Schock
  • Ruptur einer Ovarialzyste (Riss einer Eierstockzyste) mit relevanter Blutung – mögliche gynäkologische Ursache eines hämorrhagischen Schocks
  • Spontane Nierenblutung beziehungsweise perirenales Hämatom (Bluterguss um die Niere) – seltene Ursache eines hämorrhagischen Schocks, insbesondere bei Tumor, Antikoagulation (Blutverdünnung) oder vaskulärer Ursache (gefäßbedingter Ursache)

Ursachen (äußere) von Morbidität und Mortalität (V01-Y84)

  • Iatrogene Blutung (durch medizinische Maßnahmen verursachte Blutung) – Blutverlust nach invasiver Diagnostik (eingreifender Untersuchung), Punktion (Nadelentnahme), Operation oder Intervention (medizinischem Eingriff) als Ursache eines hämorrhagischen Schocks
  • Polytrauma (Mehrfachverletzung) – kombinierte Blutung, Hypovolämie, obstruktive Ursachen, Schädel-Hirn-Trauma (Kopf-Hirn-Verletzung) und inflammatorische Reaktion (Entzündungsreaktion) als mögliche Schockmechanismen

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Beckenfraktur (Beckenbruch) mit retroperitonealer Blutung (Blutung hinter dem Bauchfell) – relevante traumatische Ursache eines hämorrhagischen Schocks
  • Blutung in große Körperhöhlen oder Weichteile – traumatische Ursache eines hämorrhagischen Schocks
  • Fettemboliesyndrom (Gefäßverschluss durch Fetttröpfchen) – insbesondere nach Frakturen (Knochenbrüchen) langer Röhrenknochen; kann respiratorische Insuffizienz (Atemschwäche) und Kreislaufinstabilität verursachen
  • Frakturen langer Röhrenknochen beziehungsweise multiple Frakturen – relevante Blutungsquelle mit möglichem hypovolämischem Schock
  • Hämothorax (Blutansammlung im Brustkorb), massiv – traumatische intrathorakale Blutung (Blutung im Brustkorb) mit möglichem hämorrhagischem Schock
  • Luftembolie (Gefäßverschluss durch Luft) – seltene, aber potenziell letale (tödliche) Ursache eines obstruktiven Schocks
  • Milzruptur (Milzriss) – klassische intraabdominelle Blutungsursache eines hämorrhagischen Schocks
  • Postoperative Blutungskomplikation (Blutungskomplikation nach einer Operation) – hämorrhagischer Schock nach Operation oder Intervention
  • Verbrennungsschock – hypovolämisch-distributive Schocksituation durch Kapillarleck und massiven Flüssigkeitsverlust bei großflächigen Verbrennungen

Medikamente

  • Arzneimittelinduzierte Anaphylaxie (allergische Sofortreaktion durch Medikamente) – insbesondere nach Antibiotika, nichtsteroidalen Antirheumatika (entzündungshemmenden Schmerzmitteln), Muskelrelaxanzien (muskelentspannenden Medikamenten), Kontrastmitteln oder Biologika (biotechnologisch hergestellten Medikamenten) möglich
  • Antikoagulantien- beziehungsweise thrombolytikaassoziierte Blutung (Blutung unter Blutverdünnern beziehungsweise Gerinnsel-auflösenden Medikamenten) – mögliche Ursache eines hämorrhagischen Schocks
  • Betablocker-Intoxikation (Vergiftung durch Betablocker) – bradykarder (mit langsamem Puls einhergehender) kardiogener beziehungsweise vasoplegischer Schock (Kreislaufversagen durch Gefäßweitstellung) möglich
  • Calciumkanalblocker-Intoxikation (Vergiftung durch Calciumkanalblocker) – schwere Hypotonie, Bradykardie (langsamer Herzschlag), Hyperglykämie (erhöhter Blutzucker) und Schock möglich
  • Opioid-, Sedativa- oder Anästhetikaüberdosierung (Überdosierung von starken Schmerzmitteln, Beruhigungsmitteln oder Narkosemitteln) – schockähnliche Kreislaufdepression (Kreislaufdämpfung) beziehungsweise sekundäre Hypoxie möglich

Umweltbelastungen – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Kohlenmonoxidintoxikation (Kohlenmonoxidvergiftung) – Gewebehypoxie (Sauerstoffmangel im Gewebe) mit möglicher Kreislaufinstabilität; insbesondere bei Brandereignis oder Exposition (Kontakt) in geschlossenen Räumen berücksichtigen
  • Zyanidintoxikation (Blausäurevergiftung) – zelluläre Hypoxie (Sauerstoffmangel in den Zellen) mit schwerer Laktatazidose und raschem Kreislaufkollaps, insbesondere bei Rauchgasexposition oder industrieller Exposition