Krampfadern (Varizen) – Operative Therapie

1. Ordnung

  • Varizensklerosierung (auch Sklerotherapie genannt) – Verödung der Varizen durch Einspritzen einer Substanz, die durch einen Entzündungsreiz zur Verödung führt; wird bevorzugt bei Besenreiservarizen und retikulären Varizen durchgeführt
  • Schaumsklerosierung/Schaumverödung und perkutane Phlebextraktion (dabei wird die Vene Stück für Stück ohne große Schnitte durch kleine Einstiche herausoperiert) sind Methoden der Wahl zur Ausschaltung der Astvarikose (Astkrampfadern).
    • Die duplexsonographisch gestützte Schaumsklerosierung bietet für Patienten eine deutlich erhöhte Wirksamkeit im Vergleich zur Sklerosierung mit flüssigem Verödungsmittel.
  • Thermische Ablation mittels Lasertherapiez. B. als endoluminale Laser­therapie (ELT) oder endovenöse Laserablation (EVLA) – ein Radiallaser kann die Laserenergie ringförmig um die Katheterspitze direkt in die Venenwand emittieren und damit veröden; Indikation: insuffiziente Stammvenen
    • endovenöse Laserablation (EVLA): endovenöse thermische Ablation der Saphenavenen erfolgt zunehmend durch die Laserkrossektomie 
  • Venenstripping – diese Methode bezeichnet die Entfernung der oberflächlichen Venen bis zur untersten insuffizienten Vene; wird durchgeführt bei Stammvarikosis und gleichzeitiger Perforansvarikosis
  • Subfasziale Ligatur – bezeichnet die Durchtrennung der Verbindungsvenen zwischen tiefem und oberflächlichem Venensystem; wird bei Perforanzvarizen durchgeführt
  • Extraluminale Valvuloplastie; dabei wird Kunststoffhaut an kritischen Stellen eng um die Vene gelegt und dadurch verengt ("innerer Stützstrumpf"); Venenklappen können so wieder schließen und das Blut fließt nicht mehr nach unten, sodass sich die Vene erholen kann [2 ]. Die langfristige Wirksamkeit der extraluminalen Valvuloplastie muss allerdings noch nachgewiesen werden.

Hinweis zum therapeutischen Erfolg

  • Die Erfolgsrate nach einer Sklerotherapie ist laut einer Studie [1] am niedrigsten:
    • 6 Wochen nach dem Eingriff zeigt sich ein vollständiger Verschluss:
      • Sklerotherapie: 54,6 %
      • Lasertherapie: 83,0 %
      • Venenstripping: 84,4 %
    • 6 Monate nach dem Eingriff zeigt sich ein vollständiger Verschluss:
      • Sklerotherapie: 43,4 %
      • Lasertherapie: 82,3 %
      • Venenstripping: 78,0 %
  • Beim Vergleich der Verfahren endovenöse Laserablation (EVLA; s. o.), Sklerosierung und Operation wurde nach 5 Jahren die krankheitsbezogene Lebensqualität nach Operation und EVLA besser als nach Sklerotherapie (hier: Schaumverödung) beurteilt [3].

Literatur

  1. Brittenden J et al.: A Randomized Trial Comparing Treatments for Varicose Veins. N Engl J Med 2014; 371:1218-1227September 25, 2014 DOI: 10.1056/NEJMoa1400781
  2. Mumme A, Stücker M, Hummel T: Die extraluminale Valvuloplastie der Vena saphena magna. In: Gefässchirurgie November 2014, Volume 19, Issue 7, pp 637-642
  3. Brittenden J et al.: Five-Year Outcomes of a Randomized Trial of Treatments for Varicose Veins. N Engl J Med 2019;381:912-22; https://doi.org/10.1056/NEJMoa1805186

Leitlinien

  1. S2k-Leitlinie: Sklerosierungsbehandlung der Varikose. (AWMF-Registernummer: 037 - 015), Dezember 2018 Langfassung
  2. S2k-Leitlinie: Lasertherapie der Haut. (AWMF-Registernummer: 013-095), Januar 2022 Langfassung