Hitzschlag und Sonnenstich – Körperliche Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Körpertemperatur, Körpergewicht, Körpergröße, Körpertemperatur; des Weiteren:
    • Inspektion (Betrachtung)
      • Haut, Schleimhäute und Skleren (weiße Teil des Auges)
        Beachte: Wg. "Dehydratation (Flüssigkeitsmangel)" beim alten Menschen: Die stehende Hautfalte auf dem Handrücken ist aufgrund des verminderten Kollagengehaltes der Haut beim alten Menschen von nur sehr begrenztem klinischen Wert.
        Ein besserer Indikator ist die "trockene Axilla/Achselhöhle" (hohe Sensitivität (Prozentsatz erkrankter Patienten, bei denen die Krankheit durch die Anwendung des Verfahrens erkannt wird, d. h. ein positiver Befund auftritt), aber nur eine moderate Spezifität erkannt wird, d. h. ein positiver Befund auftritt)  zugleich eine große Abhängigkeit vom Feuchtigkeitsgrad).
  • Neurologische Untersuchung – inklusive Testung der Pupillen, Reflexe

Glasgow Coma Scala, GCS[1]. Diese enthält folgende Kriterien:

  Kriterium Punktzahl
Augenöffnen    spontan 4
auf Aufforderung 3
auf Schmerzreiz 2
keine Reaktion 1
 Verbale Kommunikation     konversationsfähig, orientiert 5
konversationsfähig, desorientiert (verwirrt) 4
unzusammenhängende Worte 3
unverständliche Laute 2
keine verbale Reaktion 1
 Motorische Reaktion      befolgt Aufforderungen 6
gezielte Schmerzabwehr 5
ungezielte Schmerzabwehr 4
auf Schmerzreiz Beugesynergismen  3
auf Schmerzreiz Strecksynergismen  2
keine Reaktion auf Schmerzreiz 1

Beurteilung

  • Die Punkte werden für jede Kategorie einzeln vergeben und anschließend addiert. Die maximale Punktzahl ist 15, die minimale 3 Punkte.
  • Bei 8 oder weniger Punkten ist von einer sehr schweren Gehirnfunktionsstörung auszugehen und des besteht die Gefahr von lebensbedrohlichen Atmungsstörungen.
  • Bei einem GCS ≤ 8 muss intubiert ("Einführen einer Hohlsonde in die Luftröhre") und für eine ausreichende Beatmung gesorgt werden.

Literatur

  1. Teasdale G, Jennet B: Assessment of coma and impaired consciouness: a pratical scale, Lancet 2:81-84, 1974