Chronische venöse Insuffizienz (CVI) – Medizingerätediagnostik

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Duplexsonographie (Kombination aus Ultraschall und Blutflussmessung) – Verfahren der ersten Wahl zur Diagnostik der chronischen venösen Insuffizienz (chronische Venenschwäche); kombiniert B-Bild-Sonographie (Ultraschallbildgebung) und Dopplersonographie (Messung des Blutflusses) zur morphologischen (Form betreffend) und funktionellen (Funktions-) Beurteilung des venösen Systems (Venensystem)
    • Nachweis von venösem Reflux (Rückfluss des Blutes) (Klappeninsuffizienz (undichte Venenklappen))
    • Beurteilung der tiefen und oberflächlichen Venen (Blutgefäße)
    • Detektion von Perforansinsuffizienzen (Funktionsstörung der Verbindungsvenen)
    • Ausschluss bzw. Nachweis einer (postthrombotischen (nach einer Thrombose entstandenen)) Obstruktion (Gefäßverschluss)
  • Farbkodierte Duplexsonographie (FKDS) (farblich dargestellte Ultraschalluntersuchung des Blutflusses) – Standardverfahren zur detaillierten funktionellen (Funktions-) Analyse
    • Exakte Lokalisation insuffizienter Venenklappen (undichter Venenklappen)
    • Darstellung von Refluxdauer (Dauer des Blutrückflusses) und -ausmaß (Ausprägung des Blutrückflusses) (pathologisch (krankhaft): > 0,5 s im oberflächlichen Venensystem (Venensystem nahe der Haut), > 1,0 s im tiefen Venensystem (tief liegende Venen))
    • Beurteilung von Perforansvenen (Verbindungsvenen zwischen oberflächlichem und tiefem Venensystem)
    • Mapping (Kartierung der Venen) vor interventionellen (minimal-invasiven Eingriffen) oder operativen Therapieverfahren (Behandlungsmethoden)

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese (Krankengeschichte), körperlichen Untersuchung (Untersuchung des Körpers), Labordiagnostik (Untersuchung von Blut- und anderen Körperwerten) und obligaten Medizingerätediagnostik (verpflichtend durchzuführende apparative Diagnostik) – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • Photoplethysmographie (PPG) (Messverfahren zur Beurteilung des venösen Blutflusses über Lichtsignale) – nicht-invasives Verfahren (Untersuchung ohne Eingriff) zur Beurteilung der venösen Wiederfüllzeit (Zeit bis zur Wiederauffüllung der Venen mit Blut) (venous refill time (Zeit bis zur Wiederauffüllung der Venen))
    • Hinweis auf venöse Insuffizienz (Venenschwäche) bei verkürzter Wiederfüllzeit (verkürzte Zeit bis zur Wiederauffüllung der Venen)
  • Venenverschlussplethysmographie (Messung von Blutvolumenveränderungen in den Venen) – quantitative Messung des venösen Abstroms (Blutabflusses aus den Venen) und der Kapazität (Fassungsvermögen der Venen)
    • Einsatz bei unklaren Fällen oder zur funktionellen Verlaufsbeurteilung (Beurteilung des Krankheitsverlaufs)
  • Aszendierende Pressphlebographie (Röntgendarstellung der Venen mit Kontrastmittel unter Druck) – heute nur noch in Ausnahmefällen indiziert (angezeigt) (z. B. komplexe Rezidivvarikosis (wiederkehrende Krampfadern), unklare Befunde vor operativer/interventioneller Therapie (Behandlung))
    • Invasive Referenzmethode (eingreifendes Vergleichsverfahren) zur Darstellung des tiefen Venensystems (tiefe Venen)
  • Magnetresonanztomographie (MRT) (Kernspintomographie) (bildgebendes Verfahren mit Magnetfeldern) -Phlebographie (Darstellung der Venen) oder Computertomographie (CT) (Schichtbildverfahren mit Röntgenstrahlen) -Phlebographie (Darstellung der Venen) – bei Verdacht auf zentrale venöse Abflussstörungen (Störung des Blutabflusses aus den zentralen Venen) (z. B. Beckenvenenobstruktion (Verschluss der Beckenvenen))
    • Darstellung iliakaler (die Beckenvenen betreffend) oder kavaler (die Hohlvene betreffend) Abflusshindernisse (Blockaden des Blutabflusses)