Sonnenbrand (Dermatitis solaris) – Differentialdiagnosen

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Erythropoetische Protoporphyrie (erblich bedingte Lichtüberempfindlichkeit) – ausgeprägte brennende Hautschmerzen bereits Minuten nach Lichtexposition (Lichteinwirkung), häufig mit nur geringem Erythem (Hautrötung); typischer Beginn im Kindesalter

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Chronische aktinische Dermatitis (chronische lichtbedingte Hautentzündung) – persistierende, meist ekzematöse Dermatitis (entzündliche Hautveränderung) lichtexponierter Areale mit scharfer Begrenzung zu bedeckter Haut; im Gegensatz zur Dermatitis solaris (Sonnenbrand) chronisch-rezidivierender Verlauf
  • Kutane Formen des Lupus erythematodes (Hautformen einer Autoimmunerkrankung) – photosensitive Erytheme bzw. Plaques (erhabene flächige Hautveränderungen) mit deutlich längerem Verlauf als bei Dermatitis solaris; insbesondere bei rezidivierenden oder protrahierten lichtinduzierten Hautveränderungen zu berücksichtigen
  • Photoallergische Kontaktdermatitis (lichtabhängige allergische Hautentzündung) – juckende ekzematöse Reaktion nach Lichtexposition und Kontakt mit einem Photosensibilisator (lichtsensibilisierenden Stoff); verzögerter Beginn und mögliche Ausbreitung auf nicht lichtexponierte Haut
  • Polymorphe Lichtdermatose (Sonnenallergie) – meist stark juckende Papeln (Knötchen), Papulovesikel (Knötchen mit kleinen Bläschen) oder Plaques Stunden bis Tage nach Sonnenexposition; typischerweise rezidivierend im Frühjahr oder Frühsommer
  • Solare Urtikaria (lichtbedingte Nesselsucht) – Erythem und Urticae (Quaddeln) innerhalb weniger Minuten nach Lichtexposition mit meist rascher Rückbildung nach Beendigung der Exposition

Medikamente

  • Photoallergische Arzneimittelreaktion (lichtabhängige allergische Medikamentenreaktion) – verzögerte, ekzematöse und meist pruritische (juckende) Reaktion nach gleichzeitiger Arzneimittel- und Lichtexposition
  • Phototoxische Arzneimittelreaktion (lichtbedingte Hautschädigung durch Medikamente) – klinisch besonders wichtige Differenzialdiagnose (abzugrenzende Erkrankung), da sie einem ausgeprägten Sonnenbrand mit Erythem, Ödem (Schwellung) und gegebenenfalls Blasenbildung unmittelbar entsprechen kann

Umweltbelastungen – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Phytophotodermatitis (lichtbedingte Hautentzündung nach Pflanzenkontakt) – phototoxische Reaktion nach Hautkontakt mit Furocumarin-haltigen Pflanzen bzw. Pflanzenprodukten und anschließender UVA-Exposition (Einwirkung von ultraviolettem A-Licht); häufig bizarre, streifen- oder spritzerförmige Erytheme und Blasen mit nachfolgender Hyperpigmentierung (verstärkte Hautpigmentierung)