Morbus Parkinson – Körperliche Untersuchung

Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte:

  • Allgemeine körperliche Untersuchung – inklusive Blutdruck, Puls, Körpergewicht, Körpergröße; des Weiteren:
    • Inspektion (Betrachtung)
      • Haut und Schleimhäute [Hypersalivation (Synonyme: Sialorrhö, Sialorrhoe oder Ptyalismus; vermehrter Speichelfluss)]
      • Hals
      • Gang
        • Akinese (Bewegungslosigkeit, Bewegungsstarre)
        • Bradykinese – Verlangsamung der Willkürbewegungen
        • Hypokinese – Amplitudenminderung der Willkürbewegungen
        • Marche à petit pas – kleinschrittiger Gang
      • Extremitäten (Tonus der Extremitätenmuskulatur) [Rigor (Steifigkeit der Muskulatur infolge Erhöhung des Muskeltonus, die bei passiver Bewegung im Gegensatz zur Spastik während des gesamten Bewegungsablaufes bestehen bleibt; Zahnradphänomen: ruckartiges Nachgeben des Muskeltonus bei passiver Bewegung einer Extremität)]
      • Tremor
        • Klassischer Parkinsontremor: tritt in Erscheinung bei unterstützten Armen in Ruhe mit einer Frequenz von ca. 4-6 Hz (höhere Frequenzen möglich in frühen Krankheitsstadien möglich); wird auch als Pillendrehertremor bezeichnet; wegweisend ist die Amplitudenabnahme beim Beginn von Willkürbewegungen; durch geistige Beschäftigung oder Emotionen aktivierbar
        • Selten auftretend: Haltetremor (mittlere Frequenz von 5-7 Hz, wie beim essentiellen Tremor), der oft gemeinsam mit einem Ruhetremor bestehen kann und der Aktionstremor (8-12 Hz). 
    • Auskultation (Abhören) des Herzens 
    • Auskultation der Lunge 
    • Palpation (Abtasten) des Abdomens (Bauch) (Druckschmerz?, Klopfschmerz?, Hustenschmerz?, Abwehrspannung?, Bruchpforten?, Nierenlagerklopfschmerz?)
  • Neurologische Untersuchung [wg. Differentialdiagnosen]
  • Gesundheitscheck 

Beachte: Die Diagnose ist regelmäßig und auch immer über den Langzeitverlauf zu reevaluieren (≥ 5 Jahren), v. a. auf motorische Fluktuationen und Dyskinesien. Dieses Problem erhöht die Diagnosesicherheit nach fünf Jahren signifikant [S2k-Leitlinie].

In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische (krankhafte) körperliche Befunde hingewiesen.