Vulvakarzinom – Körperliche Untersuchung
Eine umfassende klinische Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte beim Verdacht auf ein Vulvakarzinom.
Die körperliche Untersuchung dient der frühzeitigen Erkennung suspekter vulvärer Läsionen, der Abschätzung der lokalen Tumorausdehnung sowie der Erfassung einer möglichen regionalen oder systemischen Beteiligung. Sie stellt einen essenziellen Bestandteil der Primärdiagnostik dar.
- Allgemeine körperliche Untersuchung – Erhebung des Allgemeinzustands und möglicher Begleiterkrankungen:
- Blutdruck
- Puls
- Körpertemperatur
- Körpergewicht
- Körpergröße
- Inspektion
- Haut und Schleimhäute
- Bauchdecke
- Inguinalregion [z. B. vergrößerte oder verhärtete Lymphknoten]
- Auskultation des Herzens
- Auskultation der Lunge
- Gynäkologische Untersuchung
- Inspektion
- Vulva – Beurteilung von Hautfarbe, Symmetrie, Architektur sowie pathologischen Veränderungen wie Ulzerationen, Knoten, Verhärtungen, Leukoplakien, Erythroplakien oder pigmentierten Läsionen
- Vagina – Ausschluss einer Mitbeteiligung; Beurteilung auf Blutungen, Ulzera oder intraepitheliale Neoplasien [Essigsäuretest durch Betupfen mit 3–5%iger Essigsäure zur Sichtbarmachung suspekter Areale möglich]
- Cervix uteri/Portio – Inspektion, ggf. Entnahme eines zytologischen Abstrichs (Pap-Test)
- Inguinale Lymphknoten – Palpatorische und visuelle Beurteilung [ggf. vergrößert, derb oder fixiert]
- Palpation (bimanuell) der inneren Genitalorgane
- Cervix uteri
- Uterus [Normalbefund: anteflektiert/nach ventral abgewinkelt, normal groß, kein Druckschmerz]
- Adnexe und Tubae uterinae [Normalbefund: frei]
- Parametrien [Normalbefund: frei]
- Beckenwände [Normalbefund: frei]
- Douglas-Raum [Normalbefund: frei]
- Inguinale Lymphknoten [pathologisch: vergrößert, tastbar]
- Inspektion
- Gesundheitscheck – Erfassung relevanter Vorerkrankungen, funktioneller Einschränkungen und Risikofaktoren, die für die weitere Diagnostik und Therapieplanung bedeutsam sind.
In eckigen Klammern [ ] wird auf mögliche pathologische körperliche Befunde hingewiesen, die den Verdacht auf ein Vulvakarzinom oder dessen Ausbreitung erhärten.
Beachte
- Jede persistierende oder unklare vulväre Läsion ist biopsiepflichtig.
- Die sorgfältige Inspektion der Vulva sollte Bestandteil jeder gynäkologischen Untersuchung sein.
- Der inguinale Lymphknotenstatus besitzt eine hohe prognostische Relevanz.