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Ursachen
Bauchfellentzündung (Peritonitis)

Pathogenese (Krankheitsentstehung)

Eine primäre Peritonitis (1 % der Peritonitiden) tritt ohne erkennbare Infektion auf. Sie entwickelt sich in der Regel aus einem Aszites.
Die genaue Ursache ist noch unklar, man geht jedoch von einer hämatogenen Erregeraussaat (Streptokokken, Pneumokokken) aus. Dabei stellt der Aszites einen idealen Nährboden dar.

Bei der sekundären Peritonitis kommt es durch eine Eintrittspforte aus einem Hohlorgan zur Bakterienaussaat (meistens durch Bakterien aus dem Darm) in das Abdomen (Bauchhöhle). Des Weiteren können Bakterien die Darmwand, bedingt durch entzündliche und/oder maligne (bösartige) Veränderungen der Bauchorgane, auch ohne Perforation (Durchbruch) durchwandern (Durchwanderungsperitonitis). Im Rahmen der Entzündung kommt es zu einer systemischen Entzündungsreaktion mit Ödembildung und damit zu bedrohlichen Flüssigkeitsverlusten. Weitere Folgen sind lokale Abszesse und Verklebungen mit dem Omentum majus ("großes Netz").

Ätiologie (Ursachen)

Krankheitsbedingte Ursachen

Erkrankungen, die zu einer primären Peritonitis führen können:

Atmungssystem (J00-J99)

  • Angina tonsillaris ‒ Entzündung ders lymphatischen Rachenrings
  • Pneumonie (Lungenentzündung)

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Herzinsuffizienz (Herzschwäche)
  • Lymphödem

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Grippe
  • Tuberkulose
  • Virale Hepatitis ‒ durch Viren verursachte Leberentzündung

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Chronische Hepatitis (Leberentzündung)
  • Leberzirrhose (bindegewebiger Umbau der Leber, der zur Funktionseinschränkung führt) → portale Hypertonie (portale Hypertension; Pfortaderhochdruck; permanente Druckerhöhung in der Pfortader > 10 mmHg); 15 % dieser Patienten entwickeln eine spontane bakterielle Peritonitis (SBP)

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Rheumatische Erkrankungen, nicht näher bezeichnet
  • Systemischer Lupus erythematodes (SLE) ‒ Kollagenose, die vor allem die Haut und viele innere Organe betrifft

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • (Metastasierte) Neubildungen, nicht näher bezeichnet

Beachte: Die primäre Peritonitis kann auch bei sonst gesunden Personen auftreten.

 

Erkrankungen, die zu einer sekundären Peritonitis führen können:

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Mesenterialvenenthrombose ‒ Verschluss von den Darm versorgenden Venen durch einen Blutpfropf

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Gonorrhoe (Tripper) mit Keimaszension (aufsteigendes Einwandern von Keimen) über die Tuben (Eileiter)

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse)  (K70-K77; K80-K87)

  • Cholezystitis (Gallenblasenentzündung)
  • Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Akute mesenteriale Ischämie (AMI; Darminfarkt, Mesenterialarterienverschluss, Mesenterialinfarkt, mesenteriale Verschlusskrankheit, Angina abdominalis)
  • Appendicitis (Blinddarmentzündung)
  • Divertikulitis  – Erkrankung des Dickdarmes, bei der sich in Ausstülpungen der Schleimhaut (Divertikel) eine Entzündung bildet) mit Perforation
  • Inkarzerierte Leistenhernie ‒ eingeklemmter Leistenbruch
  • Magen-/Darmperforation (Darmdurchbruch) ‒ zur Darmperforation kann es kommen durch:
    • Entzündung
    • Ulzerationen (Geschwürbildung)
    • Chronisch entzündliche Darmerkrankungen
    • Iatrogen (durch ärztliche Eingriffe) z. B. bei endoskopischen Untersuchungen/Operationen
    • Vaskulär (gefäßbedingt) wie bei Ischämie (Minderdurchblutung), Embolie (Verschluss eines Blutgefäßes)
    • Obstruktion/Ileus (Darmverschluss)
    • Neubildungen
    • Fremdkörper
  • Anastomoseninsuffizienz nach Eingriffen am Magen-/Darm-Trakt

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • (Metastasierte) Neubildungen, nicht näher bezeichnet

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)

  • Extrauteringravidität – Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter; bei ca. 1 bis 2 % aller Schwangerschaften liegt eine Extrauteringravidität vor: Tubargravidität (Eileiterschwangerschaft), Ovarialgravidität (Schwangerschaft im Eierstock), Peritonealgravidität oder Abdominalgravidität (Bauchhöhlenschwangerschaft), Cervixgravidität (Schwangerschaft im Gebärmutterhals)

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Salpingitis (Eileiterentzündung)

Ursachen (äußere) von Morbidität und Mortalität (V01-Y84)

  • Zwischenfälle bei chirurgischen Eingriffen/medizinischer Behandlung

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Einblutung in die Bauchhöhle
  • Galleleckage nach Leberpunktion (Leberbiopsie; Probeentnahme aus der Leber)
  • Magen-/Darmperforation durch Fremdkörper
  • Verletzungen der Bauchhöhle und/oder innerer Organe, stumpf oder penetrierend

Weitere Ursachen

  • Kontinuierlich ambulante Peritonealdialyse (CAPD)
  • Liquordrainage ‒ Ableitung des Hirnwassers in den Bauchraum; wird beim Hydrocephalus (Wasserkopf) durchgeführt
  • Zustand nach Radiatio (Strahlentherapie) der Bauchorgane/Peritoneum

Medikamente

  • Intraperitoneale Chemotherapie ‒ Chemotherapeutika, die direkt in die Bauchhöhle eingeleitet werden
  • Immunsuppressiva
     
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