Folgeerkrankungen
Mittelohrentzündung (Otitis media)

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch Otitis media (Mittelohrentzündung) mit bedingt sein können:

Atmungssystem (J00-J99)

  • Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Sinusvenenthrombose (SVT)* – Verschluss eines Hirnsinus (aus Duraduplikaturen hervorgehenden großen venösen Blutgefäße des Gehirns) durch einen Thrombus (Blutpfropf); klinisches Bild: Kopfschmerzen, Stauungspapillen und epileptische Anfälle

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Sepsis (Blutvergiftung)

Ohren – Warzenfortsatz (H60-H95)

  • Cholesteatom (Synonym: Perlgeschwulst, Zwiebelgeschwulst) Einwucherung von mehrschichtig verhornendem Plattenepithel in das Mittelohr mit nachfolgender chronisch-eitriger Otitis media (Mittelohrentzündung)
  • Hörsturz (sensorineural hearing loss; SNHL) – bei chronischer Otitis media höchstes Risiko (14,5 vs. 4,8 je 10.000 Personenjahre) im ersten Jahr nach Otitis-Diagnose [1]
  • Labyrinthitis – Entzündung einer Struktur des Innenohres, die Labyrinth genannt wird
  • Mastoiditis* (Entzündung des Warzenfortsatzes), ggf. mit Subperiostalabszess (Abszessbildung unter der Knochenhaut)
  • Paukenerguss* (Synonym: Seromukotympanon); Ansammlung von Flüssigkeit im Mittelohr (Tympanon) → Mittelohrschwerhörigkeit; Gefahr der Verzögerung der Sprachentwicklung!; keine oder nur eine geringe Schmerzsymptomatik; zur Häufigkeit: nach zwei Wochen haben noch 60-70 % der Kinder, nach vier Wochen 40 % und nach drei Monaten noch bis zu 25 % einen Paukenerguss
  • Schallleitungsstörungen
  • Tinnitus (Ohrgeräusche) – insbesondere bei der eitrigen und serösen Otitis media (Mittelohrentzündung) nach chronischen Infektionen
  • Trommelfellperforation* (Trommelfellverletzung) → (passagere) Einschränkung des Hörvermögens 
  • Trommelfellruptur (Trommelfellriss) – heilt zumeist folgenlos aus

*Einschränkung des Hörvermögens

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Fazialisparese, pheriphere*  – Lähmung des Nervus fazialis
  • Gradenigo-Syndrom (Pyramidenspitzeneiterung; Eiterung in Hohlräumen des Schläfenbeins) (sehr selten)
  • Hirnabszess/intrakranieller Abszess (Epiduralabszess, Subduralabszess) – Eiteransammlung im Gehirn
  • Meningitis (Hirnhautentzündung)

Prognosefaktoren

  • Bei Kindern mit akuter Otitis media (AOM) und starker Vorwölbung des Trommelfells zeigte sich unter einer antibiotikafreien Therapie ein fast doppelt so hohes Risiko für ein Therapieversagen wie bei Kindern mit moderater, geringer oder fehlender Trommelfellwölbung (HR 1,96) [2].
  • Die spitz zulaufende Tympanogramme (A- und C-Kurve) bei der Erstuntersuchung waren in der multivariaten Analyse ein Indiz für eine bessere Therapieantwort bei einer Antibiotikatherapie [2].

Literatur

  1. Yen YC et al.: Higher Risk of Developing Sudden Sensorineural Hearing Loss in Patients With Chronic Otitis Media. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg 2015, online 5. März; doi:10.1001/jamaoto.2015.102
  2. Tähtinen PA et al.: Prognostic Factors for Treatment Failure in Acute Otitis Media. Pediatrics Aug 2017, e20170072; doi: 10.1542/peds.2017-0072
     
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