Einleitung
Bakterielle Cholangitis

Unter einer bakteriellen Cholangitis (Synonyme: Akute Cholangitis, Bakterielle Cholangitiden; Cholangiitis; eitrige bakterielle Cholangitis; Gallengangsentzündung; infektiöse Cholangitis; ICD-10 K83.0: Cholangitis) versteht man eine durch Bakterien bedingte Entzündung der extra- und intrahepatischen (außerhalb und innerhalb der Leber gelegenen) Gallengänge, ausgelöst durch eine Abflussbehinderung der Gallenflüssigkeit.

Die Erkrankung wird am häufigsten durch Escherichia coli (gramnegativ), Klebsiellen (gramnegativ), Enterobacter ssp. (gramnegativ), Enterococcus ssp. (grampositiv) und Anaerobier wie Bacteroides, Clostridien verursacht, in seltenen Fällen auch durch Proteus-Spezies, Streptokokken, Pseudomonas, Staphylokokken. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um Mischinfektionen mit mehreren Keimen.

Geschlechterverhältnis: Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Häufigkeitsgipfel: Die Erkrankung tritt vorwiegend ab dem 40. Lebensjahr auf.

Als Hauptursache für eine bakterielle Cholangitis wird eine Cholelithiasis (Gallensteinleiden) angesehen. Durch die Gallensteine wird der Abfluss der Gallenflüssigkeit behindert und die Ansiedlung von Bakterien in den Gallenwegen begünstigt. Die Prävalenz (Krankheitshäufigkeit) für eine Cholelithiasis liegt bei Frauen bei 15 % und bei Männern bei 7,5 % (in Deutschland).

Verlauf und Prognose: Durch Beseitigung der Abflussbehinderung/en sowie antibiotische Therapie ist die Erkrankung gut behandelbar. Die bakterielle Cholangitis kann milde verlaufen, aber auch fulminant. Hält die Erkrankung lange an, kann sie chronisch werden. Unbehandelt nimmt die Erkrankung einen lebensbedrohlichen Verlauf.
Die
bakterielle Cholangitis kann rezidivierend (wiederkehrend) auftreten, besonders dann, wenn die Gallenwege durch die entzündlichen Prozesse geschädigt sind. Auch anatomische Ursachen erhöhen die Rezidivneigung.

Die Mortalität (Anzahl der Todesfälle in einem bestimmten Zeitraum, bezogen auf die Anzahl der betreffenden Population) beträgt bei interventioneller Dekompression der Gallenwege und antibiotischer Therapie 3 bis 11 %.
Liegt eine eingeschränkte Nierenfunktion, eine Thrombozytopenie (< 100.000/μl/verminderte Anzahl von Blutplättchen) oder eine Leberzirrhose (irreversible Schädigung der Leber und ausgeprägter Umbau des Lebergewebes) vor, erhöht sich das Mortalitätsrisiko.

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Diagnostik und Therapie von Gallensteinen. (AWMF-Registernummer: 021-008), November 2017 Langfassung
  2. Yokoe M et al.: Tokyo Guidelines 2018: diagnostic criteria and severity grading of acute cholecystitis (with videos). J Hepatobiliary Pancreat Sci. 2018 Jan;25(1):41-54. doi: 10.1002/jhbp.515.
  3. Miura F et al.: Tokyo Guidelines 2018: initial management of acute biliary infection and flowchart for acute cholangitis. J Hepatobiliary Pancreat Sci (2018) 25:31-40. doi: 10.1002/jhbp.509.

     
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