Aktuelles zur Coronavirus-Infektion
Meningokokken-Postexpositionsprophylaxe (PEP)

Unter einer Postexpositionsprophylaxe versteht man die Versorgung mit Medikamenten zur Vermeidung einer Erkrankung bei Personen, die gegen eine bestimmte Krankheit nicht durch Impfung geschützt sind, dieser aber ausgesetzt waren.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Personen mit engem Kontakt zu einem Erkrankten mit einer invasiven Meningokokken-Infektion (alle Serogruppen), d. h.:
    • alle Haushaltskontaktmitglieder,
    • Personen mit Kontakt zu oropharyngealen Sekreten eines Patienten,
    • Kontaktpersonen in Kindereinrichtungen mit Kindern unter 6 Jahren (bei guter Gruppentrennung nur die betroffene Gruppe),
    • Personen mit engen Kontakten in Gemeinschaftseinrichtungen mit haushaltsähnlichem Charakter (Internate, Wohnheime sowie Kasernen).

Durchführung 

  • Bei Personen, die im engen Kontakt mit erkrankten Personen in den letzten 7 Tagen vor deren Erkrankungsbeginn standen:
    • Chemoprophylaxe (sollte möglichst bald nach der Diagnosestellung beim Indexpatienten erfolgen, ist aber bis zu 10 Tage nach letzter Exposition sinnvoll):
      • Rifampicin
        • Neugeborene: 2 x 5 mg/kg KG p.o.in 2 ED p. o. für 2 Tage
        • Säuglinge, Kinder und Jugendliche bis 60 kg: 2 x 10 mg/kg KG (max. ED 600 mg) p. o. für 2 Tage
        • Jugendliche und Erwachsene ab 60 kg: 2 x 600 mg p. o. für 2 Tage
        Eradikationsrate: 72-90 % 
        oder
      • Ciprofloxacin
        • ab 18 Jahre: 1 x 500 mg p. o.
        Eradikationsrate: 90-95 %
        ggf.

      • Ceftriaxon
        • von 2 bis 12 Jahre: 1 x 125 mg i. m.
        • ab 12 Jahre: 1 x 250 mg i. m. in einer ED Eradikationsrate: 97 %
    • Bei Schwangeren ist die Gabe von Rifampicin und Gyrasehemmern kontraindiziert! Diese erhalten zur Prophylaxe ggf. Ceftriaxon (1 x 250 mg i.m.).
  • Der Indexpatient mit einer invasiven MeningokokkenInfektion sollte nach Abschluss der Therapie ebenfalls Rifampicin erhalten, sofern er nicht intravenös mit einem Cephalosporin der 3. Generation behandelt wurde. 
    Postexpositionelle Impfung:
    • Bei Serogruppe C: Impfung mit einem Konjugatimpfstoff; ab dem Alter von 2 Monaten nach den Angaben in den Fachinformationen.
    • Bei Serogruppe A, W, Y: Impfung mit 4-valentem Konjugatimpfstoff (ACWY); sofern für die Altersgruppe zugelassen.
    • Bei Serogruppe B: Impfung mit einem Meningokokken-B-Impfstoff nach den Angaben der Fachinformation, sofern für Altersgruppe zugelassen.

Literatur

  1. Robert Koch Institut (RKI): Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut. Epidemiologisches Bulletin. 22. August 2019 / Nr. 34
     
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