Differentialdiagnosen
Morbus Parkinson

Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)

  • Amyloidopathien – krankhafte Anreicherung von abnorm veränderten Proteinen im Interstitium (zwischen den Zellen), die in fast allen Organen möglich ist
  • Chédiak-Higashi-Krankheit – sehr seltene Stoffwechselerkrankung, die vor allem zu Pigmentmangel und rezidivierenden Infektionen führt
  • Hypoparathyreoidismus (Nebenschilddrüsenunterfunktion)
  • Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit) – autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung, bei der durch eine oder mehrere Genmutationen der Kupferstoffwechsel in der Leber gestört ist

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Syphilis (Lues) – sexuell übertragbare Infektionserkrankung

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Hirntumoren, nicht näher bezeichnet

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Chorea Huntington (Synonyme: Huntingtonsche Chorea oder Huntington-Krankheit; älterer Name: Veitstanz) – genetische Erkrankung mit autosomal-dominantem Erbgang, die durch unwillkürliche, unkoordinierte Bewegungen bei gleichzeitig schlaffem Muskeltonus gekennzeichnet ist
  • Dementia pugilistica – Demenz, die durch wiederholte Schädelhirntraumata (Verletzungen) bedingt ist
  • Depression
  • Dystonie-Parkinsonismus
  • Essentieller Tremor – genetisch bedingtes Zittern der Hände in Ruhe
  • Familiär bedingte Form des Parkinsonismus
  • Frontotemporale Demenz (FTD; Synonyme: Morbus Pick, Pick-Krankheit; Pick'sche Krankheit) – eine meist vor dem 60. Lebensjahr auftretende neurodegenerative Erkrankung im Frontallappen (Stirnlappen) und Temporallappen (Schläfenlappen) des Gehirns mit der Folge des zunehmenden Persönlichkeitsverfalls; gehört zur Gruppe der frontotemporalen lobulären Degenerationen; man unterscheidet drei klinische Unterformen, die durch den frontotemporalen Nervenzelluntergang verursacht werden: 1. Frontotemporale Demenz (FTD), 2. semantische Demenz und 3. progrediente nicht-flüssige Aphasie; die FTD wird oft fälschlicherweise als Morbus Alzheimer oder Morbus Parkinson fehldiagnostiziert.
  • Gerstmann-Sträussler-Scheinker-Syndrom (GSSS) – übertragbare spongiforme Enzephalopathie, die durch Prionen hervorgerufen wird; sie ähnelt der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit; Erkrankung mit Ataxie (Gangstörung) und zunehmender Demenz
  • Hallervorden-Spatz-Syndrom – genetische Erkrankung mit autosomal-rezessivem Erbgang, die zu einer Neurodegeneration mit Eisenablagerung im Gehirn führt, mit der Folge einer geistigen Retardierung und frühem Tod; Auftreten der Symptome schon vor dem 10. Lebensjahr
  • Idiopathisch (unbekannte) bedingte Form des Parkinsonismus
  • Katatonie – psychiatrische Erkrankung mit Einschränkung der Bewegung
  • Kortikobasale Degeneration – Abbau von Gewebe bestimmter Hirnareale
  • Lewy-Körperchen-Demenz – Demenz mit speziellem histologischen Bild
  • Multiinfarktdemenz – Demenz, die nach mehreren Schlaganfällen auftreten kann
  • Non-Wilson hepatolentikuläre Degeneration – Veränderungen, die denen eines Morbus Wilson (Kupferspeicherkrankheit) ähnlich sind
  • Normaldruckhydrocephalus – spezielle Form des Wasserkopfes
  • Postenzephalitischer Parkinson – nach einer Entzündung des Gehirns aufgetretener Parkinsonismus
  • Progressive supranukleäre Lähmung – schwerwiegende neurologische Erkrankung
  • Spinozerebelläre Ataxie – Gangstörungen aufgrund von Rückenmarks- und Kleinhirnschäden
  • Vaskuläres Parkinson-Syndrom (subkortikale vaskuläre Enzephalopathie) – aufgrund von Gefäßveränderungen entstandener Parkinsonismus
  • Zerebralparese – Schädigung des zentralen Nervensystems meist während der Geburt oder im Neugeborenenalter

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Apathie (Teilnahmslosigkeit)

Medikamente

  • Antiemetika – Medikamente wie Metoclopramid (MCP), die gegen Übelkeit und Erbrechen eingesetzt werden
  • Antipsychotika (Neuroleptika)
    • Konventionelle (Klassische) Antipsychotika (Neuroleptika) – Medikamente wie Haloperidol, die bei psychiatrischen Erkrankungen eingesetzt werden
    • Atypische Antipsychotika (Neuroleptika) – Medikamente wie Risperidon, die bei psychiatrischen Erkrankungen wie der Schizophrenie eingesetzt werden und weniger Parkinson ähnliche Nebenwirkungen erzeugen wie die klassischen Antipsychotika/Neuroleptika
  • Alpha-Methyldopa – Antihypertensivum (Medikament gegen Bluthochdruck)
  • Calciumantagonisten vom Flunarizin-Typ, z. B. Cinnarizin, Flunarizin (diese Medikamente sind in Deutschland für diese Indikation nicht mehr erhältlich, jedoch als Antivertiginosum)
  • Lithium – Medikament, welches bei bipolarer Erkrankung (manisch-depressive Erkrankung) zur Phasenprophylaxe eingesetzt wird
  • Reserpin – Antihypertensivum (Medikament gegen Bluthochdruck); wurde früher als Neuroleptikum eingesetzt
  • Selektive Serotonin Wiederaufnahme Hemmer (SSRI) – Medikamente wie Fluoxetin oder Citalopram, die bei der Therapie der Depression eingesetzt werden
  • Valproinsäure – Antikonvulsivum (Medikament, das bei der Epilepsie eingesetzt wird)

Umweltbelastungen – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Cobald
  • Disulfiram
  • Kohlendisulfid
  • Kohlenmonoxid
  • Mangan
  • Methylalkohol (Methanol)
  • MPTP (1-Methyl-1-4-Phenyl-1,2,3,6-Tetrahydropyridin)
  • Zyanid

Legende: In Fettdruck die wichtigsten Differentialdiagnosen des Parkinson-Syndrom [1]

Literatur

  1. S3-Leitlinie: Parkinson-Syndrom, idiopathisch. (AWMF-Registernummer: 030 - 010), Januar 2016 Kurzfassung Langfassung

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Parkinson-Syndrom, idiopathisch. (AWMF-Registernummer: 030 - 010), Januar 2016 Kurzfassung Langfassung
     
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