Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) – Medikamentöse Therapie
Therapieziel
- Reduktion der Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität [LL1].
- Verminderung der hieraus resultierenden Funktions-, Aktivitäts- und Teilhabebeeinträchtigungen.
- Verbesserung der schulischen, beruflichen, familiären und sozialen Funktionsfähigkeit sowie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.
- Erreichen einer ausreichenden Symptomkontrolle mit der niedrigsten individuell wirksamen und verträglichen Dosis.
Grundprinzipien der Therapieplanung
- Gesicherte Diagnose und Behandlungsindikation: Eine Pharmakotherapie (medikamentöse Behandlung) der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (Aufmerksamkeits- und Aktivitätsstörung; ADHS) soll erst nach leitliniengerechter Diagnostik (Untersuchung zur Feststellung der Erkrankung) sowie Erfassung des Schweregrades, der Funktionsbeeinträchtigungen und koexistierender Erkrankungen (Begleiterkrankungen) eingeleitet werden [LL1].
- Psychoedukation (Aufklärung und Schulung über die Erkrankung): Vor Beginn der Behandlung sollen die betroffene Person und gegebenenfalls ihre Bezugspersonen über das Krankheitsbild, die Behandlungsoptionen, die zu erwartenden Wirkungen, mögliche Nebenwirkungen und den Behandlungsverlauf informiert werden [LL1].
- Partizipative Entscheidungsfindung (gemeinsame Behandlungsentscheidung): Die Auswahl der Behandlung soll Alter, Schweregrad, Funktionsbeeinträchtigung, koexistierende Erkrankungen, individuelle Präferenzen, verfügbare Behandlungsressourcen sowie das Risiko von Fehlgebrauch oder Weitergabe berücksichtigen [LL1].
- Multimodales Behandlungskonzept (Behandlung mit mehreren aufeinander abgestimmten Maßnahmen): Psychosoziale, psychotherapeutische und pharmakologische Maßnahmen werden entsprechend dem individuellen Bedarf kombiniert. Eine begleitende Psychotherapie ist nicht bei jeder Pharmakotherapie obligat. Sie soll insbesondere bei fortbestehenden Symptomen oder Funktionsbeeinträchtigungen, koexistierenden psychischen Störungen oder entsprechendem Behandlungswunsch angeboten werden [LL1].
- Initiale Monotherapie (anfängliche Behandlung mit einem einzelnen Arzneimittel): Bei Beginn einer Pharmakotherapie soll zunächst eine Monotherapie erfolgen [LL1].
- Fachärztliche Behandlung: Die medikamentöse Behandlung soll durch einen entsprechend qualifizierten Facharzt initiiert und beaufsichtigt werden. Nach erfolgreicher Einstellung können Folgeverschreibungen und Kontrollen in abgestimmter Versorgung erfolgen; regelmäßige fachärztliche Verlaufskontrollen bleiben erforderlich [LL1].
Beachte: Die S3-Leitlinie Version 2.0 liegt zum Zeitpunkt dieser Aktualisierung als Konsultationsfassung (Entwurf zur fachlichen Stellungnahme) vor. Ihre Empfehlungen sind bis zur endgültigen Verabschiedung als vorläufig zu kennzeichnen [LL1].
Therapieplanung nach Alter und Schweregrad
- Kinder unter 6 Jahren:
- Primär sollen psychosoziale Interventionen, insbesondere eltern- und bezugspersonenzentrierte Maßnahmen, erfolgen [LL1].
- Eine Pharmakotherapie soll nicht vor dem Alter von 4 Jahren angeboten werden [LL1].
- Bei 4-5-jährigen Kindern kommt eine Pharmakotherapie nur in begründeten Einzelfällen bei fortbestehender behandlungsbedürftiger residualer Symptomatik (verbleibenden Beschwerden) und relevanter Funktionsbeeinträchtigung nach psychosozialen Maßnahmen infrage. Die Behandlung erfolgt zulassungsüberschreitend (außerhalb der behördlich zugelassenen Anwendung) und soll ausschließlich durch einen Arzt mit besonderen Kenntnissen zu Verhaltensstörungen in dieser Altersgruppe durchgeführt werden [LL1].
- ADHS mit leichtem Schweregrad:
- Nach Psychoedukation soll primär eine psychosoziale bzw. psychotherapeutische Behandlung erfolgen [LL1].
- Bei fortbestehender behandlungsbedürftiger Symptomatik und relevanter Funktionsbeeinträchtigung kann in Einzelfällen ergänzend eine Pharmakotherapie erfolgen [LL1].
- ADHS mit mittelgradigem Schweregrad:
- Nach Psychoedukation soll abhängig von den individuellen Bedingungen entweder eine psychosoziale Intervention, eine Pharmakotherapie oder eine Kombination beider Behandlungsformen angeboten werden [LL1].
- ADHS mit schwerem Schweregrad:
- Nach Psychoedukation soll primär bzw. unmittelbar eine Pharmakotherapie angeboten werden. In der Regel ist eine Kombination mit psychosozialen Interventionen indiziert [LL1].
- Erwachsene mit ADHS:
- Bei klinisch relevanter Symptomatik und Funktionsbeeinträchtigung soll eine Pharmakotherapie als Bestandteil eines individuell angepassten therapeutischen Gesamtkonzeptes angeboten werden [LL1].
- Stimulanzien und Atomoxetin vermindern bei Erwachsenen kurzfristig die ADHS-Kernsymptomatik. Die Evidenz für langfristige patientenrelevante Endpunkte ist weniger belastbar [3].
Therapieempfehlungen
- Grundsätzlich geeignete Wirkstoffe: Bei bestehender Indikation sollen Stimulanzien, Atomoxetin und Guanfacin als mögliche Wirkstoffe berücksichtigt werden. Die Auswahl richtet sich nach Zulassungsstatus, gewünschter Wirkdauer, Nebenwirkungsprofil, koexistierenden Erkrankungen, Fehlgebrauchsrisiko und den Präferenzen der betroffenen Person [LL1].
- Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren ohne relevante koexistierende Erkrankungen:
- Initial soll ein Stimulans eingesetzt werden. Unter Berücksichtigung der deutschen Zulassungssituation ist Methylphenidat in der Regel die erste pharmakologische Behandlungsoption [LL1, FI1-FI3].
- Lisdexamfetamin und Dexamfetamin sind bei Kindern und Jugendlichen innerhalb der Zulassung erst nach unzureichendem klinischem Ansprechen auf eine vorausgegangene Behandlung mit Methylphenidat anzuwenden [FI2, FI3].
- Bei unzureichender Wirksamkeit trotz individuell ausreichender Dosierung und Behandlungsdauer oder bei mangelnder Verträglichkeit kommen ein anderes Stimulans, Atomoxetin oder Guanfacin infrage [LL1].
- Guanfacin ist nur zugelassen, wenn Stimulanzien nicht infrage kommen, nicht vertragen werden oder sich als unwirksam erwiesen haben [FI5].
- Erwachsene:
- Bei fehlenden spezifischen Kontraindikationen (Gegenanzeigen) kommen insbesondere Methylphenidat oder Lisdexamfetamin als initiale Behandlungsoptionen infrage [3, LL1, FI1, FI2].
- Atomoxetin ist eine Alternative, insbesondere wenn Stimulanzien nicht ausreichend wirksam oder nicht verträglich sind, nicht infrage kommen, ein erhöhtes Risiko von Fehlgebrauch oder Weitergabe besteht oder die betroffene Person ein Nicht-Stimulans bevorzugt [LL1, FI4].
- Dexamfetamin und Guanfacin sind in Deutschland nicht zur Behandlung der ADHS bei Erwachsenen zugelassen [FI3, FI5].
- Präparate mit verzögerter Wirkstofffreisetzung:
- Lang wirksame Präparate sind im Regelfall zu bevorzugen, wenn eine ausreichend lange Tagesabdeckung, eine einmalige morgendliche Einnahme, eine bessere Therapieadhärenz (zuverlässige Einhaltung der Behandlung) oder eine Verringerung des Risikos von Fehlgebrauch und Weitergabe angestrebt werden [LL1].
- Präparate mit sofortiger Wirkstofffreisetzung können insbesondere zur initialen Dosistitration (schrittweisen Anpassung der Dosis), bei erforderlicher zeitlicher Flexibilität oder zur gezielten Verlängerung der Wirkdauer eingesetzt werden [LL1].
- Koexistierende Tic-Störung (Störung mit unwillkürlichen Bewegungen oder Lautäußerungen):
- Eine Tic-Störung stellt keine generelle Kontraindikation für Stimulanzien dar. Stimulanzien vermindern die ADHS-Symptomatik und führen auf Gruppenebene nicht regelhaft zu einer Verschlechterung der Tic-Symptomatik [7, LL1].
- Alternativ kommen Atomoxetin oder Guanfacin infrage. Alpha-2-Adrenozeptor-Agonisten (Wirkstoffe zur Stimulation bestimmter Adrenalinrezeptoren) können sowohl die ADHS-Symptomatik als auch die Tic-Symptomatik vermindern [7, LL1].
- Koexistierende Angststörung:
- Stimulanzien oder alternativ Atomoxetin können eingesetzt werden. Die Auswahl richtet sich nach der führenden Symptomatik, der Verträglichkeit und der individuellen Risikokonstellation [LL1].
- Koexistierende substanzbezogene Störung (schädlicher Gebrauch oder Abhängigkeit von Suchtmitteln) oder erhöhtes Fehlgebrauchsrisiko:
- Bevorzugt werden lang wirksame Stimulanzien mit geringerem Weitergabe- und Fehlgebrauchsrisiko oder Nicht-Stimulanzien wie Atomoxetin bzw. bei Kindern und Jugendlichen Guanfacin [LL1].
- Die ADHS und die substanzbezogene Störung sollen grundsätzlich gleichzeitig und jeweils störungsspezifisch behandelt werden. Ausnahmen sind eine akute Intoxikation (Vergiftung) oder schwere Entzugserscheinungen [LL1].
- Unzureichendes Ansprechen:
- Vor einem Wirkstoffwechsel sind Diagnose, Therapieadhärenz, Einnahmebedingungen, Tagesabdeckung, Dosierung, Begleitmedikation und koexistierende Erkrankungen zu überprüfen [LL1].
- Der Wirkstoff soll innerhalb der jeweiligen Zulassungsgrenzen bis zur individuell optimalen, noch verträglichen Dosis titriert werden [LL1].
- Bei fehlender ausreichender Wirkung trotz maximal tolerierter Dosis soll ein anderes zugelassenes Stimulans, Atomoxetin oder Guanfacin gewählt werden [LL1].
- Kombinationstherapie (Behandlung mit mehreren Arzneimitteln):
- Bei unzureichender Wirkung einer Monotherapie oder dosisabhängig nicht tolerierbaren Nebenwirkungen kann eine Kombination aus einem Stimulans und einem Nicht-Stimulans erwogen werden [LL1].
- Bei Kindern und Jugendlichen kann insbesondere eine Kombination aus einem Stimulans und Guanfacin erwogen werden [7, LL1].
- Der Zulassungsstatus der jeweiligen Kombination ist im Einzelfall zu prüfen. Je nach Präparat und Behandlungskonstellation kann eine zulassungsüberschreitende Anwendung vorliegen.
- Antipsychotika (Arzneimittel gegen psychotische Erkrankungen):
- Antipsychotika sollen nicht zur Behandlung der ADHS ohne assoziierte Störungen eingesetzt werden [LL1].
- Bei stark ausgeprägter Impulskontrollstörung (Störung der Impulssteuerung) und aggressivem Verhalten kann vorübergehend zusätzlich ein atypisches Antipsychotikum in Kombination mit psychosozialen Interventionen erwogen werden. Voraussetzung sind eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung und eine kontinuierliche Überprüfung der weiteren Indikation [LL1].
- Nicht regelhaft empfohlene Wirkstoffe:
- Modafinil, Bupropion und trizyklische Antidepressiva (ältere Arzneimittel gegen Depressionen) sind in Deutschland nicht zur Behandlung der ADHS zugelassen und keine regulären Alternativen vor Ausschöpfung der zugelassenen Wirkstoffe [LL1].
- Ein zulassungsüberschreitender Einsatz kann nur in fachärztlich begründeten Ausnahmefällen nach Ausschöpfung zugelassener Behandlungsoptionen und nach entsprechender Aufklärung erwogen werden [LL1].
- Cannabis soll nicht zur Behandlung der ADHS eingesetzt werden [LL1].
Dosis-Wirkungs-Beziehung (Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung)
Die 2026 publizierte systematische Übersicht und Dosis-Wirkungs-Netzwerk-Metaanalyse (statistischer Vergleich mehrerer Behandlungen aus verschiedenen Studien) untersuchte Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene getrennt. Der Auswertung liegt die durch das zugehörige Erratum (Korrekturveröffentlichung) korrigierte Fassung der Publikation zugrunde [1, 2]. Die Methylphenidatdosen wurden als Dosen von sofort freisetzendem Methylphenidathydrochlorid standardisiert. Die Dosen der Amfetaminpräparate wurden in Dextroamphetamin-Äquivalente (vergleichbare Dosen bezogen auf Dextroamphetamin) umgerechnet [1].
- Kinder und Jugendliche:
- Die mittlere Wirksamkeit von Methylphenidat nahm bis zu einer Tagesdosis von ungefähr 45 mg sofort freisetzendem Methylphenidathydrochlorid zu. Für höhere standardisierte Dosierungen war auf Gruppenebene kein gesicherter zusätzlicher Nutzen nachweisbar [1].
- Bei Amfetaminpräparaten nahm die mittlere Wirksamkeit bis zu ungefähr 25 mg Dextroamphetamin-Äquivalenten täglich zu. Oberhalb dieses Bereiches ergab sich kein gesicherter zusätzlicher mittlerer Nutzen [1].
- Bei Guanfacin nahm die mittlere Wirksamkeit bis zu einer Tagesdosis von ungefähr 4 mg zu. Für höhere Dosierungen war kein gesicherter zusätzlicher Nutzen erkennbar [1].
- Das Risiko eines Therapieabbruchs wegen unerwünschter Wirkungen nahm bei Amfetaminpräparaten dosisabhängig zu und überstieg ab ungefähr 25 mg Dextroamphetamin-Äquivalenten täglich das Risiko unter Placebo [1].
- Erwachsene:
- Bei Amfetaminpräparaten flachte die mittlere Dosis-Wirkungs-Kurve ab ungefähr 50 mg Dextroamphetamin-Äquivalenten täglich ab [1].
- Bei Methylphenidat nahm die mittlere Wirksamkeit innerhalb des untersuchten standardisierten Dosisbereiches weiter zu, ohne dass ein belastbares Plateau nachweisbar war. Die Aussagekraft für hohe Dosierungen war aufgrund begrenzter Daten eingeschränkt [1].
- Dosisabhängig vermehrte Therapieabbrüche wegen unerwünschter Wirkungen zeigten sich bei Amfetaminpräparaten ab ungefähr 50 mg Dextroamphetamin-Äquivalenten täglich sowie bei Methylphenidat ab ungefähr 50 mg sofort freisetzendem Methylphenidathydrochlorid täglich [1].
- Für Atomoxetin und Modafinil ließ sich keine eindeutige Dosis-Wirkungs-Beziehung nachweisen [1].
Beachte: Die Ergebnisse beschreiben durchschnittliche Dosis-Wirkungs-Kurven auf Gruppenebene und definieren keine individuellen Zieldosen. Dextroamphetamin-Äquivalente können nicht auf einer Milligramm-für-Milligramm-Basis auf Lisdexamfetamin übertragen werden. Ebenso lassen sich die standardisierten Dosen von sofort freisetzendem Methylphenidathydrochlorid nicht ohne Weiteres auf sämtliche Retardpräparate übertragen. Die Ergebnisse unterstützen eine ausreichende individuelle Dosistitration, begründen jedoch keine routinemäßige Überschreitung zugelassener Höchstdosen [1].
Untersuchungen vor Beginn der Pharmakotherapie
- Dokumentation der Ausgangssymptomatik und der Funktionsbeeinträchtigungen, möglichst unter Einbeziehung standardisierter Eigen- und Fremdbeurteilungsinstrumente [LL1].
- Erfassung von Körpergewicht und Körpergröße sowie bei Kindern und Jugendlichen der alters- und geschlechtsspezifischen Perzentilen (altersbezogenen Vergleichswerte) [LL1].
- Messung von Blutdruck und Puls [LL1].
- Kardiovaskuläre Eigen- und Familienanamnese (Erhebung der eigenen und familiären Vorgeschichte zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen), insbesondere hinsichtlich Synkopen (kurzzeitigen Bewusstlosigkeiten), Belastungsbeschwerden, Herzrhythmusstörungen, angeborener Herzerkrankungen, Long-QT-Syndrom (Störung der elektrischen Erregungsrückbildung des Herzens) und plötzlichem Herztod [LL1].
- Körperliche und neurologische Untersuchung (Untersuchung des Nervensystems) [LL1].
- Erfassung von Tic-Störungen, epileptischen Anfällen (Krampfanfällen durch vorübergehende Störung der Hirnaktivität), Angststörungen, depressiven Störungen (Depressionen), bipolaren Störungen (manisch-depressiven Erkrankungen), Psychosen (schweren Störungen des Realitätsbezugs), Suizidalität (Selbsttötungsgefährdung), Essstörungen sowie substanzbezogenen Störungen [LL1].
- Überprüfung der Begleitmedikation auf wirkstoffspezifische Wechselwirkungen, insbesondere mit Monoaminooxidase-Hemmern, serotonergen Arzneimitteln, blutdruckwirksamen Arzneimitteln sowie relevanten Enzymhemmern oder Enzyminduktoren [FI1-FI5].
- Ein Elektrokardiogramm (Herzstromkurve; EKG) und gegebenenfalls eine kardiologische Beurteilung sind bei auffälliger Eigen- oder Familienanamnese, auffälligem körperlichem Untersuchungsbefund oder bekannter Herz-Kreislauferkrankung erforderlich. Ein routinemäßiges EKG bei unauffälliger Anamnese und Untersuchung ist nicht erforderlich [LL1].
- Routinemäßige Laboruntersuchungen sind ohne klinische Risikokonstellation nicht erforderlich. Bei Hinweisen auf Leber-, Nieren- oder Stoffwechselerkrankungen sollen gezielte Untersuchungen erfolgen [LL1].
Verlaufskontrollen
- Während der initialen Dosistitration sollen Wirksamkeit, Funktionsniveau und unerwünschte Wirkungen in angemessenen, beispielsweise wöchentlichen Abständen beurteilt und dokumentiert werden [LL1].
- Standardisierte Eigen- und Fremdbeurteilungsinstrumente sollen ergänzend zur klinischen Beurteilung eingesetzt werden [LL1].
- Blutdruck und Puls sollen bei relevanten Dosisänderungen sowie im weiteren Verlauf ungefähr alle 6 Monate kontrolliert werden [LL1, FI1-FI5].
- Das Körpergewicht soll ungefähr 3 und 6 Monate nach Behandlungsbeginn und anschließend etwa alle 6 Monate dokumentiert werden [LL1].
- Bei Kindern und Jugendlichen soll die Körpergröße ungefähr alle 6 Monate, mindestens jedoch einmal jährlich, kontrolliert und zusammen mit dem Körpergewicht in Perzentilen dokumentiert werden [LL1].
- Bei klinisch relevanter Wachstumsverlangsamung unter Stimulanzien sind Dosisreduktion, Präparatewechsel, eine individuell geplante Behandlungsunterbrechung oder das Absetzen zu prüfen [LL1].
- Schlaf, Appetit, emotionale Labilität (starke Stimmungsschwankungen), Angst, depressive Symptome, Suizidalität, Tics, psychotische Symptome (Verlust des Realitätsbezugs) oder manische Symptome (krankhaft gehobene oder gereizte Stimmung), Krampfanfälle sowie Hinweise auf Fehlgebrauch oder Weitergabe sollen regelmäßig erfasst werden [LL1].
- Die weitere Indikation, Wirksamkeit und Verträglichkeit sollen ungefähr alle 6 Monate überprüft werden. Eine unbegrenzte Weiterverordnung ohne erneute Beurteilung der Behandlungsnotwendigkeit ist nicht sachgerecht [LL1].
Wirkstoffe (Hauptindikation)
Stimulanzien
| Wirkstoff | Besonderheiten |
| Methylphenidat |
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| Lisdexamfetamin |
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| Dexamfetamin |
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Beachte: Die konkrete Fachinformation des verordneten Präparates ist maßgeblich. Die in der Tabelle angegebenen Methylphenidatdosierungen können nicht pauschal auf sämtliche sofort oder verzögert freisetzenden Präparate übertragen werden.
Methylphenidat
- Wirkweise: Methylphenidat hemmt vorwiegend den Dopamin- und Noradrenalintransporter und erhöht dadurch die extrazellulären Konzentrationen beider Neurotransmitter (Botenstoffe des Nervensystems), insbesondere im präfrontalen Cortex (vorderen Teil der Großhirnrinde) und Striatum (Teil des Großhirns zur Bewegungs- und Handlungssteuerung).
- Indikationen (Anwendungsgebiete): ADHS bei Kindern ab 6 Jahren, Jugendlichen und abhängig vom Präparat bei Erwachsenen als Bestandteil einer therapeutischen Gesamtstrategie [FI1].
- Kontraindikationen: Zu den wesentlichen Gegenanzeigen zählen Überempfindlichkeit, Glaukom (grüner Star), Phäochromozytom (hormonbildender Tumor der Nebenniere), gleichzeitige Behandlung mit Monoaminooxidase-Hemmern bzw. Anwendung innerhalb von 14 Tagen nach deren Absetzen, Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) oder Thyreotoxikose (schwere Schilddrüsenüberfunktion durch überschüssige Schilddrüsenhormone), schwere Herz-Kreislauf- oder zerebrovaskuläre Erkrankungen (Erkrankungen der Blutgefäße des Gehirns), schwere Hypertonie (Bluthochdruck) sowie bestimmte schwere psychiatrische Erkrankungen. Die präparatespezifische Fachinformation ist maßgeblich [FI1].
- Nebenwirkungen: Häufig sind Appetitminderung, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Mundtrockenheit, Nervosität, Reizbarkeit sowie ein Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz. Selten können relevante affektive Veränderungen (Veränderungen der Stimmung und Gefühlslage), Priapismus (schmerzhafte Dauererektion), psychotische oder manische Symptome, Krampfanfälle oder schwerwiegende Herz-Kreislaufereignisse auftreten [FI1].
Lisdexamfetamin
- Wirkweise: Lisdexamfetamin wird vorwiegend in den Erythrozyten (roten Blutkörperchen) zu Dexamfetamin und L-Lysin umgewandelt. Dexamfetamin steigert die Freisetzung von Dopamin und Noradrenalin und hemmt deren Wiederaufnahme [FI2].
- Indikationen: ADHS bei Kindern und Jugendlichen ab 6 Jahren nach unzureichendem klinischem Ansprechen auf Methylphenidat sowie ADHS bei Erwachsenen mit bereits in der Kindheit bestehenden ADHS-Symptomen [FI2].
- Kontraindikationen: Zu den wesentlichen Gegenanzeigen zählen Überempfindlichkeit, gleichzeitige Anwendung von Monoaminooxidase-Hemmern bzw. Anwendung innerhalb von 14 Tagen nach deren Absetzen, Hyperthyreose oder Thyreotoxikose, symptomatische Herz-Kreislauferkrankungen, fortgeschrittene Arteriosklerose (Gefäßverkalkung), mittelschwere bis schwere Hypertonie, Glaukom und Phäochromozytom [FI2].
- Nebenwirkungen: Häufig sind Appetitminderung, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Reizbarkeit, Angst, Tachykardie (Herzrasen) und Blutdruckanstieg. Selten können Psychosen, Manien, Krampfanfälle oder schwerwiegende Herz-Kreislaufereignisse auftreten [FI2].
Dexamfetamin
- Wirkweise: Dexamfetamin steigert die Freisetzung von Dopamin und Noradrenalin aus präsynaptischen Speichern und hemmt deren Wiederaufnahme.
- Indikationen: ADHS bei Kindern und Jugendlichen von 6-17 Jahren, wenn das klinische Ansprechen auf eine vorausgegangene Behandlung mit Methylphenidat unzureichend war [FI3].
- Kontraindikationen: Zu den wesentlichen Gegenanzeigen zählen Überempfindlichkeit gegen Dexamfetamin oder sympathomimetische Amine, Glaukom, Phäochromozytom, gleichzeitige Anwendung von Monoaminooxidase-Hemmern bzw. Anwendung innerhalb von 14 Tagen nach deren Absetzen, Hyperthyreose, schwere Herz-Kreislauferkrankungen und mittelschwere bis schwere Hypertonie [FI3].
- Nebenwirkungen: Häufig sind Appetitminderung, Gewichtsabnahme, Schlafstörungen, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Reizbarkeit, Tachykardie und Blutdruckanstieg. Dexamfetamin besitzt ein relevantes Fehlgebrauchs- und Abhängigkeitspotential [FI3].
Beachte: Stimulanzien unterliegen dem Betäubungsmittelrecht. Vor und während der Behandlung sind Risiken von Fehlgebrauch, Abhängigkeit, Zweckentfremdung und Weitergabe zu beurteilen [FI1-FI3].
Selektiver Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (Arzneimittel zur Hemmung der Wiederaufnahme des Botenstoffs Noradrenalin)
| Wirkstoff | Besonderheiten |
| Atomoxetin |
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Atomoxetin
- Wirkweise: Atomoxetin hemmt selektiv den präsynaptischen Noradrenalintransporter und erhöht dadurch die Noradrenalinkonzentration insbesondere im präfrontalen Cortex.
- Indikationen: ADHS bei Kindern ab 6 Jahren, Jugendlichen und Erwachsenen als Bestandteil eines umfassenden Behandlungsprogramms [FI4].
- Kontraindikationen: Überempfindlichkeit, gleichzeitige Anwendung von Monoaminooxidase-Hemmern bzw. Anwendung innerhalb von 14 Tagen nach deren Absetzen, Engwinkelglaukom (Form des grünen Stars mit engem Kammerwinkel), Phäochromozytom sowie schwere Herz-Kreislauf- oder zerebrovaskuläre Erkrankungen [FI4].
- Nebenwirkungen: Häufig sind Appetitminderung, Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder Somnolenz (Benommenheit mit ausgeprägter Schläfrigkeit), Schwindel sowie ein Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz. Bei Erwachsenen können sexuelle Funktionsstörungen und Miktionsstörungen (Störungen beim Wasserlassen) auftreten. Selten sind suizidale Gedanken oder suizidales Verhalten, Krampfanfälle und klinisch relevante Leberschädigungen möglich [FI4].
- Insbesondere bei Kindern und Jugendlichen soll zu Behandlungsbeginn und nach Dosisänderungen auf neu auftretende oder zunehmende Suizidalität, Feindseligkeit oder emotionale Veränderungen geachtet werden [FI4].
- Bei klinischen Hinweisen auf eine Leberschädigung ist Atomoxetin abzusetzen und eine entsprechende Diagnostik einzuleiten. Routinemäßige Leberwertkontrollen ohne klinischen Verdacht sind nicht erforderlich [LL1, FI4].
Alpha-2A-Adrenozeptor-Agonist
| Wirkstoff | Besonderheiten |
| Guanfacin retard |
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Guanfacin
- Wirkweise: Guanfacin ist ein zentral wirksamer, relativ selektiver Alpha-2A-Adrenozeptor-Agonist. Die Stimulation postsynaptischer Alpha-2A-Adrenozeptoren im präfrontalen Cortex verbessert die Regulation präfrontaler neuronaler Netzwerke.
- Indikationen: ADHS bei Kindern und Jugendlichen von 6-17 Jahren, wenn Stimulanzien nicht infrage kommen, nicht vertragen werden oder sich als unwirksam erwiesen haben [FI5].
- Kontraindikationen: Die absolute Gegenanzeige ist eine Überempfindlichkeit gegen Guanfacin oder einen Bestandteil des Präparates [FI5].
- Besondere Vorsicht: Eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung und Überwachung sind insbesondere bei Hypotonie (niedrigem Blutdruck), Bradykardie (langsamem Herzschlag), Synkopen, Herz-Kreislauferkrankungen, QT-Verlängerung (Verlängerung der elektrischen Erregungsrückbildung des Herzens), Nieren- oder Leberfunktionsstörungen sowie bei gleichzeitiger Anwendung starker Hemmer oder Induktoren des Cytochrom-P450-Isoenzyms 3A4 erforderlich [FI5].
- Nebenwirkungen: Häufig sind Somnolenz, Sedierung (Dämpfung des Bewusstseins), Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Bauchschmerzen, Übelkeit, Hypotonie, Bradykardie, Synkopen und Gewichtszunahme [FI5].
- Während der Dosistitration sollen Somnolenz, Sedierung, Hypotonie und Bradykardie mindestens wöchentlich kontrolliert werden. Im ersten Behandlungsjahr sollen Kontrollen mindestens alle 3 Monate, anschließend etwa alle 6 Monate erfolgen [FI5].
- Guanfacin darf nicht abrupt abgesetzt werden, da ein reaktiver Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz bis hin zu einer hypertensiven Enzephalopathie (Hirnfunktionsstörung durch stark erhöhten Blutdruck) auftreten kann [LL1, FI5].
Sicherheitsaspekte
- Herz-Kreislauf-System: Stimulanzien und Atomoxetin können Blutdruck und Herzfrequenz erhöhen; Guanfacin kann zu Bradykardie und Hypotonie führen. Die mittleren Veränderungen sind in kontrollierten Studien meist gering, klinisch relevante individuelle Abweichungen sind jedoch möglich [5, LL1].
- Psychotische oder manische Symptome: Bei neu auftretenden Halluzinationen (Sinneswahrnehmungen ohne äußeren Reiz), Wahnvorstellungen (nicht korrigierbaren falschen Überzeugungen) oder manischen Symptomen soll die Medikation pausiert bzw. abgesetzt und eine zeitnahe fachpsychiatrische Beurteilung veranlasst werden [LL1].
- Krampfanfälle: Bei erstmaligem Auftreten oder relevanter Zunahme epileptischer Anfälle sind die Medikation, mögliche Wechselwirkungen und die weitere Behandlungsindikation zu überprüfen [LL1, FI1-FI4].
- Wachstum und Körpergewicht: Appetitminderung und verminderte Gewichtszunahme treten insbesondere unter Stimulanzien häufig auf. Körpergewicht, Körpergröße und bei Minderjährigen die entsprechenden Perzentilen sind systematisch zu kontrollieren [4, LL1].
- Tic-Symptomatik: Bei einer klinisch relevanten Zunahme von Tics sind der zeitliche Zusammenhang, der natürliche Verlauf der Tic-Störung und die Behandlungsnotwendigkeit zu prüfen. Gegebenenfalls kommen Dosisreduktion, Präparatewechsel, Atomoxetin oder Guanfacin infrage [7, LL1].
- Langzeitbehandlung: Wirksamkeit, Verträglichkeit und fortbestehende Behandlungsindikation sollen regelmäßig überprüft werden. Eine routinemäßige Behandlungsunterbrechung ist nicht grundsätzlich erforderlich, kann aber individuell zur Überprüfung der weiteren Behandlungsnotwendigkeit erwogen werden [LL1].
Evidenzbewertung
- Netzwerk-Metaanalysen zeigen für die kurzfristige Verminderung der ADHS-Kernsymptomatik die stärksten durchschnittlichen Effekte unter Stimulanzien. Bei Kindern und Jugendlichen wird unter Berücksichtigung von Wirksamkeit, Verträglichkeit und Zulassungssituation regelhaft Methylphenidat initial eingesetzt; bei Erwachsenen sind Methylphenidat und Lisdexamfetamin wirksame Behandlungsoptionen [3, 6, LL1].
- Der aktualisierte Cochrane-Review (systematische Übersichtsarbeit der Cochrane Collaboration) zu Methylphenidat bei Kindern und Jugendlichen umfasst 212 randomisierte kontrollierte Studien (vergleichende Studien mit zufälliger Gruppenzuteilung) mit insgesamt 16.302 Teilnehmenden. Methylphenidat kann die von Lehrkräften bewertete ADHS-Symptomatik und das allgemeine Verhalten verbessern; nicht schwerwiegende unerwünschte Wirkungen treten häufiger auf [4].
- Die Vertrauenswürdigkeit der Effektschätzungen wurde wegen kurzer Studiendauer, methodischer Verzerrungsrisiken, möglicher Aufhebung der Verblindung (Unkenntnis der Behandlungszuordnung) durch typische Nebenwirkungen und heterogener Endpunkte als niedrig bis sehr niedrig bewertet. Aussagen zur langfristigen Nutzen-Schaden-Bilanz bleiben daher begrenzt [4].
- Für Erwachsene zeigt eine aktuelle Netzwerk-Metaanalyse eine kurzfristige Wirksamkeit von Stimulanzien und Atomoxetin. Für langfristige Funktionsfähigkeit, Lebensqualität und weitere patientenrelevante Endpunkte ist die Evidenz weniger belastbar [3].
- Die aktuelle Dosis-Wirkungs-Netzwerk-Metaanalyse unterstützt eine ausreichende individuelle Dosistitration, zeigt jedoch zugleich, dass eine weitere Dosissteigerung oberhalb bestimmter mittlerer Dosisbereiche nicht regelhaft mit zusätzlicher Wirksamkeit verbunden ist und das Risiko von Therapieabbrüchen zunehmen kann [1].
Weitere Hinweise
ADHS-Medikation und schwerwiegende Folgeereignisse: Eine schwedische registerbasierte Nachbildung randomisierter Zielstudien mit 148.581 Personen im Alter von 6-64 Jahren zeigte, dass die Einleitung einer ADHS-Pharmakotherapie über 2 Jahre mit einem geringeren Risiko für suizidales Verhalten, Substanzmissbrauch, Verkehrsunfälle und Kriminalität assoziiert war. Für erstmalige sonstige unfallbedingte Verletzungen bestand kein statistisch gesicherter Zusammenhang. Bei wiederkehrenden Ereignissen waren geringere Raten für alle 5 untersuchten Endpunkte nachweisbar. Aufgrund des beobachtenden Studiendesigns können trotz der methodisch aufwendigen Auswertung keine uneingeschränkten Kausalaussagen (Aussagen über Ursache und Wirkung) getroffen werden [8].
Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)
Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für die Gesundheit von Nerven und Psyche sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:
- Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
- Mineralstoffe (Kalium, Magnesium)
- Spurenelemente (Molybdän, Selen, Zink)
- Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA))
- Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin, Grüntee-Polyphenole, Epigallocatechingallate)
- Weitere Vitalstoffe (Coenzym Q10 (CoQ10), Phosphatidylserin, Fruchtsäuren – Citrat (gebunden in Magnesiumcitrat und Kaliumcitrat))
Bei Vorliegen einer Insomnie (Schlafstörung) infolge einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) s. u. Insomnie/Medikamentöse Therapie/Supplemente.
Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.
Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.
Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.
Literatur
- Nourredine M, Jurek L, Hamza T, Cipriani A, Subtil F, Parlatini V et al.: Pharmacological interventions for ADHD: a systematic review and dose–effect network meta-analysis. Lancet Psychiatry. 2026;13(6):485-495. doi:10.1016/S2215-0366(26)00091-X
- Nourredine M et al.: Correction to Lancet Psychiatry 2026; 13: 485-95. Lancet Psychiatry. 2026. doi:10.1016/S2215-0366(26)00175-6
- Ostinelli EG, Schulze M, Zangani C, Farhat LC, Tomlinson A, Del Giovane C et al.: Comparative efficacy and acceptability of pharmacological, psychological, and neurostimulatory interventions for ADHD in adults: a systematic review and component network meta-analysis. Lancet Psychiatry. 2025;12(1):32-43. doi:10.1016/S2215-0366(24)00360-2
- Storebø OJ, Storm MRO, Pereira Ribeiro J, Skoog M, Groth C, Callesen HE et al.: Methylphenidate for children and adolescents with attention deficit hyperactivity disorder (ADHD). Cochrane Database Syst Rev. 2025;12:CD009885. doi:10.1002/14651858.CD009885.pub4
- Farhat LC, Lannes A, Del Giovane C, Parlatini V, Garcia-Argibay M, Ostinelli EG et al.: Comparative cardiovascular safety of medications for attention-deficit hyperactivity disorder in children, adolescents, and adults: a systematic review and network meta-analysis. Lancet Psychiatry. 2025;12(5):355-365. doi:10.1016/S2215-0366(25)00062-8
- Cortese S, Adamo N, Del Giovane C, Mohr-Jensen C, Hayes AJ, Carucci S et al.: Comparative efficacy and tolerability of medications for attention-deficit hyperactivity disorder in children, adolescents, and adults: a systematic review and network meta-analysis. Lancet Psychiatry. 2018;5(9):727-738. doi:10.1016/S2215-0366(18)30269-4
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Leitlinien
- S3-Leitlinie: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Kindes-, Jugend- und Erwachsenenalter. (AWMF-Registernummer 028-045), Version 2.0, Konsultationsfassung, Stand Mai 2026. Langfassung