Präeklampsie/Eklampsie – Folgeerkrankungen
Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch Präeklampsie (schwangerschaftsbedingte Erkrankung mit Bluthochdruck und Organbeteiligung)/Eklampsie (Krampfanfall im Rahmen einer Präeklampsie) mitbedingt sein können:
Präeklampsie/Eklampsie ist eine schwangerschaftsspezifische Multisystemerkrankung (schwangerschaftsbedingte Erkrankung mehrerer Organsysteme) beziehungsweise deren konvulsive Maximalmanifestation (schwerste Verlaufsform mit Krampfanfällen). Akute Komplikationen (plötzlich auftretende Krankheitsfolgen) werden hier als Komplikationen im Rahmen einer Präeklampsie/Eklampsie aufgeführt. Langzeitfolgen (spätere Krankheitsfolgen) werden zurückhaltend als Assoziation (Zusammenhang) beziehungsweise Risikoerhöhung (erhöhte Wahrscheinlichkeit) nach Präeklampsie/Eklampsie formuliert; sie sind nicht als monokausale Folge (durch nur eine Ursache bedingte Folge) zu verstehen [1-10, LL1-3].
Atmungssystem (J00-J99)
- Akutes Lungenödem (plötzliche Flüssigkeitsansammlung in der Lunge) – schwere maternale Komplikation (mütterliche Krankheitsfolge) im Rahmen der Präeklampsie/Eklampsie, insbesondere bei schwerer Hypertonie (Bluthochdruck), endothelialer Dysfunktion (Störung der Innenauskleidung der Blutgefäße), Volumenverschiebung (Umverteilung von Körperflüssigkeit), kardialer Beteiligung (Herzbeteiligung) oder postpartaler Dekompensation (Verschlechterung nach der Geburt); klinisch relevant durch Dyspnoe (Atemnot), Hypoxämie (Sauerstoffmangel im Blut), intensivmedizinischen Überwachungsbedarf und gegebenenfalls Entbindungsindikation (medizinischer Grund für eine Entbindung) [LL1-3].
- Respiratorische Insuffizienz (ungenügende Atmung) – mögliche Folge eines Lungenödems, einer kardialen Dekompensation (Herzleistungseinbruch), einer schweren Multiorganbeteiligung (Beteiligung mehrerer Organe) oder einer Komplikation nach eklamptischem Anfall (Krampfanfall bei Eklampsie); klinisch relevant durch Sauerstoffpflichtigkeit (Bedarf an Sauerstoffgabe), Beatmungsbedarf und erhöhtes maternales Morbiditätsrisiko (mütterliches Krankheitsrisiko) [LL1-3].
Bestimmte Zustände, die ihren Ursprung in der Perinatalperiode haben (P00-P96)
- Fetale Wachstumsrestriktion (Wachstumsverzögerung des ungeborenen Kindes)/Small for gestational age (zu klein für das Schwangerschaftsalter) – Ausdruck uteroplazentarer Dysfunktion (Funktionsstörung von Gebärmutter und Mutterkuchen) bei Präeklampsie; assoziiert mit niedrigem Geburtsgewicht, neonataler Morbidität (Krankheitsbelastung des Neugeborenen) und erhöhter perinataler Komplikationsrate (Komplikationen um die Geburt herum) [7, LL1-3].
- Medizinisch indizierte Frühgeburtlichkeit (medizinisch begründete Frühgeburtlichkeit) – häufige mittelbare Folge schwerer, früher oder progredienter Präeklampsie/Eklampsie, da die Beendigung der Schwangerschaft die einzige kausale Therapie (ursächliche Behandlung) ist; Folgekomplikationen können respiratorisches Distress-Syndrom (Atemnotsyndrom), bronchopulmonale Dysplasie (chronische Lungenerkrankung von Frühgeborenen), intraventrikuläre Blutung (Blutung in die Hirnkammern), nekrotisierende Enterokolitis (schwere Darmentzündung mit Gewebeschädigung), Sepsisrisiko (Risiko einer Blutvergiftung) und neonatologische Intensivpflichtigkeit (Behandlungsbedarf auf einer Neugeborenen-Intensivstation) sein [7, LL1-3].
- Niedriger Apgar-Score (Punktwert zur Beurteilung des Neugeborenen direkt nach der Geburt), niedriges Geburtsgewicht und neonatologische Intensivaufnahme (Aufnahme auf eine Neugeborenen-Intensivstation) – in systematischen Übersichten als relevante neonatale Outcomes (Krankheits- und Behandlungsergebnisse des Neugeborenen) nach Präeklampsie beschrieben; der Zusammenhang ist wesentlich durch Frühgeburtlichkeit, Plazentainsuffizienz (Leistungsschwäche des Mutterkuchens) und fetale Wachstumsrestriktion vermittelt [7].
- Intrauteriner Fruchttod (Tod des ungeborenen Kindes in der Gebärmutter), Totgeburt und perinatale Mortalität (Sterblichkeit um die Geburt herum) – seltenere, aber schwerwiegende Komplikationen, insbesondere bei schwerer früher Präeklampsie, ausgeprägter Plazentainsuffizienz, vorzeitiger Plazentalösung (vorzeitiges Ablösen des Mutterkuchens) oder schwerer fetaler Wachstumsrestriktion [7, LL1-3].
- Kindliche neuroentwicklungsbezogene Auffälligkeiten (Auffälligkeiten der Entwicklung von Gehirn und Nervensystem im Kindesalter) – hypertensive Schwangerschaftserkrankungen (Schwangerschaftserkrankungen mit Bluthochdruck) sind mit erhöhten unadjustierten Risiken (statistisch nicht bereinigten Risiken) für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung), Autismus-Spektrum-Störung (Entwicklungsstörung mit Beeinträchtigung sozialer Kommunikation), intellektuelle Entwicklungsstörung (geistige Entwicklungsstörung), globale Entwicklungsverzögerung (allgemeine Entwicklungsverzögerung) und niedrigere kognitive Testwerte (Testergebnisse zur geistigen Leistungsfähigkeit) assoziiert; ein relevanter Anteil der Assoziation wird durch Frühgeburtlichkeit und Geburtsgewicht vermittelt beziehungsweise abgeschwächt [8].
Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)
- Sehstörungen bis visuelle Ausfälle (Ausfälle des Sehens) – neurologisch-ophthalmologische Warnsymptome (nerven- und augenärztliche Warnzeichen) einer schweren Präeklampsie/Eklampsie, häufig im Kontext zerebraler Beteiligung (Beteiligung des Gehirns) beziehungsweise eines posterioren reversiblen Enzephalopathie-Syndroms (meist rückbildungsfähige Hirnfunktionsstörung mit typischen hinteren Hirnveränderungen); persistierende oder schwere Symptome erfordern dringliche Abklärung [LL1-3].
Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)
- HELLP-Syndrom (schwere Schwangerschaftskomplikation mit Zerfall roter Blutkörperchen, erhöhten Leberwerten und Mangel an Blutplättchen) – schwere Präeklampsie-assoziierte Komplikation mit Hämolyse (Zerfall roter Blutkörperchen), erhöhten Leberenzymen (Leberwerten) und Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen); das Syndrom ist Ausdruck einer mikroangiopathischen Organbeteiligung (Organschädigung durch kleinste Blutgefäße) und klinisch relevant durch Blutungsrisiko, disseminierte intravasale Gerinnung (verbrauchende Blutgerinnungsstörung), Leberhämatom (Blutansammlung in der Leber), Leberruptur (Leberriss), akute Nierenschädigung (plötzliche Nierenschädigung) und Multiorganversagen (Versagen mehrerer Organe) [LL1-3].
- Thrombozytopenie und mikroangiopathische Hämolyse (Blutzerfall durch Schädigung kleinster Blutgefäße) – zentrale hämatologische Manifestationen (das Blut betreffende Krankheitszeichen) schwerer Präeklampsie- und HELLP-Verläufe; prognostisch relevant bei progredientem Thrombozytenabfall (fortschreitendem Abfall der Blutplättchen), ausgeprägter Hämolyse oder zusätzlicher Gerinnungsaktivierung (Aktivierung der Blutgerinnung) [LL1-3].
- Disseminierte intravasale Gerinnung – seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation, insbesondere bei HELLP-Syndrom, vorzeitiger Plazentalösung, schwerer Blutung, Schock (Kreislaufversagen) oder Multiorganversagen [LL1-3].
Endokrine, Ernährungs- und Stoffwechselkrankheiten (E00-E90)
- Typ-2-Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit Typ 2) – nach Präeklampsie in Metaanalysen (zusammenfassenden Auswertungen mehrerer Studien) etwa zweifach erhöhtes späteres Diabetesrisiko; die Assoziation bleibt auch nach Adjustierung (statistischer Bereinigung) für relevante Kovariablen (Einflussfaktoren) bestehen und begründet eine strukturierte kardiometabolische Nachsorge (Nachsorge von Herz-Kreislauf- und Stoffwechselrisiken) [5, LL1].
Herzkreislaufsystem (I00-I99)
- Chronische arterielle Hypertonie (dauerhafter Bluthochdruck) – häufigste kardiovaskuläre Langzeitfolge (Herz-Kreislauf-Langzeitfolge) beziehungsweise Risikoerhöhung nach Präeklampsie; das Risiko ist besonders erhöht nach früher, schwerer oder rezidivierender Präeklampsie [1, 6, LL1-3].
- Koronare Herzkrankheit (Erkrankung der Herzkranzgefäße) und ischämische Herzerkrankung (durch Durchblutungsstörung des Herzens bedingte Erkrankung) – langfristig erhöhtes Risiko nach Präeklampsie; die Schwangerschaft wirkt klinisch als vaskulärer Stresstest (Belastungsprobe für die Blutgefäße) und kann eine kardiometabolische Prädisposition (Veranlagung für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen) demaskieren [1, 6, LL1-3].
- Herzinsuffizienz (Herzschwäche) – in Metaanalysen besonders deutlich erhöhte spätere Risikoassoziation (Risiko-Zusammenhang) nach Präeklampsie; klinisch relevant auch wegen der Differenzialdiagnose (möglichen anderen Erklärung) zur peripartalen Kardiomyopathie (Herzmuskelerkrankung um die Geburt) bei Dyspnoe, Lungenödem oder kardialer Dekompensation [1, LL1-3].
- Schlaganfall (Hirninfarkt oder Hirnblutung) – erhöhtes späteres Risiko für ischämische und hämorrhagische Schlaganfälle (durch Minderdurchblutung oder Blutung bedingte Schlaganfälle) nach hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen; akut besonders relevant bei schwerer Hypertonie, Eklampsie oder neurologischen Warnsymptomen [1, 2, LL1-3].
- Kardiovaskuläre Mortalität (Sterblichkeit durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen) – langfristig erhöhtes Risiko, insbesondere nach schwerer, früher oder rezidivierender Präeklampsie sowie bei zusätzlicher chronischer Hypertonie, chronischer Nierenerkrankung, Diabetes mellitus oder Adipositas (starkem Übergewicht) [1, 6, LL1].
- Venöse Thromboembolien (Blutgerinnsel in Venen mit möglicher Verschleppung in die Lunge) – erhöhtes Risiko insbesondere postpartal und bei zusätzlichen Risikofaktoren; die prophylaktische Antikoagulation (vorbeugende Blutverdünnung) richtet sich nach dem individuellen thromboembolischen Gesamtrisiko (Gesamtrisiko für Blutgerinnsel und deren Verschleppung) [LL1-3].
Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (K70-K77; K80-K87)
- Leberbeteiligung bei schwerer Präeklampsie/HELLP-Syndrom – Transaminasenerhöhung (Erhöhung bestimmter Leberwerte), rechtsseitige Oberbauchschmerzen oder epigastrische Schmerzen (Schmerzen im Oberbauch beziehungsweise Magenbereich) sind klinische Warnzeichen einer schweren Organmanifestation (Organbeteiligung) [LL1-3].
- Subkapsuläres Leberhämatom (Blutansammlung unter der Leberkapsel), Leberblutung und Leberruptur – seltene, aber lebensbedrohliche Komplikationen, vor allem im Rahmen des HELLP-Syndroms; assoziiert mit Schock, disseminierter intravasaler Gerinnung und Multiorganversagen [LL1-3].
Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)
- Eklamptischer Anfall – generalisierter tonisch-klonischer Krampfanfall (Krampfanfall mit Bewusstseinsverlust, Versteifung und Zuckungen des ganzen Körpers) im Kontext einer Präeklampsie; akute Risiken sind Hypoxie (Sauerstoffmangel im Gewebe), Aspiration (Einatmen von Mageninhalt oder Fremdmaterial), Trauma (Verletzung), fetale Bradykardie (zu langsamer Herzschlag des ungeborenen Kindes), intrakranielle Komplikationen (Komplikationen im Schädelinneren) und maternale Intensivpflichtigkeit (mütterlicher Bedarf an Intensivbehandlung) [LL1-3].
- Posteriores reversibles Enzephalopathie-Syndrom – wichtige neurologische Komplikation mit Kopfschmerzen, Sehstörungen, Bewusstseinsstörung und Krampfanfällen; bei postpartalen zentralnervösen Symptomen (Beschwerden des Gehirns und Rückenmarks) differenzialdiagnostisch besonders relevant [LL1-3].
- Intrakranielle Blutung (Blutung im Schädelinneren) und zerebrale Ischämie (Minderdurchblutung des Gehirns) – seltene, aber schwere akute Komplikationen, insbesondere bei schwerer Hypertonie, Eklampsie, neurologischen Warnsymptomen oder Gerinnungsstörung (Störung der Blutgerinnung) [LL1-3].
- Spätere neurologische Erkrankungen (Erkrankungen des Nervensystems) – Präeklampsie/Eklampsie sind in Registerdaten (Daten aus Krankheitsregistern) mit erhöhtem Risiko für spätere neurologische Diagnosen, insbesondere Epilepsie (Anfallsleiden) nach Eklampsie, assoziiert; aufgrund des Beobachtungsdesigns (Studienform ohne aktiven Eingriff) ist dies als Risikoassoziation und nicht als monokausale Folge zu bewerten [10].
- Vaskuläre Demenz (gefäßbedingte Demenz)/kognitive Langzeitfolgen (spätere Folgen für Gedächtnis und Denken) – metaanalytisch ist vor allem für vaskuläre Demenz ein erhöhtes Risiko nach hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen beschrieben; für Alzheimer-Demenz (Demenzform mit fortschreitendem Gedächtnis- und Denkverlust) und andere Demenzformen ist die Evidenz weniger konsistent [9].
Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)
- Vorzeitige Plazentalösung – schwere geburtshilfliche Komplikation, insbesondere bei schwerer Hypertonie, Eklampsie, fetaler Herzfrequenzpathologie (krankhafter kindlicher Herzfrequenz) oder ausgeprägter uteroplazentarer Dysfunktion [LL1-3].
- Medizinisch indizierte Frühgeburt (medizinisch begründete Frühgeburt) – häufige Folge schwerer oder progredienter Präeklampsie/Eklampsie, wenn maternale oder fetale Risiken eine Fortführung der Schwangerschaft nicht zulassen [7, LL1-3].
- Postpartale Präeklampsie/Eklampsie (Präeklampsie/Eklampsie nach der Geburt) – relevante Komplikation auch nach Geburt; Magnesiumsulfat (Medikament zur Vorbeugung und Behandlung von Krampfanfällen) ist Therapie beziehungsweise Prophylaxe (Vorbeugung) der Wahl bei Eklampsie oder hohem Anfallsrisiko [LL1-3].
- Rezidiv einer Präeklampsie (Wiederauftreten einer Präeklampsie) in Folgeschwangerschaften – mittleres Wiederholungsrisiko etwa 14-18 %, nach zwei vorangegangenen Präeklampsien etwa 32 %; bei sehr früher schwerer Präeklampsie vor 28 Schwangerschaftswochen kann das Risiko deutlich höher liegen [6, LL1].
- Rezidiv einer Eklampsie beziehungsweise Präeklampsie nach Eklampsie – erneute Eklampsie etwa 2-16 %, Präeklampsie nach Eklampsie etwa 22-35 %; die absolute Risikohöhe hängt wesentlich von Zeitpunkt, Schweregrad, Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) und Präventionsstrategie (Vorbeugungsstrategie) in der Folgeschwangerschaft ab [LL1].
Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)
- Persistierende Hypertonie post partum (anhaltender Bluthochdruck nach der Geburt) – klinisch relevanter Befund mit Übergangsrisiko (Risiko des Übergangs) in chronische arterielle Hypertonie und Indikation zur strukturierten kardiovaskulären Nachsorge [1, 6, LL1-3].
- Persistierende Proteinurie (anhaltende Eiweißausscheidung im Urin)/Mikroalbuminurie (geringe Eiweißausscheidung im Urin) – Marker renaler und kardiovaskulärer Langzeitrisiken (Hinweiszeichen für Nieren- und Herz-Kreislauf-Langzeitrisiken); bei Persistenz nach dem Wochenbett ist nephrologische (nierenärztliche) beziehungsweise internistische Abklärung (Abklärung durch Innere Medizin) erforderlich [3, 4, LL1].
- Neurologische Warnsymptome (Warnzeichen des Nervensystems) – therapieresistente Kopfschmerzen, Sehstörungen, Bewusstseinsstörung oder fokalneurologische Symptome (auf einen bestimmten Bereich des Nervensystems hinweisende Ausfälle) sind als mögliche Zeichen schwerer Präeklampsie/Eklampsie, posterioren reversiblen Enzephalopathie-Syndroms oder intrakranieller Komplikationen zu werten [LL1-3].
- Laborchemische Hochrisikokonstellation (gefährliche Kombination auffälliger Laborwerte) – progrediente Thrombozytopenie, Hämolyse, Transaminasenerhöhung, Kreatininanstieg (Anstieg eines Nierenwertes), Gerinnungsaktivierung oder ausgeprägte Proteinurie zeigen schwere Organbeteiligung an und bestimmen Überwachung, Entbindungszeitpunkt und Nachsorge [LL1-3].
Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)
- Akute Nierenschädigung – schwere maternale Komplikation mit Oligurie (verminderter Urinmenge), Anurie (fehlender Urinausscheidung), Kreatininanstieg und möglicher intensivmedizinischer Therapiebedürftigkeit [LL1-3].
- Chronische Nierenerkrankung (dauerhafte Nierenerkrankung) – nach Präeklampsie langfristig erhöhtes Risiko; aktuelle Metaanalysen zeigen eine Risikoassoziation, wobei Heterogenität (Unterschiedlichkeit), gemeinsame Risikofaktoren und mögliche Demaskierung (Sichtbarwerden) vorbestehender Nierenerkrankungen berücksichtigt werden müssen [3, 4].
- Terminale Niereninsuffizienz (Nierenversagen im Endstadium) – seltenes, aber in Metaanalysen deutlich erhöht assoziiertes Langzeitrisiko nach Präeklampsie; besonders relevant bei schwerer, früher oder rezidivierender Präeklampsie, persistierender Proteinurie, chronischer Hypertonie oder vorbestehender Nierenerkrankung [3, 4].
Prognosefaktoren (Einflussgrößen für den Krankheitsverlauf)
- Früher Erkrankungsbeginn – Präeklampsie vor 34 Schwangerschaftswochen, besonders vor 28 Schwangerschaftswochen, ist mit höherer maternaler, fetaler und langfristiger kardiovaskulärer Morbidität assoziiert [1, 6, LL1-3].
- Schweregrad der Hypertonie – Blutdruckwerte ≥ 160/110 mmHg, therapieresistente Hypertonie oder hypertensive Notfallsituation erhöhen das Risiko für Schlaganfall, Eklampsie, Plazentalösung, Nierenschädigung und kardiale Dekompensation [LL1-3].
- Organmanifestationen – neurologische Symptome, Eklampsie, HELLP-Syndrom, Thrombozytopenie, Transaminasenerhöhung, akute Nierenschädigung, Lungenödem, Dyspnoe oder kardiale Dekompensation verschlechtern die kurzfristige Prognose (Vorhersage des Krankheitsverlaufs) und beeinflussen den Entbindungszeitpunkt [LL1-3].
- Uteroplazentare Dysfunktion – fetale Wachstumsrestriktion, pathologische Dopplerbefunde (auffällige Blutflussmessungen), Oligohydramnion (zu wenig Fruchtwasser), pathologische fetale Überwachung (auffällige Überwachung des ungeborenen Kindes) oder intrauteriner Fruchttod kennzeichnen Hochrisikoverläufe [7, LL1-3].
- Rezidivierende Präeklampsie – wiederholte betroffene Schwangerschaften erhöhen das spätere Risiko für chronische Hypertonie und kardiovaskuläre Erkrankungen gegenüber einer einmaligen Präeklampsie [6].
- Persistierende postpartale Befunde (anhaltende Befunde nach der Geburt) – Hypertonie, Proteinurie, Mikroalbuminurie, eingeschränkte Nierenfunktion oder Diabetes mellitus nach dem Wochenbett sprechen für erhöhtes Langzeitrisiko und erfordern strukturierte Nachsorge [3-6, LL1-3].
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