Plasmozytom – Medikamentöse Therapie

Therapieziele

  • Rasche Kontrolle der klonalen Plasmazellerkrankung (Erkrankung durch krankhaft vermehrte Plasmazellen) und Vermeidung weiterer myelombedingter Organschäden.
  • Erreichen einer möglichst tiefen und dauerhaften Remission (Rückgang der Erkrankung), Verlängerung des progressionsfreien und des Gesamtüberlebens sowie Erhalt von Lebensqualität und Funktionsfähigkeit.
  • Bei geeigneten Personen: Induktion, Hochdosistherapie mit autologer Stammzelltransplantation (ASZT), gegebenenfalls Konsolidierung und Erhaltung. Die Negativität der minimalen Resterkrankung (MRD) ist ein wichtiger prognostischer Marker; eine allein an MRD orientierte Änderung der Standardtherapie außerhalb eines geprüften Protokolls ist nicht generell etabliert.
  • Prävention und Behandlung von Infektionen, venösen Thromboembolien (Blutgerinnseln in Venen oder Lungengefäßen), Nierenschädigung, Hypercalcämie (erhöhter Calciumspiegel im Blut), Anämie (Blutarmut), Schmerzen und skelettbezogenen Ereignissen.

Therapieempfehlungen

Therapiepflicht und Diagnosesicherung: Ein aktives Multiples Myelom liegt bei mindestens 10 % klonalen Knochenmarkplasmazellen oder einem biopsiegesicherten Plasmozytom (örtlich begrenzte Ansammlung krankhafter Plasmazellen) und mindestens einem myelomdefinierenden Ereignis vor. CRAB-Befunde müssen der Plasmazellerkrankung zurechenbar sein; andere Ursachen sind auszuschließen. [1, LL1, LL2]

Kriterium Definition und Besonderheiten
SLiM: Knochenmark Mindestens 60 % klonale Plasmazellen im Knochenmark.
SLiM: freie Leichtketten Quotient involvierte/nicht involvierte freie Serumleichtkette ≥ 100; zusätzlich muss die Konzentration der involvierten Leichtkette ≥ 100 mg/l betragen.
SLiM: Bildgebung Mehr als eine fokale Läsion (örtlich begrenzte krankhafte Veränderung) in der Magnetresonanztomographie, jeweils mindestens 5 mm groß.
C: Hypercalcämie Serumcalcium > 0,25 mmol/l oberhalb der oberen Normgrenze oder > 2,75 mmol/l.
R: Niereninsuffizienz (eingeschränkte Nierenfunktion) Kreatinin-Clearance < 40 ml/min oder Serumkreatinin > 2 mg/dl (> 177 µmol/l).
A: Anämie Hämoglobin > 2 g/dl unterhalb der unteren Normgrenze oder < 10 g/dl.
B: Knochenläsion (Schädigung des Knochens) Mindestens eine osteolytische Läsion (Knochenschädigung durch Auflösung von Knochengewebe) im Röntgen oder in der Computertomographie einschließlich CT-Komponente einer PET/CT. Eine isolierte PET-Aufnahme ohne CT-Nachweis einer Osteolyse (Auflösung von Knochengewebe) erfüllt das B-Kriterium nicht.

Smouldering Multiple Myeloma (schwelendes Multiples Myelom): Ohne myelomdefinierendes Ereignis erfolgen Risikostratifizierung und strukturierte Überwachung. Bei hohem Progressionsrisiko ist eine Daratumumab-Monotherapie in der EU zugelassen; Beobachtung bleibt eine individuell zu besprechende Option. Die Einstufung als Hochrisiko erfordert ein validiertes Gesamtkonzept und lässt sich nicht aus einem isolierten M-Proteinwert ableiten. Nutzen, Behandlungsdauer und Infektionsrisiko sind gemeinsam abzuwägen. [2, LL2, FI1]

Erstlinie beim aktiven Multiplen Myelom: Die Wahl richtet sich nach biologischer Fitness, Transplantationseignung, Zytogenetik, Nierenfunktion, Neuropathie (Nervenschädigung), kardialen Risiken, Frailty (Gebrechlichkeit) und Präferenz. Das Durie-Salmon-Stadium bestimmt weder eine alleinige Bestrahlung in Stadium II noch eine feste Chemotherapie in Stadium III. Lokale Radiotherapie ergänzt die systemische Behandlung bei geeigneter Indikation, insbesondere Schmerzen, Frakturgefahr (Gefahr eines Knochenbruchs) oder neurologischer Kompression. [LL1, LL2]

Situation Bevorzugte oder geeignete Strategie Besonderheiten
ASZT-geeignet Daratumumab, Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (DaraVRd); alternativ je nach Zulassung und Konstellation Isatuximab-VRd (IsaVRd) oder Daratumumab, Bortezomib, Thalidomid und Dexamethason (DaraVTd). Anschließend Stammzellsammlung, Melphalan-Hochdosistherapie und ASZT, Konsolidierung und Erhaltung. Die PERSEUS-Studie stützt DaraVRd mit Daratumumab/Lenalidomid-Erhaltung; die Auswahl von IsaVRd und der Erhaltung folgt dem zugelassenen Regime. IsaKRd ist eine intensive, vor allem studienbasierte Option bei ausgewähltem Hochrisiko und erfordert Prüfung der konkreten Zulassung. Keine Melphalan-Vorbehandlung vor Stammzellmobilisierung. [3, LL2, FI1, FI2]
ASZT-ungeeignet, ausreichend fit IsaVRd oder DaraVRd; weitere zugelassene Optionen sind DaraRd und DaraVMP. VRd ohne Anti-CD38-Antikörper bei passender Konstellation. IMROZ und CEPHEUS stützen Anti-CD38-haltige Vierfachkombinationen. Auswahl und Dauer nach Frailty, Komorbidität und jeweiliger Fachinformation; bei schwerer Gebrechlichkeit angepasste Dosisintensität. [4, 5, 6, LL2, FI1, FI2]
Myelombedingte akute Nierenfunktionsstörung Unverzügliche, wirksame Leichtkettensenkung, häufig mit Bortezomib und Dexamethason als Bestandteil einer Kombination; sorgfältige Hydrierung entsprechend kardiorenaler Belastbarkeit. Nephrotoxische Medikamente vermeiden, Hypercalcämie behandeln und Dosisanpassungen beachten. Bei Lenalidomid ist die renale Dosisanpassung besonders wichtig. [LL1, LL2]
Erhaltung nach ASZT Lenalidomid als etablierte Basis; nach DaraVRd kann Daratumumab mit Lenalidomid gemäß zugelassenem Schema eingesetzt werden. Nutzen gegen kumulative Toxizität, Zweitmalignome (weitere Krebserkrankungen) und Lebensqualität abwägen. Genetisches Hochrisiko erfordert eine individuell intensivierte Strategie im spezialisierten Zentrum. [LL2, FI1, FI3]

Rezidiv (Rückfall) und Refraktärität (fehlendes Ansprechen auf eine Behandlung): Therapiewahl nach Art der Vortherapien, Lenalidomid- und Anti-CD38-Refraktärität, Dauer der vorigen Remission, Zytogenetik, Organfunktion und Eignung für zelluläre Therapie. Eine starre Zuordnung allein nach „zweiter“ oder „dritter Linie“ wird der Situation nach den heutigen Erstlinien-Quadruplets nicht gerecht. Bei klonaler Progression ohne sofortige klinische Dringlichkeit kann die Einleitung im Einzelfall anhand der IMWG-Kriterien und der Dynamik abgestimmt werden. [LL2]

Vortherapie und Situation Beispiele geeigneter Regime Auswahlhinweis
Lenalidomid-sensitives Rezidiv, Anti-CD38-naiv DaraRd, Carfilzomib/Lenalidomid/Dexamethason (KRd), Ixazomib/Lenalidomid/Dexamethason (IxaRd) oder Elotuzumab/Lenalidomid/Dexamethason (EloRd). Neuropathie, kardiales und thrombotisches Risiko berücksichtigen. [7, 8, LL2]
Lenalidomid-refraktär DaraKd oder IsaKd; DaraPd oder IsaPd bei erfüllter Vortherapie; Pomalidomid/Bortezomib/Dexamethason (PVd), Belantamab-Mafodotin/Bortezomib/Dexamethason (Bel-Vd) oder nach Lenalidomid-Vortherapie Belantamab-Mafodotin/Pomalidomid/Dexamethason (Bel-Pd). Exakte Vortherapievoraussetzungen, Anti-CD38-Refraktärität und Augenmonitoring für Belantamab prüfen. [9, 10, 11, 12, LL2, FI4]
Lenalidomid-refraktär nach mindestens einer Vortherapie mit Immunmodulator und Proteasominhibitor Ciltacabtagen-Autoleucel (Cilta-cel) bei Progress unter der letzten Therapie und erfüllten Zulassungskriterien. Frühzeitig im CAR-T-Zentrum vorstellen; Herstellungszeit, Überbrückungstherapie und Infektionsstatus einplanen. [13, FI5]
Nach mindestens zwei Vortherapien einschließlich Immunmodulator, Proteasominhibitor und Anti-CD38-Antikörper Idecabtagen-Vicleucel (Ide-cel), sofern weitere Kriterien erfüllt sind. Priorität gegenüber weiteren konventionellen Salvageregimen nach Verfügbarkeit, Vortherapien und klinischer Eignung diskutieren. [FI6]
Mehrfach vorbehandelt Bispezifische Antikörper gegen BCMA/CD3: Teclistamab, Elranatamab oder Linvoseltamab; gegen GPRC5D/CD3: Talquetamab. Teclistamab/Daratumumab ist nach mindestens einer Vortherapie zugelassen. Monotherapie-Zulassungsvoraussetzungen unterscheiden sich vom Kombinationseinsatz; Infektionsprophylaxe, Immunglobuline, Zytokinfreisetzungssyndrom (starke Entzündungsreaktion durch Aktivierung von Abwehrzellen) und neurologische Toxizität beachten. [14, 15, FI7, FI8, FI9, FI10]
Besondere molekulare Konstellation Venetoclax bei t(11;14) nur als sorgfältig abgewogener Off-Label-Use, vorzugsweise im erfahrenen Zentrum oder in einer Studie. BELLINI zeigte ein relevantes Infektions- und Mortalitätssignal in der unselektierten Population. [16, LL2]

Regimesicherheit: Die nachstehenden Dosierungen sind typische Erwachsenendosen einzelner Komponenten oder klar benannter Regime. Zyklustage, Prämedikation und Dosisanpassungen sind aus der jeweils aktuellen Fachinformation und dem örtlichen Therapieprotokoll zu übernehmen. Insbesondere kombinieren sich Dosen verschiedener Studienregime nicht beliebig.

Wirkstoffe nach Wirkstoffgruppen

Glukokortikoide

Wirkstoff Besonderheiten
Dexamethason Wesentliche Kombinationskomponente; bei akuter myelombedingter Nierenschädigung zügiger Beginn nach hämatologischer Festlegung. Prämedikation bei Antikörpertherapie gesondert beachten.
Prednison Bestandteil von Melphalan-haltigen, heute selektiv eingesetzten Schemata.
  • Wirkweise: Lympholytische und antientzündliche Effekte; additive Wirksamkeit in Kombinationen.
  • Indikation: Fast alle Erstlinien- und Rezidivregime sowie akute krankheitsbedingte Komplikationen.
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; unkontrollierte Infektion und relevante psychiatrische, diabetische oder gastrointestinale Risiken erfordern Nutzen-Risiko-Prüfung.
  • Nebenwirkungen: Infektionen, Hyperglykämie (erhöhter Blutzucker), Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, Muskelschwäche, Osteoporose (Knochenschwund) und gastrointestinale Komplikationen.

Immunmodulatorische Arzneimittel

Wirkstoff Besonderheiten
Lenalidomid Renal anpassen; hämatologische Kontrollen und Schwangerschaftsverhütungsprogramm. In DaraVRd kann ein anderes Zyklusschema gelten.
Pomalidomid In Kombinationen mit Dexamethason und weiteren Wirkstoffen; Schwangerschaftsverhütungsprogramm und Blutbildkontrollen.
Thalidomid Seltenere Alternative wegen Neuropathie und Thromboserisiko; striktes Schwangerschaftsverhütungsprogramm.
  • Wirkweise: Cereblonabhängige Modulation der Protein-Degradation mit antiproliferativen und immunologischen Wirkungen.
  • Indikation: Lenalidomid in Erstlinie und Erhaltung; Pomalidomid im Rezidiv; Thalidomid insbesondere in DaraVTd und ausgewählten Alternativen.
  • Kontraindikationen: Schwangerschaft; fehlende sichere Kontrazeption; Überempfindlichkeit. Bei schwerer Zytopenie (Mangel an Blutzellen) und aktiver Thrombose (Blutgerinnsel) individuelle Zurückstellung oder Anpassung.
  • Nebenwirkungen: Neutropenie (Mangel an bestimmten weißen Blutzellen), Infektionen, venöse Thromboembolien, Exanthem (Hautausschlag), Fatigue (ausgeprägte Erschöpfung) und Diarrhoe (Durchfall); bei Thalidomid ausgeprägte Polyneuropathie (Schädigung mehrerer peripherer Nerven) und Sedierung (Benommenheit). Thromboseprophylaxe risikoadaptiert festlegen. [LL2, FI3]

Proteasominhibitoren

Wirkstoff Besonderheiten
Bortezomib Subkutane, bei Neuropathierisiko meist wöchentliche Anwendung bevorzugen; Dosis und Zyklustage sind kombinationsabhängig.
Carfilzomib Blutdruck, kardiale Funktion und Hydrierung überwachen; Dosierungen der konkreten Kombination prüfen.
Ixazomib Dosisanpassung bei schwerer Nieren- oder Leberfunktionsstörung; Einnahme nüchtern.
  • Wirkweise: Hemmung des Proteasoms, Anreicherung fehlgefalteter Proteine und Apoptose von Plasmazellen.
  • Indikation: Bestandteil von Erstlinien- und Rezidivkombinationen; Bortezomib besonders relevant bei rasch notwendiger Leichtkettensenkung.
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; bei Carfilzomib schwere kardiale Erkrankung oder unkontrollierte Hypertonie (Bluthochdruck) sorgfältig abwägen.
  • Nebenwirkungen: Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen), Infektionen, Herpes zoster (Gürtelrose) und gastrointestinale Beschwerden; Bortezomib vor allem Polyneuropathie, Carfilzomib vor allem Hypertonie, Herzinsuffizienz (Herzschwäche) und renale Ereignisse. [LL2]

Monoklonale Antikörper

Wirkstoff Besonderheiten
Daratumumab Anti-CD38; vor Therapie HBV-Status und Blutbank-Kompatibilität prüfen; Interferenz mit indirektem Antiglobulintest sowie Immunfixation berücksichtigen.
Isatuximab Anti-CD38; die subkutane Formulierung wurde 2026 für die bestehenden EU-Indikationen zugelassen. Blutbank-Interferenz und produktspezifische Anwendung beachten.
Elotuzumab Anti-SLAMF7; nur als Kombination mit Lenalidomid oder Pomalidomid und Dexamethason wirksam eingesetzt.
  • Wirkweise: CD38- oder SLAMF7-gerichtete Immunwirkung mit antikörpervermittelter Elimination von Myelomzellen.
  • Indikation: Daratumumab und Isatuximab als wichtige Bestandteile moderner Kombinationen; Daratumumab auch bei Hochrisiko-Smouldering-Myelom; Elotuzumab im Rezidiv.
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; aktive schwere Infektion vor Anwendung abklären und behandeln.
  • Nebenwirkungen: Infusions- oder Injektionsreaktionen, Neutropenie, Hypogammaglobulinämie (Mangel an schützenden Antikörpern) und Infektionen einschließlich möglicher HBV-Reaktivierung. Prämedikation, Zosterprophylaxe und Infektionsüberwachung erforderlich. [LL2, FI1, FI2]

Bispezifische Antikörper

Wirkstoff Besonderheiten
Teclistamab BCMA/CD3. EU-Zulassung als Monotherapie nach mindestens drei Vortherapien einschließlich IMiD, PI und Anti-CD38; in Kombination mit Daratumumab nach mindestens einer Vortherapie. Das CHMP-Votum vom 17. September 2026 zur Erweiterung der Monotherapie ist noch keine erteilte EU-Zulassung.
Elranatamab BCMA/CD3; initiale Überwachung und infektionsbezogene Prävention.
Linvoseltamab BCMA/CD3; bedingte EU-Zulassung für mehrfach vorbehandelte Personen. Das exakte Stufenschema nicht aus anderen bispezifischen Antikörpern übernehmen.
Talquetamab GPRC5D/CD3; besonders Geschmacksstörungen, Gewichtsverlust, Haut- und Nagelveränderungen beachten.
  • Wirkweise: Gleichzeitige Bindung von CD3 auf T-Zellen und BCMA beziehungsweise GPRC5D auf Myelomzellen; T-Zell-vermittelte Zytotoxizität.
  • Indikation: Rezidiviertes/refraktäres Myelom nach den jeweils zugelassenen Vortherapien; Teclistamab/Daratumumab bereits nach mindestens einer Vortherapie. [FI7, FI8, FI9, FI10]
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; bei aktiver Infektion oder ungeklärter neurologischer Symptomatik zunächst Stabilisierung und Bewertung.
  • Nebenwirkungen: Zytokinfreisetzungssyndrom (CRS), immunzellassoziiertes Neurotoxizitätssyndrom (ICANS), schwere Infektionen, Hypogammaglobulinämie und Zytopenien; bei Talquetamab zusätzlich Dysgeusie (Geschmacksstörung) sowie Haut- und Nageltoxizität. Stufenweise Dosierung, Beobachtung, Infektionsprophylaxe und gegebenenfalls Immunglobuline.

CAR-T-Zelltherapeutika

Wirkstoff Besonderheiten
Ciltacabtagen-Autoleucel (Cilta-cel) BCMA-gerichtet; nach mindestens einer Vortherapie mit IMiD und PI bei Lenalidomid-Refraktärität und Progress unter der letzten Therapie. [13, FI5]
Idecabtagen-Vicleucel (Ide-cel) BCMA-gerichtet; nach mindestens zwei Vortherapien einschließlich IMiD, PI und Anti-CD38-Antikörper bei Progress unter der letzten Therapie. [FI6]
  • Wirkweise: Autologe T-Zellen werden gegen BCMA gerichtet und nach Herstellung und Lymphodepletion reinfundiert.
  • Indikation: Rezidiviertes/refraktäres Multiples Myelom gemäß jeweiliger Zulassung; frühzeitige Zuweisung an ein qualifiziertes Zentrum.
  • Kontraindikationen: Produktspezifische Gegenanzeigen und Eignungsprüfung, insbesondere unkontrollierte Infektionen; Schwangerschaft, Organfunktion und Fähigkeit zur Überwachung berücksichtigen.
  • Nebenwirkungen: CRS, ICANS und andere verzögerte neurologische Ereignisse, Zytopenien, Hypogammaglobulinämie, schwere Infektionen und selten sekundäre T-Zell-Malignome; längere Nachsorge erforderlich. [FI5, FI6]

Antikörper-Wirkstoff-Konjugat

Wirkstoff Besonderheiten
Belantamab-Mafodotin Seit 2025 erneut in der EU zugelassen: Bel-Vd nach mindestens einer Vortherapie; Bel-Pd nach mindestens einer Vortherapie einschließlich Lenalidomid. Obligatorische ophthalmologische Untersuchung und dosisbezogene Überwachung. Die frühere Monotherapie nach vier Vortherapien ist keine aktuelle EU-Zulassung. [11, 12, FI4]
  • Wirkweise: BCMA-Antikörper mit konjugiertem Mikrotubuli-Inhibitor Mafodotin.
  • Indikation: Rezidiviertes/refraktäres Myelom in den beiden zugelassenen Kombinationen.
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; vorbestehende relevante Augenerkrankung erfordert besonders sorgfältige ophthalmologische Abklärung und Nutzen-Risiko-Bewertung.
  • Nebenwirkungen: Keratopathie (Erkrankung der Hornhaut), Sehverschlechterung, trockene Augen, Thrombozytopenie, Anämie und Infektionen; häufig Dosisaufschub oder Anpassung nötig.

Weitere antimyelomwirksame Arzneimittel

Wirkstoff Besonderheiten
Melphalan Hochdosis nur im Transplantationszentrum; vor Stammzellmobilisation vermeiden.
Cyclophosphamid VCd kann bei akutem Bedarf und besonderen Konstellationen eingesetzt werden; Kombination und Zulassungsstatus prüfen.
Bendamustin Seltene zugelassene Erstlinienalternative bei älteren, nicht transplantationsgeeigneten Personen mit klinischer Neuropathie und fehlender Eignung für Thalidomid. Heutige Anti-CD38-haltige Optionen vorrangig prüfen. [LL2, FI12]
Melphalanflufenamid Selektive spätere Rezidivoption bei triple-refraktärer Erkrankung nach mindestens drei Vortherapien; bei vorangegangener ASZT muss der Abstand bis zur Progression mindestens 3 Jahre betragen. Ein CHMP-Votum vom 17. September 2026 zu einer erweiterten Indikation ist noch keine erteilte EU-Zulassung. [FI11]
Selinexor Antiemetische Prophylaxe, Natrium und Blutbild eng kontrollieren; Kombination und Monotherapie-Kombinationsindikationen unterscheiden.
Panobinostat Späte Rezidivoption nach mindestens zwei Vortherapien einschließlich Bortezomib und einem IMiD; QT- und Interaktionskontrollen.
Venetoclax Nur selektiv bei t(11;14) als Off-Label-Use nach individuellem Infektions- und Tumorlyserisiko. [16, LL2]
  • Wirkweise: Melphalan, Bendamustin, Melphalanflufenamid und Cyclophosphamid alkylieren DNA; Selinexor hemmt XPO1; Panobinostat hemmt Histondeacetylasen; Venetoclax hemmt BCL-2.
  • Indikation: Melphalan-Hochdosis vor ASZT; Bendamustin/Prednison als selektive ältere Erstlinienoption; die übrigen Substanzen entsprechend Vortherapie, Dringlichkeit, Eignung und jeweiliger Zulassung im Rezidiv oder Sonderfall.
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit und schwere nicht beherrschte Zytopenien oder Infektionen; für Panobinostat relevante kardiale/QT-Risiken; bei Venetoclax erhöhtes Infektions- und Tumorlyserisiko.
  • Nebenwirkungen: Myelosuppression (verminderte Blutbildung im Knochenmark) und Infektionen; Melphalan zusätzlich Mukositis (Schleimhautentzündung) und Infertilität (Unfruchtbarkeit), Selinexor Übelkeit, Hyponatriämie und Fatigue, Panobinostat Diarrhoe und QT-Verlängerung, Venetoclax Tumorlyse (rascher Zerfall von Tumorzellen) und schwere Infektionen.

Begleitende Therapie

Osteoprotektion bei aktivem Myelom und Knochenbeteiligung; Zahnsanierung vor Beginn, regelmäßige Mundhygiene und Nierenfunktion, Calcium und Vitamin D berücksichtigen. Eine pauschale Antibiotikaprophylaxe vor jedem zahnärztlichen Eingriff ist nicht empfohlen; konkrete invasive Eingriffe interdisziplinär beurteilen. [LL1, LL2]

Wirkstoff Besonderheiten
Zoledronsäure Bei Kreatinin-Clearance < 30 ml/min in der Regel vermeiden. Dauer individuell, oft mindestens 2 Jahre. [LL2]
Pamidronat Alternative zu Zoledronat.
Denosumab Bei schwerer Niereninsuffizienz mögliche Alternative; Hypokalzämierisiko besonders hoch. Nach Absetzen Rebound-Wirbelkörperfrakturen beachten.
Calcium und Vitamin D Bei Hypercalcämie zunächst keine unkritische Calciumgabe; Hypokalzämie (zu niedriger Calciumspiegel im Blut) vor Denosumab korrigieren. [LL2]
  • Wirkweise: Bisphosphonate hemmen Osteoklasten; Denosumab blockiert RANKL; Calcium und Vitamin D unterstützen den Mineralstoffhaushalt.
  • Indikation: Verhinderung skelettbezogener Ereignisse bei behandlungsbedürftigem Myelom; Denosumab besonders bei ungeeigneter renaler Situation für Bisphosphonate.
  • Kontraindikationen: Hypokalzämie vor osteoprotektiver Therapie; schwere Niereninsuffizienz gegen Zoledronsäure; unversorgte Zahninfektionen und invasive Zahneingriffe sorgfältig planen.
  • Nebenwirkungen: Hypokalzämie, Kieferosteonekrose (Absterben von Kieferknochen), atypische Femurfrakturen (ungewöhnliche Oberschenkelknochenbrüche); Bisphosphonate zusätzlich Nierentoxizität, Denosumab nach Absetzen Rebound-Effekt.

Infektionsprävention: Vor systemischer Immunsuppression HBsAg, Anti-HBc und Anti-HBs bestimmen. Unter Proteasominhibitoren und/oder Anti-CD38-Antikörpern sowie Elotuzumab antivirale Zosterprophylaxe, beispielsweise Aciclovir 200 bis 400 mg zweimal täglich oder Valaciclovir 500 mg täglich; Impfstatus und individuelle Prophylaxe gegen Pneumocystis jirovecii entsprechend Regime prüfen. Bei IgG < 4 g/l und insbesondere unter BCMA-gerichteter Therapie Immunglobulinsubstitution etwa 0,2 bis 0,4 g/kg KG alle 3 bis 4 Wochen nach Infektionsrisiko erwägen. Die TEAMM-Studie zeigte einen frühen Nutzen von Levofloxacin; eine generelle Antibiotikaprophylaxe wird von Onkopedia dennoch nicht empfohlen. [17, LL2]

Thromboseprophylaxe: Bei IMiD-haltigen Regimen individuelles VTE- und Blutungsrisiko anhand geeigneter Scores und klinischer Faktoren erfassen. Bei niedrigem Risiko kann ASS 81 oder 100 mg/Tag, bei höherem Risiko ein niedermolekulares Heparin oder ein geeignetes direktes orales Antikoagulans in Prophylaxedosis erwogen werden; Thrombozytenzahl, Nierenfunktion und Wechselwirkungen berücksichtigen. [LL2]

Weitere Maßnahmen: Erythrozytentransfusionen bei symptomatischer Anämie, gegebenenfalls Thrombozytensubstitution, Analgesie und lokale Bestrahlung oder Stabilisierung bei Frakturgefahr. Eine Immunglobulinsubstitution setzt die klinische und laborchemische Prüfung eines sekundären Antikörpermangels voraus. Vor Daratumumab die Blutbank über mögliche Interferenz der Verträglichkeitsprüfung informieren. [LL1, LL2]

Hypercalcämische Krise

  • Akut: Isotone Kochsalzlösung unter engmaschiger Bilanzierung und Anpassung an Herz- und Nierenfunktion; zugleich rasche Behandlung des Myeloms.
  • Antiresorptiv: Zoledronsäure bei geeigneter Nierenfunktion oder Denosumab bei Kontraindikation gegen Bisphosphonate; Wirkung verzögert. Bei schwerer symptomatischer Hypercalcämie Calcitonin kurzfristig als Überbrückung erwägen.
  • Beachte: Keine routinemäßig forcierte Diurese. Schleifendiuretika nur bei Volumenüberlastung nach Rehydrierung. Calcium, Phosphat, Magnesium und Nierenfunktion überwachen. [LL2]

Red Flags und Sicherheitskontrollen

  • Fieber, Sepsiszeichen (Anzeichen einer lebensbedrohlichen Reaktion auf eine Infektion), Dyspnoe (Atemnot) oder Hypoxie (Sauerstoffmangel) unter immunsuppressiver oder T-Zell-umleitender Therapie: sofortige Infektions- und CRS-Abklärung.
  • Neue Verwirrtheit, Aphasie (Sprachstörung), Krampfanfälle oder Vigilanzstörung (Bewusstseinsstörung) nach bispezifischer Antikörper- oder CAR-T-Therapie: dringende ICANS-Abklärung.
  • Neu aufgetretene Paresen (Lähmungen), Blasen- oder Mastdarmstörung, starke Rückenschmerzen: sofortige Abklärung einer Rückenmarkskompression (Druck auf das Rückenmark).
  • Akute Kreatininzunahme, stark erhöhte freie Leichtketten oder symptomatische Hypercalcämie: unverzügliche hämatologische Behandlung.
  • Sehverschlechterung unter Belantamab-Mafodotin: vor weiterer Gabe augenärztliche Bewertung und Dosisentscheidung nach Fachinformation.

Supplemente (Nahrungsergänzungsmittel; Vitalstoffe)

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für das Immunsystem sollten die folgenden Vitalstoffe enthalten:

  • Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
  • Spurenelemente (Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink)
  • Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA))
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin, Flavonoide (Citrusfrüchte), Lycopin (Tomaten), Proanthocyanidine (Cranberrys), Polyphenole)
  • Weitere Vitalstoffe (Probiotische Kulturen: Laktobazillen, Bifidobakterien)

Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

Abkürzungen

  • AkdÄ: Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft.
  • Anti-HBc: Antikörper gegen das Hepatitis-B-Core-Antigen.
  • Anti-HBs: Antikörper gegen das Hepatitis-B-Oberflächenantigen.
  • ASS: Acetylsalicylsäure.
  • ASZT: autologe Stammzelltransplantation.
  • BCL-2: B-cell lymphoma 2, ein Protein, das Zellen vor dem Absterben schützt.
  • BCMA: B-Zell-Reifungsantigen.
  • Bel-Pd: Belantamab-Mafodotin, Pomalidomid und Dexamethason.
  • Bel-Vd: Belantamab-Mafodotin, Bortezomib und Dexamethason.
  • CAR-T: T-Zellen mit chimärem Antigenrezeptor.
  • CD3, CD38: Zelloberflächenmerkmale auf Immunzellen beziehungsweise Zielzellen.
  • CHMP: Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittel-Agentur.
  • Cilta-cel: Ciltacabtagen-Autoleucel.
  • CRAB: Calcium-Erhöhung, Nierenschädigung (Renal), Anämie und Knochenläsionen (Bone).
  • CRS: Zytokinfreisetzungssyndrom.
  • CT: Computertomographie.
  • DaraKd: Daratumumab, Carfilzomib und Dexamethason.
  • DaraPd: Daratumumab, Pomalidomid und Dexamethason.
  • DaraRd: Daratumumab, Lenalidomid und Dexamethason.
  • DaraVMP: Daratumumab, Bortezomib, Melphalan und Prednison.
  • DaraVRd: Daratumumab, Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason.
  • DaraVTd: Daratumumab, Bortezomib, Thalidomid und Dexamethason.
  • DGHO: Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie.
  • DNA: Desoxyribonukleinsäure, Träger der Erbinformation.
  • EHA: European Hematology Association.
  • EloRd: Elotuzumab, Lenalidomid und Dexamethason.
  • EMA: Europäische Arzneimittel-Agentur.
  • EMN: European Myeloma Network.
  • EU: Europäische Union.
  • FI: Fachinformation.
  • GPRC5D: G-Protein-gekoppelter Rezeptor der Klasse C, Gruppe 5, Mitglied D.
  • HBsAg: Hepatitis-B-Oberflächenantigen.
  • HBV: Hepatitis-B-Virus.
  • I. E.: Internationale Einheiten.
  • ICANS: immunzellassoziiertes Neurotoxizitätssyndrom.
  • Ide-cel: Idecabtagen-Vicleucel.
  • IgG: Immunglobulin G.
  • IMiD: immunmodulatorisches Arzneimittel.
  • IMWG: International Myeloma Working Group.
  • i. v.: intravenös, in eine Vene.
  • IsaKd: Isatuximab, Carfilzomib und Dexamethason.
  • IsaKRd: Isatuximab, Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason.
  • IsaPd: Isatuximab, Pomalidomid und Dexamethason.
  • IsaVRd: Isatuximab, Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason.
  • IxaRd: Ixazomib, Lenalidomid und Dexamethason.
  • KG: Körpergewicht.
  • KOF: Körperoberfläche.
  • KRd: Carfilzomib, Lenalidomid und Dexamethason.
  • LL: Leitlinie.
  • MGUS: monoklonale Gammopathie unklarer Signifikanz.
  • MRD: minimale Resterkrankung.
  • p. o.: per os, über den Mund.
  • PET/CT: Positronenemissionstomographie und Computertomographie.
  • PI: Proteasominhibitor.
  • PVd: Pomalidomid, Bortezomib und Dexamethason.
  • QT: Zeitspanne für die elektrische Erholung der Herzkammern im Elektrokardiogramm.
  • RANKL: Rezeptoraktivator des nukleären Faktors κB, Ligand.
  • s. c.: subkutan, unter die Haut.
  • SLAMF7: Signaling Lymphocytic Activation Molecule Family Member 7.
  • SLiM: mindestens 60 % klonale Knochenmarkplasmazellen, stark erhöhte freie Leichtketten oder mehrere fokale Läsionen in der Magnetresonanztomographie.
  • t(11;14): Austausch von Erbgut zwischen den Chromosomen 11 und 14.
  • VCd: Bortezomib, Cyclophosphamid und Dexamethason.
  • VMP: Bortezomib, Melphalan und Prednison.
  • VRd: Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason.
  • VTE: venöse Thromboembolie.
  • XPO1: Exportin 1.

Literatur

  1. Rajkumar SV et al.: International Myeloma Working Group updated criteria for the diagnosis of multiple myeloma. Lancet Oncol. 2014;15:e538-e548. doi: 10.1016/S1470-2045(14)70442-5.
  2. Dimopoulos MA et al.: Daratumumab or Active Monitoring for High-Risk Smoldering Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2025;392:1777-1788. doi: 10.1056/NEJMoa2409029.
  3. Sonneveld P et al.: Daratumumab, Bortezomib, Lenalidomide, and Dexamethasone for Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2024;390:301-313. doi: 10.1056/NEJMoa2312054.
  4. Facon T et al.: Isatuximab, Bortezomib, Lenalidomide, and Dexamethasone for Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2024;391:1597-1609. doi: 10.1056/NEJMoa2400712.
  5. Usmani SZ et al.: Daratumumab plus bortezomib, lenalidomide and dexamethasone for transplant-ineligible or transplant-deferred newly diagnosed multiple myeloma: the randomized phase 3 CEPHEUS trial. Nat Med. 2025;31:1195-1202. doi: 10.1038/s41591-024-03485-7.
  6. Facon T et al.: Daratumumab, lenalidomide, and dexamethasone versus lenalidomide and dexamethasone alone in newly diagnosed multiple myeloma (MAIA): overall survival results from a randomised, open-label, phase 3 trial. Lancet Oncol. 2021;22:1582-1596. doi: 10.1016/S1470-2045(21)00466-6.
  7. Stewart AK et al.: Carfilzomib, Lenalidomide, and Dexamethasone for Relapsed Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2015;372:142-152. doi: 10.1056/NEJMoa1411321.
  8. Moreau P et al.: Oral Ixazomib, Lenalidomide, and Dexamethasone for Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2016;374:1621-1634. doi: 10.1056/NEJMoa1516282.
  9. Moreau P et al.: Isatuximab, carfilzomib, and dexamethasone in relapsed multiple myeloma (IKEMA): a multicentre, open-label, randomised phase 3 trial. Lancet. 2021;397:2361-2371. doi: 10.1016/S0140-6736(21)00592-4.
  10. Attal M et al.: Isatuximab plus pomalidomide and low-dose dexamethasone versus pomalidomide and low-dose dexamethasone in patients with relapsed and refractory multiple myeloma (ICARIA-MM): a randomised, multicentre, open-label, phase 3 study. Lancet. 2019;394:2096-2107. doi: 10.1016/S0140-6736(19)32556-5.
  11. Hungria V et al.: Belantamab Mafodotin, Bortezomib, and Dexamethasone for Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2024;391:393-407. doi: 10.1056/NEJMoa2405090.
  12. Dimopoulos MA et al.: Belantamab Mafodotin, Pomalidomide, and Dexamethasone in Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2024;391:408-421. doi: 10.1056/NEJMoa2403407.
  13. San-Miguel J et al.: Cilta-cel or Standard Care in Lenalidomide-Refractory Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2023;389:335-347. doi: 10.1056/NEJMoa2303379.
  14. Moreau P et al.: Teclistamab in Relapsed or Refractory Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2022;387:495-505. doi: 10.1056/NEJMoa2203478.
  15. Costa LJ et al.: Teclistamab plus Daratumumab in Relapsed or Refractory Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2026. doi: 10.1056/NEJMoa2514663.
  16. Kumar SK et al.: Venetoclax or placebo in combination with bortezomib and dexamethasone in patients with relapsed or refractory multiple myeloma (BELLINI): a randomised, double-blind, multicentre, phase 3 trial. Lancet Oncol. 2020;21:1630-1642. doi: 10.1016/S1470-2045(20)30525-8.
  17. Drayson MT et al.: Levofloxacin prophylaxis in patients with newly diagnosed myeloma (TEAMM): a multicentre, double-blind, placebo-controlled, randomised, phase 3 trial. Lancet Oncol. 2019;20:1760-1772. doi: 10.1016/S1470-2045(19)30506-6.
  18. Palumbo A et al.: Continuous Therapy Versus Fixed Duration of Therapy in Patients With Newly Diagnosed Multiple Myeloma. J Clin Oncol. 2015;33:3459-3466. doi: 10.1200/JCO.2014.60.2466.
  19. Benboubker L et al.: Lenalidomide and Dexamethasone in Transplant-Ineligible Patients with Myeloma. N Engl J Med. 2014;371:906-917. doi: 10.1056/NEJMoa1402551.
  20. Dimopoulos MA et al.: Daratumumab, Bortezomib, and Dexamethasone for Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2016;375:754-766. doi: 10.1056/NEJMoa1606038.
  21. Mateos MV et al.: Daratumumab plus Bortezomib, Melphalan, and Prednisone for Untreated Myeloma. N Engl J Med. 2018;378:518-528. doi: 10.1056/NEJMoa1714678.
  22. Raje N et al.: Anti-BCMA CAR T-Cell Therapy bb2121 in Relapsed or Refractory Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2019;380:1726-1737. doi: 10.1056/NEJMoa1817226.
  23. Chari A et al.: Oral Selinexor-Dexamethasone for Triple-Class Refractory Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2019;381:727-738. doi: 10.1056/NEJMoa1903455.
  24. Lonial S et al.: Belantamab mafodotin for relapsed or refractory multiple myeloma (DREAMM-2): a two-arm, randomised, open-label, phase 2 study. Lancet Oncol. 2020;21:207-221. doi: 10.1016/S1470-2045(19)30788-0.
  25. Renner C, Samaras P: Erstlinientherapie von Patienten mit multiplem Myelom. InFo Hämatologie + Onkologie. 2020;23:12-17. doi: 10.1007/s15004-020-8150-0.
  26. Berdeja JG et al.: Ciltacabtagene autoleucel, a B-cell maturation antigen-directed chimeric antigen receptor T-cell therapy in patients with relapsed or refractory multiple myeloma (CARTITUDE-1): a phase 1b/2 open-label study. Lancet. 2021;398:314-324. doi: 10.1016/S0140-6736(21)00933-8.
  27. Richardson PG et al.: Mezigdomide plus Dexamethasone in Relapsed and Refractory Multiple Myeloma. N Engl J Med. 2023;389:1009-1022. doi: 10.1056/NEJMoa2303194.
  28. Lesokhin AM et al.: Elranatamab in relapsed or refractory multiple myeloma: phase 2 MagnetisMM-3 trial results. Nat Med. 2023;29:2259-2267. doi: 10.1038/s41591-023-02528-9.
  29. Raje NS et al.: Consensus guidelines and recommendations for infection prevention in multiple myeloma: a report from the International Myeloma Working Group. Lancet Haematol. 2022;9:e143-e161. doi: 10.1016/S2352-3026(21)00283-0.
  30. Raje N et al.: Denosumab versus zoledronic acid in bone disease treatment of newly diagnosed multiple myeloma: an international, double-blind, double-dummy, randomised, controlled, phase 3 study. Lancet Oncol. 2018;19:370-381. doi: 10.1016/S1470-2045(18)30072-X.
  31. AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Darzalex (Daratumumab), Risiko der Reaktivierung von Hepatitis B, 17. Juni 2019.
  32. AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Venclyxto (Venetoclax), 10. Juni 2021.
  33. AkdÄ: Sicherheitsmitteilungen zu Thalidomid (2015), Pomalidomid (2016) und Lenalidomid (2016), insbesondere Dosisanpassung, HBV- und Virusreaktivierung.

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Diagnostik, Therapie und Nachsorge für Patienten mit monoklonaler Gammopathie unklarer Signifikanz (MGUS) oder Multiplem Myelom. (AWMF-Registernummer: 018-035OL), Version 1.0, Februar 2022. Langfassung [LL1]
  2. DGHO: Multiples Myelom. Onkopedia-Leitlinie, Stand Oktober 2024; spätere Zulassungsänderungen sind zusätzlich anhand der aktuellen EMA-Fachinformationen berücksichtigt. Leitlinie [LL2]
  3. Moreau P et al.: EHA-EMN Evidence-Based Guidelines for diagnosis, treatment and follow-up of patients with multiple myeloma. Nat Rev Clin Oncol. 2025;22:680-700. doi: 10.1038/s41571-025-01041-x [LL3]

Fachinformationen

  1. Darzalex (Daratumumab), aktuelle europäische Produktinformation. EMA [FI1]
  2. Sarclisa (Isatuximab), aktuelle europäische Produktinformation. EMA [FI2]
  3. Revlimid (Lenalidomid), aktuelle europäische Produktinformation. EMA [FI3]
  4. Blenrep (Belantamab-Mafodotin), aktuelle europäische Produktinformation. EMA [FI4]
  5. Carvykti (Ciltacabtagen-Autoleucel), aktuelle europäische Produktinformation. EMA [FI5]
  6. Abecma (Idecabtagen-Vicleucel), aktuelle europäische Produktinformation. EMA [FI6]
  7. Tecvayli (Teclistamab), aktuelle europäische Produktinformation. EMA [FI7]
  8. Elrexfio (Elranatamab), aktuelle europäische Produktinformation. EMA [FI8]
  9. Lynozyfic (Linvoseltamab), aktuelle europäische Produktinformation. EMA [FI9]
  10. Talvey (Talquetamab), aktuelle europäische Produktinformation. EMA [FI10]
  11. Pepaxti (Melphalanflufenamid), aktuelle europäische Produktinformation. EMA [FI11]
  12. Bendamustin, Fachinformation eines in Deutschland zugelassenen Präparats. Fachinformation [FI12]