Virales hämorrhagisches Fieber – Folgeerkrankungen

Im Folgenden die wichtigsten Erkrankungen bzw. Komplikationen, die durch ein virales hämorrhagisches Fieber (durch Viren ausgelöstes Fieber mit Blutungsneigung) mitbedingt sein können:

Chikungunya-Fieber 

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Postinflammatorische Hyperpigmentierungen (bräunliche Hautverfärbungen nach Entzündung) nach Exanthem (Hautausschlag) – meistens reversibel; klinisch gegenüber den muskuloskelettalen Langzeitfolgen (Langzeitfolgen an Muskeln, Knochen und Gelenken) nachrangig [LL1, LL2].

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Persistierende Arthralgien (anhaltende Gelenkschmerzen) – häufigste relevante Folge; können über Monate, gelegentlich Jahre persistieren und betreffen besonders kleine Gelenke der Hände, Handgelenke, Füße und Sprunggelenke [LL1, LL2, 1].
  • Chronische Chikungunya-assoziierte Arthritis (lang anhaltende durch Chikungunya bedingte Gelenkentzündung) beziehungsweise chronisch-entzündlicher Rheumatismus (dauerhafte entzündliche Gelenk- und Bindegewebserkrankung) – klinisch relevant durch Synovitis (Gelenkinnenhautentzündung), Morgensteifigkeit, Funktionsverlust und teilweise rheumatoide-Arthritis-ähnlichen Verlauf [LL1, LL2, 1].
  • Tenosynovitis (Sehnenscheidenentzündung)/Enthesitis (Entzündung am Sehnen- oder Bandansatz) – mögliche Ursache länger anhaltender belastungsabhängiger Schmerzen und Bewegungseinschränkungen nach akuter Infektion [LL1, LL2].

Prognosefaktoren

  • Höheres Alter, weibliches Geschlecht, starke akute Gelenkbeteiligung und vorbestehende Gelenkerkrankungen erhöhen das Risiko chronischer Arthralgien beziehungsweise Arthritis [1].
  • Die akute Letalität (Sterblichkeit) ist niedrig; die Langzeitmorbidität (langfristige Krankheitslast) wird vor allem durch persistierende muskuloskelettale Beschwerden bestimmt [LL1, LL2, 1].

Dengue-Fieber

Atmungssystem (J00-J99)

  • Atemnot durch Plasma-Leakage (Austritt von Blutflüssigkeit aus den Gefäßen) mit Pleuraergüssen (Flüssigkeitsansammlungen zwischen Lunge und Brustwand) oder schwerer Flüssigkeitsverschiebung – Zeichen eines schweren Dengue-Verlaufs; relevant insbesondere in der kritischen Phase (gefährlichen Krankheitsphase) um die Entfieberung (Abfall des Fiebers) [LL1, LL2, 2].

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Schwere Blutung bei Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) und Koagulopathie (Gerinnungsstörung) – zentrale Komplikation des schweren Dengue-Fiebers [LL1, LL2, 2].
  • Disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC; disseminated intravascular coagulation; schwere Gerinnungsstörung mit Verbrauch von Gerinnungsfaktoren) – schwere Verbrauchskoagulopathie (Gerinnungsstörung durch Verbrauch von Blutgerinnungsstoffen) mit gleichzeitiger Mikrothrombenbildung (Bildung kleinster Blutgerinnsel) und Blutungsneigung; klinisch relevant als Ausdruck eines fulminanten Verlaufs (sehr raschen schweren Verlaufs) mit Schock und Multiorganversagen (Versagen mehrerer Organe) [LL1, LL2, 2].

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Dengue-Schocksyndrom (DSS; Kreislaufschock bei schwerem Dengue-Fieber) – lebensbedrohliche Komplikation durch ausgeprägte Plasma-Leakage, intravasalen Volumenmangel (Flüssigkeitsmangel in den Blutgefäßen) und Kreislaufschock (lebensgefährlicher Kreislaufzusammenbruch); Leitsituation des schweren Dengue-Fiebers [LL1, LL2, 2].
  • Myokarditis (Herzmuskelentzündung) beziehungsweise kardiale Beteiligung (Herzbeteiligung) – seltenere, aber klinisch relevante Organmanifestation (Organbeteiligung) mit Rhythmusstörungen (Herzrhythmusstörungen), reduzierter Pumpfunktion (Pumpleistung des Herzens) oder Schockverstärkung [LL1, LL2, 2].

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Schweres Dengue-Fieber – definiert durch schwere Plasma-Leakage mit Schock oder Atemnot, schwere Blutung oder schwere Organbeteiligung [LL1, LL2, 2].

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Hepatitis (Leberentzündung) beziehungsweise schwere Leberbeteiligung – möglich bis zum akuten Leberversagen (plötzlichen Ausfall der Leberfunktion); prognostisch ungünstig bei ausgeprägter Transaminasenerhöhung (erhöhten Leberwerten), Ikterus (Gelbsucht) oder Gerinnungsstörung [LL1, LL2, 2].

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Myositis (Muskelentzündung)/Rhabdomyolyse (Zerfall von Muskelzellen) – seltene Komplikation mit Muskelschmerzen, Creatinkinase-Anstieg (Anstieg eines Muskelenzyms) und Risiko einer akuten Nierenschädigung (plötzlichen Verschlechterung der Nierenfunktion) [2].

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Enzephalitis (Gehirnentzündung)/Meningoenzephalitis (Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten) – schwere neuroinvasive Manifestation (Befall des Nervensystems) mit Bewusstseinsstörung (verminderter Wachheit), Krampfanfällen oder fokal-neurologischen Defiziten (örtlich begrenzten Ausfällen des Nervensystems) [3].
  • Enzephalopathie (Funktionsstörung des Gehirns) – meistens sekundär durch Schock, Leberversagen, metabolische Entgleisung (Stoffwechselentgleisung) oder schwere systemische Entzündung [2, 3].
  • Guillain-Barré-Syndrom (GBS; entzündliche Nervenerkrankung mit Lähmungen) – postinfektiöse immunvermittelte Polyradikuloneuropathie (Erkrankung mehrerer Nervenwurzeln und peripherer Nerven) mit aufsteigenden Paresen (Lähmungen), Areflexie (fehlenden Reflexen) und möglicher autonomer (das vegetative Nervensystem betreffender) beziehungsweise respiratorischer Beteiligung (Atembeteiligung). Die klinische Relevanz liegt in der potenziell raschen Progression (Fortschreiten) bis zur Intensivpflichtigkeit (Notwendigkeit intensivmedizinischer Behandlung) [3].
  • Myelitis (Rückenmarksentzündung) beziehungsweise akute schlaffe Parese (plötzliche schlaffe Lähmung) – seltene neurologische Komplikation mit spinaler Beteiligung (Rückenmarksbeteiligung) und motorischen Ausfällen [3].
  • Hypokaliämische Lähmung (Lähmung bei Kaliummangel) – seltene, meistens reversible Komplikation mit akuter Muskelschwäche bei Hypokaliämie (Kaliummangel im Blut) [3].

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)

  • Schwere maternale (mütterliche) Dengue-Erkrankung in der Schwangerschaft – erhöhtes Risiko für Blutung, Schock, Frühgeburt und perinatale Komplikationen (Komplikationen um die Geburt); besonders relevant bei Infektion peripartal (um die Geburt herum) [LL2].

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Multiorganversagen – Endstrecke schwerer Dengue-Verläufe mit Schock, schwerer Blutung und Organbeteiligung [LL1, LL2, 2].

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Akute Nierenschädigung – insbesondere bei Schock, Rhabdomyolyse, Hämolyse (Zerfall roter Blutkörperchen) oder Multiorganversagen [LL1, LL2, 2].

Prognosefaktoren

  • Warnzeichen, sekundäre heterologe Dengue-Infektion (Infektion mit einem anderen Dengue-Serotyp), Schwangerschaft, Säuglingsalter, höheres Alter, relevante Komorbiditäten (Begleiterkrankungen), Schock, schwere Blutung und schwere Organbeteiligung verschlechtern die Prognose [LL1, LL2, 2].
  • Nach durchgemachter Infektion besteht eine langanhaltende Immunität (Abwehrschutz) gegen den infizierenden Serotyp (Virusuntertyp); Kreuzprotektion (gegenseitiger Teilschutz) gegenüber anderen Serotypen ist nur vorübergehend [LL1, LL2].

Ebola-/Marburg-Fieber

Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)

  • Uveitis (Entzündung der mittleren Augenhaut), Chorioretinitis (Entzündung von Aderhaut und Netzhaut), Katarakt (grauer Star) und Visusminderung (Sehverschlechterung) – insbesondere als Spätfolge nach Ebola-Virus-Erkrankung (Infektion durch Ebola-Viren) beschrieben; Ausdruck möglicher Viruspersistenz (Fortbestehen von Viren im Körper) in immunprivilegierten Kompartimenten (Körperbereichen mit eingeschränkter Immunabwehr) [LL3, LL5, 4].

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Koagulopathie mit schweren Blutungen – typische Komplikation fulminanter Filovirus-Erkrankungen (Infektionen durch Fadenviren); prognostisch ungünstig bei Verbrauchskoagulopathie und therapierefraktärem Schock (nicht ausreichend auf Behandlung ansprechendem Schock) [LL3, LL5, 4].
  • Disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC; disseminated intravascular coagulation) – schwere Gerinnungsstörung mit Verbrauchskoagulopathie, Blutung und Mikrozirkulationsstörung (Störung der kleinsten Blutgefäße); klinisch relevant bei schwerer systemischer Entzündung, Schock und Multiorganversagen [LL3, LL5, 4].

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Hypovolämischer (durch Blut- oder Flüssigkeitsmangel bedingter), septischer (durch schwere Infektion bedingter) beziehungsweise therapierefraktärer Schock – wichtigste unmittelbare Todesursache bei schweren Verläufen; begünstigt durch massive gastrointestinale (Magen-Darm-bedingte) Flüssigkeitsverluste, Kapillarleck (Austritt von Flüssigkeit aus kleinsten Blutgefäßen), Blutung und systemische Entzündung [LL3, LL5, 4].

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Hepatitis beziehungsweise akute Leberbeteiligung – häufige Organmanifestation mit Transaminasenerhöhung, Gerinnungsstörung und möglichem Leberversagen [LL3, LL5, 4].
  • Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) – bei schweren Filovirus-Erkrankungen beschrieben; klinisch relevant durch abdominelle Schmerzen (Bauchschmerzen), Enzymanstieg und zusätzliche systemische Entzündung [4].

Muskel-Skelett-System und Bindegewebe (M00-M99)

  • Post-Ebola-Syndrom (Beschwerden nach überstandener Ebola-Erkrankung) mit Arthralgien und Myalgien (Muskelschmerzen) – häufige Langzeitfolge bei Überlebenden; relevant durch persistierende Schmerzen und Funktionsbeeinträchtigung [4].

Ohren – Warzenfortsatz (H60-H95)

  • Hörminderung/Tinnitus (Ohrgeräusch) – mögliche Spätfolge nach Ebola-Virus-Erkrankung; kann zusammen mit okulären (die Augen betreffenden) und neurologischen Beschwerden auftreten [4].

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Enzephalopathie, Delir (akute Verwirrtheit) und Krampfanfälle – schwere akute neurologische Komplikationen bei Schock, metabolischer Entgleisung und Multiorganversagen [LL3, LL5, 4].
  • Persistierende Kopfschmerzen, neurokognitive Beschwerden (Beschwerden von Denken und Gedächtnis) und psychische Belastungsfolgen – relevante Langzeitfolgen bei Überlebenden [4].

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)

  • Schwere Ebola-/Marburg-Erkrankung in der Schwangerschaft – assoziiert mit hoher maternaler und fetaler Gefährdung (Gefährdung des ungeborenen Kindes); relevante Folgen sind Abort (Fehlgeburt), intrauteriner Fruchttod (Tod des ungeborenen Kindes in der Gebärmutter), perinatale Transmission (Übertragung um die Geburt herum) und schwere maternale Blutung [LL3, LL5].

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Multiorganversagen – Endstrecke schwerer Verläufe mit Schock, metabolischer Azidose (stoffwechselbedingter Übersäuerung des Blutes), Koagulopathie, Leber- und Nierenversagen [LL3, LL5, 4].

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Akute Nierenschädigung/Nierenversagen – begünstigt durch Hypovolämie (vermindertes Blut- oder Flüssigkeitsvolumen), Schock, Rhabdomyolyse und Multiorganversagen [LL3, LL5, 4].
  • Orchitis (Hodenentzündung) beziehungsweise Viruspersistenz im Genitaltrakt (Geschlechtsorganen) – insbesondere bei Ebola-Virus-Erkrankung beschrieben; relevant für postakute Nachsorge und Infektionsprävention [LL3, 4].

Prognosefaktoren

  • Hohe Viruslast (Virusmenge im Körper), Schock, Blutung, neurologische Beteiligung, akute Nierenschädigung, Leberversagen, Schwangerschaft, höheres Alter und verzögerte supportive Therapie (unterstützende Behandlung) verschlechtern die Prognose [LL3, LL5, 4].
  • Die Letalität ist stark abhängig von Virusspezies (Virusart), Ausbruchskontext, Diagnostikzeitpunkt und Qualität der supportiven Intensivtherapie (unterstützenden Behandlung auf der Intensivstation); bei Ebola- und Marburg-Virus-Erkrankungen sind Letalitätsraten ausbruchsabhängig hoch [LL3, LL5, 4].

Gelbfieber

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Schwere Blutungen und Koagulopathie – Komplikation der toxischen Phase (schweren Organphase) mit Leberversagen, Verbrauchskoagulopathie und Multiorganbeteiligung [LL1, 9].

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Schock – Ausdruck schwerer toxischer Phase mit Blutung, Leberversagen, Nierenversagen und Multiorganversagen [LL1, 9].

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Schwere Hepatitis mit Ikterus – Leitsyndrom der toxischen Phase; kann in akutes Leberversagen übergehen [LL1, 9].
  • Akutes Leberversagen – prognostisch entscheidende Komplikation mit Gerinnungsstörung, Enzephalopathie und Blutungsneigung [LL1, 9].

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Hepatische Enzephalopathie (durch Leberversagen bedingte Funktionsstörung des Gehirns) – Folge schwerer Leberinsuffizienz (Leistungsschwäche der Leber) mit Bewusstseinsstörung bis Koma [LL1, 9].

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Multiorganversagen – Endstrecke der schweren toxischen Phase mit Leber-, Nieren-, Kreislauf- und Gerinnungsversagen [LL1, 9].

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Akute Nierenschädigung/Nierenversagen – häufige schwere Organbeteiligung in der toxischen Phase [LL1, 9].

Prognosefaktoren

  • Toxische Phase, Ikterus, Blutung, Schock, Nierenversagen und Leberversagen sind zentrale ungünstige Prognosefaktoren [LL1, 9].
  • Bei schweren Gelbfieber-Verläufen liegt die Letalität in systematischen Auswertungen ungefähr bei 30-60 %; eine Meta-Analyse (zusammenfassende Auswertung mehrerer Studien) schwerer Fälle ergab eine Fallsterblichkeit um 39 % [9].

Krim-Kongo-Fieber (CCHF; Crimean-Congo haemorrhagic fever)

Atmungssystem (J00-J99)

  • Pulmonale Blutung (Lungenblutung) beziehungsweise respiratorische Insuffizienz (Atemversagen) – mögliche schwere Komplikation bei ausgeprägter hämorrhagischer Diathese (Blutungsneigung) und Schock [LL5, 5].

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Thrombozytopenie mit schwerer Blutungsneigung – zentrale Komplikation schwerer Verläufe [LL5, 5].
  • Disseminierte intravasale Koagulopathie (DIC; disseminated intravascular coagulation) – schwere Verbrauchskoagulopathie mit Blutung, Mikrozirkulationsstörung und Multiorganversagen [LL5, 5].

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Petechien (punktförmige Hautblutungen), Ekchymosen (flächenhafte Hautblutungen) und großflächige Hauteinblutungen – Ausdruck der hämorrhagischen Diathese [LL5, 5].

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Schock – meistens Folge von Blutung, Kapillarleck, systemischer Entzündung und Multiorganversagen [LL5, 5].

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Akute Hepatitis beziehungsweise Leberzellschädigung (Schädigung der Leberzellen) bis zum Leberversagen – prognostisch ungünstig bei ausgeprägter Transaminasenerhöhung und Gerinnungsstörung [LL5, 5].

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Zerebrale Blutung (Hirnblutung) beziehungsweise Enzephalopathie – seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation schwerer hämorrhagischer Verläufe [LL5, 5].

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Blutungen aus Schleimhäuten und Körperöffnungen – klinisch relevant insbesondere bei gastrointestinaler, urogenitaler (Harn- und Geschlechtsorgane betreffender) oder pulmonaler Blutung [LL5, 5].
  • Multiorganversagen – Endstrecke schwerer CCHF-Verläufe mit Schock, Koagulopathie, Leber- und Nierenbeteiligung [LL5, 5].

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Akute Nierenschädigung/Nierenversagen – schwere Organbeteiligung bei Schock, Hypovolämie und Multiorganversagen [LL5, 5].

Prognosefaktoren

  • Hohe Viruslast, schwere Thrombozytopenie, verlängerte Gerinnungszeiten, ausgeprägte Transaminasen-/Lactatdehydrogenase-Erhöhung (Anstieg eines Gewebeabbau-Enzyms), Blutung, Schock und neurologische Beteiligung verschlechtern die Prognose [5].
  • Die Letalität ist international deutlich variabel und hängt von Ausbruchskontext, Diagnostikzeitpunkt, Supportivtherapie und Kollektivschwere (Schweregrad der untersuchten Patientengruppe) ab [LL5, 5].

Lassa-Fieber 

Atmungssystem (J00-J99)

  • Pneumonie (Lungenentzündung) beziehungsweise respiratorische Beteiligung – mögliche Komplikation schwerer Verläufe; klinisch relevant bei Dyspnoe (Atemnot), Hypoxie (Sauerstoffmangel) oder zusätzlicher bakterieller Superinfektion (zusätzlicher bakterieller Infektion) [LL4, LL5].

Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)

  • Visusminderung und ophthalmologische Spätfolgen (Augen-Spätfolgen) – bei Überlebenden beschrieben; im klinischen Langzeitverlauf seltener im Vordergrund als Hörverlust, aber relevant für die Nachsorge [6].

Haut und Unterhaut (L00-L99)

  • Transiente Alopezie (vorübergehender Haarausfall) – mögliche postinfektiöse Spätfolge bei Überlebenden [6].

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Hepatitis beziehungsweise schwere Leberbeteiligung – bei schweren Verläufen mit ungünstiger Prognose assoziiert, insbesondere bei ausgeprägter Transaminasenerhöhung [LL4, 6].

Ohren – Warzenfortsatz (H60-H95)

  • Sensorineuraler Hörverlust (Innenohr- oder Hörnerven-bedingter Hörverlust) – wichtigste Spätfolge des Lassa-Fiebers; kann akut oder verzögert auftreten, bilateral (beidseitig) sein und dauerhaft persistieren [LL4, 6].
  • Tinnitus und vestibuläre Beschwerden (Gleichgewichtsbeschwerden) – häufig zusammen mit sensorineuralem Hörverlust beschrieben [6].

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Enzephalitis/Enzephalopathie – schwere Komplikation mit Bewusstseinsstörung, Krampfanfällen oder neurologischen Defiziten [LL4, 6].
  • Verzögerte Paraparese (Lähmung beider Beine), Krampfanfälle und kognitive Einschränkungen (Einschränkungen von Denken und Gedächtnis) – beschriebene neurologische Langzeitfolgen bei Überlebenden [6].
  • Psychische Folgestörungen – möglich nach schwerem Krankheitsverlauf, Isolation und persistierenden Sinnes- oder neurologischen Defiziten [6].

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)

  • Schweres Lassa-Fieber in der Schwangerschaft – deutlich erhöhte maternale und fetale Gefährdung, besonders bei fortgeschrittener Schwangerschaft; relevante Folgen sind Abort, intrauteriner Fruchttod und maternaler Tod [LL4, 7].

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Blutungen – bei Lassa-Fieber nicht obligat, aber bei schweren Verläufen prognostisch ungünstig [LL4].
  • Multiorganversagen – Endstrecke schwerer Verläufe mit Schock, Leber-, Nieren- und neurologischer Beteiligung [LL4, LL5, 6].

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Akute Nierenschädigung – schwere Organbeteiligung bei fulminantem Verlauf und Multiorganversagen [LL4, 6].

Prognosefaktoren

  • Schwangerschaft, fortgeschrittene Schwangerschaft, hohe Viruslast, ausgeprägte Leberbeteiligung, Blutung, neurologische Symptome, Nierenbeteiligung und verzögerter Therapiebeginn verschlechtern die Prognose [LL4, 6, 7].
  • Die Gesamtletalität ist niedriger als bei Filovirus-Erkrankungen, steigt aber bei hospitalisierten und schweren Verläufen deutlich an; Schwangere haben ein besonders hohes Risiko [LL4, 7].

Rifttal-Fieber 

Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)

  • Retinitis (Netzhautentzündung)/Chorioretinitis beziehungsweise Uveo-Retinopathie (Erkrankung von Augeninnenhaut und Netzhaut) – typische schwere Komplikation; Makulabeteiligung (Beteiligung der Stelle des schärfsten Sehens) kann zu dauerhaftem Visusverlust bis Erblindung führen [8].

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Hämorrhagische Verlaufsform (Verlaufsform mit Blutungen) mit Koagulopathie – selten, aber hochletal; verbunden mit Leberbeteiligung, Blutung und Schock [8].

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Hepatitis bis akutes Leberversagen – zentrale Organbeteiligung schwerer und hämorrhagischer Verläufe [8].

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Meningoenzephalitis/Enzephalitis – seltene schwere Komplikation mit Krampfanfällen, Bewusstseinsstörung und möglichen neurologischen Residuen (bleibenden Schäden) [8].

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)

  • Abort beziehungsweise fetaler Verlust – in humanen Ausbruchsserien beschrieben und in systematischer Auswertung als relevantes obstetrisches Syndrom (schwangerschaftsbezogenes Krankheitsbild) erfasst [8].

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Schwere Blutungen – Manifestation der hämorrhagischen Verlaufsform, meistens mit schwerer Leberbeteiligung kombiniert [8].
  • Multiorganversagen – mögliche Endstrecke schwerer hämorrhagischer Verläufe [8].

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Akute Nierenschädigung/Nierenversagen – in schweren Kollektiven beschrieben; prognostisch relevant bei Schock und Multiorganversagen [8].

Prognosefaktoren

  • Hämorrhagische Verlaufsform, schwere Leberbeteiligung, Nierenversagen, neurologische Beteiligung und Makulabeteiligung verschlechtern die Prognose [8].
  • Die hämorrhagische Verlaufsform ist selten, aber hochletal; okuläre und neurologische Verlaufsformen bestimmen die Langzeitmorbidität [8].

West-Nil-Fieber 

Atmungssystem (J00-J99)

  • Respiratorische Insuffizienz bei akuter schlaffer Myelitis beziehungsweise bulbärer Beteiligung (Beteiligung von Hirnstammregionen) – seltene, aber intensivpflichtige Komplikation neuroinvasiver Erkrankung [10, 11].

Augen und Augenanhangsgebilde (H00-H59)

  • Chorioretinitis/Uveitis – seltene okuläre Manifestation; klinisch relevant bei Visusminderung oder persistierenden Sehstörungen [11].

Herzkreislaufsystem (I00-I99)

  • Myokarditis/Perikarditis (Herzbeutelentzündung) und kardiale Dysrhythmien (Herzrhythmusstörungen) – seltene Komplikationen, überwiegend bei schwerer systemischer oder neuroinvasiver Erkrankung beschrieben [11].

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (Bauchspeicheldrüse) (K70-K77; K80-K87)

  • Hepatitis beziehungsweise Leberbeteiligung – selten, meistens im Rahmen systemischer Erkrankung beschrieben [11].

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Akute aseptische Meningitis (nicht bakteriell verursachte Hirnhautentzündung) – typische neuroinvasive Manifestation des West-Nil-Virus [10, 11].
  • Enzephalitis/Meningoenzephalitis – wichtigste schwere Komplikation; relevant durch Bewusstseinsstörung, Krampfanfälle, Bewegungsstörungen und Residualdefizite [10, 11].
  • Akute schlaffe Myelitis beziehungsweise poliomyelitisähnliche Parese (kinderlähmungsähnliche Lähmung) – schwere neuroinvasive Komplikation mit asymmetrischer Schwäche, Lähmung und möglicher Ateminsuffizienz [10, 11].
  • Guillain-Barré-Syndrom (GBS) – seltene postinfektiöse immunvermittelte Polyradikuloneuropathie mit symmetrisch aufsteigender Schwäche, sensiblen (die Empfindung betreffenden) und autonomen Symptomen; klinisch von der akuten schlaffen Myelitis abzugrenzen [11].
  • Persistierende motorische, kognitive und neuropsychologische Defizite (psychische und kognitive Einschränkungen durch Nervensystemschädigung) – relevante Langzeitfolgen nach West-Nil-Neuroinvasiverkrankung [10, 11].

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Prolongierte Fatigue (lang anhaltende Erschöpfung) und Rekonvaleszenz (Genesungszeit) über Wochen bis Monate – häufig nach symptomatischer Infektion, besonders nach neuroinvasivem Verlauf [10, 11].

Prognosefaktoren

  • Höheres Alter, Immunsuppression (Unterdrückung der Immunabwehr), relevante Komorbiditäten und neuroinvasive Erkrankung verschlechtern die Prognose [10, 11].
  • Die Letalität der West-Nil-Neuroinvasiverkrankung liegt in aktuellen systematischen Auswertungen ungefähr bei 9-10 %; Langzeitdefizite sind bei Überlebenden klinisch relevant [10, 11].

Literatur

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  2. Paz-Bailey G, Adams LE, Deen J et al.: Dengue. Lancet. 2024;403(10427):667-682. https://doi.org/10.1016/S0140-6736(23)02576-X
  3. Guzman MG, Martinez E: Central and Peripheral Nervous System Manifestations Associated with Dengue Illness. Viruses. 2024;16(9):1367. https://doi.org/10.3390/v16091367
  4. Jacob ST, Crozier I, Fischer WA et al.: Ebola virus disease. Nature Reviews Disease Primers. 2020;6:13. https://doi.org/10.1038/s41572-020-0147-3
  5. Hawman DW, Feldmann H: Crimean-Congo haemorrhagic fever virus. Nature Reviews Microbiology. 2023;21(7):463-477. https://doi.org/10.1038/s41579-023-00871-9
  6. Saka SA, Lawal QO, Otaigbe O et al.: Lassa fever survivors: long-term health effects and chronic sequelae – a scoping review. BMC Infectious Diseases. 2025;25:823. https://doi.org/10.1186/s12879-025-11262-1
  7. Kayem ND, Benson C, Aye CYL et al.: Lassa fever in pregnancy: a systematic review and meta-analysis. Transactions of the Royal Society of Tropical Medicine and Hygiene. 2020;114(5):385-396. https://doi.org/10.1093/trstmh/traa011
  8. Anywaine Z, Lule SA, Hansen C et al.: Clinical manifestations of Rift Valley fever in humans: Systematic review and meta-analysis. PLOS Neglected Tropical Diseases. 2022;16(3):e0010233. https://doi.org/10.1371/journal.pntd.0010233
  9. Servadio JL, Muñoz-Zanzi C, Convertino M: Estimating case fatality risk of severe Yellow Fever cases: systematic literature review and meta-analysis. BMC Infectious Diseases. 2021;21:819. https://doi.org/10.1186/s12879-021-06535-4
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Leitlinien

  1. World Health Organization: WHO guidelines for clinical management of arboviral diseases: dengue, chikungunya, Zika and yellow fever. Juli 2025. https://www.who.int/publications/i/item/9789240111110
  2. Pan American Health Organization: Guidelines for the Clinical Diagnosis and Treatment of Dengue, Chikungunya, and Zika. 2022. https://doi.org/10.37774/9789275124871
  3. World Health Organization: Therapeutics for Ebola virus disease. WHO Ebola Virus Disease Clinical management: living guidance. 2022. https://www.who.int/publications/i/item/9789240055742
  4. Nigeria Centre for Disease Control: National Guidelines for Lassa Fever Case Management. November 2018. https://ncdc.gov.ng/themes/common/docs/protocols/92_1547068532.pdf
  5. World Health Organization: Clinical management of patients with viral haemorrhagic fever: A pocket guide for front-line health workers. Interim emergency guidance for country adaptation. 2016. https://www.who.int/publications/i/item/9789241549608