Ebola – Differentialdiagnosen

Hinweis zur Einordnung: Die Ebola-Viruskrankheit (Ebola-Erkrankung) ist bei akutem Fieber (erhöhter Körpertemperatur), schwerem Krankheitsgefühl, gastrointestinalen Symptomen (Beschwerden von Magen und Darm), Exanthem (Hautausschlag), Blutungszeichen (Anzeichen von Blutungen), Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen), Transaminasenerhöhung (Erhöhung bestimmter Leberwerte) oder Schock (Kreislaufversagen) differentialdiagnostisch (zur Abgrenzung ähnlicher Krankheiten) vor allem gegen andere importierte Infektionen (Ansteckungen), andere virale hämorrhagische Fieber (virusbedingte Fiebererkrankungen mit Blutungsneigung), schwere bakterielle Sepsis (Blutvergiftung), Malaria (Wechselfieber) und nichtinfektiöse Ursachen von Blutung und Multiorganversagen (Versagen mehrerer Organe) abzugrenzen. Eine Verdachtsdiagnose (vermutete Diagnose) setzt immer eine passende Expositions-, Kontakt- oder Reiseanamnese (Erhebung der Vorgeschichte zu Kontakt, Aufenthalt und Reise) voraus. Bei begründetem Verdacht sind Isolation (Absonderung), Meldung, infektiologische Rücksprache (Rücksprache mit einem Infektionsspezialisten) und spezifische Labordiagnostik (Laboruntersuchung) prioritär.

Blut, blutbildende Organe – Immunsystem (D50-D90)

  • Akute Leukämie (Blutkrebs) – Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Blutungsneigung (Neigung zu Blutungen), Thrombozytopenie, Anämie (Blutarmut) und Leukozytenveränderungen (Veränderungen der weißen Blutkörperchen) können eine schwere infektiöse Systemerkrankung (den ganzen Körper betreffende Infektionskrankheit) imitieren
  • Disseminierte intravasale Gerinnung (krankhafte Gerinnselbildung in den Blutgefäßen) – Verbrauchskoagulopathie (Verbrauch von Gerinnungsfaktoren) mit Blutungszeichen, Thrombozytopenie, verlängerten Gerinnungszeiten (verlängerter Blutgerinnung) und Multiorganbeteiligung (Beteiligung mehrerer Organe); meist Folge einer Sepsis, eines Schocks oder schwerer systemischer Erkrankungen (den ganzen Körper betreffender Erkrankungen)
  • Hämophagozytische Lymphohistiozytose (schwere überschießende Entzündungsreaktion des Immunsystems) – hyperinflammatorisches Syndrom (Syndrom mit überschießender Entzündung) mit Fieber, Zytopenien (Mangel an Blutzellen), Hepatosplenomegalie (Vergrößerung von Leber und Milz), Transaminasenerhöhung und schwerem systemischem Krankheitsbild (den ganzen Körper betreffendem Krankheitsbild)
  • Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (Blutplättchenmangel mit kleinen Gefäßgerinnseln) – Thrombozytopenie, mikroangiopathische hämolytische Anämie (Blutarmut durch Zerfall roter Blutkörperchen in kleinen Gefäßen), neurologische Symptome (Beschwerden des Nervensystems), Fieber und Nierenbeteiligung (Beteiligung der Nieren); relevante nichtinfektiöse Differentialdiagnose bei Blutungszeichen und Multiorganbeteiligung

Infektiöse und parasitäre Krankheiten (A00-B99)

  • Afrikanische Trypanosomiasis (Schlafkrankheit) – Fieber, schweres Krankheitsgefühl, Lymphadenopathie (Lymphknotenschwellung), neurologische Symptome und Reiseanamnese in Endemiegebiete (Gebiete mit dauerhaftem Vorkommen der Erkrankung); keine typische hämorrhagische Erkrankung (Erkrankung mit Blutungsneigung), aber relevante tropenmedizinische Differentialdiagnose
  • Borrelia-Rekurrenzfieber (Rückfallfieber durch Borrelien) – wiederkehrende Fieberschübe, Kopf- und Gliederschmerzen, Exanthem und schwere systemische Verläufe; bei entsprechender Reise- oder Expositionsanamnese zu berücksichtigen
  • Chikungunya-Fieber (virusbedingte Fiebererkrankung mit Gelenkschmerzen) – akutes Fieber, Exanthem, Arthralgien (Gelenkschmerzen) und Myalgien (Muskelschmerzen); hämorrhagische Verläufe (Verläufe mit Blutungsneigung) sind untypisch, aber frühe Symptome können Ebola-ähnlich erscheinen
  • Cholera (schwere Durchfallerkrankung) – schwere wässrige Diarrhoe (Durchfall) mit Exsikkose (Austrocknung) und Schock; keine hämorrhagische Erkrankung, aber relevante Differentialdiagnose bei massiver Diarrhoe nach Aufenthalt in Endemie- oder Ausbruchsgebieten
  • Denguefieber, schweres (schweres Knochenbrecherfieber) – Fieber, starke Myalgien, Exanthem, Thrombozytopenie, Plasma-Leakage (Austritt von Blutflüssigkeit aus den Gefäßen), Blutungszeichen und Schock; wichtigste arbovirale Differentialdiagnose (durch Insekten übertragene Virus-Differentialdiagnose) bei hämorrhagischem Verlauf
  • Ebola-Viruskrankheit durch andere Orthoebolaviren (Ebola-ähnliche Viren) – klinisch (anhand der Krankheitszeichen) nicht sicher unterscheidbar; Differenzierung erfolgt virologisch (durch Virusnachweis)
  • Gelbfieber (virusbedingte Gelbsucht-Fiebererkrankung) – Fieber, Ikterus (Gelbsucht), Transaminasenerhöhung, Blutungsneigung und Schock nach Aufenthalt in Endemiegebieten; klassische Differentialdiagnose eines viralen hämorrhagischen Fiebers
  • Hantavirus-Infektion (Infektion durch Hantaviren) – Fieber, Myalgien, Thrombozytopenie, Nierenbeteiligung oder pulmonales Syndrom (Krankheitsbild der Lunge); hämorrhagische Verläufe sind möglich, abhängig vom Virustyp und Expositionsgebiet
  • Krim-Kongo-hämorrhagisches Fieber (durch Zecken übertragenes Blutungsfieber) – Fieber, Myalgien, Blutungszeichen, Thrombozytopenie, Transaminasenerhöhung und Schock; relevante Differentialdiagnose bei Zeckenexposition (Zeckenkontakt) oder Kontakt zu infizierten Tieren beziehungsweise Blutprodukten
  • Lassa-Fieber (virusbedingtes Blutungsfieber aus Westafrika) – Fieber, Pharyngitis (Rachenentzündung), retrosternaler Schmerz (Schmerz hinter dem Brustbein), Proteinurie (Eiweiß im Urin), Blutungszeichen und Multiorganbeteiligung; wichtige Differentialdiagnose in Westafrika
  • Leptospirose (bakterielle Infektion durch Leptospiren) – Fieber, Myalgien, Konjunktivalsuffusion (Rötung der Bindehaut), Ikterus, Nierenversagen (Versagen der Nieren) und Blutungszeichen bei schwerem Verlauf; wichtige bakterielle Differentialdiagnose nach Süßwasser-, Schlamm- oder Tierurinexposition
  • Malaria tropica (schwere Form der Malaria) – Fieber, Schüttelfrost, Anämie, Thrombozytopenie, Hyperbilirubinämie (erhöhter Bilirubinwert im Blut), Bewusstseinsstörung, Schock oder Multiorganversagen; häufigste und wichtigste Ausschlussdiagnose (auszuschließende Erkrankung) bei fieberhafter Erkrankung nach Aufenthalt in Malariagebieten
  • Marburg-Viruskrankheit (Marburg-Fieber) – filovirales hämorrhagisches Fieber (Blutungsfieber durch Filoviren) mit sehr ähnlicher Klinik (Krankheitserscheinung); Abgrenzung zur Ebola-Viruskrankheit ist klinisch nicht zuverlässig möglich und erfordert Erregerdiagnostik (Nachweis des Krankheitserregers)
  • Meningitis, bakterielle (bakterielle Hirnhautentzündung) – Fieber, Kopfschmerzen, Meningismus (Nackensteifigkeit), Bewusstseinsstörung und Sepsiszeichen (Anzeichen einer Blutvergiftung); frühe Ebola-Viruskrankheit kann klinisch unspezifisch mit Fieber und Kopfschmerzen beginnen
  • Meningokokkensepsis (Blutvergiftung durch Meningokokken) – fulminante Sepsis (sehr rasch verlaufende Blutvergiftung) mit Petechien (punktförmigen Hautblutungen), Purpura (kleinfleckigen Hautblutungen), Schock und Verbrauchskoagulopathie; bei Waterhouse-Friderichsen-Syndrom (Nebennierenversagen durch Blutung) mit akuter Nebennierenblutung (Blutung der Nebennieren) und schwerem Schock
  • Pest, septikämische oder pneumonische (Blutpest oder Lungenpest) – Fieber, Schock, Blutungsneigung, Pneumonie (Lungenentzündung) oder Lymphadenitis (Lymphknotenentzündung); relevant bei Exposition in Endemiegebieten
  • Rickettsiosen (Infektionen durch Rickettsien) – Fieber, Exanthem, Eschar (Schorf an der Eintrittsstelle), Vaskulitis (Gefäßentzündung), Thrombozytopenie und Organbeteiligung (Beteiligung innerer Organe); relevante Differentialdiagnose nach Zecken-, Milben- oder Läuseexposition
  • Rift-Valley-Fieber (Rifttal-Fieber) – Fieber, Hepatitis (Leberentzündung), Retinitis (Netzhautentzündung), Enzephalitis (Gehirnentzündung) oder hämorrhagischer Verlauf; relevant nach Mückenexposition oder Kontakt zu infizierten Tieren in Endemiegebieten
  • Schwere bakterielle Sepsis – Fieber oder Hypothermie (Unterkühlung), Schock, Verbrauchskoagulopathie, Thrombozytopenie, Lactaterhöhung (Erhöhung des Lactatwertes) und Multiorganversagen; klinisch zentrale Differentialdiagnose bei schwerer Systemerkrankung
  • Schwere Coronavirus-, Influenza- oder andere respiratorische Virusinfektionen (Virusinfektionen der Atemwege) – Fieber, Myalgien, Diarrhoe, respiratorische Symptome (Atemwegsbeschwerden) und schweres systemisches Krankheitsbild; hämorrhagische Zeichen sind untypisch
  • Shigellose (bakterielle Ruhr) – Fieber, Bauchschmerzen und blutige Diarrhoe; wichtige infektiöse Differentialdiagnose bei gastrointestinaler Symptomatik (Beschwerden von Magen und Darm) nach Reise oder Ausbruchsexposition
  • Typhus abdominalis (Bauchtyphus) – protrahiertes Fieber (lang anhaltendes Fieber), Bauchschmerzen, Diarrhoe oder Obstipation (Verstopfung), relative Bradykardie (vergleichsweise langsamer Herzschlag), Hepatosplenomegalie und schweres Krankheitsgefühl; relevante Differentialdiagnose bei fieberhafter Erkrankung nach Aufenthalt in Endemiegebieten
  • Virushepatitis, fulminante (schwere virusbedingte Leberentzündung) – Fieber, Ikterus, Transaminasenerhöhung, Gerinnungsstörung (Störung der Blutgerinnung), Enzephalopathie (krankhafte Hirnfunktionsstörung) und Multiorganversagen; abzugrenzen insbesondere bei dominanter Leberbeteiligung
  • Zika-Virus-Infektion (Infektion durch das Zika-Virus) – Fieber, Exanthem, Konjunktivitis (Bindehautentzündung) und Arthralgien; hämorrhagische Verläufe sind nicht typisch, aber bei Reiserückkehrern differentialdiagnostisch zu berücksichtigen

Leber, Gallenblase und Gallenwege – Pankreas (K70-K77; K80-K87)

  • Akutes Leberversagen (plötzliches Versagen der Leber) – Ikterus, Gerinnungsstörung, Enzephalopathie, Transaminasenerhöhung und Multiorganversagen; kann infektiöse hämorrhagische Fieber klinisch imitieren
  • Akute schwere Hepatitis, nichtinfektiös (nicht ansteckende schwere Leberentzündung) – toxisch, medikamentös oder autoimmun (durch eine Fehlreaktion des Immunsystems) bedingte Leberzellschädigung (Schädigung der Leberzellen) mit Ikterus, Gerinnungsstörung und systemischer Krankheitsreaktion (Reaktion des ganzen Körpers)

Mund, Ösophagus (Speiseröhre), Magen und Darm (K00-K67; K90-K93)

  • Akute gastrointestinale Blutung (akute Blutung im Magen-Darm-Trakt) – Hämatemesis (Bluterbrechen), Meläna (Teerstuhl) oder Hämatochezie (sichtbares Blut im Stuhl) mit Kreislaufinstabilität (instabilem Kreislauf); bei fehlender Fieber- und Expositionsanamnese primär nichtinfektiös abzuklären
  • Akute schwere Gastroenteritis, nicht näher bezeichnet (schwere Magen-Darm-Entzündung) – Fieber, Erbrechen, Diarrhoe, Exsikkose und Kreislaufinstabilität; infektiöse Ursachen sind vorrangig auszuschließen

Neubildungen – Tumorerkrankungen (C00-D48)

  • Akute Leukämie – siehe Blut, blutbildende Organe – Immunsystem; bei Fieber, Blutungsneigung, Zytopenien und schwerem Krankheitsbild relevante Differentialdiagnose
  • Lymphom (Lymphdrüsenkrebs) mit hämophagozytischer Lymphohistiozytose – Fieber, Hepatosplenomegalie, Zytopenien, Hyperferritinämie (erhöhter Ferritinwert im Blut) und Multiorganbeteiligung; kann eine schwere infektiöse Systemerkrankung imitieren

Psyche – Nervensystem (F00-F99; G00-G99)

  • Akute Enzephalitis – Fieber, Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörung, Krampfanfälle (epileptische Anfälle) oder fokal-neurologische Defizite (örtlich begrenzte Ausfälle des Nervensystems); relevant bei neurologisch dominanter Präsentation (vorherrschender Darstellung durch Nervensymptome)
  • Meningitis – siehe Infektiöse und parasitäre Krankheiten; bei Fieber, Kopfschmerzen, Meningismus und Bewusstseinsstörung wichtige Differentialdiagnose

Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (O00-O99)

  • Akute Schwangerschaftsfettleber (akute Leberverfettung in der Schwangerschaft) – Übelkeit, Erbrechen, Oberbauchschmerz, Ikterus, Hypoglykämie (Unterzuckerung), Gerinnungsstörung und Leberversagen im späten Schwangerschaftsverlauf; wichtige nichtinfektiöse Differentialdiagnose bei Schwangeren
  • HELLP-Syndrom (schwere Schwangerschaftskomplikation mit Blutabbau, Leberwerterhöhung und Blutplättchenmangel) – Hämolyse (Zerfall roter Blutkörperchen), erhöhte Leberenzyme (erhöhte Leberwerte), Thrombozytopenie, Oberbauchschmerz und schwere mütterliche Erkrankung; relevante Differentialdiagnose bei Schwangeren mit Blutungsneigung und Leberbeteiligung
  • Septischer Abort (Fehlgeburt mit Blutvergiftung) oder puerperale Sepsis (Blutvergiftung im Wochenbett) – Fieber, Schock, Blutungszeichen und Multiorganbeteiligung im Kontext von Schwangerschaft, Abort, Geburt oder Wochenbett

Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind (R00-R99)

  • Akuter Schock unklarer Ursache – Kreislaufversagen mit Lactaterhöhung, Organminderperfusion (verminderte Organdurchblutung) und möglicher Koagulopathie (Gerinnungsstörung); infektiöse, hämorrhagische, toxische (giftige) und kardiale Ursachen (das Herz betreffende Ursachen) müssen parallel abgeklärt werden
  • Fieber nach Tropenaufenthalt – syndromatische Arbeitsdiagnose (vorläufige Diagnose anhand eines Beschwerdemusters); Malaria muss unverzüglich ausgeschlossen werden, anschließend gezielte Abklärung auf virale hämorrhagische Fieber, bakterielle Sepsis, Typhus, Leptospirose, Rickettsiosen und andere reiseassoziierte Infektionen
  • Hämorrhagische Diathese unklarer Ursache (unklare Blutungsneigung) – Blutungszeichen, Petechien, Hämatome (Blutergüsse), Schleimhautblutungen (Blutungen der Schleimhäute) oder Gerinnungsstörung; Abklärung auf Verbrauchskoagulopathie, Thrombozytopenie, Leberversagen, Antikoagulation (Blutverdünnung) und virales hämorrhagisches Fieber

Urogenitalsystem (Nieren, Harnwege – Geschlechtsorgane) (N00-N99)

  • Akutes Nierenversagen – Oligurie (verminderte Urinmenge), Kreatininanstieg (Anstieg des Kreatininwertes), Elektrolytstörungen (Störungen der Blutsalze) und Multiorganbeteiligung; bei Ebola möglich, aber auch bei Malaria, Leptospirose, Hantavirus-Infektion, Sepsis, Schock oder toxischen Ursachen
  • Hämolytisch-urämisches Syndrom (Blutarmut mit Nierenversagen und Blutplättchenmangel) – akutes Nierenversagen, Thrombozytopenie und mikroangiopathische hämolytische Anämie, häufig nach gastrointestinaler Infektion; relevante Differentialdiagnose bei Diarrhoe und Thrombozytopenie

Verletzungen, Vergiftungen und andere Folgen äußerer Ursachen (S00-T98)

  • Antikoagulanzien-Überdosierung (Überdosierung blutverdünnender Medikamente) – Blutungszeichen und Gerinnungsstörung ohne infektiologische Exposition; insbesondere bei Vitamin-K-Antagonisten (Gegenspielern von Vitamin K), direkten oralen Antikoagulantien (blutverdünnenden Tabletten) oder Heparinen (blutverdünnenden Spritzen) zu berücksichtigen
  • Schlangenbiss mit Koagulopathie – Blutungsneigung, Schock, lokale Gewebeschädigung (örtliche Gewebeschädigung) und Verbrauchskoagulopathie; relevant bei Aufenthalt in Endemiegebieten und passender Expositionsanamnese

Medikamente

  • Antikoagulantien (blutverdünnende Medikamente) – Vitamin-K-Antagonisten, direkte orale Antikoagulantien und Heparine können Blutungen und Gerinnungsstörungen verursachen und hämorrhagische Verläufe imitieren
  • Thrombozytenaggregationshemmer (Blutplättchenhemmer) – Acetylsalicylsäure, Clopidogrel, Prasugrel oder Ticagrelor können Blutungszeichen verstärken, erklären aber kein Ebola-typisches febriles Systemsyndrom (fieberhaftes den ganzen Körper betreffendes Krankheitsbild)
  • Zytostatika (Krebsmedikamente) und immunsuppressive Therapien (das Immunsystem unterdrückende Behandlungen) – können Fieber, Zytopenien, Infektionsanfälligkeit (erhöhte Anfälligkeit für Infektionen), Schleimhautläsionen (Schleimhautschäden) und Blutungsneigung begünstigen

Umweltbelastungen – Intoxikationen (Vergiftungen)

  • Cumarin-haltige Rodentizide (Rattengifte mit Cumarin-Wirkstoffen) – schwere Gerinnungsstörung und Blutungszeichen durch Vitamin-K-Antagonismus (Hemmung der Vitamin-K-Wirkung); keine primäre Fiebererkrankung
  • Toxische Leberschädigung – zum Beispiel durch Amanita-phalloides-Intoxikation (Knollenblätterpilzvergiftung) oder hepatotoxische Chemikalien (leberschädigende Chemikalien); akutes Leberversagen mit Gerinnungsstörung und Multiorganversagen kann ein hämorrhagisches Krankheitsbild imitieren