Phlebitis migrans – Labordiagnostik

Laborparameter 2. Ordnung – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und den obligaten Laborparametern – zur differentialdiagnostischen Abklärung

  • D-Dimer – indiziert bei klinischem Verdacht auf tiefe Venenthrombose (tiefer Venenthrombose) oder Lungenembolie (Lungengefäßverschluss); hochsensitiver Ausschlusstest bei niedriger bis intermediärer klinischer Wahrscheinlichkeit, nicht zur Bestätigung bei hoher Vortestwahrscheinlichkeit.
  • Entzündungsparameter – C-reaktives Protein, Blutsenkungsgeschwindigkeit (Blutkörpersenkung) [↑] – zur Erfassung der systemischen Entzündungsaktivität; erhöht bei infektiöser Thrombophlebitis (Venenentzündung), ausgedehnten venösen Thrombosen oder paraneoplastisch bedingten Entzündungsreaktionen.
  • Blutbild – Erfassung von Anämie (Blutarmut), Leukozytose (erhöhte weiße Blutkörperchen) [↑] oder Thrombozytose (erhöhte Blutplättchen) [↑]; Thrombozytose häufig reaktiv bei Entzündung oder als paraneoplastischer Befund, Anämie als Hinweis auf chronische Erkrankung oder maligne Grunderkrankung (bösartige Erkrankung).
  • Gerinnungsdiagnostik – Quick/INR, partielle Thromboplastinzeit, Fibrinogen [↑] – zur Abklärung erworbener oder hereditärer Gerinnungsstörungen; pathologische Konstellationen können auf disseminierte intravasale Gerinnung (Verbrauchsgerinnungsstörung) oder komplexe Gerinnungsstörungen bei Malignom (bösartiger Tumor) hinweisen.
  • Leberparameter – Alanin-Aminotransferase, Aspartat-Aminotransferase, Gamma-Glutamyl-Transferase, alkalische Phosphatase, Bilirubin – bei Verdacht auf paraneoplastische, metastasenbedingte oder durch systemische Erkrankungen (z. B. Leberzirrhose (Narbenleber)) ausgelöste Gerinnungsstörung und Thromboseneigung.
  • Nierenparameter – Kreatinin, Harnstoff – zur Beurteilung der Nierenfunktion, insbesondere vor kontrastmittelgestützter Bildgebung (Computertomographie (Schichtröntgen)) und bei Verdacht auf paraneoplastische oder systemische Grunderkrankung mit Nierenbeteiligung.
  • Tumormarker – z. B. CEA, CA 19-9, CA 125, PSA – nur bei klinischem oder bildgebendem Verdacht auf maligne Neoplasie (bösartige Geschwulst) und orientiert an der vermuteten Primärlokalisation.
  • Thrombophiliescreening – Antithrombin, Protein C, Protein S, Faktor-V-Leiden-Mutation, Prothrombin-G20210A-Mutation – indiziert bei rezidivierender, wandernder Thrombophlebitis (Venenentzündung) in jüngerem Alter, positiver Familienanamnese (familiärer Vorgeschichte) oder ungeklärter Thrombose ohne auslösenden Faktor.

Red Flags (Warnzeichen) bei Phlebitis migrans

  • Klinik
    • Verdacht auf tiefe Venenthrombose: neue oder progrediente Schwellung einer Extremität (Gliedmaße), Spannungsgefühl, Druckschmerz entlang der tiefen Venen, Umfangsdifferenz der Beine.
    • Verdacht auf Lungenembolie: akute Dyspnoe (Atemnot), atemabhängiger Thoraxschmerz (Brustschmerz), Tachykardie (Herzrasen), Hämoptysen (Bluthusten), Synkope (Ohnmacht) oder präsynkopale Episoden (Beinahe-Ohnmacht).
    • Rezidivierende, wandernde oberflächliche Thrombophlebitiden: mehrfach auftretende, an unterschiedlichen Lokalisationen gelegene verhärtete, schmerzhafte Venenstränge ohne erkennbare lokale Ursache (z. B. Katheter (Venenkanüle), Varizen (Krampfadern)) – Verdacht auf Trousseau-Syndrom (tumorassoziiertes Thrombosesyndrom).
    • Allgemeinsymptome mit Tumorverdacht: ungewollter Gewichtsverlust, Nachtschweiß, anhaltendes Fieber unklarer Genese, ausgeprägte Fatigue (Erschöpfung).
    • Hinweise auf systemische Erkrankung oder Vaskulitis: Hautulzera (Hautgeschwüre), Purpura (Hautblutungen), Nekrosen (Gewebsuntergang), Arthralgien (Gelenkschmerzen), Müdigkeit, Organbeteiligung (z. B. Nieren (Nierenorgane), Lunge (Atemorgane)).
    • Familiäre oder persönliche Thromboseanamnese: venöse Thrombosen (Blutgerinnsel in Venen) oder Lungenembolien (Lungengefäßverschluss) in jungen Jahren oder bei mehreren erstgradigen Verwandten.
  • Labor
    • Deutlich erhöhte D-Dimer-Werte: vor allem in Kombination mit klinischem Verdacht auf tiefe Venenthrombose (tiefer Venenthrombose) oder Lungenembolie (Lungengefäßverschluss).
    • Stark erhöhte Entzündungsparameter: ausgeprägte CRP- und/oder BSG-Erhöhung als Hinweis auf infektiöse Thrombophlebitis (Venenentzündung), systemische Entzündung oder paraneoplastische Aktivität.
    • Pathologisches Blutbild: Anämie (Blutarmut), Thrombozytose (erhöhte Blutplättchen) [↑] oder Leukozytose (erhöhte weiße Blutkörperchen) [↑] mit Verdacht auf maligne Grunderkrankung (bösartige Erkrankung) oder systemische Erkrankung.
    • Schwer gestörte Gerinnungsparameter: deutlich verlängerte INR/PTT, Fibrinogen↓ oder Fibrinogen↑ in Kombination mit massiv erhöhten D-Dimeren – Verdacht auf disseminierte intravasale Gerinnung (Verbrauchsgerinnungsstörung) oder ausgeprägte Gerinnungsstörung.
    • Deutlich pathologische Leberparameter: ausgeprägte Erhöhung von AP, GGT oder Bilirubin sowie Transaminasen als Hinweis auf Lebermetastasen (Absiedelungen), Leberzirrhose (Narbenleber) oder andere schwere Lebererkrankungen.
    • Pathologische Tumormarker: deutlich erhöhte, organbezogene Tumormarker (z. B. CEA, CA 19-9, CA 125, PSA) bei klinischem Verdacht auf Malignom (bösartige Geschwulst) und Phlebitis migrans.
    • Auffälliges Thrombophiliescreening: Nachweis hereditärer Thrombophilien (erblicher Gerinnungsstörungen) wie Faktor-V-Leiden-Mutation, Prothrombin-G20210A-Mutation, Antithrombin-, Protein-C- oder Protein-S-Mangel.