Brustdrüsenentzündung (Mastitis) – Medikamentöse Therapie

Therapieziele

  • Besserung von Schmerzen, Entzündung und Allgemeinsymptomen bei Erhalt der physiologischen Laktation (Milchbildung), sofern Stillen gewünscht ist.
  • Gezielte Behandlung einer bakteriellen Infektion, Sanierung eines Abszesses (Eiterhöhle) und Vermeidung von Rezidiven (erneuten Erkrankungen).
  • Ausschluss eines Mammakarzinoms (Brustkrebses) oder einer spezifischen granulomatösen Erkrankung (Erkrankung mit knötchenförmigen Entzündungsherden) bei atypischem, persistierendem oder rezidivierendem Befund.

Therapieempfehlungen

  • Mastitis puerperalis (Brustentzündung in der Stillzeit), entzündlich ohne gesicherte bakterielle Infektion: Weiterstillen nach Bedarf; bei ausbleibender Mahlzeit nur bedarfsgerecht ausstreichen oder abpumpen. Kühlung, Ruhe sowie Ibuprofen oder Paracetamol zur Symptomlinderung. Kein „Leertrinken“, zusätzliches Abpumpen oder tiefes Ausmassieren: Überstimulation und Gewebetrauma (Verletzung des Gewebes) können Ödem (Gewebeschwellung) und Beschwerden verstärken. Ein Abstillen ist in der Regel nicht erforderlich. Antibiotika zunächst nicht routinemäßig. Engmaschige Reevaluation bei Verschlechterung oder ausbleibender Besserung innerhalb von 24 bis 48 Stunden [LL1, LL2].
  • Bakterielle Mastitis puerperalis: Bei umschriebener Zellulitis (bakterielle Entzündung von Haut und Unterhaut), deutlicher Induration (Gewebeverhärtung) oder Raumforderung beziehungsweise bei ausbleibender Besserung nach 24 bis 48 Stunden symptomatischer Behandlung eine gegen methicillinsensible Staphylokokken und Streptokokken wirksame Antibiotikatherapie beginnen. Oral bevorzugt Flucloxacillin oder Cefalexin, üblicherweise für 10 bis 14 Tage; bei schwerer Soforttypallergie gegen Betalaktame oder nach Resistenzbefund Clindamycin. Bei Verdacht auf methicillinresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) Antibiotikum nach Kultur und Antibiogramm wählen. Stillen unter den genannten geeigneten Antibiotika im Regelfall fortsetzen [LL1, LL2].
  • Fehlendes Ansprechen und Abszess: Bei tastbarer Raumforderung oder ausgeprägter Zellulitis frühzeitig sonographieren; bei fehlender klinischer Besserung nach etwa 48 Stunden Antibiotikatherapie erneute Untersuchung, Sonographie und Milch- beziehungsweise Aspiratkultur erwägen. Ein Abszess erfordert eine Entlastung mit Kultur des Materials, je nach Größe und Beschaffenheit sonographisch gesteuerte Punktion (Entnahme von Flüssigkeit mit einer Nadel) oder kleine Inzision (kleiner chirurgischer Einschnitt) mit Drainage (Ableitung der Flüssigkeit aus dem Gewebe); Antibiotika ergänzend entsprechend Befund. Eine alleinige Antibiotikagabe saniert einen drainierbaren Abszess nicht. Bei Sepsiszeichen (Anzeichen einer Blutvergiftung), rascher Ausbreitung, schwerem Krankheitsgefühl oder fehlender oraler Flüssigkeitsaufnahme stationäre Beurteilung [LL1, LL2].
  • Bakterielle Mastitis non puerperalis (Brustentzündung außerhalb der Stillzeit) und periduktale Mastitis (Entzündung um die Milchgänge): Sonographie, bei Eiter vor Antibiotikabeginn möglichst aerobe und anaerobe Kultur. Empirisch je nach Lokalbefund und Resistenzlage beispielsweise Amoxicillin/Clavulansäure mit Abdeckung von Staphylokokken und Anaerobiern; bei schwerer Betalaktamallergie Clindamycin unter Beachtung der lokalen Resistenzlage. Metronidazol wirkt nur gegen Anaerobier und ist bei Bedarf ein Kombinationspartner, keine Monotherapie gegen Staphylokokken. Bei subareolärem Abszess mit squamöser Metaplasie (Umwandlung der Zellschicht) der Milchgänge empfiehlt die aktuelle internationale Leitlinie bei der ersten Episode eine Staphylokokken- und gegebenenfalls MRSA-wirksame Therapie, etwa Trimethoprim/Sulfamethoxazol; bei Rezidiven zusätzlich Anaerobierabdeckung, Kultur und Abszessentlastung. Bei Fistel (unnatürlicher Verbindungsgang) oder wiederholten Rezidiven nach Abklingen der akuten Entzündung definitive Gangexzision (operative Entfernung erkrankter Milchgänge) erwägen. Die Behandlungsdauer beträgt häufig 10 bis 14 Tage und richtet sich nach klinischem Verlauf und Herdsanierung. Rauchstopp empfehlen [LL2].
  • Granulomatöse Mastitis (Brustentzündung mit knötchenförmigen Entzündungsherden): Diagnose vor immunsuppressiver Behandlung durch Stanzbiopsie (Entnahme einer Gewebeprobe mit einer Hohlnadel) sichern; Malignom (Krebserkrankung) und spezifische infektiöse Ursachen einschließlich Tuberkulose (bakterielle Infektionskrankheit) und Corynebakterien prüfen. Bei milder idiopathischer Form sind Beobachtung und symptomatische Therapie möglich. Bei progredienter Erkrankung bevorzugt intraläsionale Glucocorticoide; systemisches Prednisolon bei ausgedehntem oder lokal therapieresistentem Befund mit individueller Ausschleichstrategie. Bei steroidrefraktärem Verlauf kann ein spezialisiertes Team Methotrexat erwägen. Eine starre Prednisolontherapie mit 30 mg täglich über mindestens zwei Monate ist kein allgemeiner Standard. Bei zystisch-neutrophiler granulomatöser Mastitis (besondere Brustentzündung mit kleinen Hohlräumen und Entzündungszellen) mit Verdacht auf Corynebakterien Doxycyclin erwägen und mikrobiologisch anpassen; ohne entsprechende Hinweise keine empirischen Antibiotika bei idiopathischer granulomatöser Mastitis [LL2, 1].
  • Plasmazellmastitis (Brustentzündung mit Ansammlung bestimmter Abwehrzellen): Der histologische Befund allein begründet keine pauschale Glucocorticoidtherapie. Periduktale Entzündung, Infektion, Gangektasie (Erweiterung der Milchgänge) und Malignität unterscheiden; Behandlung nach Ursache und Ausdehnung festlegen [LL2].

Beachte

  • Prolaktinhemmer wie Bromocriptin oder Lisurid sind keine Routinebehandlung der Mastitis; die Unterdrückung der Laktation behandelt die Entzündung nicht. Bromocriptin zur postpartalen Laktationshemmung ist auf zwingende medizinische Gründe beschränkt und insbesondere bei hypertensiven Erkrankungen, relevanten kardiovaskulären oder schweren psychiatrischen Erkrankungen kontraindiziert [LL1, 3].
  • Persistierende Entzündung trotz leitliniengerechter Therapie, atypische Bildgebung, Hautverdickung oder ein nicht rückläufiger Knoten erfordern zeitnahe senologische Bildgebung und gegebenenfalls Stanzbiopsie zum Ausschluss eines inflammatorischen Mammakarzinoms (entzündlich erscheinender Brustkrebs). Die Abklärung nicht pauschal bis nach Ausheilung verschieben [LL2].
  • Die frühere Angabe „48 bis 42 Stunden“ ist ein Schreibfehler; die klinische Kontrolle erfolgt nach etwa 48 Stunden Antibiotikatherapie oder früher bei Verschlechterung. Eine frühe Antibiotikagabe bei gesicherter bakterieller Mastitis erhöht nicht nachweislich wegen ihres Zeitpunkts das Mikroabszessrisiko (Risiko für kleine Eiterherde) [LL1, LL2].

Wirkstoffe

Analgetika und Antiphlogistika

Wirkstoff Besonderheiten
Ibuprofen In der Stillzeit geeignet; niedrigste wirksame Dosis und kürzestmögliche Dauer [LL1].
Paracetamol In der Stillzeit geeignet; bei niedrigem Körpergewicht, Lebererkrankung oder regelmäßigem Alkoholkonsum Dosisgrenze anpassen [LL1].
  • Wirkweise: Ibuprofen hemmt Cyclooxygenasen und wirkt analgetisch sowie antiphlogistisch; Paracetamol wirkt überwiegend analgetisch und antipyretisch.
  • Indikation: Schmerzen und Fieber bei allen Mastitisformen; Ibuprofen zusätzlich bei entzündlichem Ödem.
  • Kontraindikationen: Ibuprofen unter anderem bei aktivem Ulkus (Geschwür), schwerer Niereninsuffizienz (Nierenschwäche) und relevanter NSAR-Überempfindlichkeit; Paracetamol bei schwerer Leberfunktionsstörung.
  • Nebenwirkungen: Ibuprofen kann gastrointestinale Blutungen, Nierenfunktionsstörungen und Flüssigkeitsretention verursachen; Paracetamol kann bei Überdosierung hepatotoxisch wirken.

Staphylokokkenpenicilline

Wirkstoff Besonderheiten
Flucloxacillin Erste Wahl bei bakterieller Mastitis puerperalis mit Verdacht auf methicillinsensible Staphylokokken; Einnahme nüchtern gemäß Präparatinformation. In der Stillzeit einsetzbar [LL1].
Dicloxacillin In internationalen Leitlinien erste Wahl; Verfügbarkeit in Deutschland prüfen [LL1, LL2].
  • Wirkweise: Betalaktamasefeste Penicilline hemmen die bakterielle Zellwandsynthese; bakterizid gegen methicillinsensible Staphylokokken und empfindliche Streptokokken.
  • Indikation: Bakterielle laktationsassoziierte Mastitis ohne MRSA-Verdacht beziehungsweise gezielt nach Antibiogramm.
  • Kontraindikationen: Penicillinallergie (Allergie gegen Penicillin); bei vorangegangener Flucloxacillin-bedingter Hepatitis (Leberentzündung) oder Cholestase (Gallenstau) Flucloxacillin nicht erneut geben.
  • Nebenwirkungen: Exanthem (Hautausschlag), Anaphylaxie (schwere allergische Sofortreaktion), Diarrhoe (Durchfall); bei Flucloxacillin selten cholestatische Hepatitis und unter hohen Dosen besonders bei Niereninsuffizienz Neurotoxizität.

Cephalosporine der ersten Generation

Wirkstoff Besonderheiten
Cefalexin Orale Alternative der ersten Wahl bei bakterieller Mastitis puerperalis; in der Stillzeit einsetzbar. Dosisanpassung bei relevanter Niereninsuffizienz [LL1, LL2].
Cefazolin Stationäre Option bei schwerer MSSA-Infektion, wenn intravenöse Therapie erforderlich ist; nach Stabilisierung oral deeskalieren.
  • Wirkweise: Hemmung der bakteriellen Zellwandsynthese; bakterizid gegen empfindliche Staphylokokken und Streptokokken.
  • Indikation: Bakterielle Mastitis puerperalis; Cefazolin nur bei klinischer Indikation zur intravenösen Therapie.
  • Kontraindikationen: Schwere Überempfindlichkeit gegen Cephalosporine; bei schwerer Sofortreaktion auf Betalaktame allergologische Risikoprüfung.
  • Nebenwirkungen: Exanthem, Diarrhoe, selten schwere allergische Reaktion oder Clostridioides-difficile-Infektion (Darminfektion durch ein bestimmtes Bakterium).

Lincosamide

Wirkstoff Besonderheiten
Clindamycin Alternative bei schwerer Betalaktamallergie und nach Empfindlichkeit; anaerobe Aktivität, aber regional variable Staphylokokken- und MRSA-Empfindlichkeit. Stillverträglichkeit insgesamt gut; Säugling auf Diarrhoe und Soor (Pilzinfektion der Schleimhäute) beobachten [LL1].
  • Wirkweise: Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese an der 50S-Ribosomenuntereinheit, meist bakteriostatisch.
  • Indikation: Betalaktamallergie oder empfindlicher Erreger; gegebenenfalls anaerobe Komponente einer nonpuerperalen Infektion.
  • Kontraindikationen: Clindamycin-Überempfindlichkeit; bei vorausgegangener antibiotikaassoziierter Kolitis (Dickdarmentzündung) nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung.
  • Nebenwirkungen: Diarrhoe, Clostridioides-difficile-Kolitis (Dickdarmentzündung durch ein bestimmtes Bakterium), Exanthem, Transaminasenanstieg.

Aminopenicilline mit Betalaktamasehemmer

Wirkstoff Besonderheiten
Amoxicillin/Clavulansäure Option bei periduktaler Infektion mit möglicher Mischflora; keine MRSA-Wirksamkeit. Die 875-mg/125-mg-Formulierung bei Kreatinin-Clearance unter 30 ml/min vermeiden [2].
Ampicillin/Sulbactam Stationäre Alternative bei schwerer bakterieller non puerperaler Mastitis mit vermuteter Mischflora; nach Befund deeskalieren.
  • Wirkweise: Aminopenicillin hemmt die Zellwandsynthese, der Betalaktamasehemmer schützt es gegen bestimmte Betalaktamasen.
  • Indikation: Bakterielle nonpuerperale beziehungsweise periduktale Mastitis mit aerober und anaerober Mischflora.
  • Kontraindikationen: Penicillinallergie; Amoxicillin/Clavulansäure nach entsprechender arzneimittelbedingter Cholestase oder Leberfunktionsstörung nicht erneut anwenden.
  • Nebenwirkungen: Diarrhoe, Übelkeit, Exanthem, selten allergische Sofortreaktion oder cholestatische Leberschädigung.

Nitroimidazole

Wirkstoff Besonderheiten
Metronidazol Bei anaerober Mischinfektion oder rezidivierendem periduktalem Abszess als Zusatz, nicht als Monotherapie der Mastitis [LL2].
  • Wirkweise: Schädigung bakterieller DNA nach Aktivierung unter anaeroben Bedingungen; bakterizid gegen obligate Anaerobier.
  • Indikation: Gesicherte oder wahrscheinliche anaerobe Beteiligung bei nonpuerperaler Mastitis beziehungsweise Abszess.
  • Kontraindikationen: Überempfindlichkeit; bei schwerer Leberfunktionsstörung individuelle Dosisanpassung und Kontrolle.
  • Nebenwirkungen: Metallgeschmack, Übelkeit, selten periphere Neuropathie (Nervenschädigung) bei längerer Anwendung; relevante Interaktionen, insbesondere mit Vitamin-K-Antagonisten.

Folsäureantagonisten und Sulfonamide

Wirkstoff Besonderheiten
Trimethoprim/Sulfamethoxazol Alternative bei empfindlichem MRSA und periduktalem Abszess; Streptokokkenabdeckung klinisch prüfen. Bei G6PD-Mangel des Säuglings vermeiden, bei Frühgeborenen, Hyperbilirubinämie oder sehr jungen Säuglingen besondere Vorsicht [LL1, LL2].
  • Wirkweise: Sequenzielle Hemmung der bakteriellen Folatsynthese.
  • Indikation: Empfindlicher MRSA oder andere empfindliche Erreger nach Risikoprüfung und möglichst mikrobiologischem Nachweis.
  • Kontraindikationen: Sulfonamidallergie, relevante schwere Nieren- oder Leberfunktionsstörung, bestimmte Blutbildstörungen; bei G6PD-Mangel des Säuglings keine Anwendung während des Stillens.
  • Nebenwirkungen: Exanthem bis schwere Hautreaktion, Hyperkaliämie, Kreatininanstieg, Zytopenien (verminderte Anzahl von Blutzellen).

Tetracycline

Wirkstoff Besonderheiten
Doxycyclin Bei Verdacht auf Corynebakterien-assoziierte Form; möglichst Erregerdiagnostik und Resistenzprüfung. Einsatz bei Mastitis entsprechend Entität und Zulassung als Off-Label-Use prüfen [LL2].
  • Wirkweise: Hemmung der bakteriellen Proteinsynthese an der 30S-Ribosomenuntereinheit.
  • Indikation: Zystisch-neutrophile granulomatöse Mastitis mit Corynebakterienverdacht, nicht jede idiopathische granulomatöse Mastitis.
  • Kontraindikationen: Tetracyclin-Überempfindlichkeit; Schwangerschaft und Stillzeit gesondert beurteilen.
  • Nebenwirkungen: Ösophagitis (Speiseröhrenentzündung), Photosensibilität (erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut), Übelkeit; Abstand zu Eisen-, Calcium- und Magnesiumpräparaten wegen Resorptionsminderung.

Glucocorticoide bei idiopathischer granulomatöser Mastitis

Wirkstoff Besonderheiten
Triamcinolonacetonid Fachärztliche bildgesteuerte Anwendung nach histologischer Sicherung und Ausschluss relevanter Infektionen; Dosierung und Protokolle nicht standardisiert; Off-Label-Use [LL2, 1].
Prednisolon Systemische Alternative nach Ausschluss spezifischer Infektion und Malignität; Therapiedauer und Ausschleichen nach klinischem und bildgebendem Ansprechen; Off-Label-Use [LL2].
  • Wirkweise: Hemmung entzündlicher und immunvermittelter Reaktionen; intraläsionale Gabe reduziert die systemische Exposition.
  • Indikation: Symptomatische, histologisch gesicherte idiopathische granulomatöse Mastitis bei Progress beziehungsweise ausgedehntem oder refraktärem Befund.
  • Kontraindikationen: Unbehandelte relevante Infektion, insbesondere Tuberkulose oder Pilzinfektion; besondere Vorsicht bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) und aktiver Ulkuskrankheit.
  • Nebenwirkungen: Lokal Hautatrophie (Verdünnung der Haut) und Depigmentierung (Verlust von Hautfarbe); systemisch Hyperglykämie, Infektanfälligkeit, Hypertonie (Bluthochdruck), Osteoporose (Knochenschwund) und bei längerer Therapie Nebennierenrindensuppression (verminderte Funktion der Nebennierenrinde).

Immunsuppressiva bei refraktärer idiopathischer granulomatöser Mastitis

Wirkstoff Besonderheiten
Methotrexat Off-Label-Use bei steroidrefraktärer Erkrankung; Schwangerschaft ausschließen, zuverlässige Kontrazeption und Kontrollen von Blutbild, Leber- und Nierenwerten. Strikt einmal wöchentlich, niemals täglich [LL2].
  • Wirkweise: Bei niedriger Wochendosis antientzündliche und immunmodulierende Wirkung.
  • Indikation: Refraktäre idiopathische granulomatöse Mastitis nach interdisziplinärer Nutzen-Risiko-Abwägung.
  • Kontraindikationen: Schwangerschaft, Stillzeit, relevante Zytopenien, schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung und aktive schwere Infektion.
  • Nebenwirkungen: Mukositis (Schleimhautentzündung), Hepatotoxizität (Leberschädigung), Knochenmarkdepression (verminderte Blutbildung), Infektionen und selten Pneumonitis (Entzündung des Lungengewebes); Wechselwirkungen unter anderem mit Trimethoprim/Sulfamethoxazol und bestimmten NSAR beachten.

Supplemente

Geeignete Nahrungsergänzungsmittel für das Immunsystem sollten die folgenden Mikronährstoffe (Vitalstoffe) enthalten:

  • Vitamine (A, C, E, D3, B1, B2, Niacin (Vitamin B3), Pantothensäure (Vitamin B5), B6, B12, Folsäure, Biotin)
  • Spurenelemente (Chrom, Eisen, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink)
  • Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren: Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA))
  • Sekundäre Pflanzenstoffe (Beta-Carotin, Flavonoide (Citrusfrüchte), Lycopin (Tomaten), Proanthocyanidine (Cranberrys), Polyphenole)
  • Weitere Vitalstoffe (probiotische Kulturen: Laktobazillen, Bifidobakterien)

Beachte: Die aufgeführten Vitalstoffe sind kein Ersatz für eine medikamentöse Therapie. Nahrungsergänzungsmittel sind dazu bestimmt, die allgemeine Ernährung in der jeweiligen Lebenssituation zu ergänzen.

Für Fragen zum Thema Nahrungsergänzungsmittel stehen wir Ihnen gerne kostenfrei zur Verfügung.

Nehmen Sie bei Fragen dazu bitte per E-Mail – info@docmedicus.de – Kontakt mit uns auf, und teilen Sie uns dabei Ihre Telefonnummer mit und wann wir Sie am besten erreichen können.

Abkürzungsverzeichnis

  • 30S und 50S: Untereinheiten bakterieller Ribosomen
  • AWMF: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
  • DNA: Desoxyribonukleinsäure
  • G6PD: Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase
  • LL: Leitlinie
  • MRSA: methicillinresistenter Staphylococcus aureus
  • MSSA: methicillinsensibler Staphylococcus aureus
  • NSAR: nichtsteroidale Antirheumatika
  • S3: Stufe einer systematisch entwickelten medizinischen Leitlinie
  • g: Gramm
  • kg: Kilogramm
  • mg: Milligramm
  • ml: Milliliter
  • min: Minute

Literatur

  1. Wijesinghe A et al.: The Use of Intralesional Corticosteroids in Idiopathic Granulomatous Mastitis: A Systematic Review. Eur J Breast Health. 2024;20:233-240. doi: 10.4274/ejbh.galenos.2024.2024-5-2.
  2. Kantonsspital Winterthur: Mastitis non-puerperalis. Klinische Behandlungsempfehlung, Version 1.0, November 2024. Volltext.
  3. European Medicines Agency: CMDh endorses restricted use of bromocriptine for stopping breast milk production. August 2014. Volltext.

Leitlinien

  1. Academy of Breastfeeding Medicine: Clinical Protocol #36: The Mastitis Spectrum, Revised 2022. Breastfeed Med. 2022;17:360-376. doi: 10.1089/bfm.2022.29207.kbm. Volltext. [LL1]
  2. Mitchell KB et al.: American Society of Breast Surgeons, Society of Breast Imaging, and College of American Pathology 2025 Guidelines for the Management of Infectious and Inflammatory Lesions of the Breast. JAMA Surg. 2026;161:637-645. doi: 10.1001/jamasurg.2026.0613. [LL2]
  3. S3-Leitlinie: Therapie entzündlicher Brusterkrankungen in der Stillzeit. (AWMF-Registernummer: 015-071), Stand Februar 2013; Langfassung vom 18. März 2013. Langfassung. Gültigkeit am 28. Februar 2018 abgelaufen; publizierte Kurzfassung: Jacobs A et al.: S3-Guidelines for the Treatment of Inflammatory Breast Disease during the Lactation Period: AWMF Guidelines, Registry No. 015/071 (short version). Geburtsh Frauenheilk. 2013;73:1202-1208. doi: 10.1055/s-0033-1360115. [LL3]

Fachinformationen

  1. Flucloxacillin Altamedics 500 mg Hartkapseln. Fachinformation.
  2. Clindamycin-ratiopharm 600 mg Filmtabletten. Fachinformation, März 2026. Fachinformation.
  3. Amoxicillin/Clavulansäure Heumann 875 mg/125 mg Filmtabletten. Fachinformation, Juni 2025. Fachinformation.
  4. Prednisolon acis. Fachinformation, Januar 2026. Fachinformation.
  5. Methotrexat Lederle Tabletten. Fachinformation, August 2026. Fachinformation.