Diabetische Retinopathie – Medizingerätediagnostik

Obligate Medizingerätediagnostik

  • Ophthalmoskopie (Augenhintergrundspiegelung)/binokular-biomikroskopische Funduskopie bei dilatierter (weit getropfter) Pupille zur genaueren Beurteilung der peripheren Netzhautanteile – Darstellung des Augenhintergrunds zur Untersuchung der Retina (Netzhaut)
  • Refraktometrie (Sehschärfenprüfung)
  • Spaltlampenmikroskopie (Synonym: Spaltlampenuntersuchung)

Fakultative Medizingerätediagnostik – in Abhängigkeit von den Ergebnissen der Anamnese, körperlichen Untersuchung und Labordiagnostik – zur Feststellung von Folgeerkrankungen des Diabetes mellitus

  • Optische Kohärenztomographie (OCT); bildgebendes Verfahren zur Untersuchung der Retina (Netzhaut), des Glaskörpers und des N. opticus (Sehnerv) – zur Differentialdiagnose einer Makulopathie (Erkrankungen des Auges, die die Macula lutea (auch „Gelber Fleck“ genannt) der Netzhaut betreffen) bei Patienten mit Diabetes, die als potenziell therapiebedürftig eingeschätzt werden; des Weiteren zur Indikationsstellung und Verlaufskontrolle einer Therapie des diabetischen Makulaödems mit intravitrealen Medikamenten (lat. intra = hinein, innen, innerhalb und vitrum = Glas bzw. vitreous = Glaskörper) bedeutet "in den Glaskörper hinein") [S3-Leitlinie]
  • Kardiovaskuläre Diagnostik
    • Knöchel-Arm-Index (ABI; Untersuchungsmethode, die das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen beschreiben kann)
    • Dopplersonographie (Ultraschalluntersuchung, die Flüssigkeitsströme (vor allem den Blutfluss) dynamisch darstellen kann) der Carotiden (Halsschlagader) – Nachweis von Stenosen (Verengungen), Plaques (Wandanlagerungen) oder Intima-media-Verdickungen (IMT; IMD) der Carotiden bedeutet ein 2-6-fach erhöhtes Risiko für einen Myokardinfarkt (Herzinfarkt)
    • Belastungs-EKG (Elektrokardiogramm bei Belastung, das heißt unter körperlicher Aktivität/Belastungsergometrie)
    • Kardio-Computertomographie (Kardio-CT) inkl. Messung der Koronarverkalkung (Herzkranzgefäßverkalkung; Coronary Artery Calcification, CAC; CAC-Scan) – Früherkennung einer Koronarsklerose (CAC-Score; Calcium-Score zur Risikoschätzung)
    • Herzkatheteruntersuchung (HKU) 
  • Nierensonographie (Ultraschalluntersuchung der Nieren)
  • Elektrokardiogramm (EKG; Aufzeichnung der elektrischen Aktivitäten des Herzmuskels)

Weitere Hinweise

  • Die Fundusfotografie könnte der binokularen Untersuchung des Augenhintergrunds in Mydriasis, d. h. einer Ophthalmoskopie, bei der Feststellung und Verlaufsbeurteilung einer diabetischen Retinopathie überlegen sein. Die Fundusfotografie zeigte in allen Studien eine höhere Sensitivität für die Feststellung einer abklärungsbedürftigen diabetischen Retinopathie [1].

Literatur

  1. IQWiG: Fundusgrafie zur Feststellung und Verlaufsbeurteilung einer diabetischen Retinopathie Projekt: D25-01 Version: 1.0 Stand: 11.02.2026

Leitlinien

  1. S3-Leitlinie: Nationale VersorgungsLeitlinie (NVL) Typ-2-Diabetes. (AWMF-Registernummer: nvl-001), Mai 2023 Langfassung