Unregelmäßiges Essen und häufiges Auslassen von Mahlzeiten
Unregelmäßiges Essen und häufiges Auslassen von Mahlzeiten umfassen Ernährungsweisen, bei denen Anzahl, Zeitpunkt oder Zusammensetzung der Mahlzeiten erheblich zwischen einzelnen Tagen variieren oder vorgesehene Mahlzeiten wiederholt entfallen. Die Begriffe sind wissenschaftlich nicht einheitlich definiert. Studien verwenden unterschiedliche Schwellenwerte für Mahlzeiten, Zwischenmahlzeiten, Frühstücksverzicht, Essenszeitfenster und zeitliche Variabilität. Diese methodische Heterogenität begrenzt die Vergleichbarkeit der Ergebnisse [1-5].
Für die klinische Bewertung müssen mehrere voneinander abzugrenzende Ernährungsweisen unterschieden werden:
- Mahlzeitenfrequenz (Häufigkeit der Mahlzeiten) – Zahl der täglichen Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten
- Mahlzeitenregelmäßigkeit (Gleichmäßigkeit der Mahlzeitenzeiten) – Konstanz von Zahl, Zeitpunkt und Verteilung der Mahlzeiten zwischen verschiedenen Tagen
- Mahlzeitenauslassen – wiederholter Verzicht auf eine vorgesehene Hauptmahlzeit
- Frühstücksverzicht – Auslassen der ersten regulären Mahlzeit des Tages nach der nächtlichen Fastenphase
- Intermittierendes Fasten (geplanter wiederkehrender Nahrungsverzicht) – Oberbegriff für geplante, wiederkehrende Fastenperioden
- Zeitlich begrenztes Essen (Essen innerhalb eines festgelegten täglichen Zeitfensters) – Beschränkung der täglichen Nahrungsaufnahme auf ein vorgegebenes Essenszeitfenster
- Tageszeitliche Energieverteilung (Verteilung der täglichen Nahrungsenergie über den Tag) – Anteil der täglichen Energieaufnahme am Morgen, Mittag, Abend und während der Nacht
Ungeplantes Mahlzeitenauslassen darf nicht mit strukturiertem intermittierendem Fasten oder zeitlich begrenztem Essen gleichgesetzt werden. Kontrollierte Interventionen untersuchen definierte Essens- und Fastenfenster unter vorgegebenen Bedingungen. Spontanes Mahlzeitenauslassen kann dagegen mit stark schwankender Energie- und Nährstoffzufuhr, kompensatorischer Nahrungsaufnahme (ausgleichender späterer Nahrungsaufnahme) oder einer zugrunde liegenden Erkrankung verbunden sein.
Evidenzqualität
Die für die Nordic Nutrition Recommendations 2023 erstellte Scoping-Review untersuchte 24 systematische Übersichtsarbeiten zu Mahlzeitenfrequenz, Zwischenmahlzeiten, Regelmäßigkeit, Mahlzeitenzeitpunkt und intermittierendem Fasten. Sämtliche eingeschlossenen Übersichtsarbeiten wurden methodisch als qualitativ niedrig oder kritisch niedrig eingestuft. Die Ergebnisse waren uneinheitlich und erlaubten keine allgemeine Empfehlung für eine bestimmte Zahl oder zeitliche Verteilung täglicher Mahlzeiten [1].
Auch die im Auftrag des Dietary Guidelines Advisory Committee 2025 erstellten systematischen Übersichtsarbeiten kamen zu dem Ergebnis, dass die wissenschaftliche Beweislage zu Mahlzeitenfrequenz, Ernährungsqualität und Energieaufnahme aufgrund weniger Studien, uneinheitlicher Definitionen und erheblicher methodischer Einschränkungen nicht für universelle Empfehlungen ausreicht [2, 3]. Für Erwachsene bestand moderate Evidenz, dass die bloße Zahl täglicher Essensanlässe nicht mit Veränderungen von Körpergewicht oder Körperzusammensetzung verbunden ist [4].
Aus der aktuellen Evidenz lässt sich daher keine universell optimale Mahlzeitenzahl ableiten. Weder drei Hauptmahlzeiten noch eine höhere oder niedrigere Mahlzeitenfrequenz sind unabhängig von Energiezufuhr, Lebensmittelqualität, Tageszeit, Erkrankungen und individuellen Lebensbedingungen grundsätzlich überlegen [1-4].
Mahlzeitenregelmäßigkeit und tägliche Variabilität
Eine systematische Übersichtsarbeit mit 34 Publikationen untersuchte die Variabilität von Mahlzeitenzahl, Mahlzeitenzeitpunkt, Energieaufnahme und weiteren Merkmalen zwischen einzelnen Tagen. In 24 Publikationen bestanden statistische Zusammenhänge zwischen einer höheren Variabilität und ungünstigen Endpunkten, darunter höheres Körpergewicht, einzelne Komponenten des metabolischen Syndroms (gemeinsames Auftreten von bauchbetontem Übergewicht, Bluthochdruck sowie Störungen des Zucker- und Fettstoffwechsels), eine geringere mahlzeiteninduzierte Thermogenese (Wärmebildung des Körpers nach dem Essen) sowie ungünstigere kognitive oder schulische Endpunkte [5].
Die eingeschlossenen Studien unterschieden sich jedoch erheblich hinsichtlich Studiendesign, Definition der Regelmäßigkeit, Erhebungsmethode, Beobachtungsdauer und Endpunkten. Ein Teil der Daten stammte aus Querschnitts- oder Beobachtungsstudien. Eine verbleibende Verzerrung durch Schlaf, Chronotyp (individuell bevorzugte Schlaf- und Aktivitätszeit), Schichtarbeit, körperliche Aktivität, Rauchen, Alkoholkonsum, sozioökonomische Faktoren und die allgemeine Ernährungsqualität kann daher nicht ausgeschlossen werden [5].
Eine hohe Variabilität von Mahlzeitenzeitpunkt und Mahlzeitenstruktur ist somit mit ungünstigeren gesundheitlichen Merkmalen verbunden, ein eigenständiger ursächlicher Effekt ist aber nicht belegt.
Mahlzeitenfrequenz, Energieaufnahme und Körpergewicht
Die Mahlzeitenfrequenz allein ist kein verlässlicher Vorhersagefaktor für die Energiebilanz (Verhältnis von Energieaufnahme und Energieverbrauch). Eine höhere Zahl täglicher Essensanlässe kann bei unveränderter Portionsgröße die Energiezufuhr erhöhen, kann bei entsprechend kleineren Portionen jedoch auch ohne erhöhte Gesamtenergiezufuhr erfolgen. Umgekehrt kann eine niedrige Mahlzeitenfrequenz mit einer niedrigen, gleichen oder höheren Energieaufnahme verbunden sein [1-4].
Die systematische Übersichtsarbeit des Dietary Guidelines Advisory Committee konnte aufgrund uneinheitlicher und unzureichender Daten keine allgemeine Schlussfolgerung zum Einfluss der Mahlzeitenfrequenz auf die Energieaufnahme ziehen [3]. Für Erwachsene zeigte sich moderate Evidenz, dass die Zahl der täglichen Essensanlässe nicht mit Veränderungen von Körpergewicht oder Körperzusammensetzung verbunden ist [4].
Eine Metaanalyse von 29 randomisierten klinischen Studien mit 2.485 Erwachsenen untersuchte zeitlich begrenztes Essen, eine niedrigere Mahlzeitenfrequenz und eine stärkere Energiezufuhr in der früheren Tageshälfte. Gegenüber den Kontrollgruppen betrugen die zusätzlichen mittleren Gewichtsreduktionen 1,37 kg für zeitlich begrenztes Essen, 1,85 kg für eine niedrigere Mahlzeitenfrequenz und 1,75 kg für eine frühere Energieverteilung [6].
Die beobachteten Wirkungen waren gering. 22 der 29 Studien wiesen ein hohes Risiko systematisch verzerrter Ergebnisse auf. Die Interventionen untersuchten geplante Strategien über mindestens zwölf Wochen und belegen weder einen klinisch relevanten Langzeitnutzen noch einen gesundheitlichen Vorteil ungeplanten Mahlzeitenauslassens [6].
Frühstücksverzicht
Der Begriff Frühstück ist in Ernährungsstudien uneinheitlich definiert. Je nach Studie gilt die erste Mahlzeit nach dem Aufstehen, eine Mahlzeit innerhalb eines bestimmten Zeitraums oder jede Nahrungsaufnahme vor einer festgelegten Uhrzeit als Frühstück. Auch die Zusammensetzung der Mahlzeit wird nicht einheitlich berücksichtigt [1, 7, 8].
Eine Metaanalyse von sieben randomisierten Studien mit 425 Erwachsenen ergab unter Frühstücksverzicht über durchschnittlich 8,6 Wochen eine geringfügige Gewichtsabnahme gegenüber regelmäßigem Frühstück. Der Körperfettanteil unterschied sich nicht statistisch signifikant. Gleichzeitig stieg das Low-Density-Lipoprotein-Cholesterin (LDL-Cholesterin, Cholesterin in Lipoproteinen, das bei erhöhten Werten die Entstehung von Arteriosklerose begünstigen kann) im Mittel an [7].
Diese kurzfristigen Ergebnisse widerlegen die pauschale Annahme, dass Frühstücksverzicht bei Erwachsenen zwangsläufig zu einer Gewichtszunahme führt. Sie belegen jedoch keinen therapeutischen Nutzen. Die Studien waren klein, kurz und überwiegend nicht auf klinische Langzeitendpunkte ausgerichtet. Die Ergebnisse dürfen nicht ohne Weiteres auf Kinder, Jugendliche, Schwangere, ältere Menschen, Personen mit Essstörungen oder Menschen mit einer Diabetesmedikation übertragen werden, die Unterzuckerungen begünstigen kann [7].
Bei Kindern und Jugendlichen ist regelmäßiges Frühstücken in Beobachtungsstudien häufiger mit einer günstigeren Nährstoffzufuhr und einer niedrigeren Wahrscheinlichkeit unzureichender Zufuhrwerte verbunden. Der Zusammenhang hängt wesentlich von der Zusammensetzung des Frühstücks ab. Ein nährstoffarmes Frühstück ist ernährungsphysiologisch nicht automatisch günstiger als eine später eingenommene, bedarfsdeckende Mahlzeit [4, 8].
Zirkadiane Aspekte und späte Nahrungsaufnahme
Glucosetoleranz (Fähigkeit des Körpers, aufgenommenen Zucker zu verarbeiten), Insulinsensitivität (Empfindlichkeit der Körperzellen gegenüber Insulin), Lipidstoffwechsel (Verarbeitung von Fetten im Körper) und mahlzeiteninduzierte Thermogenese unterliegen zirkadianen Schwankungen (tageszeitlichen Schwankungen der inneren biologischen Uhr). Eine Metaanalyse akuter postprandialer Untersuchungen (Untersuchungen der Körperreaktionen nach einer Mahlzeit) zeigte bei identischer oder vergleichbarer Nahrungszufuhr im späteren Tagesverlauf oder während der Nacht im Mittel ungünstigere Blutzuckerreaktionen als am Morgen oder während des Tages [11].
Die zugrunde liegenden Studien waren überwiegend klein und untersuchten kurzfristige körperliche Reaktionen. Aus ihnen lässt sich keine universelle Uhrzeit ableiten, nach der grundsätzlich nicht mehr gegessen werden sollte [11].
Die wissenschaftliche Stellungnahme der American Heart Association bewertet den Mahlzeitenzeitpunkt als einen Bestandteil der zirkadianen Gesundheit (Gesundheit im Einklang mit der inneren biologischen Uhr) neben Schlaf-Wach-Rhythmus, Lichtexposition und körperlicher Aktivität. Eine möglichst gleichmäßige und stärker auf die aktive Tagesphase ausgerichtete Nahrungsaufnahme kann die Abstimmung der inneren biologischen Rhythmen unterstützen. Die Evidenz reicht jedoch nicht für starre, für alle Personen gültige Zeitvorgaben [12].
Eine starke Verlagerung der Energiezufuhr in die biologische Nacht ist deshalb anders zu bewerten als das geplante Auslassen einer Mahlzeit bei ansonsten bedarfsdeckender Ernährung.
Mikronährstoffmedizinische Bedeutung
Das einmalige Auslassen einer Mahlzeit verursacht keinen Mikronährstoffmangel (Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen). Auch eine geringe Mahlzeitenfrequenz führt nicht zwangsläufig zu einer unzureichenden Mikronährstoffversorgung. Entscheidend sind die über längere Zeit insgesamt aufgenommene Energie- und Nährstoffmenge, die Lebensmittelauswahl, die Resorption (Aufnahme von Nährstoffen aus dem Darm), der individuelle Bedarf und die Dauer des Ernährungsverhaltens [1-4, 8, 9, LL2, LL3].
Für ein charakteristisches Mikronährstoffmangelsyndrom (typische Kombination mehrerer Mikronährstoffmängel) infolge unregelmäßiger Mahlzeiten besteht keine Evidenz. Die vorhandenen Untersuchungen erfassen überwiegend die berechnete Nährstoffzufuhr und nur selten biochemische Mikronährstoffmarker (im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten messbare Kennwerte der Nährstoffversorgung) oder klinisch erkennbare Mangelzustände [8, 9].
Direkte Evidenz zur Mikronährstoffzufuhr
Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse mit 33 Studien untersuchte die tägliche Mikronährstoffzufuhr von Kindern und Jugendlichen in Abhängigkeit vom Frühstücksverhalten. Kinder und Jugendliche mit Frühstück wiesen im Mittel eine höhere Zufuhr verschiedener Vitamine und Mineralstoffe auf. Dies betraf unter anderem Calcium, Eisen, Magnesium, Kalium, Zink, Jod, Vitamin C und mehrere B-Vitamine [8].
Die quantitativen Metaanalysen zeigten insbesondere eine höhere Calciumzufuhr bei Frühstückskonsum sowie eine höhere Vitamin-C-Zufuhr beim Verzehr verzehrfertiger Frühstückszerealien gegenüber Frühstücksverzicht. Ein Teil der Unterschiede kann durch Milchprodukte, Obst, angereicherte Getreideprodukte und insgesamt günstigere Ernährungsmuster erklärt werden [8].
Diese Befunde belegen eine höhere berechnete Zufuhr, nicht aber, dass Frühstücksverzicht unmittelbar einen klinischen oder durch Laboruntersuchungen gesicherten Mangel verursacht. Die Daten stammen überwiegend aus Beobachtungsstudien und betreffen vor allem Kinder und Jugendliche [8].
Für Erwachsene ist die direkte Mikronährstoffevidenz deutlich begrenzter. Eine aktuelle Übersichtsarbeit zu intermittierendem Fasten berichtete, dass einzelne randomisierte Studien unter alternierendem Fasten (Fasten an jedem zweiten Tag) oder zeitlich begrenztem Essen eine niedrigere Zufuhr von Calcium, Magnesium, Kalium, Folat (Vitamin B9), Vitamin C oder einzelnen B-Vitaminen beobachteten. Die Ergebnisse waren jedoch uneinheitlich und wurden wesentlich durch Energiezufuhr, Lebensmittelauswahl und Studiendesign beeinflusst [9].
Aus diesen Daten lässt sich weder eine routinemäßige Supplementierung (Einnahme von Nährstoffpräparaten) noch ein generelles Mikronährstoffrisiko bei strukturiertem Fasten ableiten. Bei längeren Fasteninterventionen sollte jedoch geprüft werden, ob die verbleibenden Mahlzeiten eine bedarfsdeckende Lebensmittelauswahl ermöglichen [9, LL2, LL3].
Klinische Ableitung für die Mikronährstoffdiagnostik
Die mikronährstoffmedizinische Beurteilung muss von den tatsächlich entfallenden Lebensmitteln ausgehen. Das Auslassen einer Mahlzeit ist nur dann für die Mikronährstoffversorgung relevant, wenn die darin üblicherweise enthaltenen Lebensmittel und Nährstoffe im weiteren Tages- oder Wochenverlauf nicht ausgeglichen werden.
Die folgende Zuordnung ist eine ernährungsmedizinische Ableitung aus den wiederholt ausgelassenen Lebensmittelgruppen und keine Aussage über ein spezifisches Mangelsyndrom:
- Bei dauerhaft niedriger Aufnahme von Milchprodukten oder adäquat angereicherten Alternativen sind insbesondere Calcium, Riboflavin (Vitamin B2), Jod und Protein zu berücksichtigen
- Bei geringer Aufnahme von Gemüse, Obst, Kartoffeln und Hülsenfrüchten sind insbesondere Folat, Vitamin C, Kalium und Magnesium zu berücksichtigen
- Bei geringer Aufnahme von Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen sind insbesondere Thiamin (Vitamin B1), Folat, Magnesium, Eisen und Zink zu berücksichtigen
- Bei geringer Aufnahme tierischer Lebensmittel oder entsprechend angereicherter Produkte ist insbesondere die Versorgung mit Vitamin B12 zu prüfen
- Bei geringer Aufnahme von Fisch, Milchprodukten und Jodsalz ist die Jodversorgung zu berücksichtigen
Diese Zuordnung begründet keine pauschale Labordiagnostik (Untersuchung von Blut oder anderen Körperproben) oder Supplementierung. Sie dient der zielgerichteten Ernährungsanamnese (systematischen Erfassung der Ernährungsgewohnheiten) und der Auswahl klinisch plausibler Untersuchungsparameter [LL2, LL3].
Kinder und Jugendliche
Für Kinder und Jugendliche kann eine verlässliche Mahlzeitenstruktur die regelmäßige Bereitstellung von Energie, Protein und Mikronährstoffen erleichtern. Das Dietary Guidelines Advisory Committee bewertete die Evidenz dafür, dass regelmäßiges Frühstücken mit günstigeren Wachstums- und Körperzusammensetzungsmerkmalen sowie einem geringeren Adipositasrisiko (Risiko für starkes Übergewicht) verbunden sein kann, als moderat [4].
Die Mikronährstoffdaten zeigen insbesondere eine günstigere Zufuhr, wenn das Frühstück Milch oder Milchprodukte, Vollkornprodukte, Obst oder angereicherte Lebensmittel enthält [8]. Der Nutzen ist daher nicht allein dem Essenszeitpunkt, sondern der zusätzlichen Aufnahme nährstoffreicher Lebensmittel zuzuschreiben.
Bei wiederholtem Mahlzeitenauslassen sollten Wachstumsverlauf, Gewichtsverlauf, allgemeine Ernährungsqualität, familiäre Essensstrukturen und Hinweise auf restriktives Essverhalten (einschränkendes Essverhalten) beurteilt werden.
Ältere und mangelernährungsgefährdete Menschen
Bei älteren Menschen kann häufiges Mahlzeitenauslassen ein klinischer Hinweis auf eine unzureichende Energie- und Proteinzufuhr sein. Die ESPEN-Leitlinie empfiehlt, ältere Menschen routinemäßig mit einem wissenschaftlich geprüften Verfahren auf Mangelernährung (unzureichende Versorgung mit Energie und Nährstoffen) zu untersuchen und bei bestehender Mangelernährung oder entsprechendem Risiko frühzeitig eine individualisierte Ernährungstherapie (an die einzelne Person angepasste Ernährungsbehandlung) einzuleiten [LL1].
Die Leitlinie empfiehlt abhängig von der individuellen Situation Ernährungsberatung, Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme, Anpassung von Konsistenz und Darreichungsform, Anreicherung von Speisen, zusätzliche Mahlzeiten sowie orale Nahrungssupplemente (trinkbare oder essbare Zusatznahrung). Unnötige diätetische Einschränkungen sollen bei älteren Menschen vermieden werden [LL1].
Eine geringe Mahlzeitenfrequenz ist bei älteren Menschen besonders relevant, wenn gleichzeitig unbeabsichtigter Gewichtsverlust, Appetitminderung, Muskelschwäche, Kau- oder Schluckstörungen, kognitive Einschränkungen, funktionelle Beeinträchtigungen oder soziale Probleme vorliegen. Nicht die Unregelmäßigkeit allein, sondern die daraus resultierende unzureichende Energie-, Protein- oder Mikronährstoffzufuhr begründet die Intervention [LL1].
Ohne nachgewiesenen oder klinisch wahrscheinlichen Mangel sollen Mikronährstoffe entsprechend den allgemeinen Referenzwerten und nicht routinemäßig in pharmakologischer Dosierung (arzneimittelähnlich hoher Dosierung) gegeben werden [LL2, LL3].
Schichtarbeit
Schichtarbeit kann den zeitlichen Bezug zwischen Schlaf, Aktivität und Nahrungsaufnahme verändern. Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse zeigte, dass rotierende Schichtsysteme häufig mit veränderten Mahlzeitenzeiten, einer stärkeren Nahrungsaufnahme während der Nacht und Veränderungen der Lebensmittelauswahl verbunden sind. Die Ergebnisse zur Gesamtenergieaufnahme und zur Ernährungsqualität waren jedoch uneinheitlich [10].
Für Schichtarbeitende kann deshalb keine einheitliche Mahlzeitenzahl empfohlen werden. Ernährungstherapeutisch sinnvoll ist eine im Voraus planbare Struktur, die eine ausreichende Energie-, Protein- und Mikronährstoffzufuhr über die jeweilige Schichtfolge ermöglicht. Eine Konzentration großer energiereicher Mahlzeiten in der biologischen Nacht sollte nach Möglichkeit vermieden werden, ohne eine bedarfsdeckende Ernährung zu gefährden [10-12].
Diabetes mellitus
Bei Behandlung mit Insulin oder insulinsekretionsfördernden Arzneimitteln (Medikamenten, die die Insulinausschüttung erhöhen) kann das ungeplante Auslassen einer vorgesehenen Mahlzeit das Hypoglykämierisiko (Risiko einer Unterzuckerung) erhöhen. Die Standards of Care in Diabetes 2026 empfehlen insbesondere bei älteren Menschen mit Hypoglykämien (Unterzuckerungen) gezielt zu erfragen, ob Mahlzeiten ausgelassen werden oder Schwierigkeiten bei der korrekten Anwendung der Arzneimittel bestehen [LL4].
Geplante Veränderungen der Mahlzeitenfrequenz oder des Essenszeitfensters erfordern bei einer Medikation, die Unterzuckerungen begünstigen kann, eine Anpassung der Arzneimitteltherapie und eine strukturierte Glucosekontrolle (planmäßige Kontrolle des Blutzuckers). Ungeplantes Fasten darf nicht mit therapeutischem intermittierendem Fasten gleichgesetzt werden [LL4].
Bei Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) ohne eine Medikation, die Unterzuckerungen begünstigen kann, richtet sich die Mahlzeitenplanung nach der individuellen Blutzuckerreaktion, dem Therapieziel, dem Tagesablauf und der Fähigkeit, eine bedarfsdeckende Ernährung einzuhalten.
Schwangerschaft und Stillzeit
Die systematische Übersichtsarbeit des Dietary Guidelines Advisory Committee konnte aufgrund unzureichender Daten keine Schlussfolgerung zum Zusammenhang zwischen Mahlzeitenfrequenz oder Zwischenmahlzeiten und Gewichtsentwicklung während der Schwangerschaft oder nach der Entbindung ziehen [4].
Es besteht daher keine evidenzbasierte Grundlage, Schwangeren oder Stillenden allein aufgrund der Lebensphase eine bestimmte universelle Mahlzeitenzahl vorzuschreiben. Maßgeblich sind eine bedarfsdeckende Gesamtzufuhr, die individuelle Verträglichkeit und die Behandlung schwangerschaftsspezifischer Beschwerden oder Erkrankungen.
Etablierte schwangerschaftsspezifische Empfehlungen zur Mikronährstoffprophylaxe (vorbeugende Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen), insbesondere zu Folsäure und Jod, gelten unabhängig davon, wie viele Mahlzeiten täglich eingenommen werden [16]. Wiederholtes Mahlzeitenauslassen ist klinisch relevant, wenn die erforderliche Energie- und Nährstoffzufuhr nicht erreicht wird oder eine ausgeprägte Übelkeit, Hyperemesis (übermäßiges und anhaltendes Schwangerschaftserbrechen), restriktives Essverhalten oder ein Gestationsdiabetes (Schwangerschaftsdiabetes) vorliegt.
Essstörungen und restriktives Essverhalten
Häufiges Mahlzeitenauslassen kann Bestandteil eines restriktiven Essverhaltens sein. Es ist insbesondere dann abklärungsbedürftig, wenn zusätzlich unbeabsichtigter oder beabsichtigter ausgeprägter Gewichtsverlust, starke Beschäftigung mit Körpergewicht und Figur, starre Lebensmittelregeln, Essanfälle, kompensatorisches Verhalten (ausgleichendes Verhalten wie Fasten oder Erbrechen), übermäßige körperliche Aktivität oder hormonelle und körperliche Folgen einer niedrigen Energieverfügbarkeit bestehen [LL5].
Die NICE-Leitlinie empfiehlt bei Verdacht auf eine Essstörung eine frühzeitige spezifische Diagnostik und Behandlung. Eine isolierte Empfehlung zu einer bestimmten Mahlzeitenfrequenz ersetzt keine essstörungsspezifische Therapie [LL5].
Gewichtsreduzierende Pharmakotherapie
Glucagon-like-Peptide-1-Rezeptoragonisten (GLP-1-Rezeptoragonisten, Medikamente, die die Wirkung eines appetit- und blutzuckerregulierenden Darmhormons nachahmen) und kombinierte Inkretintherapien (Behandlungen mit mehreren appetit- und blutzuckerregulierenden Darmhormonwirkungen) können Appetit, Portionsgrößen und Gesamtenergieaufnahme deutlich reduzieren. Eine gemeinsame Stellungnahme mehrerer amerikanischer Fachgesellschaften empfiehlt deshalb vor und während der Therapie eine strukturierte Erfassung der Ernährungsqualität, der Energie- und Proteinzufuhr, des Gewichtsverlaufs sowie möglicher Mangelernährungsrisiken [13].
Ein stark reduzierter Appetit kann zu sehr wenigen oder unvollständigen Mahlzeiten führen. Klinisch relevant sind insbesondere eine unzureichende Proteinzufuhr, ein übermäßiger Verlust fettfreier Masse (Verlust von Muskeln und anderem fettfreiem Körpergewebe) und eine niedrige Aufnahme nährstoffreicher Lebensmittel. Eine routinemäßige hochdosierte Multinährstoffsupplementierung (Einnahme eines hochdosierten Präparates mit mehreren Nährstoffen) wird hierdurch nicht automatisch begründet. Vorrangig sind Ernährungsanamnese, individualisierte Ernährungstherapie und eine gezielte Diagnostik bei klinischem Verdacht [13].
Diagnostische Abklärung
Die diagnostische Bewertung richtet sich nicht allein nach der Zahl ausgelassener Mahlzeiten. Entscheidend sind Dauer, Ausmaß, Ursachen und ernährungsmedizinische Konsequenzen des Verhaltens.
Ernährungs- und Mahlzeitenanamnese
- Zahl und Zeitpunkt der Mahlzeiten an Arbeits-, Schicht- und freien Tagen
- tägliche und wöchentliche Variabilität der Essenszeiten
- Dauer der nächtlichen und täglichen Fastenintervalle
- regelmäßig ausgelassene Mahlzeiten und dabei entfallende Lebensmittelgruppen
- Zusammensetzung und Portionsgrößen der verbleibenden Mahlzeiten
- spätabendliche oder nächtliche kompensatorische Nahrungsaufnahme
- Gesamtzufuhr von Energie, Protein und relevanten Lebensmittelgruppen
- Appetit, frühe Sättigung, Übelkeit, Kau- und Schluckbeschwerden sowie gastrointestinale Symptome (Beschwerden des Magen-Darm-Traktes)
- Arbeitszeiten, Schichtsystem, Schlafzeiten und Chronotyp
- Medikamente mit Einfluss auf Appetit, Glucosestoffwechsel (Verarbeitung von Zucker im Körper) oder Resorption
- Hinweise auf restriktives Essverhalten oder kompensatorische Verhaltensweisen
Ein mehrtägiges Ernährungs- und Mahlzeitenprotokoll sollte sowohl typische Arbeitstage als auch freie Tage abbilden. Neben den Lebensmitteln sind Essenszeit, Portionsgröße und Anlass des Mahlzeitenauslassens zu dokumentieren.
Klinische Untersuchung
- Körpergewicht und Gewichtsverlauf
- Body-Mass-Index (BMI, Maß zur Bewertung des Körpergewichts im Verhältnis zur Körpergröße) und gegebenenfalls Taillenumfang
- Hinweise auf Verlust von Muskelmasse oder Muskelkraft
- klinische Zeichen einer Mangelernährung
- Wachstumsverlauf bei Kindern und Jugendlichen
- Hypoglykämien und Glucoseverlauf bei Diabetes mellitus
- Hinweise auf eine niedrige Energieverfügbarkeit (unzureichende für Körperfunktionen verfügbare Nahrungsenergie) oder Essstörung
Bei älteren Menschen soll ein wissenschaftlich geprüftes Verfahren zum Mangelernährungsscreening (standardisierte Untersuchung auf Mangelernährung) eingesetzt werden [LL1]. Serumalbumin (in der Leber gebildetes Eiweiß im Blut) und andere sogenannte viszerale Proteine (überwiegend in der Leber gebildete Eiweißstoffe im Blut) sind aufgrund ihrer ausgeprägten Abhängigkeit von Entzündung und Erkrankung keine geeigneten alleinigen Marker der Energie-, Protein- oder Muskelversorgung [14].
Laborchemische Diagnostik
Unregelmäßiges Essen oder Mahlzeitenauslassen allein begründen keine pauschale Mikronährstoffdiagnostik. Die Auswahl der Laborparameter erfolgt anhand der dokumentierten Lebensmittelauswahl, klinischer Symptome, des Gewichtsverlaufs, möglicher Resorptionsstörungen (Störungen der Nährstoffaufnahme im Darm), der Medikation und individueller Risikofaktoren [LL2, LL3].
Die ESPEN-Mikronährstoffleitlinien empfehlen eine Kombination aus Ernährungsanamnese, klinischer Beurteilung und gezielter laborchemischer Diagnostik. Die Interpretation zahlreicher Mikronährstoffmarker muss den Entzündungsstatus, die Organfunktion und methodische Einschränkungen berücksichtigen [LL2, LL3].
Je nach konkreter Fragestellung können beispielsweise Blutbild und Eisenstatus (Beurteilung der Eisenversorgung), Vitamin B12, Folat, 25-Hydroxy-Vitamin D (im Blut gemessene Speicherform von Vitamin D) oder weitere gezielt ausgewählte Parameter untersucht werden. Eine wahllose Bestimmung umfangreicher Mikronährstoffprofile ohne klinische Fragestellung ist nicht gerechtfertigt [LL2, LL3].
Bei ausgeprägter Nahrungsrestriktion, erheblichem Gewichtsverlust oder längerer sehr niedriger Energiezufuhr muss zusätzlich das Risiko eines Refeeding-Syndroms (gefährlicher Stoffwechsel- und Elektrolytverschiebungen nach Wiederaufnahme der Ernährung) berücksichtigt werden [15].
Ernährungstherapie
Das Therapieziel ist keine starre Mahlzeitenzahl, sondern ein planbares, bedarfsdeckendes und individuell durchführbares Ernährungsmuster.
- Die Zahl der Mahlzeiten wird an Energiebedarf, Appetit, Tagesablauf, Erkrankungen und Therapie angepasst
- Die Bedarfsdeckung wird über die tatsächlich genutzten Essensanlässe geplant
- Wiederholt entfallende nährstoffreiche Lebensmittelgruppen werden gezielt in andere Mahlzeiten integriert
- Bei langen Arbeits- oder Schichtintervallen werden geeignete Mahlzeiten vorbereitet und verfügbar gehalten
- Eine ausgeprägte Verlagerung großer Mahlzeiten in die biologische Nacht wird nach Möglichkeit reduziert
- Bei Mangelernährung oder frühem Sättigungsgefühl können mehrere kleinere, energie- und proteinreiche Mahlzeiten sinnvoll sein
- Bei Diabetes mellitus werden Mahlzeiten und eine Medikation, die Unterzuckerungen begünstigen kann, aufeinander abgestimmt
- Bei Verdacht auf eine Essstörung erfolgt eine spezifische interdisziplinäre Behandlung (Behandlung durch mehrere medizinische Fachrichtungen)
Bei gesunden Erwachsenen kann eine Ernährung mit zwei, drei oder mehreren Mahlzeiten bedarfsdeckend gestaltet werden. Bei einer geringen Zahl von Essensanlässen muss nicht jede einzelne Mahlzeit einer starren Standardzusammensetzung entsprechen. Die Gesamtzufuhr an Energie, Protein, essenziellen Fettsäuren (lebensnotwendigen Fettbestandteilen), Ballaststoffen (unverdaulichen pflanzlichen Nahrungsbestandteilen), Vitaminen und Mineralstoffen muss jedoch über den Tages- und Wochenverlauf erreicht werden.
Ein strukturiertes zeitlich begrenztes Essen kann bei ausgewählten Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas (starkem Übergewicht) eingesetzt werden. Aufgrund der geringen mittleren Wirkungen, der eingeschränkten Langzeitdaten und des häufig hohen Verzerrungsrisikos ist es als mögliche Organisationsform der Energiezufuhr und nicht als grundsätzlich überlegenes Ernährungsmuster zu bewerten [6].
Stellenwert der Mikronährstoffsupplementierung
Das Auslassen von Mahlzeiten stellt keine eigenständige Indikation (medizinischen Behandlungsgrund) für ein Multivitamin- oder Multimineralstoffpräparat dar. Nahrungsergänzungsmittel ersetzen weder Energie und Protein noch essenzielle Fettsäuren, Ballaststoffe und die Lebensmittelmatrix (natürliche Zusammensetzung und Struktur eines Lebensmittels).
Eine gezielte Supplementierung ist zu erwägen, wenn mindestens eine der folgenden Voraussetzungen vorliegt [13, 16, LL2, LL3]:
- laborchemisch oder klinisch gesicherter Mikronährstoffmangel
- anhand der Ernährungsanamnese hochwahrscheinliche und längerfristig unzureichende Zufuhr
- erhöhter physiologischer Bedarf mit etablierter vorbeugender Empfehlung
- Erkrankung oder Medikation mit beeinträchtigter Aufnahme, erhöhten Verlusten oder verändertem Stoffwechsel
- nicht kurzfristig korrigierbare Einschränkung der Lebensmittelauswahl
Präparat, Dosierung, Applikationsform (Art der Verabreichung) und Behandlungsdauer richten sich nach dem betroffenen Mikronährstoff, dem Schweregrad des Mangels, der zugrunde liegenden Ursache und möglichen Sicherheitsgrenzen. Die Korrektur der Ernährungsstruktur und die Behandlung der Ursache des Mahlzeitenauslassens bleiben erforderlich [LL2, LL3].
Fazit
Unregelmäßiges Essen und häufiges Auslassen von Mahlzeiten bilden keine einheitliche Erkrankung und verursachen kein charakteristisches Mikronährstoffmangelsyndrom. Die verfügbare Evidenz erlaubt keine universelle Empfehlung für eine bestimmte Zahl täglicher Mahlzeiten.
Eine hohe tägliche Variabilität von Mahlzeitenzeitpunkt und Mahlzeitenstruktur ist in uneinheitlichen Studien mit ungünstigeren körperbezogenen, den Stoffwechsel betreffenden und funktionellen Merkmalen verbunden. Eine unabhängige ursächliche Wirkung ist nicht belegt. Kurzfristige randomisierte Studien zeigen nicht, dass Frühstücksverzicht bei Erwachsenen zwangsläufig zu einer Gewichtszunahme führt. Strukturierte Mahlzeitenzeitstrategien können geringe Gewichtsreduktionen bewirken, ihre klinische Langzeitrelevanz bleibt jedoch unsicher.
Die direkte mikronährstoffmedizinische Evidenz betrifft überwiegend Kinder und Jugendliche. Regelmäßiges, nährstoffreiches Frühstück ist bei ihnen mit einer höheren berechneten Aufnahme mehrerer Vitamine und Mineralstoffe verbunden. Daraus kann nicht auf einen regelhaften laborchemischen Mangel bei Frühstücksverzicht geschlossen werden.
Klinisch entscheidend sind die Gesamtenergiezufuhr, die Protein- und Mikronährstoffdichte (Menge an Protein und Mikronährstoffen im Verhältnis zur aufgenommenen Energie), die tatsächlich verzehrten Lebensmittelgruppen, der Gewichtsverlauf und individuelle Risikofaktoren. Besondere Aufmerksamkeit benötigen Kinder und Jugendliche, ältere und mangelernährungsgefährdete Menschen, Schichtarbeitende, Menschen mit einer Diabetesmedikation, die Unterzuckerungen begünstigen kann, Schwangere mit unzureichender Gesamtzufuhr, Personen mit Essstörungen sowie Menschen mit ausgeprägter Appetitreduktion unter einer gewichtsreduzierenden Pharmakotherapie (medikamentösen Behandlung zur Gewichtsabnahme).
Die Therapie besteht primär aus einer bedarfsdeckenden, planbaren und individuell praktikablen Ernährungsstruktur. Laboruntersuchungen und Mikronährstoffsupplementierungen erfolgen ausschließlich indikationsbezogen.
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- National Institute for Health and Care Excellence: Eating disorders: recognition and treatment. NICE Guideline NG69, publiziert am 23. Mai 2017, zuletzt aktualisiert am 16. Dezember 2020, Überwachungsentscheidung vom 15. Mai 2024 ohne Aktualisierung der Leitlinie. NICE Guideline NG69